Betreuungsgeld: Betreuter Unfug
150 Euro pro Monat für Eltern, die ihr Kind nicht in die Kita geben: Dieser Plan nutzt allenfalls der Union.
Wäre das nicht schön: Weil ich morgens mit dem Rad zur Arbeit fahre und nicht die mit Steuergeldern subventionierte U-Bahn nutze, bekomme ich monatlich eine Prämie von 50 Euro. Einen Zuschlag von 50 Cent bekomme ich für jeden Homeoffice-Tag, weil ich da gar nicht vor die Tür muss. Der Staat zahlt mir dieses Geld, weil ich etwas tue, das gesellschaftlich sinnvoll ist (ich leiste meinen Beitrag zum Umweltschutz), und weil er mich denjenigen gegenüber, die seine Leistungen in Anspruch nehmen, nicht benachteiligen will. Er unterstützt den Umweltschutz, aber er ist auch ein liberaler Staat, er will dafür sorgen, dass ich frei entscheiden kann, wie ich mich durchs Leben bewege.
Natürlich gibt es keine Radfahrerprämie. Weil die U-Bahn eben gebraucht wird, auch ich könnte bei schlechtem Wetter auf sie angewiesen sein. Außerdem hat der Staat nicht so viel Geld, dass er alle Wohlstandsunterschiede ausgleichen könnte, die daher rühren, dass die Bürger aus weltanschaulichen oder persönlichen Gründen ihr Leben auf verschiedene Weise führen.
Es gibt keine Radfahrerprämie. Was es aber geben soll, ist ein Betreuungsgeld für Eltern, die sich dafür entscheiden, ihr Kind zu Hause zu behalten, anstatt es in die Kita zu schicken. Diese Eltern sollen nicht benachteiligt werden gegenüber denjenigen, die eine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Das Projekt ist nicht neu. Der Streit darüber ebenfalls nicht. Wohl aber, dass er nun offensiv auch innerhalb des konservativen Lagers geführt wird. Und dass die Gesellschaft neuerdings wieder sensibler für Gleichberechtigungsfragen geworden ist. Darum haben 23 CDU-Abgeordnete jetzt angekündigt, sie wollten dem Betreuungsgeld nicht zustimmen: weil es zu Fehlanreizen führe und weil zu erwarten sei, dass gerade Kinder aus Problemfamilien nicht in die Krippe geschickt würden.
Eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit über den Effekt des Betreuungsgelds in Thüringen – das es dort schon seit 2006 gibt – belegt, dass sich alle Befürchtungen gegenüber der böse, aber zutreffend so genannten »Herdprämie« bewahrheiten: Finanzielle Anreize für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, senken die Frauenerwerbsquote und können negative Folgen für die frühkindliche Entwicklung haben. Vor allem Geringqualifizierte, Alleinerziehende und Eltern mit niedrigem Einkommen bleiben dem Arbeitsmarkt fern.
Arme Eltern entscheiden sich eher für das Geld als für den Kindergarten – wer damit argumentiert, wird empört zurechtgewiesen: Bloß weil Menschen arm sind, müssen ihnen ihre Kinder doch nicht egal sein! Dass arme Eltern ihre Kinder vor dem Fernseher oder dem Computer parken, stimmt etwa so, wie es stimmt, dass es Wohlstandsverwahrlosung in reichen Familien gibt. Das kommt vor, aber natürlich nicht überall. In vielen Fällen wird es so sein, dass eine Hartz-IV-Familie, die das Betreuungsgeld wählt, einfach nur rechnen kann, auch wenn andere ihr das nicht zutrauen. 150 Euro pro Monat – das ist ein Angebot, das Eltern, die auf jeden Euro schauen müssen, oft nicht ablehnen können. Da spielt es für sie auch keine Rolle, dass sie sich nicht intensiv mit ihren Kindern beschäftigen können.
Es gibt neben den Geringverdienern noch eine zweite Gruppe von Eltern, die sich traditionell seltener für eine Fremdbetreuung entscheiden: die wohlhabenden Akademiker, die es sich leisten können, ihre Kinder daheim zu behalten. Sie haben ein Betreuungsgeld gar nicht nötig, um frei zu entscheiden.





„Was haben zum Beispiel Rentnerinnen und Rentner vom Ausbau der Kinderbetreuung? Ganz einfach: […] Der Wohlstand von Rentnerinnen und Rentnern hängt entscheidend von … der Möglichkeit … [der] Eltern, erwerbstätig zu sein, ab. Das steht und fällt wiederum mit dem Angebot an frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten.“
Caren Marks (SPD) in der 1. Lesung des Kinderförderungsgesetzes am 29. Mai 2008 im Deutschen Bundestag. URL: http://dip21.bundestag.de... , Seite 17194
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/ds
aber gelesen haben sie den artikel nicht, oder?
aber gelesen haben sie den artikel nicht, oder?
1. Der Artikel gehört auf die Meinungsseite
2. Die Autorin sollte erst einmal die Gesetzvorlage bzgl. Elterngeld und Hartz IV lesen
3. Der letzte Satz des Artikels ist sinnvoll, zeigt aber auch die unausgegorene Argumentation der Autorin: denn bei überfüllten S-Bahnen ist es durchaus sinnvoll, statt teurem Ausbau die Radfahrer zu kompensieren!
aber gelesen haben sie den artikel nicht, oder?
blödsinniger Artikel !
Hartz IV Bezieher bekommen kein Betreuungsgeld. Die werden wie immer von allen zusätzlichen Leistungen ausgenommen.
Und dann nochmal ganz deutlich: es geht nicht um den Kindergartenbesuch, sondern darum, sein Kind nicht in eine Krippe zu geben. Eine Krippe ist für Kinder bis drei Jahre, also für Kleinstkinder. Und diese sind am besten zu Hause aufgehoben, auch wenn das dem Zeitgeist nicht entspricht.
Wenigstens diese drei Jahre sollte man seinem (Wunsch-)Kind gönnen.
Im übrigen wollen auch nicht alle Ein-, Zwei- oder Dreijährigen den ganzen Tag in lauten Kindergärten verbringen, viele trennen sich nur unter Zwang von ihrer Mutter. Zwei meiner Kinder haben massiv gelitten, als sie in Kinderverwahranstalten sollten, eines davon hat tatsächlich den ganzen Vormittag apathisch dagesessen und auf den Mittag gewartet. Dieses Kind war zwei und mit der Situation völlig überfordert.
Kinder gehören erst in den Kindergarten, wenn deren individuelle Entwicklung dies zuläßt.
Einerseits wirft man der CSU vor ein bestimmtes Familienbild zementieren zu wollen, andererseits lässt sich genauso aus dem Treiben der CSU-Gegner ,überspitzt formuliert, ein Master-Plan für die Familie der Zukunft ablesen - die Erziehung wird zum frühest möglichem Zeitpunkt in Kindergärten und Ganztages-Schulen ausgelagert und Vater und Mutter gehen aber bitteschön beide arbeiten. Schöne arbeitsteilige Welt!
Der Sinn einer Familie besteht doch im Zusammenleben mit den Kindern, nicht im Managment von deren Unterbringung und Verwahrung!
Die Freiheit, sein Leben in der Hauptsache den eigenen Kindern zu widmen und nicht dem Geldverdienen, darf eigentlich kein Privileg der gut Situierten sein. Mit dieser Freiheit geht dann auch die Pflicht einher, zum Wohl der Kinder zu entscheiden, wann diese reif für die erste Begegnung mit der weiten Welt im Kindergarten sind.
Entschuldigung, aber das sollte wirklich nicht sein. Es tut mir leid, daß Ihnen offensichtlich ein Kindergarten (bzw. eine Krippe) untergekommen ist, die noch nach überholten Standards arbeitet. Ich bin selbst Tagesmutter und betreue derzeit 4 Kinder unter drei. Bei meinem Arbeitgeber ist eine Eingewöhnungszeitt für die Kinder selbstverständlich, damit der Übergang von Zuhause zur Betreuung möglichst streßarm (für Kind und Eltern) verläuft. Meine Kollegen und ich sstellen immer wieder fest, wie sehr die Kinder nach einem sozialen Miteinander mit Gleichaltrigen verlangen und wie sehr sie davon profitieren. Wir können den Kindern auch durchaus andere (Selbst-)Bildungsangebote machen, als es manche Eltern (aus welchen Gründen auch immer) können. Wir sind jedenfalls keine Kinderverwahranstalt, und viele Krippen sind es heutzutage auch nicht mehr.
Einerseits wirft man der CSU vor ein bestimmtes Familienbild zementieren zu wollen, andererseits lässt sich genauso aus dem Treiben der CSU-Gegner ,überspitzt formuliert, ein Master-Plan für die Familie der Zukunft ablesen - die Erziehung wird zum frühest möglichem Zeitpunkt in Kindergärten und Ganztages-Schulen ausgelagert und Vater und Mutter gehen aber bitteschön beide arbeiten. Schöne arbeitsteilige Welt!
Der Sinn einer Familie besteht doch im Zusammenleben mit den Kindern, nicht im Managment von deren Unterbringung und Verwahrung!
Die Freiheit, sein Leben in der Hauptsache den eigenen Kindern zu widmen und nicht dem Geldverdienen, darf eigentlich kein Privileg der gut Situierten sein. Mit dieser Freiheit geht dann auch die Pflicht einher, zum Wohl der Kinder zu entscheiden, wann diese reif für die erste Begegnung mit der weiten Welt im Kindergarten sind.
Entschuldigung, aber das sollte wirklich nicht sein. Es tut mir leid, daß Ihnen offensichtlich ein Kindergarten (bzw. eine Krippe) untergekommen ist, die noch nach überholten Standards arbeitet. Ich bin selbst Tagesmutter und betreue derzeit 4 Kinder unter drei. Bei meinem Arbeitgeber ist eine Eingewöhnungszeitt für die Kinder selbstverständlich, damit der Übergang von Zuhause zur Betreuung möglichst streßarm (für Kind und Eltern) verläuft. Meine Kollegen und ich sstellen immer wieder fest, wie sehr die Kinder nach einem sozialen Miteinander mit Gleichaltrigen verlangen und wie sehr sie davon profitieren. Wir können den Kindern auch durchaus andere (Selbst-)Bildungsangebote machen, als es manche Eltern (aus welchen Gründen auch immer) können. Wir sind jedenfalls keine Kinderverwahranstalt, und viele Krippen sind es heutzutage auch nicht mehr.
... was Sie schreiben, ist einfach Unsinn.
Lesen Sie einfach einmal in der ZEIT ( !! ) nach:
http://www.google.de/url?...
Hartz4-Bezieher würden gar kein Betreuungsgeld bekommen, was auch der bisherigen Logik/Praxis entspräche, denn auch schon das Kindergeld wird den Hartzern auf ihre Leistung angerechnet und dort abgezogen - sie bekommen also praktisch keines.
Durch Ihren Fehler stellen Sie die Tatsachen total auf den Kopf und die ganze Argumentation ihres Artikels verliert ihr Fundament !
Ist es nicht vielmehr so:
Da die versprochenen KITA-Plätze sowieso nicht bereitgestellt werden (können), könnten viele der Betroffenen zusätzlich versucht sein, dann wenigstens das Betreuungsgeld "abzufassen".
Und die Politik hat deswegen jetzt auf einmal bloß Angst, daß es viel teuerer werden könnte ... ... ?!!
Wie soll das gehen, bitte, Familien stärken? Papa und Mama morgens einen Löffel Multivitamin? Werden überforderte Eltern plötzlich kompetent durch Geld?
Bildungsbürger brauchen freilich keine Kita, kein Geld und keine Supernanny. Die sind aber nicht unser Problem. Unser Problem ist die immer mehr abgehängte Unterschicht. Die kriegt den Anschluss nicht durch mehr Transferleistungen, sondern durch Bildung. Die muß aber schon im Kindergarten einsetzen, um überhaupt eine Chance zu haben, den Abstand zu verringern.
-- ist ein Menschenrecht. Dies, wie alle anderen übrigens, spielt in der Politik keine Rolle. Soll es nicht, darf es nicht, wird es nicht, hat es nicht, kann es nicht, da sonst diejenigen, die von den Dummen leben, nicht mehr von den Dummen leben könnten.
Das wissen Sie und ich und Berlin, Washington, Moskau, Peking, Canberra, Brasilia, London und Paris auch.
C
-- ist ein Menschenrecht. Dies, wie alle anderen übrigens, spielt in der Politik keine Rolle. Soll es nicht, darf es nicht, wird es nicht, hat es nicht, kann es nicht, da sonst diejenigen, die von den Dummen leben, nicht mehr von den Dummen leben könnten.
Das wissen Sie und ich und Berlin, Washington, Moskau, Peking, Canberra, Brasilia, London und Paris auch.
C
...am unteren Ende der Kaufkraft. Immerhin kann er/sie jeden Tag, wenn er /sie auf das Kind selbst aufpasst, ein Päckchen Zigaretten kaufen, die er/ sonst sich nicht leisten könnte. Das ist wie jedes Entgelt.
....hat ungefähr soviel Substanz wie wenn ich "Behaupten" würde das junge, gutgestellte Architektenehepaar geht mit den zusätzlichen 150€ für 2Std. zum Superhippen, angesagten Italiener.
Nichts für ungut aber die Gesellschaft ist vielfältiger und klüger als man es Ihnen glauben machen will.
....hat ungefähr soviel Substanz wie wenn ich "Behaupten" würde das junge, gutgestellte Architektenehepaar geht mit den zusätzlichen 150€ für 2Std. zum Superhippen, angesagten Italiener.
Nichts für ungut aber die Gesellschaft ist vielfältiger und klüger als man es Ihnen glauben machen will.
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