GesellschaftskritikÜber Ungeborene

Über Kinder sagt man manchmal, dass sie sich ihre Eltern aussuchen. Heike Faller hat sich das mal für ein paar konkrete Fälle vorgestellt.

Über Kinder sagt man manchmal, dass sie sich ihre Eltern aussuchen. Aber wie hat man sich das vorzustellen, da oben im Big Ommm? Debattieren dort ungeborene Wesen darüber, als wessen Kind sie auf die Welt kommen sollen? Und ist es in der Karmaordnung ein Privileg, als Promi-Kind auf die Welt zu kommen, oder eine Strafe noch unterhalb des Ameisen-Daseins? Gibt es manchmal mehrere Bewerber für eine Familie? Hätte sich das Ungeborene von Bushido und Anna-Maria Lagerblom also auch für Claudia und Philipp Lahm entscheiden können, die etwa zeitgleich ein Kind empfingen? So nach dem Motto:

»Sag mal, gehst du jetzt zu den Lahms? Weil, sonst nehm ich die.«

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»Weiß nicht, der Lahm wirkt im Fernsehen immer so ehrgeizig. Ist bestimmt voll stressig, vor allem wenn man ein Junge wird.«

»Dafür wirst du bald auf den Schultern von Philipp Lahm durch ein Fußballstadion getragen. Vermutlich bist du sogar bei der WM in Brasilien dabei.«

»Da bin ich doch erst zwei!«

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»Mir egal, dann nehm ich die jetzt. Sie wohnen zwar in der Stadt, aber man kann ja wohl davon ausgehen, dass sie für mich aufs Land ziehen werden.«

»Und was wird jetzt aus mir?«

»Bushido und Anna-Maria Lagerblom erwarten ein Kind.«

»Die sind ein Paar?«

(seufzt) »Yep. Aber sie sieht voll nett aus. Und er hat ein Haus im Grunewald. Warte... hier steht was von Garten. Bestimmt sind sie total mit sich beschäftigt, sodass du den ganzen Tag Bubble-Tea trinken kannst und ein bisschen im Garten liegen.«

»Haben sie einen Pool?«

»Steht nix davon da.«

»Planschbecken?«

»Bestimmt.«

»KiKa?«

»Hör mal, die Reinkarnierten sagen, dass man auf die inneren Werte achten soll.«

»Eben!«

»Sei nicht so altklug. Außerdem: Du hast, wenn ich dich erinnern darf, die Pochers abgelehnt, du hast die Beckers abgelehnt... du weißt doch, was die Reinkarnierten sagen: Perfekt ist es nie. Die merkwürdigsten Leute werden manchmal gute Eltern.«

(seufzt) »Ich bin jung und brauche das Geld.«

»Davon abgesehen: Als Nächstes sind wahrscheinlich William und Kate dran.«

»Hilfe! Na gut – ich mach’s.«

»Alles Gute, Buddy.«

»Dir auch. Ein schönes Leben noch!«

»Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der Bayern-Tribüne.«

 
Leserkommentare
  1. der schaue einmal, was Menschen in Nahtoderlebnissen über die Auswahl ihrer Eltern vor ihrer Geburt erfuhren:
    http://derteacher.blogspo...

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