Organtransplantation: Wann ist ein Mensch tot?
Wenn seine Hirnfunktionen ausgefallen sind, sagen Mediziner. Jetzt wachsen Zweifel an dieser Definition. Was eine neue Regelung für Organtransplantationen bedeuten würde
Angenommen, einer 35-jährigen Frau widerfährt auf der Landstraße zwischen zwei deutschen Kleinstädten ein schrecklicher, ein folgenschwerer Unfall. Die Notärzte leisten Erstversorgung, die Frau wird künstlich beatmet. Ihr Kreislauf ist stabilisiert, der Körper warm, sie lebt. Das heißt: Ihre Organe funktionieren. Man bringt sie in die Notaufnahme eines Kreiskrankenhauses, die Angehörigen werden informiert. Die Computertomografie ergibt den Befund: Große Teile des Hirnstamms und des Großhirns sind durch eine Hirnblutung schwer geschädigt. Seit ihrer Einlieferung ist die Frau an ein Beatmungsgerät angeschlossen, der Brustkorb hebt und senkt sich. Die Neurochirurgen wissen nicht, ob die Frau je wieder zu Bewusstsein kommen wird.
Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr schätzen die Fachärzte als äußerst gering ein, sie entscheiden sich für eine Hirntod-Untersuchung. Die Körpertemperatur der Frau liegt über 32 Grad, eine Unterkühlung ist nicht gegeben, Medikamentenvergiftung und Sauerstoffmangel werden ausgeschlossen. Die Pupillen zeigen keine Reaktion auf Lichteinfall, auch der Kornea-Reflex, der automatische Lidschluss, ist erloschen. Auf Schmerzreize im Gesicht erfolgt keine Reaktion, Schluck- und Würgereflexe bleiben aus. Kurzum, bei den vorgeschriebenen Tests aller zwölf Hirnnerven ist keine Funktion mehr feststellbar. Zuletzt folgt der Apnoe-Test auf eigenständige Atmungsfähigkeit, die Frau wird vom Respirator getrennt. Innerhalb von fünf Minuten steht fest: Eine selbstständige Atemtätigkeit bleibt aus. Nach zwölf Stunden führen zwei Ärzte alle Schritte dieser klinischen Diagnostik ein zweites Mal durch, so sehen es die Richtlinien der Bundesärztekammer vor. Das Ergebnis ist das gleiche. Der Ausfall der Hirnfunktion ist irreversibel. Die Frau wird für hirntot erklärt.
Dieser erfundene Fall illustriert einen Sachverhalt, der längst geklärt schien, jetzt aber aufs Neue ins Zentrum einer Debatte um unser Menschenbild rückt: Wann ist ein Mensch tatsächlich tot? Angestoßen wurde das erneute Nachdenken über die Gleichsetzung von Tod und Hirntod vor vier Jahren, als der US-amerikanische President’s Council on Bioethics ein aufsehenerregendes »White Paper« veröffentlichte, in dem die Begründung des 1968 von einem Ad-Hoc-Ausschuss der Harvard Medical School vorgeschlagenen und seither gültigen Kriteriums für den Hirntod infrage gestellt wird. Das Erlöschen der Hirnfunktion als Todesdefinition sei empirisch widerlegt, argumentieren die Mitglieder des Councils. Der Tod müsse weniger neurozentrisch als vielmehr biologisch verstanden werden.
- Ablauf einer Organspende
-
Ehe jemand als Spender infrage kommt, müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. Dieser tritt ein, sobald im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden kann. Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender künstlich beatmet werden.
Grafik: Organspende
© Simone GödeckeKlicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.
Wenn geklärt ist, dass Organe entnommen werden dürfen, wird der hirntote Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger eines Organs nicht gefährdet wird.
Die Daten des Spenders werden an die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant geschickt. Hier wird auf den Wartelisten nach passenden Empfängern gesucht.
Anschließend werden dem Verstorbenen die Organe entnommen, die er bereit war zu spenden. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet und kann bestattet werden.
Die Organe werden gekühlt und verpackt und an ihren Bestimmungsort gebracht. Sie werden mit dem Krankenwagen transportiert oder in dringenden Fällen auch per Flugzeug ausgeflogen.
- Spenden nach dem Tod
-
Wer in Deutschland nach dem Hirntod seine Organe spenden möchte, muss einer Entnahme ausdrücklich zustimmen. Seit dem 1. November gilt dazu ein neues Transplantationsgesetz: Jeder Krankenversicherte wird angeschrieben und gefragt, ob seine Organe im Todesfall verwendet werden dürfen.
Wie bisher gibt es einen Organspendeausweis. Darin steht, ob derjenige generell mit einer Organ- und Gewebespende einverstanden ist oder auch nicht. Die Bereitschaft lässt sich auch einschränken: Wer etwa nicht möchte, dass sein Herz entnommen wird, kann dies auf dem Ausweis vermerken.
Bisher wurden, wenn ein möglicher Spender zu Lebzeiten nichts verfügt hatte, nach seinem Tod die Angehörigen gefragt, ob sie einer Spende zustimmen. Auch in Zukunft werden Angehörige informiert, wenn ein potenzieller Spender verstirbt. Maßgeblich ist juristisch dann aber der zu Lebzeiten formulierte Wille des Verstorbenen.
In Österreich und Belgien gilt eine Widerspruchslösung: Hier zählt jeder von Geburt an als Organspender. Wer gegen eine Entnahme von Gewebe und Organen ist, muss dies ausdrücklich erklären. Allerdings wird auch in diesen Ländern immer auch mit den Angehörigen gesprochen und geklärt, ob Einwände gegen die Spende bestehen.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Neuregelung der Organspende zusammengefasst.
- Spenden im Leben
-
Das seit 1997 geltende Transplantationsgesetz, das jetzt reformiert wird, regelt auch Organspenden während des Lebens. Hierzu gilt weiterhin: Wer zeitlebens etwa eine Niere spenden will, muss volljährig sein und über alle Risiken aufgeklärt werden. Ein Organ kann nur Verwandten, Ehegatten, Lebenspartnern oder engen Freunden gespendet werden.
Organe dürfen nur in den deutschlandweit gut 40 Transplantationszentren übertragen werden. Wer als Empfänger infrage kommt, ist auf einer Warteliste vermerkt. Bei jedem Organ wird geprüft, wer es am dringendsten benötigt und bei wem die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung am größten erscheinen. Dabei ist es unabhängig, ob eine Person arm oder reich, berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist. Nach den jüngsten Skandalen, werden hierzu jetzt schärfere Kontrollen gefordert.
Das Gewebegesetz ergänzt das Transplantationsgesetz und regelt unter anderem die Entnahme von Knochen, Knorpeln, Augenhornhäuten und Herzklappen.
Der Handel mit Organen ist nach dem Gesetz verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Abgeschwächte Strafen gelten für den Verkauf und Erwerb von Produkten, die aus Gewebe und Organen hergestellt worden sind.
Es dauerte einige Zeit, bis die Abwendung vom Hirntodkriterium von deutschen Medizinethikern und Ärzten wahrgenommen, aufgegriffen und verbreitet wurde. Öffentlich sichtbar wurde das Thema in Deutschland 2010 durch einen Kommentar der Berliner Medizinethikerin Sabine Müller in der Zeitschrift Ethik in der Medizin und durch darauf folgende Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bald nahm sich auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen des Themas zaghaft, aber kritisch an. Mittlerweile haben sich die Zweifel an der Todesdefinition Hirntod so stark gemehrt, dass der Deutsche Ethikrat am 22. März zu einer öffentlichen Sitzung seines Forums Bioethik nach Berlin lud, um der Frage nachzugehen: Wie steht es um Moral und Menschenwürde bei der praktizierten Hirntoddefinition? Was bedeutet das für die Transplantationsmedizin? Wer über Organspende spricht, muss heute offenbar auch wieder über den Hirntod reden.





Das Sterben ist tatsächlich ein Prozess, aber einer der meiner Meinung nach zum Tod gehört, nicht zum Leben. Der Übergang vom Leben zum Tod ist, wie jemand mal beschrieben hat, wie das Herunterfahren eines PCs. Er ist nicht sofort aus, sondern fährt herunter. Im Sinne des Lebens (Tier. Mensch oder Gewächs) lassen hier die Lebensfunktionen mehr und mehr nach. Scheidet ein/e Verstorbene/r noch Exkremente aus, so liegt dies an de Langlebigkeit der Darmzellen, welche nach 24 Stunden absterben, ähnlich verhält es sich mit anderen Zellen / Funktionen des Körpers. Erst wenn alle Zellen abgestorben sind, und Fäulniss einsetzt (bis zu 48 Stunden nach dem Beginn des Sterbens) und deren deutliche Zeichen wahrnehmbar sind, kann man von "Tod" sprechen - dann wäre es aber auch für eine Organentnahme zu spät.
und die Suche nach einer Art Lazarus, der als hirntod diagnostiziert wurde in Uniklinik oder Kreiskrankenhaus, ist müßig.
Wenn wir allerdings Therapie beenden, medizinische Maßnahmen begrenzen, weil keine wirtschaftliche Sinnhaftigkeit nachweisbar ist, dann müssen wir konsequent sein und nicht nur die Verwerten und aus der Therapie nehmen, deren Organe wir nutzen können.
Dann müssen wir Menschen klar machen, dass ihre Behandlung sich für die Gesellschaft, die Krankenkassen oder die Kliniken nicht mehr lohnt und sie nur noch als Ersatzteillager gelten, gleichgültig was ihnen auf dem Weg in den Tod widerfährt.
Das allerdings wird bisher nicht getan. Es wird immer wieder betont, dass der ärztliche Eid gelte, dass man sich verpflichte Leid zu vermeiden und weigert sich standhaft, hirntod diagnostizierte als Sterbende zu sehen.
Und das alles geschieht, während man Palliativstationen aufbaut und fördert, die mit großem Aufwand das Sterben erträglich gestalten. Das ist meines Erachtens das Gegenteil dessen, was dem Organgeber geschieht, wenn er in den OP gelangt.
Bei all dem, was wir in Sachen Hirntod lesen, hören und sehen, gibt es ein so dermaßenes Übergewicht der Empfängerseite, dass der Geber nur noch auf einem Platz rangiert, der meiner Ansicht nach einem Altauto gleich kommt.
Und da liegt für mich das Problem. Es sind Sterbende, denen man das verweigert, was meine Eltern als Recht des Sterbenden ansahen - die Freiheit zu gehen, wenn seine Zeit gekommen ist, zu Sterben.
Organspende als das anzuerkennen, was es ist, nämlich das immense Opfer, (hoffentlich) bewußt auf eben diese Freiheit, zu seiner Zeit zu sterben, zu Gunsten anderer zu verzichten.
Dieses Opfer wird in unerträglicher Weise herabgewürdigt zu "wenn du tot bist, brauchst du doch deine Organe nicht mehr" und Ähnlichem.
da stimmt aber einiges nicht. Wenn der Hirntod eingetreten ist ist es "Zeit zu sterben". Der Körper wird ja nur noch von Maschinen am "Leben" erhalten.
Da dann eine Organspende/entnahme vorzunehmen ist kein Opfer sondern eine letzte gute Tat, bzw. aus dem Tod eines Menschen wenigstens ein wenig gutes zu gewinnen, in diesem Sinne andere Menschen zu retten. Die Frage ist hier ja nur ob man die Organe verwesen lässt oder weiterverwendet.
Wenn ein Herz oder die Nieren ausfallen, ist man auch nur noch mit Maschinen am Leben zu halten. Schaltet man das künstliche Herz ab oder unterlässt die Dialyse, tritt der Tod ein.
Das Abschalten von Maschinen als Kriterium welches über Leben und Tod entscheidet, ist mehr als fraglich.
da stimmt aber einiges nicht. Wenn der Hirntod eingetreten ist ist es "Zeit zu sterben". Der Körper wird ja nur noch von Maschinen am "Leben" erhalten.
Da dann eine Organspende/entnahme vorzunehmen ist kein Opfer sondern eine letzte gute Tat, bzw. aus dem Tod eines Menschen wenigstens ein wenig gutes zu gewinnen, in diesem Sinne andere Menschen zu retten. Die Frage ist hier ja nur ob man die Organe verwesen lässt oder weiterverwendet.
Wenn ein Herz oder die Nieren ausfallen, ist man auch nur noch mit Maschinen am Leben zu halten. Schaltet man das künstliche Herz ab oder unterlässt die Dialyse, tritt der Tod ein.
Das Abschalten von Maschinen als Kriterium welches über Leben und Tod entscheidet, ist mehr als fraglich.
Es ist anzumerken, dass das "President’s Council on Bioethics" von George W. Bush mit dem Ziel gebildet wurde, seinen Sichtweisen zu Stammzellforschung und Abtreibung einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen. Der größte Teil der Mitglieder dieses Councils waren bekennende Neocons. Viele von ihnen waren dazu noch Politikwissenschaftler oder Juristen ohne jeglich Erfahrung mit Biologie, Medizin oder Bioethik. Ich werde nie verstehen, wie man auf die Idee kommen kann, jemanden wie Francis Fukuyama in ein bioethisches Komitee zu wählen. Die wenigen aufrechten und unabhängigen Wissenschaftler - sozusagen die "Quotenneger" - im Komitee wurden demnach auch systematisch diskriminiert und rausgeekelt, geschehen etwa mit der späteren Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn.
Die Ansichten dieses als wissenschaftliches Komitee getarnten christlich-konservativen Think-Thank zu bioethischen Fragen sind entsprechend ähnlich objektiv, ausgewogen und differenziert, wie die Ansichten der "iranischen Gesellschaft für angewandte Ethik" bezüglich Homosexualität.
@Pjotr
Bei Ihrem Kommentar handelt es sich die altbekannte Methode, Kritiker zu diffamieren und damit unglaubwürdig zu machen. Wollen Sie allen Kritikern, auch den Wissenschaftlern Truog, Miller, Pott,Verheijde,Shewmon, Coimbra und dem Philosphen Hans Jonas u.v.a. abstruse, fundamentalistische Irrmeinungen unterstellen? Ich glaube, das funktioniert nicht mehr. Allein deswegen, weil die Transplantationsmedizin der Bevölkerung vier Jahrzehnte lang vorgaukelte, der Hirntote sei mausetot. Seit die Abläufe von Spenderkonditionierung und Explantation (z. B. Analgosedierung) immer mehr Menschen bekannt sind, ist die Diskussion "Wie tot sind Hirntote" nicht mehr zu unterdrücken. Und das ist gut so. Vorrausichtlich werden immer noch genug Bürger einer Organspende zustimmen,dann aber auf einer wahrhaftigeren Informationsbasis. Erst dann ist die "Organspende" wirklich eine "Spende" und kein Täuschungsmanöver.
@Pjotr
Bei Ihrem Kommentar handelt es sich die altbekannte Methode, Kritiker zu diffamieren und damit unglaubwürdig zu machen. Wollen Sie allen Kritikern, auch den Wissenschaftlern Truog, Miller, Pott,Verheijde,Shewmon, Coimbra und dem Philosphen Hans Jonas u.v.a. abstruse, fundamentalistische Irrmeinungen unterstellen? Ich glaube, das funktioniert nicht mehr. Allein deswegen, weil die Transplantationsmedizin der Bevölkerung vier Jahrzehnte lang vorgaukelte, der Hirntote sei mausetot. Seit die Abläufe von Spenderkonditionierung und Explantation (z. B. Analgosedierung) immer mehr Menschen bekannt sind, ist die Diskussion "Wie tot sind Hirntote" nicht mehr zu unterdrücken. Und das ist gut so. Vorrausichtlich werden immer noch genug Bürger einer Organspende zustimmen,dann aber auf einer wahrhaftigeren Informationsbasis. Erst dann ist die "Organspende" wirklich eine "Spende" und kein Täuschungsmanöver.
Ein gelungener, ausgewogener Artikel, danke!
Einmal kurz nachgefragt, vielleicht lesen das hier ja Fachleute. Was kosten denn die genannten PET- oder MRT-Untersuchung (des Hirnstamms) konkret? Zumindest ungefähr?
Wären die Kosten in Relation zu den hohen Kosten, die ohnehin bei so einer Transplantation anfallen, wirklich so hoch?
Und ist es möglich, Organe auch unter einer ganz normalen Vollnarkose zu entnehmen?
Zumindest letzteres wäre nämlich meine Bedingung, unter der ich zu einer Organspende bereit wäre. Der Gedanke, dass doch noch ein wie-auch-immer geartetes Restempfinden bei der Entnahme vorhanden sein könnte, hält mich momentan noch davon ab.
Ich kann nur ein Beispiel dazu geben. Meine Großmutter hat meiner Tante eine Niere gespendet. Meine Großmutter hat danach aber noch rund 10-15 Jahre gelebt. (So genau weis ich nicht, wann das passierte.) Also denk ich schon, dass die Entnahme von Organen unter Vollnarkose unbedenklich ist. Schwerer wird's bei lebensnotwendigen Organen wie dem Herz, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
... nicht gemacht. Siehe dazu:
http://www.aerzteblatt.de...
Ansonsten besten Dank für diesen sachlichen und ausgewogenen Artikel. (Lediglich die Erwähnung des Herrn in Rom war für mich überflüssig.)
Ein Patient, wie die im Artikel beschriebene Frau, erhält egal, ob hirntot oder nicht unter der Beatmung eine tiefe Dauernarkose.
Auch nach abgeschlossener Hirntotdiagnostik mit der Feststellung des Hirntots(zu der die Sedierung und die schmerzstillenden Opiate allerdings pausiert werden müssen) wird die Narkose bis zum Abschluss der Organentnahme und dem Abschalten des Beatmungsgeräts aufrechterhalten.
Wenn das eigene Gehirn abstirbt, braucht man die anderen Organe auch nicht mehr.
Ganz ehrlich.
Sterben ist nun mal ein schrittweiser Prozess. Einige Gewebe sterben früher und andere später. In der Zwischenzeit zwischen Hirntod und dem Tod anderer Gewebe, kann man diese anderen Gewebe noch etwas Sinnvollem zuführen und den Lebenden helfen - in Form der Organspende.
Nervenzellen sterben nach einigen Minuten ab, wenn keine Sauerstoffversorgung stattfindet. Irreversibel und ohne Regeneration.
Nach den derzeitigen Richtlinien der Bundesärztekammer wird z.B. ein Stillstand der Blutzirkulation im Gehirn festgestellt, was gleichbedeutend mit einem Ende der Sauerstoffversorgung ist. Ebenso wird das Erlöschen der elektrischen Aktivität des Gehirns festgestellt. Und dies durch mehrere erfahrene Ärzte.
Ich kann nur ein Beispiel dazu geben. Meine Großmutter hat meiner Tante eine Niere gespendet. Meine Großmutter hat danach aber noch rund 10-15 Jahre gelebt. (So genau weis ich nicht, wann das passierte.) Also denk ich schon, dass die Entnahme von Organen unter Vollnarkose unbedenklich ist. Schwerer wird's bei lebensnotwendigen Organen wie dem Herz, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
... nicht gemacht. Siehe dazu:
http://www.aerzteblatt.de...
Ansonsten besten Dank für diesen sachlichen und ausgewogenen Artikel. (Lediglich die Erwähnung des Herrn in Rom war für mich überflüssig.)
Ein Patient, wie die im Artikel beschriebene Frau, erhält egal, ob hirntot oder nicht unter der Beatmung eine tiefe Dauernarkose.
Auch nach abgeschlossener Hirntotdiagnostik mit der Feststellung des Hirntots(zu der die Sedierung und die schmerzstillenden Opiate allerdings pausiert werden müssen) wird die Narkose bis zum Abschluss der Organentnahme und dem Abschalten des Beatmungsgeräts aufrechterhalten.
Wenn das eigene Gehirn abstirbt, braucht man die anderen Organe auch nicht mehr.
Ganz ehrlich.
Sterben ist nun mal ein schrittweiser Prozess. Einige Gewebe sterben früher und andere später. In der Zwischenzeit zwischen Hirntod und dem Tod anderer Gewebe, kann man diese anderen Gewebe noch etwas Sinnvollem zuführen und den Lebenden helfen - in Form der Organspende.
Nervenzellen sterben nach einigen Minuten ab, wenn keine Sauerstoffversorgung stattfindet. Irreversibel und ohne Regeneration.
Nach den derzeitigen Richtlinien der Bundesärztekammer wird z.B. ein Stillstand der Blutzirkulation im Gehirn festgestellt, was gleichbedeutend mit einem Ende der Sauerstoffversorgung ist. Ebenso wird das Erlöschen der elektrischen Aktivität des Gehirns festgestellt. Und dies durch mehrere erfahrene Ärzte.
ist selber schuld.
Ein Mensch sollte in Ruhe und Ehren sterben können.
Geht es nur noch um den Erhalt der Oregane ?
Ist dem so, dann ist etwas faul.
Also für mich wäre es ehrenvoller nach einem diagnostizierten Hirntod (o.ä.) meine Organe spenden zu können und damit einem anderen Menschen ein längeres und besseres Leben zu ermöglichen, statt tage-, wochen- oder sogar jahrelang vor mich herzusiechen und meinen Angehörigen nicht nur deshalb zur Last zu fallen, weil die Phase des Abschiednehmens sich ins Unendliche ziehen kann. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, möglichst über Patientenverfügung/Organspendeausweis usw. Schwer wird es nur für Angehörige und Ärzte wenn sich der Betroffene nie zu dem Thema geäußert hat ... Entscheidungen die ich selbst hoffe nie treffen zu müssen.
Also für mich wäre es ehrenvoller nach einem diagnostizierten Hirntod (o.ä.) meine Organe spenden zu können und damit einem anderen Menschen ein längeres und besseres Leben zu ermöglichen, statt tage-, wochen- oder sogar jahrelang vor mich herzusiechen und meinen Angehörigen nicht nur deshalb zur Last zu fallen, weil die Phase des Abschiednehmens sich ins Unendliche ziehen kann. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, möglichst über Patientenverfügung/Organspendeausweis usw. Schwer wird es nur für Angehörige und Ärzte wenn sich der Betroffene nie zu dem Thema geäußert hat ... Entscheidungen die ich selbst hoffe nie treffen zu müssen.
angeblich immer gemacht
Ich kann nur ein Beispiel dazu geben. Meine Großmutter hat meiner Tante eine Niere gespendet. Meine Großmutter hat danach aber noch rund 10-15 Jahre gelebt. (So genau weis ich nicht, wann das passierte.) Also denk ich schon, dass die Entnahme von Organen unter Vollnarkose unbedenklich ist. Schwerer wird's bei lebensnotwendigen Organen wie dem Herz, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren