Religion : Erlaubt ist, was gefällt

Der moderne Glaubensmix – seine Chancen und Gefahren.
Motorradfahrer halten einen Gottesdienst in Schönefeld ab. © Adam Berry/Getty Images

1. Ein Gott kommt selten allein

Wenn Christen früher ein Problem mit der Welt hatten, dann gingen sie vielleicht zum Pfarrer ihres Vertrauens. Wenn Atheisten heute ein Problem mit sich selbst haben, dann gehen sie ins Kloster. Denn dort gibt es Lebenshilfe für alle: Kontemplation für die hektische Hausfrau und Besinnung für gestresste Manager, die im flexibilisierten Arbeitsalltag das Gefühl für die richtige Richtung verloren haben.

Klosterkurse sind hierzulande ein Megatrend. Sie tragen verheißungsvolle Titel wie "Führen mit Werten" oder "Spirituelles Coaching". Um teilzunehmen, muss man weder Kirchenmitglied sein noch bekehrungswillig, man muss sich nur zeitig anmelden, weil die beliebtesten Kursleiter immer ausgebucht sind. Für die Führungsseminare 2012 des Benediktinermönchs Anselm Grün in der fränkischen Abtei Münsterschwarzach gibt es schon jetzt keine Plätze mehr. Und am Schweizer Lassalle-Institut, das zwar kein Kloster ist, aber aus einem Bildungshaus der Jesuiten hervorging, boomen die Lehrgänge für "Geist & Leadership".

"Wir tragen keine ewigen Wahrheiten an die Menschen heran, sondern nehmen sie in ihren Fragen ernst", sagt der Begründer des Instituts Niklaus Brantschen, der nicht nur Jesuit, sondern auch Zen-Meister ist. Er gehört zur wachsenden Zahl "religiöser Virtuosen", die mehr als ihren Gott für möglich halten. Er steht für eine katholische Avantgarde, die in anderen Religionen ebenso beheimatet sein will wie in der Welt. "Den Menschen, die zu uns kommen, geht es nicht um religiös oder areligiös. Die sind erstmal Nervenbündel." Ihnen zu helfen sei die Aufgabe. Dabei nicht dogmatisch zu werden sei der Weg. Vielleicht muss man die Kombination von Zen und Katholizismus als Toleranztraining für ein globalisiertes Leben verstehen. Brantschen kann das Glaubensparadox, das er lebt, jedenfalls theologisch begründen: "Ich bin in der Liebe Christi frei und fühle mich Buddha in Ehrfurcht verbunden."

2. Die Religion ist eine Baustelle

Zur Zukunft der Religion haben die westlichen Denker in den letzten 150 Jahren zwei große konkurrierende Thesen entwickelt. Die erste These hieß Säkularisierung: Gott ist tot , die moderne Gesellschaft wird sich sukzessive entkirchlichen, am Ende sind wir alle Atheisten. Die Gegenthese hieß Resakralisierung: Gott ist nicht tot und Europa erlebt eine Rückkehr der Religion. Beides hat sich nicht bewahrheitet. Stattdessen existieren heute Kampfatheismus und Neofundamentalismus nebeneinander. Und in der Mitte der westeuropäischen Gesellschaften ereignet sich eine Postmodernisierung des Religiösen: Alles wird mit allem gemischt. Der evangelisch sozialisierte Atheist zum Beispiel lässt dann doch seine Kinder taufen, geht zum Yoga, liest Horoskope, glaubt an die Heilkraft der Steine und kauft fernöstliche Ratgeberliteratur. Im Alltag werden (pseudo)religiöse Praktiken munter kombiniert. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen dem Sakralen und dem Profanen, sodass Religionssoziologen die Frage, ob unsere Sehnsucht nach Transzendenz, unser ewiges Glaubenwollen nun eine anthropologische Konstante sind, lieber nicht beantworten wollen: "Der Mensch neigt auch in der Spätmoderne dazu, sich religiös zu vergewissern."

3. Ketzer sind herzlich willkommen

Seit die Kirchen immer leerer werden und kaum zehn Prozent der Kirchenmitglieder sich Sonntag früh noch zur Messe aufraffen, öffnen die Pfarrer ihre Türen auch für standesamtliche Trauungen und sogar Jugendweihen. Wo die Frommen aussterben, nimmt man mit Ketzern vorlieb. Und so gibt es in kirchlichen Räumen mittlerweile nicht nur Yoga, Reiki, Psychodrama und "ganzheitliche Massage", sondern auch "intuitives Bogenschießen".

4. Jeder ist seine eigene Kirche

Der Philosoph Jürgen Habermas hat den Begriff der "postsäkularen Gesellschaft" geprägt, und der Soziologe Ulrich Beck prophezeite, dass bald jeder seinen "eigenen Gott" verehren werde. Gemeint war, dass die individualisierte Restreligiosität keine Kirche und vielleicht nicht einmal mehr einen Gott braucht. Was das praktisch bedeutet, sehen wir an jenen Atheisten, die vor Ostern fasten, weil sie "innere Klarheit" anstreben, die pilgern oder sich in eine Kirche setzen, um zur Ruhe zu kommen. Ihr Bezugspunkt ist nicht mehr das Absolute, sondern das Ich. Ihr Ziel ist nicht religiöse Heimkehr, sondern Einkehr. Konservative geißeln das als traditionsvergessenen Narzissmus. Liberale sehen darin die Chance, dass das oberste Freiheitsprinzip der Moderne, die Autonomie des Individuums, sich auch gegen Kirchendogmen behauptet.

5. Spiritualität verpflichtet zu nichts

Das Bequemste am Patchwork-Glauben ist natürlich, dass man ihn unverbindlich praktizieren kann. Moderne Spiritualität heißt Innerlichkeit, Unmittelbarkeit, Unverbindlichkeit. Believing without belonging heißt Glauben ohne Zugehörigkeit. Die praktischen Theologen beobachten zwar, dass Menschen sich vorübergehend an eine Gemeinde binden, typischerweise in der "Familienphase". Doch lebenslange Kontinuität ist kaum aushaltbar für das moderne Subjekt, das ein schwaches Subjekt ist: "durch Traditionen nicht abgesichert und durch Optionen überfordert".

Glauben als leicht konsumierbarer Wellness

6. Glauben macht glücklich

Wer je im Feng-Shui-Hotel übernachtet oder im Möbelhaus einen Buddha gekauft hat, der weiß, dass Glauben heute glücklich machen soll. Er ist kein schwer verdauliches weltanschauliches Komplettpaket mehr, sondern leicht konsumierbare Wellness. Glauben darf schon deshalb nicht anstrengend sein, weil er nicht mehr die "soziale Person" betrifft, sondern in der Freizeit stattfindet und mit all den säkularen Alternativen von Joggen bis Kino konkurriert.

7. Gott fährt Skateboard

Popreligion muss aber nicht weich und anschmiegsam, sondern kann auch aggressiv sein. So widmen prominente Gangsta-Rapper ihre Platten mit sexfixierten, geldgeilen, betont diesseitigen Songs gern "Gott, dem Allmächtigen". Die Blasphemie ist einerseits fromm, andererseits antiautoritär gemeint. Der Sänger begegnet dem Himmelsherrscher auf Augenhöhe. Mein Gott fährt Skateboard hieß eine Skaterhymne aus den Achtzigern. Das demnächst erscheinende neue Album des amerikanischen Rapstars Rick Ross trägt den Titel God Forgives, I Don’t – Gott vergibt, ich nicht.

8. Engel helfen immer

Von allen Protagonisten des Jenseitigen sind Engel heute auf dem westlichen Markt der Religionen mit Abstand am beliebtesten. Sie werden von Krankenhausseelsorgern an Patienten jeglichen Bekenntnisses verschenkt. Sie breiten sich in den Esoterik-Ecken der Buchhandlungen epidemisch aus. Und vielen Deutschen fällt es leichter, an einen Schutzengel als an Gott zu glauben. Die Beamten des Himmels treten nämlich längst nicht mehr als solche auf, sondern haben sich in Bodyguards verwandelt, die der privaten Angstbewältigung dienen und ein Moment von Magie in unsere vernunftgeleitete Gesellschaft tragen.

9. Die Gemeinde will, dass was passiert

Die Maya glaubten, dass alle paar Tausend Jahre ein Zeitalter endet und ein anderes beginnt. Weil der nächste Wendepunkt für den 21. Dezember 2012 geweissagt wurde, strömen nun die Menschen nach Dresden in das Museum, das den originalen Kalender besitzt, und fragen: Wo ist hier der Weltuntergang? Die Frage beruht auf einem typischen interreligiösen Missverständnis, weil sie christliche Apokalypse-Fantasien auf eine Philosophie der zyklischen Wiederkehr überträgt. Den Maya erschien die Endzeit nicht beängstigend, weil sie keinen Endpunkt bedeutete, aber uns verursacht sie schönen Schauder. Vielleicht besteht darin die wahre Sehnsucht der popreligiösen Ära: im Gefühlsausnahmezustand, in der Ekstase, im Rausch.

10. Sinnsuche ist Nebensache

Ekstatische Überschreitung des Selbst gehört heute zum kulturellen Mainstream. Sie geschieht im Risikosport ebenso wie in Musik, Tanz und Meditation. Als Mittel der Entgrenzung dient dabei nicht nur der Geist, sondern vor allem der Körper. Doch der wird von den Kritikern der "spirituellen Revolution" meist unterschätzt. Die landläufige Klage lautet, dass die Spiritualisten durch ihre Denkfaulheit und ihre naive Sinnsuche die drei großen Buchreligionen und namentlich das Christentum intellektuell aufweichen. Aber vielleicht geht es gar nicht um Sinnsuche? In den klösterlichen Führungskräfteseminaren wird oft geschwiegen und geatmet statt geredet. Entspannungsübungen stellen das Körperliche in den Mittelpunkt. Fragt man Topmanager, die eine Auszeit im Kloster genommen haben, nach ihren Beweggründen, dann berichten sie nicht von der Suche nach neuen Wahrheiten, sondern sagen: Ich wollte mit meinen Gewohnheiten brechen und mich fremden Ritualen unterwerfen, ohne missioniert zu werden. Ich wollte anders essen, anders schlafen, anders atmen, anders sein. – Man könnte sagen, dass große Bereiche der sogenannten populären Religion gar nicht religiös sind. Sie sind reines Ritual und kaum geeignet, die großen Weltreligionen auszuhöhlen. Diese Angst könnten die Vertreter der einen reinen Lehre ruhig ablegen und sich mit Blick auf den populären Glaubensmix ein bisschen entspannen.

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Kommentare

66 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Ein Anfang

Dieser bunte Mix, den wir in weiten Teilen Europas haben, funktioniert, weil die Kirche zunehmend an Bedeutung verliert. Fundamentalisten, die nur ihre einzig wahre Wahrheit predigen, werden (zu Recht) misstrauisch beäugt und abgelehnt. Wenn Religion die Monopolstellung in der Sinnsuche verliert, geht es uns allen besser, weil sich die Menschen nicht mehr gegenseitig umbringen über die Frage, wer mit seinen unbeweisbaren Behauptungen nun mehr Recht hat. Ist doch schön.

Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass die dogmatischen Ansichten der Kirche immer noch in der Politik eine Rolle spielen. Stammzellenforschung, Sterbehilfe, gleichgeschlechtliche Ehen, Abtreibung, Verhütung... Wie selbstverständlich werden die Männer in den bunten Kleidchen als moralische Instanz bemüht, auch wenn sie gerade noch vom Kindesmissbrauchsprozess kommen (falls ein solcher überhaupt stattfindet).

Kirchliche Schulen und Pflegeheime werden nach wie vor vom Staat finanziert, von unserer aller Steuergelder, nicht nur von der Kirchensteuer, und die (katholische) Kirche nimmt sich dennoch die Frechheit heraus, geschiedene Frauen oder wiederverheiratete Männer zu entlassen, weil ihnen das nicht in den Kram passt. Nebenbei hat der alte Mann in Rom Millionen Menschen auf dem Gewissen, weil er in Afrika die Kondome verbietet, und ganz nebenbei schafft er die Vorhölle ab. Machen uns die Welt, widewide-wie sie uns gefällt...

Uns geht es vielleicht gut, aber global haben wir noch einen weiten Weg vor uns.

Gääääähn

Es ist natürlich abgrundtiefböse, dass die Weltanschauungen der Menschen politisch eine Rolle spielen- zumindest wenn es Weltanschauungen außer der Ihren sind, in denen der Alte in Rom nicht das personifizierte Böse ist.
Christliche Krankenhäuser werden- wie übrigens auch muslimische Zahnärzte und atheistische Gynäkologinnen- durch die Krankenkassen der Patienten finanziert. Schulen und Kindergärten werden in Deutschland staatlich finanziert, und es ist nicht einsehbar, warum christliche Schulen keinen Anspruch darauf haben sollten- auch die Eltern dieser Schüler zahlen Steuern, und wenn sich die ewigen Meckerfritzen nur endlich aufs selbermachen verlegten, dann würden auch "evolutionär-humanistische" Gesamtschulen finanziert werden.
Der durch und durch böse Alte hat übrigens entgegen aller kursierenden Märchen, Mythen und Glaubenssätze außerhalb seines 40 Hektar großen Evil Empire keinerlei Macht, Präservative zu verbieten. Die Vorstellung eines afrikanischen Katholiken, der so skrupelhaft ist, dass er den Gebrauch von Kondomen aus Gewissensgründen ablehnt, ansonsten aber auf die Sexualmoral pfeift ist lachhaft. Im Übrigen kann man, wenn man denn an Fakten interessiert ist, leicht ergoogeln, dass die HIV Problematik in stark katholisch geprägten Ländern nicht schlimmer ist. Das wäre aber zu erwarten, wenn Sie recht hätten- es ist eine Sage, ein Mythos, ein moderner Aberglaube.

Bitte lesen Sie meinen Kommentar genau

Von Krankenhäusern und Ärzten habe ich überhaupt nichts geschrieben, ich habe mich auf Pflegeheime bezogen, in denen Mitarbeiterinnen gerne mal gekündigt wird, wenn sie geschieden sind. Passiert auch bei Kindergärten.

Außerdem haben Sie meine Kritik nicht verstanden: Alle Schulen, Kindergärten etc. werden staatlich finanziert, aber nur die in christlicher Trägerschaft dürfen sich über das Anti-Diskriminierungsgesetz hinwegsetzen und nach Lust und Laune Menschen entlassen, basierend auf irrationalem Unsinn.

Was Afrika angeht: von den 10 Staaten in Afrika mit der höchsten HIV Prävalenz sind 8 christlich bzw. dort ist das Christentum die am weitesten verbreitete Religion. Swasiland, Lesotho, Namibia, Südafrika, Simbabwe, Sambia. Schauen Sie selbst nach, bevor Sie hier so haltlosen Unsinn erzählen.

Und wenn Sie erzählen, der Papst habe außerhalb des Vatikans keine Macht, dann ist Ihnen in Ihrer Naivität nun wirklich nicht mehr zu helfen.

Bitte wenden Sie meinen

Kommentar analog auf Pflegeheime an: diese werden aus der solidarischen Pflegeversicherung finanziert. Und selbstverständlich hätte dann ein evolutionär-humanistisches Pflegeheim das Recht, Pflegerinnen zu entlassen, die den Bewohnern erzählt, sie werden nicht als Komposthaufen enden, sondern wiederauferstehen. Keinem anderen Tendenzbetrieb würden Sie solche Rechte bestreiten. Auch keinem anderen privaten Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter durch private Meinungsäußerung oder Lebensführung eklatant die Geschäftsinteressen desselben schädigt. Ne, aber bei der böööööösen Kirche, da sollen andere Regeln gelten.

Haltloser Unsinn.

Bitte nehmen Sie die Existenz von unterschiedlichen christlichen Konfessionen zur Kenntnis. Sie haben den Papst mit der alten Völkermordleier angeprangert. Wenn da was dran wäre, müsste sich nachweisen lassen, dass die HIV-Prävalenz mit dem Anteil der Katholiken an der Bevölkerung steigt. Ich komme zB zu diesen Ergebnissen: Land - Anteil der Katholiken an der Bev.-HIV Prävalenz
Südafrika - 8,6% -18,1%
Namibia- 20% -15,3%
Botswana-9,4% - 23,3%
Mozambique -31%- 12,5%
Angola /-60% - 2,1%
Äq.-Guinea- 80% -3,4% Wo ist er der tödliche Zusammenhang mit der Sexualmoral? Das sehr katholische Angola steht "sogar sehr gut" da. Meine Mutmaßung als Katholik wäre aufgrund gegenteiliger Lebenserfahrung nicht, dass dies an der vorbildlichen Einstellung der Angolaner zur kath. Sexualmoral liegt. Dass deren bloße Existenz für Millionen Tote verantwortlich sei, ist aber offensichtlich schlicht falsch. Es ist schlimmer als eine eklatante Fehlbehauptung, es ist eine Propagandalüge, die gerne unreflektiert nachgebetet wird. Und wie gesagt: es ist schlicht lächerlich anzunehmen, jemand hätte kein Problem mit Promiskuität, aber wenn es um den schieren Schuz seines eigenen Lebens geht, kommt ihm sein religiöses Gewissen in die Quere-da kann man sich doch nur an den Kopf fassen. Im Übrigen: würden Sie in Zwaziland einem Mädchen empfehlen, tu dir keinen Zwang an, aber mach's mit? Bei 25% HIV Prävalenz und den 7% Schwangerschaften trotz Präser?

Diskriminierung

Wenn ich jemanden aus entlasse, weil mir seine Religion oder die Art, damit umzugehen, nicht gefällt, verstößt das gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz bzw. gegen das Grundgesetz. Es sei denn, diese Einrichtung, die das tut, ist eine kirchliche Einrichtung. So einfach ist das.

Abgesehen davon geht es nicht um Missionierung oder ähnliches. Es geht nicht darum, dass Atheisten entlassen werden, die ihre Gottlose Ideologie verbreiten (schon alleine, weil Atheismus keine Ideologie ist), sondern dass kirchliche Einrichtungen Leute entlassen, die sich z.B. haben scheiden lassen. Das ist ein mustergültiges Beispiel der Intoleranz.

Des weiteren ist Ihre Sicht reichlich einseitig. Sie unterstellen mir, ich würde gegen die "bööööööse" Kirche wettern, ohne dabei auch nur ansatzweise die negativen Eingenschaften dieser mittelalterlichen Einrichtung, welche es unbestreitbar gibt, anzuerkennen. Lächerlich.

Nö so isses nicht,

die SPD hätte das Recht gehabt, Sarazin wegen missliebiger Meinungsäußerungen aus der Partei zu werfen. Die Meisten hatten auch kein Problem damit, den Exbundespräsidenten wegen rechtlich möglicherweise einwandfreien, aber als moraliscvh anrüchigen Beziehungen aus dem Amt zu mobben. Keine Gewerkschaft müsste einen Pressesprecher dulden, der sich im Nachhinein als Vertreter von Arbeitgeberinteressen entpuppt. Genau sowenig müsste ich ihre Meinungsäußerung in meinem Garten dulden, wenn mir diese nicht behagt. Das sind die Härten einer liberalen und offenen Gesellschaft: Sie haben keinen totalitären Zugriff auf mein Gewissen und meine Organisation von Gleichgesinnten. Solange wir in einer solchen leben, sobald Sie mit ihrer Organisation die Mehrheit hätten, säh's offensichtlich anders aus. Dass Atheismus auch nur eine Ideologie ist, können Sie daran erkennen, dass es ihm entgegengesetzte Ideologien gibt, zumindest denkbar. Denn ebensowenig wie ich hier den Beweis antreten kann, dass es Gott gibt, können Sie mir das Gegenteil beweisen. Hier steht offensichtlich (für's Erste)unentscheidbar Glaube gegen Glaube. Die Art wie Sie ihren Glauben hier vertreten legt nahe, dass Sie einen Nicht-Gottesstaat anstreben. Und da argumentieren Sie ernstlich mit Diskriminierung? DAS ist lächerlich.

Falsch

Atheismus ist nach wie vor keine Ideologie. Es gibt keine Gemeinsamkeiten unter Atheisten, keine Rituale, keinen gemeinsamen Glauben, nur die Abwesenheit eines Glaubens an Götter. Mehr ist Atheismus in der am weitesten gefassten Definition nicht, und mehr will er auch nicht sein. Folglich steht hier nicht "Glaube gegen Glaube", sondern Glaube gegen Mangel an Glauben.

Und unterstellen Sie mir hier nicht so einen Unsinn, dass ich einen "Nicht-Gottesstaat" anstreben würde (wie genau soll der eigentlich aussehen?) Religion ist Privatsache, und jeder Mensch hat das Recht, seine eigene Religion auszuüben, solange er damit niemandem schadet. Ich protestiere gegen die systematische Bevorzugung von Religionen (aktuelles Beispiel: Tanzverbot am Karfreitag).

Und noch einmal: Ich habe keinen Glauben. Ich lehne das Konzept des Glaubens im religiösen Sinn ab. Entweder ich weiß etwas (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit), oder ich weiß es nicht; dann kann ich entweder mich auf die Suche nach Antworten begeben, oder das ganze ignorieren. Diese Einstellung hat den Vorteil, dass man relativ wenig Grund hat, andere Menschen zu diskriminieren, oder irrationalen Unsinn zu gesellschaftlichen Themen in die Welt zu posaunen (oben erwähnt: Stammzellenforschung, Sterbehilfe, Abtreibung, etc...)

Wie kommen Sie darauf?

Atheismus nicht als Ideologie zu bezeichnen finde ich befremdlich, es sei denn, sie nutzen den Ideologiebegriff nur im marxistischen Sinne.

Im eigentlichen Sinne ist Atheismus auch klar definiert, nämlich als die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt. Woher Sie ihre definitionen nehmen ist mir schleierhaft.

Glauben basiert meist auf erfahrungen - auf den eigenen (an sonsten ist es nicht ihr glaube) und natürlich auch auf den erfahrungen anderer (die z.B. in Büchern niedergeschrieben sind). Da sie unmöglich alle Schriften gelesen haben ist es natürlich wieder eine Anmaßung ihrerseits, diese als fehlerhaft darzustellen.
Beweisen lassen sie sich im naturwissenschaftlichen sinne nicht. Dies müssen sie ja auch nicht, da sich übernatürliches nicht an die Regeln der Natur halten muss.

Erklärung 1

Eine Ideologie ist laut Wikipedia "ein System von Ideen, Vorstellungen, Werturteilen und Begriffen". Im Atheismus gibt es keine Gemeinsamkeiten außer dem Mangel eines Glaubens an Götter. Ist die Abwesenheit des Glaubens an Feen oder Kobolde Ihrer Meinung nach auch eine Ideologie? Was vereint alle Mitglieder des Afeeismus, oder des Akoboldismus, abgesehen von der Tatsache, dass selbige Mitglieder nicht an an Feen oder Kobolde glauben? Ich vermute mal stark, Sie selbst gehören dann auch diesen beiden Ideologien an.

Und was Definitionen angeht: Sie werfen hier starken und und schwachen Atheismus durcheinander. Starker Atheismus ist der aktive Glaube, dass es keine Götter gibt. Die ist eine Position des Glaubens, und als solche genau so irrational und unbeweisbar wie der Theismus (wenn auch prinzipiell theoretisch widerlegbar). Schwacher Atheismus, welcher Atheismus in der am weitesten gefassten Definition darstellt, ist der Mangel an Glauben an einen Gott oder Götter. Dies ist KEINE Position des Glaubens. Ich persönlich lehne z.B., wie schon erwähnt, Glauben als Konzept ab. Es ist keine Tugend, etwas als wahr zu akzeptieren, obwohl es keinerlei Belege dafür gibt oder geben kann.

Erklärung 2

Und was die uralte (wenig durchdachte) Behauptung angeht, die Wissenschaft könne das Übernatürliche nicht erfassen:

Was genau ist Ihrer Meinung nach Übernatürlich? Sie werden wohl kaum das Gegenteil von "Natur" im herkömmlichen Sinn meinen, das wäre nämlich "Kultur", z.B. kultivierte Pflanzen oder Nutztiere, oder allgemeiner gesagt: Alles, was in der Natur nicht vorkommt und künstlich hergestellt wird. Klingt nicht sehr göttlich. Also, was meinen Sie damit? Etwas, das über der Natur steht?

Dann stellt sich eine einfache Frage: interagiert das Übernatürliche mit der Natur, also mit der beobachtbaren Realität? Wenn ja, dann sollten die Auswirkungen des Übernatürlichen in der Natur sichtbar und beobachtbar sein, und wären folglich der Wissenschaft zugänglich, da die Wissenschaft nichts anderes tut, als die beobachtbare Realität zu beobachten und Hypothesen zu überprüfen. Schwerkraft wäre hier ein gutes Beispiel für etwas "übernatürliches", welches wir nur indirekt durch Interaktion mit beobachtbaren Körpern wahrnehmen können.

Wenn das Übernatürliche nun nicht mit der beobachtbare Realität interagiert, in welcher Form auch immer, stellt sich eine einfache Frage: woher wissen wir, dass es überhaupt existiert? Etwas nicht wahrnehmbares, welches nicht mit der beobachtbaren Realität in Wechselwirkung tritt, unterscheidet sich nicht von etwas, das nicht existiert.

Daraus folgt: das Übernatürliche ist entweder im Bereich der Wissenschaft, oder seine Existenz ist unerheblich.

Erklärung 3

Und zu guter Letzt ein paar Worte zu Ihrem Vorwurf, ich könne nicht sagen, dass alle heiligen Schriften Falsch seien, weil ich nicht alle gelesen habe:

Wie ein anderer Kommentator bereits erwähnt hat, liegt die Beweislast in dieser Diskussion auf der Seite der Religion. Wer behauptet, dass Götter existieren und ihre Propheten oder Söhne auferstehen lassen oder ähnliches, hat diese Behauptung zu belegen. Atheismus als Ablehnung dieser Position hat nichts zu beweisen, schon alleine, weil Nicht-Existenz nicht zu beweisen ist. Man denke nur an Carl Sagans Beispiel von dem Drachen in der Garage. Sie können mir nicht beweisen, dass in meiner Garage kein Drachen lebt (er ist unsichtbar, hinterlässt keine Spuren auf dem Boden, weil er offensichtlich fliegt, ist zu kalt, als das man ihn mit Infrarot detektieren könnte, etc...)

Man kann problemlos die Definition von etwas so lange modifizieren, bis es nicht mehr detektierbar ist. Den Beweis für die Nicht-Existenz wird man nie erbringen können, da man diese immer nur in Relation zu den angewandten Untersuchungsmethoden ausdrücken kann.

Allerdings enthalten diese sog. heiligen Bücher jede Menge überprüfbarer Behauptungen, die zum Großteil falsch sind. Die Bibel behauptet, Insekten hätten 4 Beine, und die Zahl Pi wäre genau 3. Außerdem lebten im Altertum angeblich Menschen 1000 Jahre lang, und eine Flut hat die ganze Erde bedeckt. Überprüfbar, und falsch. Auch die Wirksamkeit von Gebeten wurde inzwischen überprüft und widerlegt.

Sorry für die späte Antwort (pt. 1/2)

Entschuldigen Sie die späte Antwort – ich war schlichtweg zu faul ihnen eine Antwort zu geben. Dies möchte ich jetzt jedoch durch eine ähnlich umfangreiche Antwort wieder gut machen.

Also zum Thema: Sie haben die Wikipedia richtig zitiert, jedoch möchte ich hier ein paar Anregungen geben, warum ich
1. Ideen: Es muss auch möglich sein, die Welt ohne einen Gott zu erklären, dies muss rational möglich sein
2. Vorstellung: Es existiert kein Gott
3. Werturteil: Leute, die an Gott glauben, sind nicht so klug wie wir
Was vereint Atheisten? Den Glauben daran, dass es keinen Gott gibt. Was vereint Agnostiker? Das Wissen, dass sie es nicht wissen. Was vereint Christen? Dass sie an Christus glauben. Was vereint Christen, Muslime und Juden? Dass sie an den Gott Abrahams glauben.
Meine Definition von Atheismus wird übrignes auch von Rowe, William L. ("Atheism", 2011) und im Oxford Dictionary of Philosophy (2008) so geteilt. Denken Sie daran, dass die Wikipedia keine gute Zitationsquelle für Definitionen ist.
Die Behauptung, dass die NATURWissenschaft nicht geeignet ist das Übernatürliche zu beschreiben ist aus dem Wort und aus der Herkunft offensichtlich. Wenn Gott möchte, kann er sich beweisen lassen, wenn er nicht möchte, macht er dies nicht. Nennt sich in der Theologie afik „Gott offenbart sich wem er möchte“
Natur ist für mich übrigens Zeit, Raum und Materie in unserem Universum.

So, so, Atheisten gehen ins Kloster?

Wohl höchstens, wenn sie als Angestellte auf ein Managementkürslein geschickt werden. Ansonsten finden Atheisten mit Sicherheit im weltlichen Angebot genügend Auswahl, auch dann, wenn sie persönliche Schwierigkeiten zu bewältigen haben.

Säkularisierung bedeutet übrigens nicht, dass alle Atheisten zu sein haben. Nur, dass sich der Staat religiös neutral verhält und Religionsgemeinschaften keine Verhaltensgebote für die Gesamtbevölkerung zu sprechen haben. Dieser Trend ist in vollem Gange und eine Wende ist weit und breit nicht in Sicht.

Die alleralbernsten Fehlkonstruktionen (Tanzverbote und dergleichen) stehen kurz vor der Abschaffung (in zehn Jahren sind sie weg, wetten?). Die kirchlichen Fassaden vor weitgehend mit Staatsgeldern finanzierten Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kindergärten sind am Bröckeln. Und auch das System Staatskirche ist faktisch am Ende, auch wenn dieses sich noch etwas länger halten kann als die Tanzverbote.

Als private Vereine sollen die Kirchen Mal-, Fasten- und Managementkurse feilbieten können wie andere auch. Ein begrenztes Publikum werden die Kirchen immer finden, und daran braucht sich auch keiner zu stören. Ihre Zeit der normativen Bedeutung ist aber vorbei. Göttin sei Dank.

In einem sind wir uns einig

Der moderne Staat muss jedem den Freiraum geben zu Glauben und auch zum nicht-Glauben - und sie dürfen glücklicherweise in einem freien Staat auch zu ihren Überzeugungen stehen und auch darüber diskutieren.
Selbstverständlich dürfen sie auch - wie jede nichtreligiöse Institution alle Arten von Kursen anbieten und auch Krankenhäuser, Schulen oder Unis betreiben. Hier sollten Sie die gleichen Förderungen erhalten wie jeder andere private Träger.

Und in zwanzig Jahren

ist dann der Feiertag weg. Weil er ohnehin sinnentleert und entkernt ist wird an Karfreitagen gearbeitet werden- die Rentenversicherung und der Wettbewerb in der globalisierten Wirtschaft machen's einfach nötig. Dann können Sie an über fünfzig Freitagen im Jahr öffentlich tanzen und saufen, allerdings fällt ein Donnerstag für diese Aktivitäten weg, weil Sie wie gesagt am Freitag arbeiten müssen. Was spricht übrigens dagegen sich privat warm zu tanzen und um zwölf in die Disko zu gehen?

hobby

nun, verzeihen sie falls ich ihrem kommentar zu unrecht kritisiere, aber in zeiten in denen so mancher mensch nicht-glauben als weltanschauung deklarieren möchte und fordert es können ja auch atheisten krankenhäuser gründen, muss man ein wenig aufpassen wie man formuliert.
atheismus ist keine ideologie (wertfrei), sondern lediglich die ablehnung eines theozentrischen weltbildes....

Unsinn

Atheismus ist die Negierung von Theismus. Der Theist sagt: "Ich glaube, dass es einen Gott (oder mehrere meinetwegs) gibt", der Atheist sagt: "Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt".

Was für Gebote hat der Atheismus? Was für Verhaltensweisen sind weltweit bei allen Atheisten zu finden, die nicht als Negativ formuliert werden müssen (i.e. "nicht in die Kirche gehen", das zählt nicht, solange "in die Kirche gehen" nicht als Standard etabliert ist, was nicht der Fall ist.)

Offenbar verstehen Sie nicht ganz, was Atheismus eigentlich ist.

Teilweise haben Sie recht

letzten Endes sind Atheisten keine Agnostiker.
Trotzdem bin ich dafür, dass sich alle zu gleichen Bedingungen am Sozialsystem beteidigen sollen/können/dürfen.

Klar, dass es weniger Atheisten dazu drängt selbstlos Krankenhäuser in der dritten Welt aufzubauen im vergleich zu christlichen Organisationen - da man hier nur Geld verliert.
Aber das ist eine andere Geschichte und passt nicht zu diesem Artikel.

krankenhäuser

sie verstehen nicht, atheismus/atheistisch ist keine weltanschauung sondern attribut all jener weltanschauungen die ohne götter auskommen.
schauen sie also auf die summer all jener strukturen die ohne gottesbekenntnis auskommen.
und vergessen sie die christlichen organisationen die lediglich zu missionierungszwecken und pluspunkte-bei-gott sammeln durch die welt wandern....

Es ist nicht EINE Weltanschauung

sondern eine Kathegorie für Weltanschauungen. Genauso wie der Glaube an Gott nicht EINE Weltanschauung ist.

Wenn wir also nur die Christlichen und Islamischen Organisationen nehmen und diese privaten Organisationen gegenüberstellen, die aus keinerlei Überzeugung, die sich auf einen Gott gründet, gegenüberstellen, haben wir ein recht eindeutiges Ergebnis.

Wenn Sie mir jetzt sagen, wie wir motivationen wie bespielsweise meissionierungszwecke, pluspunkte bei Gott sammeln, idealismus und nächstenliebe sauber trennen können, dann können wir versuchen dies weiter auseinanderzudröseln.

Umgekehrt

Für Atheismus kann man schlecht missionieren, da es sich hierbei, wie oben erwähnt, um nicht mehr als die Negierung einer anderen Position handelt (A-Theismus, das Gegenteil von Theismus, dem Glauben an einen oder mehrere Götter).

Wenn Sie hier beklagen wollen, dass Menschen öffentlich Kritik äußern an Religion, Kirche und dem Prinzip des Glauben an sich, als unkritische Akzeptanz unbeweisbarer Behauptungen mit dazugehörigen teilweise menschenverachtenden Handlungsanweisungen inklusive Absolutheitsanspruch und sadistischer Bestrafung über den Tod hinaus, dann sollte Sie vielleicht einmal überdenken, warum Menschen sich beschweren über eine Ideologie, die basierend auf vollkommener Irrationalität weltweit großen Schaden anrichtet.

Und um es noch einmal zu wiederholen: Uns in Europa geht es gut, wir haben vergleichsweise tolerante Religionsanhänger, aber nicht wegen des Glaubens oder der Kirche, sondern trotzdem.

Ich wurde zwar nicht angesprochen

Jedoch denke ich, kann man über einen internationalen Dachverband, der "Atheist Alliance International" zwei Grobziele herauskristalisieren.

1. Weitere atheistische Gruppen gründen und bestehende zu stärken.
-> ist für sich erst mal der Wunsch seine Kräfte zu multiplizieren

2. rationales Denken fördern
->da bin ich voll auf deren Seite

3. Religiösen Weltbildern durch Unterricht an Schulen und Hochschulen entgegenwirken
Klarer atheistischer Missionsaufruf, der nicht dazu auffordert durch rationales Denken die Wahrheit zu finden.
"Lustiger weise" machen Sie das, was sie den Christen vorwerfen. Sie versuchen junge Leute an staatlichen Schulen von ihrem Weltbild zu überzeugen.

murmeltiere

im gegenteil, ich kenne keine einzige erhebung die sich mit der gegenüberstellung von theistischen und atheistischen organisation auseinandersetzt, ja geschweige denn mit der finanzierung dieser organisationen. global schon gar nicht!

ausgangspunkt dieses gesprächsfadens war ihr äpfel und birnen vergleich:

"Klar, dass es weniger Atheisten dazu drängt selbstlos Krankenhäuser in der dritten Welt aufzubauen im vergleich zu christlichen Organisationen - da man hier nur Geld verliert."

in den richtigen kategorien betrachtet sind weiterhin sie es der behauptet die sachlage wäre eindeutig. daher bat ich sie mir belege für diese behauptung zu verlinken....

"Wenn wir also nur die Christlichen und Islamischen Organisationen nehmen und diese privaten Organisationen gegenüberstellen, die aus keinerlei Überzeugung, die sich auf einen Gott gründet, gegenüberstellen, haben wir ein recht eindeutiges Ergebnis."

verzeihen sie bitte, aber ich glaube ungern sachen....;-)

vielen dank im voraus....

vernunft

pardon, aber das ist keine zufriedenstellende antwort oder?

und ich bin auch etwas überrascht über ihre andere antwort, ich hatte den eindruck sie hätten die begriffe atheismus und theismus verstanden und dann sowas... naja.

rationales denken und glauben schließen sich per definition aus. götter sind irrational sonst müssten sie nicht an sie glauben, das ist doch der gag bei der sache!

wenn sie, werte/r bugme, sich also gegen irrationales denken aussprechen sind sie nach ihrer eigenen definition bereits missionar.

und da merken sie vielleicht wie absurd der missionierungsvorwurf eigentlich ist. stellen sie sich vor scientology würde es gelingen ähnlich wie die z.b. die kreationisten einfluß zu erreichen.
sie und ich stünden dann mal ausnahmsweise zusammen in der liste derjenigenn die sich gegen (nicht gleichzeitig FÜR eine gemeinsame alternative) irrationale weltbilder ausprechnen, ganz oben.
nur verbieten sich ja religionsgemeinschaft vergleiche mit offensichtlich absurdem quatsch wie scientology und dem spagettimonster, weil ihr eigenen quatsch ja bittschön viel ehrfürchtiger und ernstzunehmender ist....

mir schwant böses daher eine bitte: ersparen sie mir wenn möglich predigten a la: ein vernünftiger mensch glaubt an götter/gott....;-)

mfg

Wonach riecht es hier?

Hallo Lizard_King,
.
Ein lustiger Anfang, Zitat: "Für Atheismus kann man schlecht missionieren"...
.
Und dann geht's aber los: "Religion, Kirche und dem Prinzip des Glauben an sich, als unkritische Akzeptanz unbeweisbarer Behauptungen mit dazugehörigen teilweise menschenverachtenden Handlungsanweisungen inklusive Absolutheitsanspruch und sadistischer Bestrafung über den Tod hinaus, ... eine Ideologie, die basierend auf vollkommener Irrationalität weltweit großen Schaden anrichtet."
.
Na, wenn das jetzt nicht nach Mission riecht! Aber echt eine von der alten Schule. Bei den Gottgläubigen sieht man sowas kaum noch. Oder nur bei Fundi-Sekten.

Lächerlich

Ich missioniere nicht für den Atheismus, das ist schlicht nicht möglich. Wenn ich hier schreibe, dass die Existenz von Feen nicht bewiesen wurde und es diese kaum geben kann, missioniere ich dann für den "Afeeismus"?

Glauben im religiösen Sinne ist die unkritische Akzeptanz von unbeweisbaren Fakten. Punkt. Sie können nicht beweisen, dass ein Gott existiert; Sie sind darauf angewiesen, den Behauptungen von anderen Menschen, gerne auch aus heiligen Büchern, zu glauben (was Sie bereitwillig zu tun scheinen, wie Sie in Ihrem selbst als "unsterblich" bezeichneten Leserartikel hier auf der Seite dargelegt haben).

Religion richtet Schaden an. Auch das ist ein Fakt. Die Listen dafür sind endlos, und gehen weit über Kreuzzüge, Inquisition, 9/11 und Ablehnung von wissenschaftlichen Maßnahmen hinaus. Wenn Sie diese Dinge nicht wahrnehmen wollen, bemitleide ich sie.

Nur weil ich nicht ihre Meinung teile

Ist dies kein Grund mir vorzuwerfen, dass ich nicht rational denken würde.
Die welt ist zu komplex um so einfach zu argumentieren wie sie.
Nicht alles was bisher nicht messbar ist existiert deswegen auch nicht. Beispielsweise gab es auch vor Marie-Curie Radioaktiivtät.

Es gibt Theistische und Atheistische in sich konsistente rationale gedankenmodelle. Jeder der sich als Atheist bezeichnet ist genauso irational wie ein theist, wenn er sich auf die aktuelle Beweisbarkeit bezieht. Rational betrachtet kann er sich maximal als Agnostiker bezeichnen.

Wenn es den Atheisten, die in diesem Dachverband organisiert sind um rationalität gehen würden, wären Sie keine Atheisten, die Werbung schalten, dass Gott nicht existiert. Sondern würden in ihrem Dachverband allgemein rationales Denken fördern - egal welches Weltbild dann am Ende das rationalste ist. So rational schein sie dann aber doch nicht sein zu wollen.

@39 ich möchte auf der rationalen Ebene argumentieren und nicht von einzelpersonen auf eine ganze Gruppe schließen. Da bietet sich ein Dachverband doch mehr an.

Auch Sie liegen falsch

Agnostizismus und Atheismus sind (korrekt benutzt) nicht auf der selben Skala. Agnostizismus beschreibt eine Einstellung zu Wissen an sich, und der Frage, ob Wissen möglich ist. Theismus ist der Glaube an Gott, Atheismus die Abwesenheit eines solchen Glaubens (demnach ist Atheismus kein aktiver Glaube und damit nicht irrational). Ein gnostischer Theist z.B. ist jemand, der weiß (oder meint, zu wissen), dass Gott existiert; ein agnostischer Atheist wäre jemand, der sagt "ich weiß nicht, ob ein Gott oder mehrere Götter existieren, aber ich glaube nicht daran".

Und ein theistisches rationales Gedankenmodell, wie Sie es anpreisen, ist mir noch nicht begegnet. Jegliche Weltsicht, die auf der Existenz von Gottheiten beruht, welche nicht beweisbar sind (und auch nicht widerlegbar, wodurch die Behauptung wissenschaftlich vollkommen wertlos wird), ist per se irrational, weil sie den Verstand aussperrt und sich auf Glauben beziehen muss. Aber bitte, überraschen Sie mich; erzählen Sie mir von diesem rationalen Glauben, der nicht auf fehlerhaften "heiligen" Büchern beruht, und der nicht mit unbeweisbaren Thesen daher kommt.

agnostizismus

ach was, verschonen sie mich bitte mit der märtyrerrolle. ich freue mich ja über diesen meinungsaustausch. nur halte ich fest: sofern sie keine eigene definition von rationalität ins feld führen ist der gedankenstrang, von dem ich den eindruck habe er ist auch der ihrige, der zu göttern führt ein irrationaler. dies sollten bzw. werden sie bereits selbst gemerkt haben, schließlich glauben(!) sie.

und sie bedienen sich einer argumentation die keine ist, ihr vorredner "outis" tat leider das gleiche. man staunt dass 2012 erwachsene menschen noch wie kinder argumentieren:
kindergartenkind1:"ich habe gestern mit dem weihnachtsman und bibi blocksberg bei mir zu hause kuchen gebacken"
kindergartenkind2:"stimmt doch gar nicht!"
kindergartenkind1:"stimmt jawohl! beweis mir das gegenteil".

natürlich empfinden sie das als affront, aber es ist in der tat lächerlich die beweispflicht umzukehren und auf den gott der lücke zu verweisen.
was halten sie vom spagettimonster, singenden fröschen im elviskostüm, drachen und feen, dem osterhasen?
wenn sie ehrlich sind können sie mit ihrem frechen blick auf marie curie maximal sagen dass sie diesen dingen und ihren unendlichen erweiterungsmöglichkeiten agnostisch gegenüberstehen.

was ist wenn l.ron hubbard nicht einer der größten spinner dieses planeten ist?
die phantasielose wissenschaft unterstütz seine thesen nicht, aber das war bei galileo ja auch schon der fall
http://de.wikipedia.org/w...

mfg

theismus

natürlich! nur dauernde wiederholung macht ihr anliegen den theismus aufzuwerten oder zumindest den atheismus zu diskreditieren nicht besser.
lesen sie bitte die debatte mit: atheismus ist weder glauben noch weltanschauung!

mfg,

kannnichtsein, seines zeichens a-theist, a-spagettimonsterist, nicht-kleingärtner, nicht-tretrollerfahrer, kein-fernsehgucker, kein-sich-selbst-ohrfeigengeber und vieles, nach ihrer betrachtungsweise, sehr sehr vieles mehr.....

Dass immer gleich alles als Quatsch deklariert werden muss...

Das Problem ist, dass viele Atheisten gleich meinen, dass sie alleine Recht haben. Das gleiche Problem hat man bei religiösen Leuten. Warum kann man nicht einfach jedem seins lassen? Und warum muss (wie in diesem Artikel geschehen) immer der Agnostizismus ausgeklammert werden - wo doch sehr viele Menschen sich nicht großartig festlegen oder Pro-Forma-Christen sind. Ich halte ihn immer noch für die gesellschaftsfähigste Geisteshaltung. Einfach nicht glauben - statt zu glauben dass es einen oder keinen Gott gibt. Das bewusst durchzuziehen mag schwer sein, aber das Leben ist halt kein Zuckerschlecken.