DonnerstalkTaka-Tuka-Politik

Unser Kolumnist Alfred Dorfer wartet auf den Tag, an dem Politiker beginnen, endlich Märchen zu erzählen.

Die neun Länderparlamente Österreichs sind zweifelsohne die intellektuellen Bastionen der Republik. Hätte dies noch eines Beweises bedurft, so lieferten diesen nun zwei oberösterreichische Landesräte, indem sie ihre Meinungsverschiedenheit in literarische Metaphern kleideten. Da unterstellte der Wohnbaulandesrat seinem Kollegen aus dem Wirtschaftsressort, er verfüge über die Rechenkünste von Pippi Langstrumpf, da er behauptet, Elektroautos seien bestens dazu geeignet, dauerhaft die Spritpreise zu senken.

Doch elegant parierte der Ökonom diesen Vorwurf: Ohne alternativ angetriebene Vehikel werde man wohl bald »zu Fuß ins Taka-Tuka-Land reisen« müssen. Das Landhaus in Linz, neuerdings auch Villa Kunterbunt genannt, avancierte so zum Vorreiter einer innovativen Diskursform. Dort wurde messerscharf erkannt, wie wichtig Kindergeschichten für das einschlafende Volk sind. Unangenehme Sachverhalte verschlüsselt oder gar ein wenig beschönigend wiederzugeben, das beschleunigt nicht nur in den meisten Fällen den Lernprozess, sondern es kann auch ausnehmend unterhaltsam sein. Geisteskraft durch Freude lautet daher die neue Devise.

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Getreu diesem Motto werden bald jene Zeugen, die vor den Korruptionsuntersuchungsausschuss geladen sind, als Bremer Stadtmusikanten bezeichnet. Und die Finanzministerin, deren Sparpaket eher auf Hoffnung denn auf Mathematik beruht, wird als Pechmarie in Erinnerung bleiben. Wie, Kinder, hieß doch gleich ein Film mit dem schwedischen Rotschopf? Richtig: Pippi außer Rand und Band. Darin wird ein Auto nicht nur mit einem Spezialkleber betrieben, es kann damit sogar fliegen. Erstaunlich, dass derartige Rezepte bislang noch keinen Platz in der Realpolitik gefunden haben. Es bleibt also noch viel zu tun.

 
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