Geschlechterverhältnis: Das verteufelte Geschlecht
Wie wir gelernt haben, alles Männliche zu verachten. Und warum das auch den Frauen schadet. Ein Essay
© Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Wachsfigur des Schauspielers Marlon Brando
Gleich zu Beginn der Finanzkrise sah das Magazin der Süddeutschen Zeitung, wie sich ein unheimlicher Penis der Zerstörung erhob. Neben dem Foto eines erigierten Büroturms und unter der moralstickigen Überschrift Hochmut kommt vor dem Phall schrieb das Blatt: »Die Wirtschaftskrise ist vor allem eine Krise der Männer.« Um in Klammern und kokett hinzuzufügen: »Im Ernst: Wäre Frauen der ganze Mist passiert?«
Die einzig sinnvolle Antwort »Klar, warum denn nicht?« fiel dem Autor nicht ein. Stattdessen raunte er von der Gier, dem Machthunger, der Gewissenlosigkeit und dem Egoismus der Männer, genauer: der »Herde von Männern«, um das Animalische im Manne auch gebührend zu entlarven. Unklar blieb allerdings, ob der männliche Redakteur damit auch eine Selbstbeschreibung lieferte und was das für seinen Text bedeutete: tierisch gut, tierisch schlecht, tierisch blöd?
Er wähnte sich wohl in bester Gesellschaft, denn etwa zur gleichen Zeit deutete der Trendforscher Matthias Horx die Finanzmalaise zur »Testosteron-Krise« um. Vermutlich unabhängig davon gelobte die nach dem Bankencrash gewählte isländische Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir, das »Zeitalter des Testosterons« zu beenden. Das wiederum dürfte die Financial Times Deutschland begrüßt haben, schrieb sie doch unter der Überschrift Ausputzfrauen ohne Umschweife: »Frauen sind die besseren Finanzexperten. (...) Nun sollen sie die Trümmer der Männer wegräumen – und mit ihrem Gespür für Risiken den nächsten Absturz verhindern.«
Autor in Berlin, hat über das negative Männerbild promoviert. Sein Buch Das unmoralische Geschlecht ist im Suhrkamp Verlag erschienen
Die Welt war wieder heile, also eigentlich kaputt. Kriegstreiber und Trümmerfrauen, die Männer reißen ein, die Frauen bauen auf, Testosteron zerstört, Östrogen heilt.
Man würde vermutlich unnötig strenge Maßstäbe anlegen, verlangte man eine halbwegs plausible Erklärung dafür, warum der schwankende Testosteronspiegel einer Männerpopulation sich auf die internationale Finanzwelt auswirken soll: etwa auf die globalen Ungleichgewichte von Handelsströmen und Zahlungsbilanzen oder auf das Kleingeschriebene der Euro-Verträge, die erst mit einem Jahrzehnt Verzögerung ihre Fatalität offenbaren.
Ach, da solle man nicht kleinlich sein? Es reiche doch schon der Hinweis, dass vor allem Männer als Banker arbeiten. Klar: Und so viele Kinder scheitern bereits in der Grundschule, weil dort überwiegend Frauen unterrichten...
Also noch mal: Worum geht es? Welchen Erkenntniswert erhoffen sich die Autoren, wenn sie die Finanzkrise und die meisten anderen Krisen unserer Welt – Hormone hin oder her – den Männern in die Schuhe schieben? Was genau meinen sie damit?
Denn es dreht sich ja nicht nur um die Wirtschaftskrise. Als sich im vergangenen Jahr überwiegend Männer in Davos zum Elitegipfel trafen, legten sie, berauscht von der Höhenluft, ein Papier vor mit dem hoffnungsfrohen Titel: »Sechs globale Herausforderungen, eine Lösung: Frauen!« Feminine Linderung versprechen sie sich unter anderem bei Arbeitslosigkeit und Kriegen, in Fragen der Bildung und solchen der alternden Gesellschaft. Was im Umkehrschluss vermuten lässt: In diesen Fällen sind Männer das Problem, oder sie erzeugen es.
Diese Diagnose würde wohl der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner teilen, der 2008 in pompöser Schlichtheit konstatierte: »Fortschritt wird durch Frauen erzielt.« Dass Männer im Kontrast dazu als »Feinde der Menschheit« gelten müssen, hat sogar die ZEIT schon vor zehn Jahren getitelt.
Man kann aus solchen Erkenntnissen auf verschiedene Weise Profit schlagen: mit brachialer Rhetorik wie die schwedische Politikerin Ireen von Wachenfeldt, die in hinreißender Offenheit befand: »Männer sind Tiere« – was die Feministische Partei Schwedens mit der Forderung nach einer »Männer-Steuer« begleitete. Oder indem man die Paranoia pflegt wie die Innsbrucker Politik-Professorin Claudia von Werlhof, die Männer verdächtigt, im Rahmen des »kapitalistischen Patriarchats« das verheerende Erdbeben von Haiti ausgelöst zu haben – weil sie den naturfeindlichen Männern auch bizarrste geologische Experimente zutraut. Oder indem man sich dem Mainstream der Gesellschaft andient, wie im aktuellen Grundsatzprogramm der SPD, das unter Kapitel 3.4 fordert: »Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.«





"Die Finanzkrise wurde eigentlich von einer Frau verursacht: Blythe Masters! Sie hatte 1997 die finanziellen Massenvernichtungswaffe "erfunden" hat (die CDS, credit default swaps)!"
Mit dieser Logik könnte man behaupten, Einstein hat die Atombomben persönlich aus dem Flugzeug geworfen.
Auf die Witzfigur Berlusconi braucht man ja hier nicht gross einzugehen.
Na, danke, dass Sie ein paar Beispiele zusammenkratzen konnten, denn die Liste der männlichen überbezahlten Führungsversager ist unendlich und kann hier wegen Platzgründen nicht aufgeführt werden.
Ist doch klar, dass die Krise mal wieder von überhormonalen Männern verursacht wurde.
http://blogs.wsj.com/deal...
Da sind über 90% der Führungspositionen in der Finanz in männlicher Hand und wenn alles schief geht, sind Männer natürlich an nichts Schuld gewesen. Ist das die Relativitätstheorie 2012?
dass Sie einen solchen Hass auf Männer haben ? :/
haben kräftig mitgemacht ;)
Und wieso haben solche reichen Opportunisten, die Geld scheffeln auf Kosten anderer Leute, trotzdem noch Erfolg bei den Frauen ? Na, na ? Wenn Sie meinen Männer seien schwanzgesteuert dann sind Frauen eben Geld/Macht gesteuert. Assads Frau scheint sich auch nicht daran zu stören, was er in Syrien abzieht ;)
"Mit dieser Logik könnte man behaupten, Einstein ...."
Die verwendete Logik stützt sich auf Ursache und Wirkung: Masters hat die CSD, die finanziellen Massenvernichtungswaffen eingeführt, die dank Merkel und auch anderen Frauen nach DE überschwappten.
"Ist doch klar, dass die Krise mal wieder von überhormonalen Männern verursacht wurde."
Die Logik kann sicherlich nicht gegen eine biologistische Religion ankämpfen. Da ist Logik sicherlich fehl am Platze und Argumentieren sowieso: Der Mann ist nun mal überhormonell gesteuert (also nicht hormonell, sondern über...) in der Vorstellungswelt dieser Religion.
Laut Erwin Pelzig: "Hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau und hinter jede starke Frau liegt ein toter Mann."
Das lässt vermuten, dass sich die Männer für die starken Frauen so sehr ins Zeug legen, dass sie anschliessend etwas früher das Zeitliche segnen.
Mann kann das auch nach Ihrer Religion erweitern: "Hinter jedem überhormonellen Mann, steht eine überhormonelle Frau und hinter jeder überhormonellen Frau liegt ein toter Mann."
Nicht umsonst wurde die Redewendung "Cherchez la femme!" im (gehobenen) deutschen Sprachgebrauch übernommen. (http://de.wikipedia.org/w...)
Wir können dann sicherlich auch an die Erynien oder Furien (Rachegöttinnen) erinnern, um zu verdeutlichen, dass früher das weibliche Geschlecht verteufelt war!
Die heutige Verteufelung des Mannes ist also eine billige Retourkutsche.
dass Sie einen solchen Hass auf Männer haben ? :/
haben kräftig mitgemacht ;)
Und wieso haben solche reichen Opportunisten, die Geld scheffeln auf Kosten anderer Leute, trotzdem noch Erfolg bei den Frauen ? Na, na ? Wenn Sie meinen Männer seien schwanzgesteuert dann sind Frauen eben Geld/Macht gesteuert. Assads Frau scheint sich auch nicht daran zu stören, was er in Syrien abzieht ;)
"Mit dieser Logik könnte man behaupten, Einstein ...."
Die verwendete Logik stützt sich auf Ursache und Wirkung: Masters hat die CSD, die finanziellen Massenvernichtungswaffen eingeführt, die dank Merkel und auch anderen Frauen nach DE überschwappten.
"Ist doch klar, dass die Krise mal wieder von überhormonalen Männern verursacht wurde."
Die Logik kann sicherlich nicht gegen eine biologistische Religion ankämpfen. Da ist Logik sicherlich fehl am Platze und Argumentieren sowieso: Der Mann ist nun mal überhormonell gesteuert (also nicht hormonell, sondern über...) in der Vorstellungswelt dieser Religion.
Laut Erwin Pelzig: "Hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau und hinter jede starke Frau liegt ein toter Mann."
Das lässt vermuten, dass sich die Männer für die starken Frauen so sehr ins Zeug legen, dass sie anschliessend etwas früher das Zeitliche segnen.
Mann kann das auch nach Ihrer Religion erweitern: "Hinter jedem überhormonellen Mann, steht eine überhormonelle Frau und hinter jeder überhormonellen Frau liegt ein toter Mann."
Nicht umsonst wurde die Redewendung "Cherchez la femme!" im (gehobenen) deutschen Sprachgebrauch übernommen. (http://de.wikipedia.org/w...)
Wir können dann sicherlich auch an die Erynien oder Furien (Rachegöttinnen) erinnern, um zu verdeutlichen, dass früher das weibliche Geschlecht verteufelt war!
Die heutige Verteufelung des Mannes ist also eine billige Retourkutsche.
Schauen Sie sich mal die Werbung in den USA an. Dort wird der Mann ganz anders dargestellt. Dort darf er immer noch Macho und sexistisch sein. Glaube aber nicht, dass in den USA deswegen weniger Pornos konsumiert sind.
dass Sie einen solchen Hass auf Männer haben ? :/
haben kräftig mitgemacht ;)
Und wieso haben solche reichen Opportunisten, die Geld scheffeln auf Kosten anderer Leute, trotzdem noch Erfolg bei den Frauen ? Na, na ? Wenn Sie meinen Männer seien schwanzgesteuert dann sind Frauen eben Geld/Macht gesteuert. Assads Frau scheint sich auch nicht daran zu stören, was er in Syrien abzieht ;)
"Damit haben Sie Ihre Aussage, die Nazi seien mehrheitlich von Frauen gewählt worden, selbst widerlegt."
Um etwas zu widerlegen muss das zu Widerlegende vorhanden sein! Können Sie belegen, dass ich diese Aussage getätigt habe?
Noch einmal lesen und zitieren.
"Mit dieser Logik könnte man behaupten, Einstein ...."
Die verwendete Logik stützt sich auf Ursache und Wirkung: Masters hat die CSD, die finanziellen Massenvernichtungswaffen eingeführt, die dank Merkel und auch anderen Frauen nach DE überschwappten.
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Die Logik kann sicherlich nicht gegen eine biologistische Religion ankämpfen. Da ist Logik sicherlich fehl am Platze und Argumentieren sowieso: Der Mann ist nun mal überhormonell gesteuert (also nicht hormonell, sondern über...) in der Vorstellungswelt dieser Religion.
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Das lässt vermuten, dass sich die Männer für die starken Frauen so sehr ins Zeug legen, dass sie anschliessend etwas früher das Zeitliche segnen.
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Wir können dann sicherlich auch an die Erynien oder Furien (Rachegöttinnen) erinnern, um zu verdeutlichen, dass früher das weibliche Geschlecht verteufelt war!
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Entfernt. Bitte achten Sie extrem auf Ihren Ausdruck und verzichten auf vulgäre Äußerungen. Danke, die Redaktion/se
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