Familienunternehmen : Die Reimanns von nebenan

Erst Kukident, dann Schuhe von Jimmy Choo – und jetzt Kosmetik von Avon? Wie die Familie Reimann ihr Milliardenvermögen mehren lässt.
Avon-Produkte © Eric Thayer/Reuters

Heller Dampf steigt aus langen Schloten über einer Fabrik nahe dem beschaulichen Städtchen Ladenburg am Neckar in die Luft – und verliert sich im blassen Frühlingshimmel. Dieses Werksgelände ist der größte unternehmerische Fußabdruck der verschwiegenen Milliardärsfamilie Reimann in der Region. Mehrere Hundert Mitarbeiter produzieren Reinigungstabs für Geschirrspülmaschinen, nach Angaben des Unternehmens laufen jährlich etwa vier Milliarden Tabs der Marke Finish/Calgonit vom Band.

Die unternehmerischen Wurzeln der Reimanns reichen in der süddeutschen Rhein-Neckar-Region mit den Städten Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mehr als 180 Jahre zurück. Auch heute sollen Teile der Familie, deren Vermögen vom manager magazin zuletzt auf acht Milliarden Euro geschätzt wurde, dort leben. Zu sprechen sind sie nicht.

Die Reimanns besitzen unter anderem rund 15 Prozent der Anteile am britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser, der wiederum die Fabrik in Ladenburg betreibt. Aber die Besitztümer beschränken sich bei Weitem nicht auf diese Fabrik, auf Geschirrspültabs und Reinigungsmittel. Manager des Reimannschen Familienvermögens investieren seit vielen Jahren in Luxusgüter sowie Kosmetik, und seit zehn Tagen ist bekannt, dass die Familienholding über eine Zwischenfirma den amerikanischen Kosmetikkonzern Avon übernehmen will. Übers Osterwochenende wehrten sich die derzeitigen Avon-Besitzer allerdings demonstrativ gegen diese Offerte. Sie ernannten eine neue Konzernchefin.

Wer sind diese Reimanns?, mögen sich die Amerikaner fragen. Eine Antwort darauf fällt auch hierzulande schwer.

Eine ihrer Spuren hat die Familie auch in Mannheim hinterlassen. Von dort wird das Deutschland-Geschäft von Reckitt Benckiser gesteuert. In Weinheim, keine 20 Kilometer entfernt, produzieren ein paar Dutzend Mitarbeiter Kukident-Haftcreme und -Reiniger für die dritten Zähne. Und auf der anderen Rheinseite, in Ludwigshafen, forschen Wissenschaftler des Konzerns am Geschirrspülmittel der Zukunft. Rund 900 von weltweit rund 27.000 Beschäftigten von Reckitt Benckiser arbeiten in der Region.

Dass sich die deutschen Standorte zwischen Rhein und Neckar konzentrieren, ist kein Zufall. Reckitt Benckiser ging vor einigen Jahren aus dem Zusammenschluss zweier Firmen hervor: Reckitt & Colman und Benckiser, einem Ludwigshafener Chemieunternehmen. Gegründet wurde die Firma 1823 von Johann Adam Benckiser, der sich 1830 den Chemiker Ludwig Reimann in den Betrieb holte. Der übernahm die Firma später, und seither blieb das Unternehmen fünf Generationen lang im Besitz der Familie Reimann.

Noch die Eltern und Großeltern der heutigen Reimanns waren bekannte Größen in der Region. Albert Reimann sen. engagierte sich von 1937 bis 1941 als Präsident der Industrie- und Handelskammer Ludwigshafen; sein Sohn Albert Reimann jun. feierte 1978 seinen 80. Geburtstag mit einem großen Fest, bei dem unter anderem Fernseh-Entertainer Frank Elstner auftrat. Doch nach dem Tod von Albert Reimann im Jahr 1984 zog sich die Familie aus der Öffentlichkeit zurück. Der Besitz ging unter anderem auf die vier Adoptivkinder über, deren Anteile in der Holding Johann A. Benckiser gebündelt wurden.

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Kommentare

18 Kommentare Kommentieren

Wirtschaftsfeudalismus

Solch große Unternehmen gehören meiner Meinung nach in die Hände der Mitarbeiter. Keine einzelner Mensch kann alleine ein solches Vermögen legitim erarbeitet haben. Erst Recht nicht die Nachkommen des Firmengründers... mit welcher Begründung wird ihnen so viel Macht und Vermögen in die Hände gelegt? Eine legitime Firmenführung kann doch nur demokratisch zu stande kommen!
Denn das größte Interesse am langfristigen Gedeihen der Firma und einer Verhinderung einer Insolvenz haben doch die Mitarbeiter. Wie man im Falle Schlecker sieht haben sie Eigentümer schon irgendwie ihre Schäfchen im Trockenen während die Angestellten vor dem Nichts stehen.

In dem Artikel wird die Familie als gute selbstlose Unternehmerfamilie dargestellt. - Ihre Rolle wird damit verherrlicht!
Ich würde in Deutschland auch keinen netten Monarchen an der Spitze des Staates haben wollen.

In der Politik ist Feudalismus verpönt... hoffentlich wird die Einsicht irgendwann auch in der Wirtschaft kommen.

Mitbestimmung erfordert Mitverantwortung

Tja, es spricht nichts dagegen, dass sich beispielsweise 10,000 Angestellte eines pleite gegangenen Unternehmens zusammenschließen, jeweils ein paar Tausend Euro des ersparten Erwerbslohns einbringen, eventuell mit einem Bankkredit aufblasen (da kommt schon was zusammen) und damit ihr eigenes gemeinschaftliches und demokratisch organisiertes Unternehmen gründen, vielleicht in Form einer Genossenschaft.

Aber das würde dann eben bedeuten, dass die Mitarbeiter jetzt auch für das sorgen müssen, was normalerweise vom angeblich ach so überflüssigen Unternehmer kommt:
- Geschäftsidee
- Firmenkapital
- RISIKOÜBERNAHME

Wenn die Firma dann insolvent werden sollte trifft die Mitunternehmer eben das gleiche Schicksal, welches normalerweise dem Einzelunternehmer vorbehalten ist. Wer Mitbestimmung will muss auch Verantwortung und Risiko übernehmen.

Re: Mitbestimmung, Mitverantwortung

So ist es und nicht anders. Denn Ihr Vorposter irrt in einem Fall gewaltig:

"Denn das größte Interesse am langfristigen Gedeihen der Firma und einer Verhinderung einer Insolvenz haben doch die Mitarbeiter."

Der *normale* Mitarbeiter hat nur solange Interesse, wie es seinen eigenen Interessen entspricht: Regelmäßig sein Entgeld zu bekommen. Ansonsten hält sich die Loyalität sehr in Grenzen.

Ich kenne einige wenige Betriebe, die Mitarbeitergeführt waren. Es sind auch (relative) Erfolgsgeschichten dabei. Doch oft nur funktioniert es in der Anfangsphase. Wenn neue Entscheidungen anstehen, gesamtschuldnerische Haftung in Aussicht steht, ist meist Ende.

Unsinn?

der/die FirmenbesitzerIn hat eine große Macht über diejenigen, die in dem Unternehmen arbeiten und damit den Wert des Unternehmens ausmachen. Angefangen bei den Arbeitsbedingungen (Arbeitsziele, Lohn, Arbeitsplatzgestaltung,...) bis hin zu der Möglichkeit, das Unternehmen (und damit das Arbeitsumfeld der Angestellten) jederzeit an einen neuen Besitzer zu verkaufen (im schlechtesten Fall an einen Hedgefond, der den Betrieb ausnimmt und dann pleite gehen lässt (Heuschrecke)).

Ich finde es sehr viel Unsinniger, ein Unternehmen an einen Erben zu geben, der wer-weiß-was damit macht, als es den Beschäftigen zu übergeben... die müssen letztendlich auch am härtesten die Konsequenzen einer verfehlten Unternehmensführung spüren.

Zu ihrem Argument, es würde niemand gezwungen, in einem Unternehmen zu arbeiten:
1. Wirtschaftsfeudalismus ist die vorherrschende Struktur, damit sind die Möglichekeitenn in ein anders geartetes Unternehmen zu wechseln wahnsinnig gering, da es davon nur sehr sehr wenige gibt.
2. In Zeiten von Hartz-IV werden die Menschen natürlich gezwungen zu arbeiten. Sonst gibt es kein Geld. Und sagen Sie jetzt nicht, das gelte nur für unqualifizierte Arbeitskräfte... der Fachkräftemangel ist ein Mythos!

Verantwortung

Natürlich haben sie da Recht. Wer das Unternehmen besitzt/bestimmt wo es langgeht muss auch die Verantwortung für eventuelle Misserfolge tragen.
Aber genau das ist doch in der Realität nicht der Fall!

Die Familie Schlecker hat ihr Privatvermögen schön zur Seite geschafft, ich denke die müssen sich nicht wirklich Sorgen um ihre Zukunft machen. Bei den Mitarbeiterinnen sieht das schon ganz anders aus.
Also wer muss in diesem Fall die härteren Konsequenzen tragen?!

Was wollen Menschen?

Darüber kann man natürlich streiten.

Ich bin der Ansicht (sowohl aus persönlicher Erfahrung als auch aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen), dass es den wenigsten Menschen nur darum geht, regelmäßig ihr Entgeld zu bekommen.
Sondern sie möchten gerne eine sinnvolle Arbeit machen, die also etwas (in den Augen dessen der sie tut) gutes hervorbringt, dass vielleicht anderen Menschen hilft oder nützt. Oder sie tun ihre Arbeit weil sie Spaß an der Tätigkeit an sich haben.
Gerade ersteres ist immer seltener der Fall..
Wie ist es denn bei Ihnen? Arbeiten sie nur, um Geld zu verdienen? Oder haben sie bei der Berufswahl auch über den Nutzen/Sinn Ihrer Arbeit nachgedacht?

Natürlich kann man z.B. Genossenschaften auf ganz unterschiedliche Weise organisieren (z.B. direkte oder indirekte Demokratie), daran muss meiner Meinung nach geforscht werden, wie so ein Projekt so gestalten werden kann, dass es langfristig gelingt.

Mitarbeiter können den Arbeitsplatz wechseln

Kommentar 9: "Die Familie Schlecker hat ihr Privatvermögen schön zur Seite geschafft, ich denke die müssen sich nicht wirklich Sorgen um ihre Zukunft machen. Bei den Mitarbeiterinnen sieht das schon ganz anders aus."

Bei aller berechtigten Sorge um die Mitarbeiter: Ich vermute, dass viele, wenn auch nicht alle, von den Schlecker-Mitarbeitern einen neuen Job finden werden. Das gilt generell: Wem die Firma nicht gehört, der kann sich dem häufig - auch nicht immer - entziehen, indem er zu einer anderen wechselt.

Aber...

... das ändert doch nichts an der Situation. Ungeachtet dessen, ob es jetzt so einfach machbar ist, seinen Arbeitsplatz zu wechseln kommt man dann doch nur wieder in ein Unternehmen, wo der/die Besitzer bestimmt, was passiert. Man ist diesen Entscheidungen als Angestellte/r einfach ausgesetzt.

Ein Unternehmensbesitzer, dessen Firma pleite geht, kann sich übrigens genauso gut einen neuen Job suchen... mit dem kleinen Unterschied, dass er wahrscheinlich ne Menge Geld beiseite gelegt hat und nicht unter dem Druck steht das erstbeste Angebot annehmen zu müssen. Vielleicht muss er auch gar nicht mehr schaffen, sondern kann "sein Geld arbeiten lassen".

PS: Ich spreche vor allem von großen Unternehmen (wie ich im ersten Post geschrieben habe) - nicht von kleinen jungen, in die der Firmengründer sein gesamtes Privatkapital gesteckt hat, um es erstmal aufbauen zu können.

Entgegen der Faktenlage

Wenn Sie im Falle Schlecker darauf anspielen, dass die Schlecker-Kinder vor etlichen Jahren ihre eigenen Firmen gegründet haben, mit denen sie heute noch einige zehntausend Euro im Monat verdienen, ist doch der Vorwurf des "zur Seite Schaffens" wirklich hart, oder? Die Familie Schlecker hatte in den letzten Jahren statt dessen einen dreistelligen Millionenbetrag zur Stützung des eigenen Unternehmens investiert. Wenn der Plan war das Geld "zur Seite zu schaffen" war das ziemlich ineffizient. Die paar hundert Millionen damals zu behalten und die Firma zu etwas besseren Zeiten an die Konkurrenz zu verkaufen hätte ein Vielfaches eingebracht, und weniger Stress noch dazu.

Sicher, Sie können die Schlecker-eigenen Angaben natürlich anzweifeln, bitte vergessen Sie jedoch nicht, dass der Insolvenz-Verwalter im konkreten Fall weitgehende Einsichts- und Informationsrechte besitzt, die zehn Jahre zurückreichen. Wenn was weggeschafft worden wäre, hätten wir das wahrscheinlich schon brennend heiß lesen können, das Gegenteil ist aber der Fall.

Ich bin kein und war nie ein Schlecker-Fan, aber ich bin sicher Sie persönlich würden sich substanzlose Unterstellungen entgegen jeglicher Beweislage doch auch verbitten, oder?

Die Reichen werden immer reicher - Ja, das gilt meistens, aber eben nicht immer. Leo Kirch, Madeleine Schickedanz, die Schleckers… Der Kapitalismus frisst auch manchmal Milliardäre auf, das gehört zum Konzept.

Faktenlagen

Alles was ich mit der Schlecker-Familie sagen wollte war, dass die Firmenbesitzer meist nicht so ökonomisch hart getroffen werden wie die Angestellten. Ihnen droht kein Hartz-IV-Diktat. Real tragen immer die Schwächeren die schlimmsten Konsequenzen.
Man muss sich schon sehr sehr blöd anstellen um von der Liste der 100 reichsten Deutschen in die Schlange vor der Tafel zu rutschen. Einerseits weil man ein "bisschen" Vermögen doch noch immer irgendwo hat, andererseits weil man eben auch über die entsprechenden Kontakte zu den Machteliten verfügt.

Bestimmt haben die Schleckers auch einen emotionalen Bezug zu ihrem Unternehmen. Aber ob nun ein Firmenbesitzer möglichst viel in sein Unternehmen investiert oder lieber möglichst viel Kapital herrauszieht bleibt ja jeden selbst überlassen.

Und das ist ja mein Punkt: Der oder die (nicht demokratisch legitimierten!) Besitzer haben letztendlich die Macht - eben wie in einer Monarchie. Es soll ja auch mal erträgliche Könige gegeben haben, genauso kann aber auch ein Vollidiot an die Macht kommen. Da die Entscheidungen des Monarchen aber großen Einfluss auf das Leben seiner Untertanen haben, bin ich gleich dafür, dass die Untertanen demokratisch selbst bestimmen, wie ihr Leben und ihre Gesellschaft organisiert und gelenkt wird und wem sie im Zweifel mit welchen Rahmenbedingungen die Organisation anvertrauen. Sie also keine Untertanen mehr sind sonder der Souverän - so ist es in der Politik passiert.

Unternehmen sind keine Monarchien, Arbeitnehmer keine Sklaven

Angestellte Arbeitnehmer sind aber keine Untertanen, deshalb passt der Vergleich mit absoluten Monarchen nicht, Mitarbeiter können kündigen und sich einen anderen Job suchen. Wenn sie es nicht tun bewerten sie selbst den gegenwärtigen Job (bei allem möglichen Übel) als die bessere Alternative, alternativlos ist kein Job in Deutschland.

Da Sie sich nach eigenen Angaben ja eher auf Großunternehmen beziehen, die auch alle mal klein angefangen haben… Ab welchem Punkt soll denn der Übergang von einem Einzelunternehmen in eine Zwangsdemokratisierung erfolgen? Wird ein Unternehmer durch Enteignung bestraft sobald er mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen hat? Wie wäre das zum Beispiel bei SAP anzuwenden gewesen, der praktisch erfolgreichsten Technologiefirmen-Neugründung der letzten Jahrzehnte in Deutschland? Innerhalb einer Generation aus dem Nichts den Markt für Unternehmenssoftware begründet mit mehr als 50,000 neuen hochbezahlten direkten Arbeitsplätzen und einem Mehrfachen davon indirekt als Berater und in den SAP-nutzenden Unternehmen?

Ab wann hätte man die Gründer "entmündigen" sollen und warum und vor allem welchen gesellschaftlichen Nutzen hätten Sie sich davon versprochen?

Die SAP-Mitarbeiter (nicht etwa nur die Gründer) selbst hatten sich jahrzehntelang übrigens mit überwältigender Mehrheit sogar gegen die Einführung eines Betriebsrats gestemmt, Demokratie war unter der Belegschaft geradezu unerwünscht.

Antwort

Das ist jetzt bereits das dritte mal, dass das Argument angebracht wird, man könne ja immer das Unternehmen verlassen. Also nochmal:
1. Ist das unter Berücksichtigung der Lebensumstände nicht immer so einfach wie man sich das vorstellt. Beispiel: Wenn andere Menschen (z.B. Kinder) von meinem Einkommen abhängig sind, überlegt man sich 3 mal, ob man einen schlechten aber relativ sicheren Arbeitsplatz einfach so aufgibt für etwas ungewiss besseres
2. Befinden sich ja die überwältigende Mehrheit der Unternehmen in wenigen privaten Händen. Damit besteht z.B. immer die Gefahr, dass das Unternehmen in "schlechte Hände" gerät.

Um doch nochmal den Vergleich zu bemühen (es ist natürlich nur ein Vergleich, und damit nie perfekt): Es ist so als könnte man sich enscheiden, ob man nun im absolutistischen Preußen, Russland oder Frankreich leben möchte.

Nun zu Ihrem zweiten Punkt: ab welcher Größe (mögliche Kriterien: Anzahl Mitarbeiter, Umsatz, Marktmacht,...) ein Unternehmen in die Hände der Mitarbeiter übergeben werden soll oder ab wann sie mehr Mitbestimmungsrecht haben muss demokratisch entschieden werden. Darüber muss es eine offene, wenn nötig lange Debatte geben.
Ich würde vorschlagen: spätestens im Erbfall.

Wenn die Mitarbeiter dann z.B. den Erben oder den Unternehmensgründer immer noch gern in einer leitenden Position haben wollen, dann können sie ihn ja auch wählen.

Bitte auch mal ein Beispiel einfließen lassen

Genau, man "überlegt es sich drei Mal", aber man kann eben überlegen. Schlechtere Alternativen zu haben als den Status quo sind eben immer noch Alternativen und keine Leibeigenschaft.

Sie versuchen schon die ganze Zeit den Eindruck zu erwecken, dass das große Familienunternehmen "in schlechten Händen" eher den Regelfall darstellt als die Ausnahme. Es wäre vielleicht hilfreich wenn Sie mal ein einziges (möglichst aussagekräftiges) konkretes Beispiel nennen könnten.

Auf der positiven Seite der Unternehmen in reichen Gründer- bzw. Familienhänden hatte ich SAP schon genannt.

Wie wäre es zusätzlich mit BMW und den Quants? BMW wird regelmäßig unter die beliebtesten Arbeitgeber gewählt. Auch von den Mitarbeitern bei VW / Audi / Porsche (Porsche- & Piech-Familien) habe ich auch noch nicht gehört, dass sie sich Arbeitssklaven ohne alternative Verwendungsmöglichkeiten betrachten.

Auch die Reimanns, um die es in diesem Artikel ja ursprünglich ging sind offensichtlich noch nicht als inkompetente Ausbeuter aufgefallen.

Ich frage keineswegs rethorisch finde aber, dass Sie bis jetzt jeglichen konkreten Beleg für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Zwangsdemokratisierung weiter Teile der deutschen Familien- und Gründerunternehmenslandschaft schuldig geblieben sind.

Wäre Schlecker gerettet worden als demokratisches mitarbeitergeführtes Unternehmen? Hätten die Mitarbeiter wie die Familie vor Jahren 95% ihrer Ersparnisse zur Unternehmensstützung eingesetzt, mit ungewissem Ausgang?