Grass-GedichtGünters neue Freunde

Wer sich wie Grass mit der NPD ins Bett begibt, kommt darin um. von 

Günter Grass

Günter Grass  |  © JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Wir danken Günter Grass für ein Gedicht , das uns über die nachrichtenarmen Ostertage geholfen hat. Neun Millionen Google-Einträge sind mehr, als der Literat an Wörtern in all seinen Romanen untergebracht hat. Wir danken auch dem NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel, der dem alten Antifa-Kämpen bescheinigt, voll auf der Linie der Partei zu liegen. Denn Grass nehme es nicht länger hin, dass »mit dem Totschlag-Vorwurf des ›Antisemitismus‹ jede Kritik am Aggressions- und Apartheidsstaat Israel unterdrückt wird«. Schluss mit der »Schuldanklage und instrumentellen Opfertümelei«. Weg mit den »moralischen Vorwänden«, mit denen die Juden »die Deutschen immer wieder finanziell auspressen und gefügig machen«.

Diese Sprache zeichnet auch Grass aus, der nicht mehr »zur Rede« gestellt werden will, der ein weiteres U-Boot für Israel nutzt, um das aufgezwungene Schweigen zu brechen und endlich zu sagen, »was gesagt werden muss«. Darf man einem Gutdenker seine Freunde vorhalten – einem, der jahrzehntelang die Antifa-Flagge gehisst hat? Man darf, zumal einem hochintelligenten Literaten, der weiß, wie Worte – Text und Subtext – funktionieren, im Ober- wie im Unterbewusstsein.

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Der Applaus aus dem Sumpf konnte den meisterhaften Blechtrommler (das Buch bleibt Weltliteratur) nicht überrascht haben. Zu dicht dran ist »Was gesagt werden muss« an dem verdrucksten »Das wird man doch wohl mal sagen dürfen«, das aus den Gullys quillt. Grass wusste, was er schrieb. Um neue Freunde zu keilen? Nein. Aber man darf ein gewaltiges Fehlkalkül unterstellen.

Er muss geglaubt haben, dass er mit seinem poetischen Befreiungsschlag nicht nur die eigene Seele von der Qual der geerbten Schuld erlösen könne, sondern auch das Volk. Er muss zudem auf seine Vorbildrolle gesetzt und geglaubt haben, dass die politische Klasse wie erhofft reagiert, etwa: Wenn dieser gestandene Anti-Nazi so redet, dürfen wir es endlich auch. Grass als Retter aus Schuld und seelischer Not. Doch das Kalkül ging daneben; das ist das Beste an diesem Entlastungsangriff ohne Scham und Zügel.

Denn abgesehen von ein paar Apologeten, einer anheimelnd kleinen Zahl, hat sich die redende und schreibende Zunft diesseits der Linken und der NPD gegen den Stichwortgeber gestellt – mit der richtigen Mischung aus Abscheu und Argumentation. Sie hat den Subtext des Ressentiments und der Dämonisierung Israels sehr wohl erkannt. Das ist die Frohbotschaft von Ostern 2012. Sie kündet von einem soliden liberal-demokratischen Konsens, und das Land darf siebzig Jahre danach stolz auf die Selbstverständigung sein. Auch Verführer mit Nobelpreis-Gütesiegel verfangen nicht.

Nicht so anheimelnd sind Tausende von hasserfüllten, menschenverachtenden Kommentaren im Internet, die sich in diesen Tagen unter den kritischen Texten zu Grass angesammelt haben. Deprimierend, was dort zu Israel und Juden aus der Psyche bricht, jedenfalls im befreienden Schutze der Anonymität. Hoffen wir, dass es eine nicht repräsentative, selbstselektierte Stichprobe ist. Sonst würde Grass dort unten die Schlacht gewinnen, wo er sie in der nachdenkenden Öffentlichkeit so schmählich verloren hat.

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Leserkommentare
    • edgar
    • 13. April 2012 16:37 Uhr

    "Wer sich wie Grass mit der NPD ins Bett begibt..."
    1.) unredliche Argumentation, denn wenn überhaupt hat sich diese zu Grass ins Bett begeben. Aber nicht unbedingt, weil auch die NPD oder der "Maulheld" aus dem Iran, G.G. Recht beipflichten, muss G.G. nicht falsch liegen - Es handelt sich hier sozusagen um umgekehrtes "argumentem ad hominem".

    "Denn abgesehen von ein paar Apologeten, einer anheimelnd kleinen Zahl, hat sich die redende und schreibende Zunft diesseits der Linken und der NPD gegen den Stichwortgeber gestellt – mit der richtigen Mischung aus Abscheu und Argumentation."
    2.) Es hat sich z.B. auch die Mehrheit der FTD-Leser auf Grass Seite gestellt (Link wurd hier schon mehrfach gepostet").
    Aber was zählt hier der gesunde Menschenverstand des normalen Bürgers, wo doch von der Elite der "schreibenden Zunft" die Rede sein soll.

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    "Denn abgesehen von ein paar Apologeten, einer anheimelnd kleinen Zahl, hat sich die redende und schreibende Zunft diesseits der Linken und der NPD gegen den Stichwortgeber gestellt – mit der richtigen Mischung aus Abscheu und Argumentation."

    Kommentar Nr. 1 erfasst die Lage richtig: nur die Meinung scheinbar allwissender Zeitungsapostel wie Herrn Joffe zählt - die des "Pöbels" (O-Ton Joffe) nicht. Und dieser Pöbel, dass sind unter anderem wir, die wir, anders als Herr Joffe, oft tatsächlich bemüht waren, Argumente für oder wider Grass zu finden, statt nur zu polemisieren. So wie jetzt wieder, da Herr Joffe Günter Grass unverholen in die Nähe der NPD rückt.

    "Meinung" ist ja schön und gut, sie sollte in einer (vermeintlichen?) Qualitätszeitung wie der Zeit aber bitte über Stammtischniveau liegen.

    ist eine von Joffe belegte Tatsache, aber 300 Kommentatoren haben sich in ihrer endlich sagenwollenden Bestimmung in erschreckender Weise von der realen Welt längst entfernt.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Die Redaktion/ds

    Aber ansonsten liegt Joffe richtig, insbesondere bezüglich des Shitstorms. Und auch hier in die Zeit schwappt die braun-rote Weltverschwörungsjauche herüber: "Nach Gauck-Anbeterei das Grass-Bashing", so der Wahnsinn schon gleich im ersten Beitrag, mit 87 "Empfehlungen", in Worten: Siebenundachtzig. Grass als Gully-Öffner.

    Aber wie ich schon schrieb: Wir müssen Grass dankbar sein. Denn das Thema, um das wir Antiglatzen uns seit Jahren bemühen, nämlich die Entlarvung der sich als Israelkritik tarnenden roten und braunen Hetze gegen die Juden, ist nun endlich ad acta gelegt, mit weltweiter Publicity durch einen Nobelpreisträger. Niemals mehr kann jemand den Menschen verkaufen, über die Juden "müsse etwas gesagt werden", oder "man dürfe doch wohl nochmal", oder wie die Insider-Formulierungen all der Ehemaligen von NPD und SED auch lauten, niemals mehr kann uns jemand erzählen, die Juden wollten Krieg, um sich anschließend damit zu exkulpieren, er habe ja nur von "Israel" gesprochen, niemals wird das einer von jetzt an noch sagen können, ohne "du Günter" genannt zu werden.

    Da kann man nur zustimmen. Sicherlich ist die Zeit nicht mehr auf dem Niveau, das sie im letzten Jahrhundert einmal hatte. Herr Joffe hat sich und Die Zeit mit dieser billigen Polemik disakkreditiert.

  1. in den Foren finden sich deutlich mehr Beiträge, die reflektiert, begründet und mit Belegen abgesichert sind, als "hasserfüllte" und "menschenverachtende" Kommentare. Im Gegenteil, die überwiegende Anzahl ist politisch, kritisch und versucht sich immmer wieder aufeinander zu beziehen. Das nennt man Diskussionskultur und nicht Extremismus!

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    • cornus
    • 13. April 2012 18:15 Uhr

    Und deshalb fühle ich mich persönlich von Herrn Joffe verunglimpft. So selektiv kann er doch nicht gelesen haben, dass er die Mehrheit der Kommentatoren mit der NPD gleichsetzt.
    Er - und auch die Zeit - sollte sich überlegen, ob ein solcher Artikel nicht grob fahrlässig ist.

    Der Text von Joffe ist einfach nur provokativ. Er verungleimpft die Forengemeinde und stellt den Sachverhalt, dass Grass mit der NPD ins Bett ging seitenverkehrt dar, denn die NPD ist es, die sich der Popularität deses Themas bedient und für sich ausnutzen möchte.
    Das subtile Schwingen der Antisemitismuskeule gegen die Deutschen (!) ("Hoffen wir...") stellt Joffe selbst weit an den Rand des politischen Spektrums.

    • dacapo
    • 13. April 2012 16:42 Uhr

    Es sollte doch mal Einhalt geboten sein, auch von Ihnen. Haben Sie nicht das Gefühl, dass Sie maßlos übertreiben. Zuerst nannten Sie Grass einen Antisemiten und haben dadurch den Antisemitismus verharmlost, dann nannten Sie Grass einen Waffen-SS-Mann, obwohl Sie wissen müssten, wie es zu der Zeit geschah, wie Jugendliche oder Noch-Kinder eingezogen wurden. Für Sie ist aber Grass ein bei voller Kenntnisnahme und bei vollem Bewusstsein ein freiwilliger SS-Mann. Jetzt geht er nach Ihrer Meinung mit der NPD ins Bett. Es gibt in der Tat genügend Kritik an Grass, aber doch nicht so, wie Sie das machen. Das widerspricht einer seriösen journalistischen Arbeit, oder Sie haben eine Privat-Affäre mit Herrn Grass, dann sollte das niemenden interessieren.

    Herr Grass hat mit manchen Begrifflichkeiten in seinem zweifelhaften Gedicht daneben gegriffen. Aber auch Sie griefen tüchtig daneben. Ohne Not und ohne Grund.

    Es gab doch vorher Äußerungen von Leuten, die fast die gleichen Vorwürfe gegen Israel gemacht hatten, sogar Menschen mit jüdischen Wurzeln, aber es kahm kein Schimpfe von Ihnen. Warum machen Sie Unterschiede?

    Man ist geneigt, das Zeit-Abonnement zu kündigen. Aber auch das wäre dann eine Überreaktion, davon möchte ich mich auch von Ihnen nicht anstecken lassen.

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    Ein sehr treffender Hinweis, wenn Sie sagen, dass Herr Joffe den Antisemitismus verharmlost. Der nächste Artikel von Herrn Joffe wird dann lauten:
    "Der Rechtsradikalismus will raus". Nach dem Motto: Im Grunde ist der Unterschied zwischen der NPD und einem verrutschten Grass-Gedicht nur marginal.
    Auch dieser Artikel ist wieder selbstzufrieden-bräsig geschrieben, wie man es von Joffe leider kennt.

  2. Die Verführer schreiben nicht nur Gedichte.

    Die Verführer sind permanent in der Politik, in der
    Publizistik und im sogenannten gemeinen Volk permanent
    vorhanden.
    Und dies nicht nur seit Ostern 2012 sondern seit Jahr-
    zehnten vornehmlich in der sogenannten Intelligenz vor-
    handen.

    6 Leserempfehlungen
  3. Allmontags ringe ich mit mir, ob ich Ihre Kolumne im Tagesspiegel lesen soll, weil ich am Beginn der Arbeitswoche eigentlich nicht auf negative Adrenalinkicks angewiesen bin.

    Umso mehr bin ich überrascht, dass ich hier vollständig mit Ihnen einverstanden bin.
    Allerdings scheinen wir es mit zwei einigermaßen hermetischen Kreisen zu tun zu haben.
    Die einen fühlen sich von Grass in einer Weise befreit, wie ihre Vorfahren vor 67 Jahren nicht. Die anderen verzweifeln an Grass zentraler kontrafaktischer Unterstellung eines Tabus.

    Die "Israelkritik" unterscheidet sich von anderen durch drei Punkte:
    1. Es geht gleich ums ganze Land, nicht um eine Regierung.
    2. Sie ist verbreiteter als die Kritik an den Regierungen aller anderen Länder.
    3. Sie halluziniert, quasi jeden Tag aufs Neue, sie breche gerade heute ein langwährendes Tabu.

    Meine Erfahrung ist, dass man zu den Leuten nicht durchdringt, die diesen Vorstellungen anhängen.
    Ich wünsche uns, dass es wenigstens gelingt, die Proliferation dieses Unsäglichen zu verhindern. Und das über alle Differenzen hinweg, die mich sonst von Ihnen trennen.

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    "Die "Israelkritik" unterscheidet sich von anderen durch drei Punkte:
    1. Es geht gleich ums ganze Land, nicht um eine Regierung.
    2. Sie ist verbreiteter als die Kritik an den Regierungen aller anderen Länder.
    3. Sie halluziniert, quasi jeden Tag aufs Neue, sie breche gerade heute ein langwährendes Tabu."

    zu 1. Es ist sprachlich normal, nur den Namen des Landes zu sagen und die Regierung zu meinen. Man spricht ja auch von "den USA" und nicht von "der us-amerikanischen Regierung".

    zu 2. Ist natürlich Quark mit Soße.

    zu 3. Wenn ein Sigmar Gabriel gleich Antisemitismus vorgeworfen bekommt, weil er von der Apartheid in den besetzten palästinensischen Gebieten berichtet, dann handelt es sich leider immer noch um ein Tabu. Dass in diesen Gebieten Apartheid herrscht meinen auch Menschen wie der ehemalige US-Präsident Carter oder Desmond Tutu, selbst Opfer der Apartheid in Südafrika.

    Wo soll man bei Ihnen bloß anfangen? Vielleicht mit der Hoffnung, dass die Proliferation Ihrer Unbedachtheit gestoppt werden kann? Werfen wir einmal einen Blick auf Ihre interessanten Thesen:

    "Die "Israelkritik" unterscheidet sich von anderen durch drei Punkte:
    1. Es geht gleich ums ganze Land, nicht um eine Regierung.
    2. Sie ist verbreiteter als die Kritik an den Regierungen aller anderen Länder.
    3. Sie halluziniert, quasi jeden Tag aufs Neue, sie breche gerade heute ein langwährendes Tabu."

    Ad 1.: Falsch, wenn Sie unterstellen, dies sei stets so. Dass es Israelhasser gibt, sei gar nicht bestritten. Wenn jemand aber sagt, "Israel sollte nicht...", so ist damit doch in aller Regel die ISraelische Politik gemeint (das nennt man dann pars pro tot...)
    Ad 2.: Tja, außer der Kritik an den USA, Russland, China und zur Zeit Syrien - je nachdem, wen Sie fragen.
    Ad 3.: Sie halluzinert das keineswegs, es wird ihr von Leuten wie Ihnen oder Herrn Joffe zugeschrieben, die "Israelkritik" für grundsätzlich moralisch korrupt halten. Die Frage ist: warum nur?

    ... an Sie, Forist 'kopfschüttelnd'.

    1) Der Ton von Grass´ Polemik und von anderen sog. 'Israelkritikern' (ist das eigentlich so eine Art Hobby? Aquaristik, Gartenpflege, Israelkritik...) ist geprägt durch Weinerlichkeit, Trotz, Moralisieren, Beleidigtsein, Häme, latente Agression ("DAS kriegst Du wieder!...") - ganz großes deutsches Kino.
    Es ist zum Heulen.

    Es ist ein psychologisches Problem, Herr Jessen hat hier kürzlich einen schönen Artikel zu dem Thema geschrieben. Ein Problem, das offenbar so viele Deutsche zu haben scheinen, dass es das ganze vllt. zu einem deutschen Problem macht ...?

    2) Gerade Deutsche sollten doch ein wenig zurückhaltender sein, wenn es darum geht, Israels Politik zu kritisieren!

    Und ich vermute, dass es besonders ein solcher Satz ist, der in jenen, m.E. neurotischen, Deutschen derartige Wut weckt und zum allbekannten Stammtischgrollen führt.

    Jenen sei also gesagt, dass es nicht um ein Verbot der sog. Meinungsfreiheit (gemeint ist offenbar die Redefreiheit; die -ungeäußerte- Meinung ist per se 'frei') geht.

    Es geht um Anstand und Taktgefühl.
    Würden Sie als Deutscher mit einer 75jährigen Israelin, die miterleben musste, wie ihre Mutter im Vernichtungslager umgebracht wurde, über israelische Politik diskutieren und dabei Wörter wie 'Auslöschung' und 'Apartheid' gebrauchen?

    3) Was soll überhaupt immer dieses Fingerzeigen auf andere? Gibt es in D nicht genug zu Verbessern?
    Sowohl der Psychologe als auch der spirituelle Mensch wissen: Wer am anderen herumkritisiert, weiß insgeheim, dass er den Makel in sich selbst gesehen hat. Apartheid und Agression sind sicherlich auch in D. ein Thema!

    "Was zeigst Du auf den Splitter im Auge deines Nächsten und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen Auge?" In der Tat. Große Meister kennen dieses wahnsinnige verhalten schon lange...

    Verbringen Sie einfach etwas weniger Zeit damit, sich Ihre sog. 'politische Meinung' zu bilden, die zumeist ohnehin nur Ausdruck Ihrer persönlichen Frustration und Ängste ist, und tun Sie einfach mal etwas Gutes in Ihrem Umfeld.

  4. Mit Verlaub, ich finde Ihre Argumentationsline durch durch nicht statthaft. Das ist schon eine systematische Demontage eines angesehenen alten Lieteraten, dessen Tätigkeit sich lediglich darauf beschränken lassen kann, auf die Gefahren hin zu weisen. Sie müssen auch darauf achten was Sie als offizieller Kommentator einer ebenso renommierten Zeitung wie die Zeit von sich geben "Wer sich wie Grass mit der NPD ins Bett begibt, kommt darin um". Erst haben sie Günter Grass "Krank" erklärt nun dieser Artikel. Ich bin entsetzt.
    Ist das Ihre ganz persönliche Meinung oder das Ergebnis welcher Jornalistischer Ermittlungen. Folgt man Ihrer Argumentationslinie so muß mann spekulieren wessen Prooaganda sie betrieben!

    48 Leserempfehlungen
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    Wenn Herr Joffe der Meinung ist, daß Herr Grass mit der NPD
    im Bett liegt, stellt sich die Frage mit wem Herr Joffe im
    Bett liegt.
    Seriöse und aufrichtige Aufklärung sollte gegeben sein.

    dass auch jemand, der eine ganz andere Meinung hat als Sie, dafür ganz aus eigener Kraft gute Gründe hat. Ohne damit und dabei irgendjemandes "Propaganda" zu betreiben.

    Bei der Gelegenheit: An wessen Propaganda denken Sie da?
    Zusatzfrage: Haben Ihre Spekulationen etwas mit Herrn Joffes Religion zu tun?

    Jeder der eine andere Meinung als Joffe vertritt ist Krank, oder hasserfüllt? Glaube ich nicht.

    Auch die Nazis sind so mit Künstlern (Stichwort Entartete Kunst) umgegangen.

    Da wurden dann die Künstler, die einem nicht passten, auch als Krank hingestellt.

    H. Joffe: Driften Sie nicht ein bisschen arg weit ab?

    auf die Gefahren hingewiesen, die vom Iran ausgehen? Richtig, in keinem einzigen. Er hat kein Problem mit einem Regime, das Andersdenkende oder Schriftsteller verfolgt, das Volk unterdrückt, den Libanon destabilisiert und sich dann auch noch Atomraketen zulegt.
    Die Fatwa gegen Rushdie? Während der ihn sogar noch verteidigt, ist mir nichts darüber bekannt, dass Grass sich für Rushdie stark gemacht hätte.
    Das ist das Problem einer öffentlichen Person wie Grass: wer sich zu einer Sache äussert zu anderen Missständen aber ostentativ schweigt, muss sich eben den Vorwurf der Voreingenommenheit gefallen lassen.

  5. 52 Leserempfehlungen
  6. Ihr habt den Bogen eindeutig überspannt, um noch als seriöses, unparteiisches und kritisches Blatt durchgehen zu können.

    Man könnte meinen, Grass hat Herrn Joffe persönlich auf den Schlips getreten, anders kann ich mir diese üble Nachrede nicht erklären - "sich mit der NPD ins Bett begeben". Sie sollten sich schämen.

    85 Leserempfehlungen
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    ... Landschaft dieses Landes kennt? Legt man seinen Text neben die Programme und sonstigen politischen Aussagen der Parteien von Linke bis NPD, dann ergibt sich die deutlich größte Übereinstimmung mit der NPD.
    Da sie vorher bereits öffentlich diese Positionen bezogen hat, lässt sich die Metapher, er lege sich zu ihr ins Bett, gut begründen. Oder?

    ...kommt Joffe diesmal ohne seinen Freud aus. Allerdings fällt das Wort „Unterbewußtsein“ schon wieder.

    Das ist nämlich die Masche bei Josef Joffe, sein Schema F: Er erspart sich jede inhaltliche Auseindersetzung. Stattdessen versucht er, die Meinungen, die ihm nicht passen, zu pathologisieren und damit zu disqualifizieren. Und fertig ist die Laube: Er, Joffe, vernunft- und verstandesgesteuert, Grass dagegen ein Ressentiment- und Triebtäter.

    Aber er hat jetzt noch ein zweites As im Ärmel: Wer Joffe widerspricht bzw. Grass zustimmt, ist NPD.

    Ausgrenzen statt Argumentieren.

    Journalismus unter der Gürtellinie.

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  • Serie Zeitgeist
  • Schlagworte Günter Grass | NPD | Antisemitismus | Israel | Ostern | Psyche
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