Techniker: »Keine Spinner«
Ingenieure können fast alles, nur romantisch sind sie nicht. Ein Gespräch über die Eigenheiten der gefragten Fachkräfte.
DIE ZEIT: Ihr Buch 55 Gründe, Ingenieur zu werden ist eine Liebeserklärung an den Ingenieurberuf. Hatten Sie den Eindruck, dass Ingenieure noch nicht genug gewürdigt worden sind?
Ekkehard D. Schulz: Das ist weniger das Problem, vielmehr die Frage: Haben wir für alle Herausforderungen, vor denen die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten steht, genügend Ingenieure und Naturwissenschaftler? Uns fehlen in Deutschland zurzeit fast 100.000 Ingenieure, und die Lücke wird jedes Jahr größer. Wir müssen mehr junge Menschen für den Ingenieurberuf gewinnen. Für sie habe ich das Buch geschrieben.
ZEIT: Was für Reaktionen bekommen Sie?
Schulz: Nur positive. Ich erlebe das bei meinen eigenen Enkeln: Einige von ihnen sind in dem Alter, dass sie sich Gedanken über die Berufswahl machen. Nach der Lektüre haben sie gesagt: Wir können uns ein technisch-naturwissenschaftliches Studium vorstellen. Auch wenn ich in Schulen Vorträge halte, sind die Reaktionen durchweg positiv. Während der Pubertät verliert sich das technische Interesse, aber danach kann man wieder daran anknüpfen. Darum ist es ganz wichtig, in Kindergarten, Vorschule, Schule zu beginnen, die Kinder für Technik zu interessieren.
ZEIT: Warum haben es gerade 55 Gründe in das Buch geschafft?
- Ekkehard D. Schulz
Ekkehard D. Schulz war Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG. Seit Januar 2011 ist er Mitglied im Aufsichtsrat. 2004 rief er die Initiative Zukunft Technik entdecken ins Leben, die junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften begeistern soll.
Schulz: Ich hätte sicher auch 100 oder 111 Gründe gefunden. Aber 55 ist eine Zahl, die noch einigermaßen glaubhaft ist.
ZEIT: Wie sind Sie an die Auswahl herangegangen? Gibt es eine Reihenfolge?
Schulz: Nein, die Gründe sind alle gleich wichtig. Ich habe mir angeschaut: Was sind die Megatrends der Zukunft? Etwa Energie- und Klimaprobleme, Gesundheit, Mobilität und Kommunikation. Aus diesen Bereichen habe ich Beispiele gewählt – und ein paar Themen, die junge Leute besonders ansprechen.
ZEIT: So wie der Punkt »Weil Ingenieure beste Chancen bei Frauen haben«...
Schulz: Natürlich! Andersherum haben Ingenieurinnen natürlich auch beste Chancen bei Männern...
ZEIT: Und warum ist das so?
Schulz: Ingenieure haben einen spannenden Beruf mit guter Bezahlung und sehr guten Karrierechancen. Sie sind praktisch veranlagt, packen Probleme an. Und sie können mit ihren Kindern später mal Drachen oder Seifenkisten bauen.






...ist mit Vorsicht zu genießen, wie hier beschrieben wird:
http://www.zeit.de/karrie...
Das soll niemanden von einer Karriere in diesem Feld abhalten, den das wirklich interessiert - mit genügend großem Enthusiasmus sollte es kein allzu großes Problem sein, eine Stelle zu finden. Aber wenn man das nur wegen dem vermeintlich sicheren Arbeitsplatz und gutem Gehalt tut, sollte man sich das alles noch einmal überlegen.
Bei solchen Sprüchen sollte man sich in der Tat etwas eingehender zur Person des ... Verbreiters ... derartiger Nachrichten informieren:
http://de.wikipedia.org/w...
So hätte ich gern gewusst, ob der Herr Mitglied der INSM ist. Dann beginnt die "gute Bezahlung" schon knapp oderhalb vom HartzIV.
Bei solchen Sprüchen sollte man sich in der Tat etwas eingehender zur Person des ... Verbreiters ... derartiger Nachrichten informieren:
http://de.wikipedia.org/w...
So hätte ich gern gewusst, ob der Herr Mitglied der INSM ist. Dann beginnt die "gute Bezahlung" schon knapp oderhalb vom HartzIV.
Das kann schon sein.
"... mit guter Bezahlung ... "
Wo bitte denn das? Gut, vielleicht nicht gerade Leiharbeiter-Niveau, gewiss, aber verglichen mit richtigen Berufen wie Banker oder Controller oder Berater doch wohl eher bescheiden. Und mit 50 dann ist auch damit Schluss.
"... und sehr guten Karrierechancen"
Wohl bei der Betreuung der Senioren?
("Unsere Senioren sind 35")
Bei solchen Sprüchen sollte man sich in der Tat etwas eingehender zur Person des ... Verbreiters ... derartiger Nachrichten informieren:
http://de.wikipedia.org/w...
So hätte ich gern gewusst, ob der Herr Mitglied der INSM ist. Dann beginnt die "gute Bezahlung" schon knapp oderhalb vom HartzIV.
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ag
"Sie sind Pragmatiker ... "
Aus meiner Studentenzeit weiß ich, daß 80 % überhaupt nicht konstruieren wollen oder können. Konstruieren ist das kreative in diesem Job.
Wo soll da das Pragmatische herkommen.
Ja, das ist schon richtig. Dort muss man die Ideen auch haben. Aber trotzdem ist auch hier der Alltag nicht von Innovation geprägt. Wer bei BMW den Bremsbackenhalter hinten-rechts konstruiert, wird das wohl auch über viele Jahre machen. Und er wird nicht jeden Tag das revolutionäre neue Konzept entwickeln.
Aus meiner Studienzeit erscheint mir Konstruktion
eher als 10 % Kreativ sein; 90 % mit DIN und ISO
Normen rumschlagen, Passungen auswählen, Oberflächentoleranzen
angeben... und dann kommt das ganze vom Controlling zurück
mit vielen roten Korrekturen und alles geht wieder von vorne
los.
Ja, das ist schon richtig. Dort muss man die Ideen auch haben. Aber trotzdem ist auch hier der Alltag nicht von Innovation geprägt. Wer bei BMW den Bremsbackenhalter hinten-rechts konstruiert, wird das wohl auch über viele Jahre machen. Und er wird nicht jeden Tag das revolutionäre neue Konzept entwickeln.
Aus meiner Studienzeit erscheint mir Konstruktion
eher als 10 % Kreativ sein; 90 % mit DIN und ISO
Normen rumschlagen, Passungen auswählen, Oberflächentoleranzen
angeben... und dann kommt das ganze vom Controlling zurück
mit vielen roten Korrekturen und alles geht wieder von vorne
los.
http://www.junioring.de/
gehört den Kaufleuten und Juristen, also dem Bodensatz der Akademiker.
Die haben Sozialkompetenz in der Disco geübt anstatt Mathmatik. Das reicht offensichtlich für ein hohes Gehalt: Mehr Schein als Sein.
Ich finde Sozialkompetenz nicht schlimm. An meiner Uni ist diese unter meinen Kommilitonen des Maschinenbaus eher mangelhaft ausgeprägt. Die meisten haben tatsächlich ähnlich ausgeprägte Ansichten, wie Herr Ekkehard D. Schluz.
Haben Sie sich mal die 55 Gründe angeschaut?
Dort zu finden sind folgende Aussagen: Ingenieure sind "hervorragende Herdenführer", "bis heute den größten Einfluss auf die Gestaltung der Welt haben." usw.
Es gibt nichts daran auszusetzen, zufrieden mit dem eigenen Beruf zu sein und ihn mit Stolz auszuüben, aber viele meiner Kommilitonen überschreiten leider die Grenze zur Arroganz und werden in Ihrer Ansicht, Götter und Schöpfer unserer Gesellschaft zu sein nun auch durch so ein Buch bestätigt.
Was genau meinen Sie mit "Bodensatz der Akademiker"? Ich nehme an, dass hier eine negative Konnotation beabsichtigt ist und disqualifizieren sich selbst hiermit in dieser Diskussion.
"Dieses Land gehört den Kaufleuten und Juristen, also dem Bodensatz der Akademiker...."
Der "Bodensatz" der Akademiker, dass sind vorallem die Geisteswissenschaftler....sage nicht ich(würde ich als ein demutvoll nach obenblickender, untertäniger Nichtakademiker garnicht wagen zu behaupten), sondern das sagt der Herr Sarrazin in seinem allseits bekannten Buch und sagt auch der Herr Gunnar Heinsohn in seinen Artikeln subtil durch die Blume und das zeigt der Prof. Dietrich Schwanitz in seinem lebensnahen Roman "Der Campus" ua. ebenso auf. Und ganz ehrlich, ich glaub's sogar. Geisteswissenschaften im weitesten Sinne studieren wohl alle, so zumindest mein persönliches Vorurteil zu der Sache, die in Mathe, Physik, Chemie und Informatik eine fünf oder sechs, aber in Religion, Sport, Erd- und Sozialkunde(Soziologie), Kunst, Musik, Medienkunde oder in Deutsch und Englisch mindestens einen drei im Abizeugnis hatten. Wage ich mal keck aus dem Bauch heraus festzustellen. Denn es ist halt eben so, dass man für all die genannten naturwissenschaftlichen Fächer die Fähigkeit zum logisch-abstrakten Denken benötigt. Und das kann halt nicht jeder. Ergo eignet sich auch nicht jeder zum Ingenieursstudium, weil man halt grad da besonders logisch-abstrakt denken muss. Tja, und wenn nicht genügend Menschen in Deutschland mit diesem Talent, mit diesem speziellen Sinn und der dazugehörigen Affinität dazu geboren werden, tja dann müssen wir sie eben vom Vulkan importieren. Faszinierend, nicht wahr?
Ich finde Sozialkompetenz nicht schlimm. An meiner Uni ist diese unter meinen Kommilitonen des Maschinenbaus eher mangelhaft ausgeprägt. Die meisten haben tatsächlich ähnlich ausgeprägte Ansichten, wie Herr Ekkehard D. Schluz.
Haben Sie sich mal die 55 Gründe angeschaut?
Dort zu finden sind folgende Aussagen: Ingenieure sind "hervorragende Herdenführer", "bis heute den größten Einfluss auf die Gestaltung der Welt haben." usw.
Es gibt nichts daran auszusetzen, zufrieden mit dem eigenen Beruf zu sein und ihn mit Stolz auszuüben, aber viele meiner Kommilitonen überschreiten leider die Grenze zur Arroganz und werden in Ihrer Ansicht, Götter und Schöpfer unserer Gesellschaft zu sein nun auch durch so ein Buch bestätigt.
Was genau meinen Sie mit "Bodensatz der Akademiker"? Ich nehme an, dass hier eine negative Konnotation beabsichtigt ist und disqualifizieren sich selbst hiermit in dieser Diskussion.
"Dieses Land gehört den Kaufleuten und Juristen, also dem Bodensatz der Akademiker...."
Der "Bodensatz" der Akademiker, dass sind vorallem die Geisteswissenschaftler....sage nicht ich(würde ich als ein demutvoll nach obenblickender, untertäniger Nichtakademiker garnicht wagen zu behaupten), sondern das sagt der Herr Sarrazin in seinem allseits bekannten Buch und sagt auch der Herr Gunnar Heinsohn in seinen Artikeln subtil durch die Blume und das zeigt der Prof. Dietrich Schwanitz in seinem lebensnahen Roman "Der Campus" ua. ebenso auf. Und ganz ehrlich, ich glaub's sogar. Geisteswissenschaften im weitesten Sinne studieren wohl alle, so zumindest mein persönliches Vorurteil zu der Sache, die in Mathe, Physik, Chemie und Informatik eine fünf oder sechs, aber in Religion, Sport, Erd- und Sozialkunde(Soziologie), Kunst, Musik, Medienkunde oder in Deutsch und Englisch mindestens einen drei im Abizeugnis hatten. Wage ich mal keck aus dem Bauch heraus festzustellen. Denn es ist halt eben so, dass man für all die genannten naturwissenschaftlichen Fächer die Fähigkeit zum logisch-abstrakten Denken benötigt. Und das kann halt nicht jeder. Ergo eignet sich auch nicht jeder zum Ingenieursstudium, weil man halt grad da besonders logisch-abstrakt denken muss. Tja, und wenn nicht genügend Menschen in Deutschland mit diesem Talent, mit diesem speziellen Sinn und der dazugehörigen Affinität dazu geboren werden, tja dann müssen wir sie eben vom Vulkan importieren. Faszinierend, nicht wahr?
Schulz: Sie [...] suchen bei Problemen nach praktischen Lösungen – und sie finden sie in der Regel auch.
Das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Ich kenne viele Ingenieure, die sich dadurch anmaßen, Probleme lösen zu wollen, von denen sie keine Ahnung haben. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Lösung schnell und günstig kommt, aber andererseits auch ziemlicher Pfusch werden kann. Da ich Informatiker bin, denke ich da vor allem an Programmierung von Maschinen und dergleichen. Was ich da alles schon gesehen habe... da kräuseln sich mir die Fußnägel.
...kann ich nur sagen, man kann froh sein, dass das, was Programmierer herstellen, nicht 40 t wiegt und über den Köpfen von 10.000 Zuschauern schwebt. Nur um ein Beispiel zu nennen.
Was sich die durchaus geschätzten Kollegen da teilweise an Leichtfertigkeiten erlauben, spottet jeder Beschreibung. Das wäre dann ungefähr so, als ob ein Stadiondach statt zu funktionieren die Meldung ausgeben würde: "Unzulässige Aktion! Windgeschwindigkeiten über 80 Km/h sind nicht erlaubt."
Ausserdem glaube ich kaum, dass ein Informatiker die Arbeit eines Ingenieurs wirklich verstehen, geschweige denn beurteilen kann. Ich bin übrigens doppelt qualifiziert.
eine klare Regel:
braucht es einer maßgeschneiderten Software, dann wird diese am besten von einem gut programmierenden Ingenieur aus dem Fach entwickelt. Und nicht von einem ITler, der über objektorientierte Sprachen, cronjobs und Strings sinnieren kann, jedoch keine Ahnung hat, weder von den technischen, noch den organisatorischen Prozessen, geschweige den von der Physik selbst.
Mit so einem Experten schlage ich mich gerade seit Monaten rum, er hätte vor Weihnachten fertig werden sollen. Grund: er wollte trotz meiner ausdr. Warnungen davor "das Datenmanagement komfortabel machen", und erzählt nun immer wieder, dass er "leider" 95% der Zeit - na, raten Sie mal, womit - mit dem eigenen Datenmanagement zu kämpfen hat, ein perfektes Beispiel, wie man sich selbst ein Loch in den Fuß schießen kann...
Bloß schön auf die Fußnägel achten...
...kann ich nur sagen, man kann froh sein, dass das, was Programmierer herstellen, nicht 40 t wiegt und über den Köpfen von 10.000 Zuschauern schwebt. Nur um ein Beispiel zu nennen.
Was sich die durchaus geschätzten Kollegen da teilweise an Leichtfertigkeiten erlauben, spottet jeder Beschreibung. Das wäre dann ungefähr so, als ob ein Stadiondach statt zu funktionieren die Meldung ausgeben würde: "Unzulässige Aktion! Windgeschwindigkeiten über 80 Km/h sind nicht erlaubt."
Ausserdem glaube ich kaum, dass ein Informatiker die Arbeit eines Ingenieurs wirklich verstehen, geschweige denn beurteilen kann. Ich bin übrigens doppelt qualifiziert.
eine klare Regel:
braucht es einer maßgeschneiderten Software, dann wird diese am besten von einem gut programmierenden Ingenieur aus dem Fach entwickelt. Und nicht von einem ITler, der über objektorientierte Sprachen, cronjobs und Strings sinnieren kann, jedoch keine Ahnung hat, weder von den technischen, noch den organisatorischen Prozessen, geschweige den von der Physik selbst.
Mit so einem Experten schlage ich mich gerade seit Monaten rum, er hätte vor Weihnachten fertig werden sollen. Grund: er wollte trotz meiner ausdr. Warnungen davor "das Datenmanagement komfortabel machen", und erzählt nun immer wieder, dass er "leider" 95% der Zeit - na, raten Sie mal, womit - mit dem eigenen Datenmanagement zu kämpfen hat, ein perfektes Beispiel, wie man sich selbst ein Loch in den Fuß schießen kann...
Bloß schön auf die Fußnägel achten...
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