MINT-Jobs : Technikerin aus Leidenschaft

Nur langsam steigt der Frauenanteil in technischen Berufen. Vier Technikerinnen erzählen, warum sie ihre Jobs lieben und gerne mit Maschinen arbeiten.

Die Flugzeugspezialistin

Susanne von Arciszewski, 58, arbeitet als Senior Manager/Head of Furnishing and Completion bei Airbus in Hamburg

Mein Vater war Maschinenbauingenieur. Daheim hat er viel von seiner Arbeit erzählt, und so ist wohl auch bei mir das Interesse an Technik gewachsen. Ich glaube, viele Frauen wagen sich einfach nicht an derartige »Männerthemen« heran. Nach einer Ausbildung zur technischen Zeichnerin habe ich 1976 angefangen, in Saarbrücken Maschinenbau zu studieren. Ich war die einzige Frau unter 100 Studenten, eine echte Rarität also. Aber so konnte ich mich schon mal daran gewöhnen, hauptsächlich von Männern umgeben zu sein: In meinem Bereich bei Airbus arbeiten 550 Leute, nur etwa 30 davon sind Frauen. In meiner Abteilung kümmern wir uns um die komplette Innenausstattung der A380. Acht Wochen haben wir Zeit dafür, ein Flugzeug mit Sitzen, Küchen, Toiletten und Treppen auszustatten.

Die Web-Entwicklerin

Martina Freundorfer, 27, arbeitet als Web-Entwicklerin bei Mobile International in Berlin

Ich habe an der FH in München Informatik studiert. Nach acht Semestern – ich habe mich wirklich beeilt – hatte ich mein Diplom in der Tasche. Danach war es überhaupt kein Problem, einen Job zu finden. Zuerst war ich in München bei 1&1 Internet tätig. Inzwischen arbeite ich in Berlin bei Mobile International, einem Onlinemarktplatz für Fahrzeuge. Ich programmiere die Website oder behebe Fehler auf der Seite. Zum Beispiel habe ich den Bereich erneuert, in dem die Händler Fotos hochladen können. Meine Mutter ist auch Informatikerin. Wahrscheinlich habe ich deshalb schon früh damit angefangen, mich mit Computern zu beschäftigen. Ich bin wirklich froh darüber, diese »Männerrichtung« eingeschlagen zu haben: Der Arbeitsmarkt sieht gut aus, ich bekomme regelmäßig Anfragen von anderen Firmen.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Sind das jetzt die Traumjobs?

Manchmal frage ich mich, ob das Ziel der Emanzipationsbewegung der Frau wirklich darin bestand, Toiletten und Sitze in Flugzeuge einbauen zu dürfen oder das Strom- und Gas-Netz instand zu halten?

Womit ich nicht anzweifeln will, dass diese Arbeiten wichtig sind und gemacht werden müssen. Nur solche Jobs jetzt als erobertes Terrain zu verkaufen, erscheint mir absurd.

Antworten nach dem "Warum" suche ich vergeblich

Der Artikel wird vorgestellt mit dem Satz: "Vier Technikerinnen erzählen, warum sie ihre Jobs lieben und gerne mit Maschinen arbeiten"
.
Was man hier erfährt ist: Gute Chancen, gutes Gehalt, früher gute Mathenoten, und auch, worin die Arbeit jeweils besteht.

Warum

Die Ros ist ohn Warum
Sie blühet weil sie blühet
Sie acht' nicht ihrer selbst
fragt nicht ob man sie siehet.

Angelus Silesius>/em>

Natürlich können die Damen nur erzählen, DASS sie gerne mit Technik und Maschinen umgehen, was auch sonst. Eine besondere Werbung für diese Jobs ist das nicht.

Das rekrutierbare Potential unter den Frauen wird kaum viel höher sein als das, was jetzt schon unterwegs ist. Solange Mädchen die Wahl haben, werden sie auch weiterhin frauentypische Berufe ergreifen, da kann man auch noch 100 Jahre lang Girls' Days veranstalten.