UnternehmensanleihenBreit streuen!

Wer Unternehmensanleihen schätzt, ist mit Fonds am besten bedient. von 

Verglichen mit den Gläubigern der Siag Schaaf Industrie AG, sind die Besitzer griechischer Staatsanleihen noch gut davongekommen. Sie kennen die Firma gar nicht? Es handelt sich um einen Zulieferer in der Windkraftbranche mit Sitz im Westerwald, der im März Pleite gemacht hat und nun saniert werden soll. Die Insolvenz ist ein schwerer Schlag für die Besitzer jener Anleihen, die das Unternehmen im Sommer 2011 ausgegeben hatte. Ob sie von ihrem Geld einen Euro wiedersehen, ist mehr als zweifelhaft.

Die Firma, deren Motto lautet: »Wir bauen an etwas ganz Großem«, hat die erste Pleite am Markt für Mittelstandsanleihen hingelegt. Und Experten rechnen damit, dass ihr weitere folgen werden. Dass die Siag-Papiere durchaus riskant waren, zeigte sich am Zinssatz, den das Unternehmen seinen Geldgebern versprochen hatte: neun Prozent. Man hätte es vielleicht auch als Warnung nehmen können, dass ausgerechnet die Skandalbank IKB dem Unternehmen bei der Emission der Anleihen half.

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Trotz des höheren Ausfallrisikos ist der Markt für Unternehmensanleihen aber durchaus attraktiv. In einer Zeit, in der die Zinsen für Bundesanleihen nicht einmal den Wertverlust des Geldes durch die Inflation ausgleichen und in der man auch mit Staatsanleihen europäischer Länder nicht mehr auf der sicheren Seite ist, sind Investments in Firmen für Anleger, die für höhere Ertragschancen ein größeres Risiko eingehen können, eine Alternative.

Es empfiehlt sich allerdings, das Risiko dadurch zu vermindern, dass man sich auf einen Schlag an einem ganzen Korb solcher Anleihen beteiligt, also einen Fonds kauft. Wer Kosten sparen will, setzt auf Indexfonds, bei denen kein Fondsmanager die Auswahl der Papiere übernimmt. Solche Fonds investieren das Geld in alle Firmenanleihen, die in einem Index enthalten sind. So umfasst etwa der Markit iBoxx Eur Liquid High Yield 30 Index 30 hoch verzinsliche Unternehmensanleihen.

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Leserkommentare
  1. Je höher das Risiko, desto höher die Zinsen, die eine Firma zahlen muss, oft noch weit mehr als bei Staatsanleihen. Dennoch brachte es eine solide Weltfirma wie IBM im vergangenen Sommer fertig, binnen weniger Minuten eine Milliardenanleihe zum Allzeittief von nur 1,0% auf dem Markt abzusetzen. Es kommt halt stets auf die Firma an.

    • reichl
    • 22. April 2012 23:58 Uhr

    Der "Barclays Capital Euro Corporate Bond Index", den man auch als Indexfonds kaufen kann, umfasst z. B. über 1200 verschiedene Unternehmensanleihen. Die Variante "Euro Corporate ex-Financials Bond Index" hat keine Banktitel und umfasst dann immer noch gut 730 Titel.

    Das ist allemal mehr als 30 und dann tut der Ausfall einer Anleihe auch nicht mehr ganz so weh...

  2. Der Artikel ist einfach nur schwach und bleibt im nebulösen und fabelhaften "Man hätte es vielleicht auch als Warnung nehmen können, dass ausgerechnet die Skandalbank IKB dem Unternehmen bei der Emission der Anleihen half."

    Weiss es der Verfasser nicht besser, oder hält es seine Leser für dumm? Sinnvoll wäre zum Beispiel die Aussage gewesen, dass die meisten Mittelstandsanleihen im Volumen zwischen 20 und 50 Millionen liegen; dass kleine wenig bekannte Firmen einen höheren Zins zahlen müssen.

    Der propagierte Markit iBoxx Eur Liquid High Yield 30 enthält hingegen nur Anleihen mit einem Volumen von mindesten 500 Millionen; das ist also eine ganz andere Liga und nicht vergleichbar. Diese Unternehmen sind groß und bekannt, aber es geht ihnen schlecht.

    Der Verfasser hat also bildlich gesprochen einen 1 Jahr alten Kleinwagen mit einem 12 Jahre alten Luxuswagen verglichen und will aus dem Preis auf die Zuverlässigkeit schließen. Nu ja, wer's glaubt ....

  3. Statt einer Folgeemission ist die Sanierung mit Eigeninsolvenz kostengünstiger und hält einem auch die Staatsanwaltschaft vom Halse.

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  • Schlagworte Kapitalanlage | Kapitalmarkt
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