Die Frage: Petra hat seit der Geburt des dritten Kindes Thomas stets die erotische Initiative überlassen, ihm aber auch nie einen Korb gegeben. Jetzt hat ihre Passivität auch Thomas erfasst, was zur Folge hat, dass gar nichts mehr passiert. Die beiden beklagen diesen Mangel, wollen sich aber auf gar keinen Fall scheiden lassen – die Kinder würden leiden, das Haus wäre nicht mehr zu halten. Sie einigen sich darauf, erotische Erfahrungen mit anderen Partnern zuzulassen, diese aber nach einem Jahr auf jeden Fall wieder zu beenden und einen Neustart in der Liebe zu versuchen. Nach diesem Jahr hat Thomas eine Geliebte, die er auf keinen Fall aufgeben will. Petra hingegen besteht nach zwei flüchtigen Liebschaften energisch auf der Absprache.

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Es ist wie im orientalischen Märchen: Der Geist ist leichter aus der Flasche zu bekommen als wieder in sie hinein. Verträge wie der zwischen Petra und Thomas sind insofern unvernünftig, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass Sex mit Schwangerschaft zu tun hat und es ebenso wenig ein bisschen Leidenschaft gibt wie ein bisschen Schwangerschaft. Petra und Thomas müssten zusammen herausfinden, was mit der Anziehung geschehen ist, die doch einmal bestand. Vielleicht haben sie sich auch schon früher zu sehr auf die Liebe nach Plan und Kalender verlassen. Einen Vertrag einzuklagen ist jedenfalls keine gute Energiequelle für den erotischen Neustart.