Katholische Kirche: Roma aeterna
Warum sich Papst Benedikt mit den Piusbrüdern aussöhnt
Der Papst hat einen klerikalen Traum, und wenn nicht alles täuscht, dann könnte er in Erfüllung gehen: Benedikt XVI. will die abtrünnigen Piusbrüder in den »Schoß der Kirche« zurückholen und die »Wunde der Spaltung« schließen. Bislang hatte sich die Bruderschaft standhaft geweigert, eine päpstliche »Präambel« zu unterzeichnen. Doch zu seinem 85. Geburtstag schrieb sie Benedikt einen artigen Brief, und nun, heißt es aus Rom, sei die Aussöhnung zum Greifen nah.
Wer das bloß für einen innerkirchlichen Vorgang hält, liegt leider falsch. Die Piusbrüder sind keine harmlosen Ministranten, die sich irrtümlich in den Katakomben des Fundamentalismus verirrt haben. Im Gegenteil, es handelt sich um reaktionäre Eiferer. Sie verachten die liberale Gesellschaft nicht, sie hassen sie.
In den Augen der Piusbrüder ist die »Erklärung der Menschenrechte« ein Fanal des Atheismus, und alle Staaten, die sich zu diesem Atheismus bekennen, befinden sich »im Zustand der Todsünde«. Die religiöse Neutralität des Staates, erst recht die Religionsfreiheit sind für Piusbrüder Teufelswerk, und statt der Demokratie schwebt ihnen eine Art Gottesstaat vor, der von christlichen Männern angeführt wird. Rechtsextreme Gesinnungen ergeben sich daraus wie von selbst. Der Pius-Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson nannte das antisemitische Pamphlet Die Weisen von Zion eine Gabe Gottes.
Gewiss verspürt der Papst keinerlei Herzensverwandtschaft zu dieser reaktionären Clique. Er handelt vielmehr aus strategischem Kalkül, und dieses heißt: Abschied von der heillosen Welt. Weil der Kirche die gesellschaftliche Öffnung angeblich bloß geschadet hat, organisiert Benedikt den Auszug aus der »Wüste« der Moderne – und dabei dürfen die Piusbrüder nicht fehlen. Wenn es dazu kommt, hätte der Papst die restaurative Wende der katholischen Kirche traurig vollendet. Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst.






Schon mal eine Predigt von diesen Brüdern gehört? Wissen Sie, was die an Karfreitag zu "den Juden" zu sagen haben?
"Im Gegenteil, es handelt sich um reaktionäre Eiferer. Sie verachten die liberale Gesellschaft nicht, sie hassen sie. "
Und das unterscheidet sie vom Papst wie? Oder ist es, dass er die "liberale" Gesellschaft nur verachtet und nicht hasst?
Am Ende schreibt der Autor, dass Benedikt den Auszug aus der "Wüste" der Moderne organisiert, was er ja schon seit Jahrzehnten tut. Mit dem irren Antisemitismus der Pius-Brüder mag er nichts am Hut haben, aber die grobe Richtung gefällt schon.
Besonders schön ist das alles, wenn man dann in einem anderen Thread von der Bedrohung unseres Staates und unserer Gesellschaft durch islamistische Hassprediger und Fundamentalisten liest, als gäbe es diesen hass und diesen Fanatismus gar nicht bei den guten (deutschen) Christen. Doch die katholische Kirche und "Wir sind Papst" gehören zu Deutschland, wie Herr Kauder sagen würde.
ist das "Heimholen" der Piusbruderschaft durch den Papst die gleiche Haltung, mit der einst Franz-Josef-Strauss deklamierte, daß es rechts von der CSU keine demokratische Partei geben dürfe und mit der die Linke heutzutage stalinistischen Betonköpfen eine politische Heimat gibt, ohne daß sie davon Zahnschmerzen bekommt.
ja genau so kommt mir das auch schon länger vor. Rückzug zu "den Wurzeln", weil das einfacher ist, als sich mit der Menschen-Welt, wie sie nun einmal in aller Diversität ist, auseinander zu setzen. Böse, böse Welt: sie lässt sich einfach nicht davon überzeugen, dass "Rom" es am besten weiß. Auf diese Weise wird die römische Kirche wahrscheinlich genau dahin zurückgelangen, wo sie herkommt: eine Minderheit unter Andersgläubigen. Schade um die schönen Ideale, und schade um das ehrliche Engagement so vieler Menschen, die mit beiden Füßen im Leben stehen und _trotzdem_ Dienst für diese Kirche tun. "Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst." Tja. Und die Gläubigen?
ja genau so kommt mir das auch schon länger vor. Rückzug zu "den Wurzeln", weil das einfacher ist, als sich mit der Menschen-Welt, wie sie nun einmal in aller Diversität ist, auseinander zu setzen. Böse, böse Welt: sie lässt sich einfach nicht davon überzeugen, dass "Rom" es am besten weiß. Auf diese Weise wird die römische Kirche wahrscheinlich genau dahin zurückgelangen, wo sie herkommt: eine Minderheit unter Andersgläubigen. Schade um die schönen Ideale, und schade um das ehrliche Engagement so vieler Menschen, die mit beiden Füßen im Leben stehen und _trotzdem_ Dienst für diese Kirche tun. "Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst." Tja. Und die Gläubigen?
ja genau so kommt mir das auch schon länger vor. Rückzug zu "den Wurzeln", weil das einfacher ist, als sich mit der Menschen-Welt, wie sie nun einmal in aller Diversität ist, auseinander zu setzen. Böse, böse Welt: sie lässt sich einfach nicht davon überzeugen, dass "Rom" es am besten weiß. Auf diese Weise wird die römische Kirche wahrscheinlich genau dahin zurückgelangen, wo sie herkommt: eine Minderheit unter Andersgläubigen. Schade um die schönen Ideale, und schade um das ehrliche Engagement so vieler Menschen, die mit beiden Füßen im Leben stehen und _trotzdem_ Dienst für diese Kirche tun. "Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst." Tja. Und die Gläubigen?
Die römisch-katholische Kirche hat die weltliche Macht über Menschen und die Autorität über die Philosophie und die Wissenschaft verloren.
Es bleiben als Rückzugsort nur moralische und behauptete überirdische Heilswelten.
Da dürfen die Piusbrüder mit dem besonders ausgeprägten Verlust an Bodenhaftung eben nicht fehlen.
und Autorität verloren - wenn man sich einmal vor Augen führt, unter welch beschränkter und seitdem nicht ernsthaft erweiterter oder hinterfragter Weltkenntnis (die Erde eine Scheibe, geozentrischer Kosmos; Amerika, Australien, die Pole unbekannt...) diese "Macht/Autorität" einmal begründet wurde, hat die Amtskirche eigentlich noch nicht gar so viel verloren. Da ist die Wiedereinbeziehung der Piusbrüder nur logisch. Die glauben immerhin noch an die "alte" Welt(ordnung) oder halten (sich) wenigstens noch daran fest. Letztlich ist die römische Kirche von den weltlich Mächtigen auch immer als Tathelfer instrumentiert worden, um die Menschen mit erhöhtem moralischem Druck unter der Knute zu halten - gerade so, wie islamistische Staaten das mithilfe des fehlinterpretierten Islam und seiner Helfershelfer ("Revolutionsgarden" etc.) tun. Auch da passen die Piusbrüder mit ihren autoritären Strukturen bestens ins Bild.
Es verwundert nur, dass die Herren im Vatikan auch das bisschen Restmacht jetzt noch aufs Spiel setzen. Als Motiv dafür Einsicht in das eigene Unvermögen zur echten Macht zu sehen, wage ich allerdings einstweilen noch nicht. Noch ein Wort: "moralisch"? Bei _den_ Verfehlungen, die sich diese Herren schon immer erlaubt haben, erlauben und noch erlauben werden, ist das schon eine sehr eigene Moral, auf die sie sich zurückziehen könnten...
und Autorität verloren - wenn man sich einmal vor Augen führt, unter welch beschränkter und seitdem nicht ernsthaft erweiterter oder hinterfragter Weltkenntnis (die Erde eine Scheibe, geozentrischer Kosmos; Amerika, Australien, die Pole unbekannt...) diese "Macht/Autorität" einmal begründet wurde, hat die Amtskirche eigentlich noch nicht gar so viel verloren. Da ist die Wiedereinbeziehung der Piusbrüder nur logisch. Die glauben immerhin noch an die "alte" Welt(ordnung) oder halten (sich) wenigstens noch daran fest. Letztlich ist die römische Kirche von den weltlich Mächtigen auch immer als Tathelfer instrumentiert worden, um die Menschen mit erhöhtem moralischem Druck unter der Knute zu halten - gerade so, wie islamistische Staaten das mithilfe des fehlinterpretierten Islam und seiner Helfershelfer ("Revolutionsgarden" etc.) tun. Auch da passen die Piusbrüder mit ihren autoritären Strukturen bestens ins Bild.
Es verwundert nur, dass die Herren im Vatikan auch das bisschen Restmacht jetzt noch aufs Spiel setzen. Als Motiv dafür Einsicht in das eigene Unvermögen zur echten Macht zu sehen, wage ich allerdings einstweilen noch nicht. Noch ein Wort: "moralisch"? Bei _den_ Verfehlungen, die sich diese Herren schon immer erlaubt haben, erlauben und noch erlauben werden, ist das schon eine sehr eigene Moral, auf die sie sich zurückziehen könnten...
und Autorität verloren - wenn man sich einmal vor Augen führt, unter welch beschränkter und seitdem nicht ernsthaft erweiterter oder hinterfragter Weltkenntnis (die Erde eine Scheibe, geozentrischer Kosmos; Amerika, Australien, die Pole unbekannt...) diese "Macht/Autorität" einmal begründet wurde, hat die Amtskirche eigentlich noch nicht gar so viel verloren. Da ist die Wiedereinbeziehung der Piusbrüder nur logisch. Die glauben immerhin noch an die "alte" Welt(ordnung) oder halten (sich) wenigstens noch daran fest. Letztlich ist die römische Kirche von den weltlich Mächtigen auch immer als Tathelfer instrumentiert worden, um die Menschen mit erhöhtem moralischem Druck unter der Knute zu halten - gerade so, wie islamistische Staaten das mithilfe des fehlinterpretierten Islam und seiner Helfershelfer ("Revolutionsgarden" etc.) tun. Auch da passen die Piusbrüder mit ihren autoritären Strukturen bestens ins Bild.
Es verwundert nur, dass die Herren im Vatikan auch das bisschen Restmacht jetzt noch aufs Spiel setzen. Als Motiv dafür Einsicht in das eigene Unvermögen zur echten Macht zu sehen, wage ich allerdings einstweilen noch nicht. Noch ein Wort: "moralisch"? Bei _den_ Verfehlungen, die sich diese Herren schon immer erlaubt haben, erlauben und noch erlauben werden, ist das schon eine sehr eigene Moral, auf die sie sich zurückziehen könnten...
Das die Christen im Mittelalter von einer flache Erde ausgingen ist ein moderner Mythos.
http://de.wikipedia.org/w...
Auch die Heliozentrik wurde schnell übernommen, nachdem Keppler erstmalig bessere Vorhersagen liefern konnte als die geozentrischen Modelle. Galileo konnte damals nämlich nur schlechte Vorhersagen liefern, weil er von Kreisbahnen statt Ellipsen ausging. Auch machte er Vorhersagen zu Parallaxen, die sich so nicht bestätigen liesen und sein Modell widersprach sich mit der damals üblichen Physik, die davon ausging, dass bei einer bewegten Erde fallende Objekte eine Kurven beschreiben müssten. Es gab aus der damaligen Sicht also durchaus gute Gründe, das skeptisch zu betrachten. Übernommen wurde es als endlich gute Belege für die Position bestanden. Es ist immer leicht aus heutiger Sicht zu urteilen, dass man doch die Qualität der heliozentrischen Modelle früher hätte erkennen müssen, aber damals war das durchaus vernünftig hier skeptisch zu sein.
Das die Christen im Mittelalter von einer flache Erde ausgingen ist ein moderner Mythos.
http://de.wikipedia.org/w...
Auch die Heliozentrik wurde schnell übernommen, nachdem Keppler erstmalig bessere Vorhersagen liefern konnte als die geozentrischen Modelle. Galileo konnte damals nämlich nur schlechte Vorhersagen liefern, weil er von Kreisbahnen statt Ellipsen ausging. Auch machte er Vorhersagen zu Parallaxen, die sich so nicht bestätigen liesen und sein Modell widersprach sich mit der damals üblichen Physik, die davon ausging, dass bei einer bewegten Erde fallende Objekte eine Kurven beschreiben müssten. Es gab aus der damaligen Sicht also durchaus gute Gründe, das skeptisch zu betrachten. Übernommen wurde es als endlich gute Belege für die Position bestanden. Es ist immer leicht aus heutiger Sicht zu urteilen, dass man doch die Qualität der heliozentrischen Modelle früher hätte erkennen müssen, aber damals war das durchaus vernünftig hier skeptisch zu sein.
Wahrscheinlich wäre er nur lachend in seinen Latschen weitergeschlappt, um irgendwelche Tempel auszumisten.
Wie Jesus und Kirche zusammengeht hat sich mir noch nie erschlossen.
Aber Glaube ist ja per se irrational.
Haben die sich tatsächlich Gardinen umgebunden oder sieht das nur so aus?
Bizarr.
Jedenfalls der katholischen Auffassung davon...
Jedenfalls der katholischen Auffassung davon...
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