Stilkolumne: Ein Muster für alle Fälle
Tillmann Prüfer über Paisley

Jumpsuit von Stella McCartney, 925 Euro
Was soll Paisley eigentlich darstellen? Man muss lange suchen, bis man etwas findet, was so aussieht: etwa der Anblick, den ein Tropfen Heuaufguss bietet, wenn man ihn unter ein Mikroskop legt. Die Pantoffeltierchen, die man dann sieht, haben tatsächlich etwas Paisleyhaftes an sich.
Paisley ist eines der ältesten Muster in der Mode. Es lässt sich bis nach Persien um 1500 zurückverfolgen. Im 17. Jahrhundert kam Paisley durch die britische Aktiengesellschaft East Indian Company nach Europa. In Frankreich gab es in einigen Regionen bereits 1746 eine Textildruck-Industrie, die ausschließlich Paisleymuster herstellte. Im 19. Jahrhundert wuchs die Paisley-Produktion immer weiter, vor allem in der schottischen Stadt Paisley, wovon der moderne Name des Musters abgeleitet ist. Auch Queen Victoria liebte es und löste im 19. Jahrhundert eine wahre Paisley-Begeisterung aus.
In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzte abermals ein Boom ein. Kein Wunder, waren doch die Hippies von der indischen Kultur begeistert – und somit auch von diesem psychedelisch anmutenden Muster. Einer der Vorreiter war Gimmo Etro. 1968 kehrte er aus Indien zurück, im Gepäck hatte er antike Stoffe und den Plan, ein eigenes Label zu gründen. Von Anfang an war das Paisleymuster sein Markenzeichen. Er brachte sogar einen Duft mit dem Namen Paisley auf den Markt. John Lennon ließ seinen Rolls-Royce mit dem Ornament bemalen, Prince veröffentlichte 1985 einen Song namens Paisley Park.
Dann, in den neunziger Jahren, bekam das Paisleymuster ein eher konservatives Image. Es war vor allem auf den Krawatten älterer Herren zu sehen. Das hätte sein Ende sein können. Doch im vergangenen Jahr wurde es von Raf Simons für Jil Sander neu entdeckt. Und auch bei Stella McCartney, Haider Ackermann und Balmain wird das Paisleymuster neu interpretiert. Warum? Vielleicht, weil niemand weiß, was es bedeuten soll. Es kann alles sein: traditionell, psychedelisch, orientalisch oder konservativ. Jeder kann darin eine andere Geschichte lesen.
In Indien assoziiert man mit der Form übrigens eine Mango, eine Art stilisierten Blumenstrauß, einen Zypressenbaum oder die Knospe der Dattelpalme. Pantoffeltierchen können es aber auch sein.











Was soll denn an dem Paisleymuster auf der Abbildung "neu interpretiert" sein?
Das Schöne an Paisley ist m.E., dass es nicht so streng geometrisch ist aber auch nicht albern wie die Schlipse der mittleren Neunziger.
ist, dass es wieder überall auftaucht und nicht nur Krawatten, Rücken von Anzugwesten und Einstecktücher ziert, sondern auf Kleidern und Röcken, Taschen, Oberteilen, selbst auf Schuhen auftaucht.
Ich habe es schon ewig als Dekor für Hausmäntel und in den letzten Jahren auf Seide bedruckt auf klassischen Kleiderschnitten geliebt und getragen.
Nebenbei wird es auch wieder vermehrt bei Bezugsstoffen für Möbel, Gardinenstoffen und selbst auf Tapeten gesichtet.
Ich finde es schön und genieße gern als Kontrast einen Blick auf paisleyfreie Krawatten.
ist, dass es wieder überall auftaucht und nicht nur Krawatten, Rücken von Anzugwesten und Einstecktücher ziert, sondern auf Kleidern und Röcken, Taschen, Oberteilen, selbst auf Schuhen auftaucht.
Ich habe es schon ewig als Dekor für Hausmäntel und in den letzten Jahren auf Seide bedruckt auf klassischen Kleiderschnitten geliebt und getragen.
Nebenbei wird es auch wieder vermehrt bei Bezugsstoffen für Möbel, Gardinenstoffen und selbst auf Tapeten gesichtet.
Ich finde es schön und genieße gern als Kontrast einen Blick auf paisleyfreie Krawatten.
ist, dass es wieder überall auftaucht und nicht nur Krawatten, Rücken von Anzugwesten und Einstecktücher ziert, sondern auf Kleidern und Röcken, Taschen, Oberteilen, selbst auf Schuhen auftaucht.
Ich habe es schon ewig als Dekor für Hausmäntel und in den letzten Jahren auf Seide bedruckt auf klassischen Kleiderschnitten geliebt und getragen.
Nebenbei wird es auch wieder vermehrt bei Bezugsstoffen für Möbel, Gardinenstoffen und selbst auf Tapeten gesichtet.
Ich finde es schön und genieße gern als Kontrast einen Blick auf paisleyfreie Krawatten.
Lange habe ich - oft vergeblich - nach dem Muster in seiner unendlichen Vielfalt gesucht. Auch wenn es jetzt nur als kurzzeitiger Modegag dienen sollte - der neue Impuls lässt hoffen, dass seine oft phantasievolle Farbenwelt mich bald wieder ein wenig beglücken wird. Apropos "alte Herren": meine erste Paisley-Krawatte war tatsächlich von meinem Großvater und noch aus der Zeit vor dem Krieg: ein orange-rotes Muster und nicht bedruckt, sondern in Seide gewebt. Ein herrliches Stück.
.. Wieder eine der unscharfen "Entdeckungen" mit der sich Herr Prüfer als feinsinniger, aufmerksamer und bewanderter Kenner verkaufen will. Wie schon der Vorkommentar bemerkt, war das Muster keineswegs abwesend. Weil unterjährig keine Stilkolumne zum Thema verfasst wurde oder woran bemessen Sie dies?
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