GeldanlageEs sind die Gene!

Ob jemand sein Vermögen geschickt vermehrt, bestimmt die Natur. von 

Der Homo oeconomicus ist zuletzt ziemlich unpopulär geworden. Sie wissen schon, unter diesen Gattungsbegriff fallen nach Ansicht sehr vieler Ökonomen praktisch alle Menschen, und dahinter verbirgt sich die Auffassung, dass Homo sapiens streng rational und stets auf den eigenen Vorteil bedacht handelt. In dem Sinne etwa, wie es mein Freund T. vor rund 30 Jahren – bitte, das ist lange her! – für die Teilmenge der Frauen formulierte: Die seien, greinte er mitunter weinselig und liebeskummertoll, eh nur auf Männer scharf, die ihnen Einkommen, Auskommen und damit im Großen und Ganzen ein angenehmes Leben böten.

Selbstverständlich hatte schon diese Aussage in etwa die gleiche empirische Qualität wie die, dass Mutter Teresa deshalb so viel Gutes tat, weil sie in den Himmel kommen wollte. Zielgerichtet mag das menschliche Handeln ja sein – aber ist es auch das Ergebnis strengen Nachdenkens und genauer Abwägung?

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Schon die Finanzkrise weckte erhebliche Zweifel daran. Genährt werden sie nun durch die Ergebnisse einer Studie von zwei amerikanischen Forschern. Diese untersuchten die menschliche Teilmenge der Investoren und fanden heraus, dass für jene Vorlieben der Anleger, die hier und da Fehlentscheidungen zur Folge haben, zu 50 Prozent die Gene verantwortlich sind. Der Unwille, Verlustbringer abzustoßen, die Tendenz, eher Unternehmenspapiere aus dem eigenen Land zu kaufen, die Neigung, mit bereits gut gelaufenen Aktien noch mehr Risiko einzugehen: alles die Gene!

Niederschmetternd ist diese Einsicht vor allem im Zusammenhang mit der Feststellung der Forscher, dass finanzielle Weiterbildung an alldem kein Jota ändert. Lernen, nachdenken, abwägen, dann entscheiden? Vergessen Sie es. Wie an einer Schnur gezogen, folgen Sie dem, was Ihnen Ihre Vorfahren mitgegeben haben.

Sie wollen jetzt noch wissen, was aus meinem Freund T. geworden ist? Er hat sich selbst widerlegt. Er hat noch immer kein Geld. Aber eine charmante Frau und eine wunderbare Tochter.

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Leserkommentare
  1. Ist das Satire oder meinen Sie diesen Artikel ernst?

    • F.K.
    • 24. Mai 2012 20:32 Uhr

    für einen Gentest bei den IKB-Bankern.

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