Stimmt's?Sind Töpfe aus Kupfer gefährlich?

...fragt Michael Steigemann aus Bielefeld von 

Kupfer ist ein Schwermetall, das unser Körper einerseits braucht, das aber in großen Mengen auch giftig wirkt. Gut oder schlecht, das ist, wie so oft, auch hier eine Frage der Dosierung.

Köche schätzen Kupfertöpfe nicht nur, weil sie schön aussehen, sondern weil Kupfer eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit hat. Die Hitze der Kochplatte wird schnell und gleichmäßig an den Inhalt des Topfs weitergegeben.

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Stimmt's?

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Kupfer reagiert darüber hinaus chemisch mit Lebensmitteln. Das ist oft erwünscht – etwa beim Bierbrauen und bei der Käseherstellung, weil das Kupfer aus Kesseln und Töpfen den Stoffwechsel der Mikroorganismen beeinflusst und so durchaus positiv auf den Geschmack wirken kann. Beim Kochen aber legt man auf chemische Wechselwirkungen eigentlich keinen Wert. Deshalb sind die meisten Kupfertöpfe innen beschichtet – entweder mit Zinn oder mit Edelstahl. Vor allem eine Zinnschicht aber nutzt sich durch die Benutzung ab. Kann man sich dann vergiften? Klaus Ockenfeld vom Deutschen Kupferinstitut rät von der Zubereitung säurehaltiger Speisen in reinem Kupfergeschirr ab – man solle etwa darin keinen Salat anrichten. Außerdem zerstört Kupfer Vitamin C. Es ist also durchaus sinnvoll, auf eine intakte Beschichtung zu achten, auch wenn bei den meisten Speisen keine Vergiftungsgefahr besteht.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Um aus Chromstahl den Chrom herauszulösen muss man sehr saure Lebensmittel lange darin kochen.
    Die einzige Möglichkeit die mir dazu einfällt ist Pflaumen-, Rhabarber- oder sonstige sehr saure Marmelade.
    In welcher Form das Chrom dann letztendlich in den Körper gelangt wäre auch noch genau herauszufinden.

    Was das Holzbesteck und vor allem die Schneidbretter angeht tobt da seit ich denken kann der Krieg zwischen Holzfetischisten und Kunststoffkreuzzüglern.
    Das geht in meiner Wahrnehmung alle paar Jahre mit immer den gleichen Argumenten hin und her. Kunststoff kann man besser sauber machen, Holz killt die Bakterien (teilweise jedenfalls) auch von allein. (Beides ist halbwegs plausibel. Ersteres liegt auf der Hand, zweites kommt einfach daher das sich Bäume gegen Pilze schützen indem sie Gifte ins Holz einlagern. Deshalb darf man bestimmte Tropenhölzer auch nur mit Atemschutz schleifen).

    Insgesamt: bon appetit, so groß wird der Unterschied schon nicht sein.

    3 Leserempfehlungen
    • cmling
    • 28. April 2012 22:20 Uhr

    sind für das Schlagen von Eiweiß optimal.

    2 Leserempfehlungen
  2. Abgesehen davon, daß Lebensmittelchemie an sich ein interessantes Thema ist, hat sicher der Titel dazu geführt, daß er #5 unter den meistgelesenen Artikeln ist.

    Überschreibt ihn mit "Lebensmittelchemie" und schon interessiert er nur noch einen Bruchteil der Leser.

    Merke: Fear sells.

    Eine Leserempfehlung
  3. ...bildet sich Grünspan, also Kupferacetat.

    Soll zwar nur mässig giftig sein, aber immerhin...

    Eine Leserempfehlung
  4. daß die innen verzinnten Kupfertöpfe, die vor allem in Frankreich unter Profiköchen immer noch ihrer Eigenschaften wegen als unübertroffen gelten, immer dann neu verzinnt werden sollten, wenn sich die Zinnschicht bis zu einem gewissen Grad abgenutzt hat.

    Eine Leserempfehlung

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  • Serie Stimmt's
  • Schlagworte Metall | Metallware | Kochen
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