Schleswig-HolsteinWatt nu?
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Laut Umfragen ist Albig mit Abstand beliebtester Politiker im Land

Sie ist rührend, die Geschichte vom wahren Torsten und von seinem Wandel vom Strippenzieher zum Kümmerer, »Heimkehr ins Glück« könnte Rosamunde Pilcher titeln.

Den SPD-Spitzenkandidaten kennenlernen und ihn sympathisch finden – darauf ist Albigs Wahlkampf angelegt. Der Oberbürgermeister hat Urlaub genommen, der Spitzenkandidat durchquert seit Ostern Schleswig-Holstein auf »Lieblingsland-Tour«. Mit dem Rad, zu Fuß, in einem Audi A4 ohne SPD-Logo auf dem Dach, ohne Konterfei auf den Türen. Albig trifft Kleinunternehmer in Eutin, Bahnhofsmissionshelfer in Rendsburg.

Albig trifft Menschen außerhalb der SPD, die anderen Menschen außerhalb der SPD erzählen, der Sozialdemokrat Albig sei ein netter Mensch. Die Zeit der politischen Großveranstaltungen, davon ist Albig überzeugt, ist ebenso vorbei wie die Zeit der Großsprecher, der habituellen Zaunrüttler, die Machtwillen demonstrativ zur Schau stellen. Mehr Scholz, weniger Schröder. Und, genauso wichtig: mehr zuhören, weniger sagen – und so unkonkret bleiben, dass die Leute ihre konkreten Vorstellungen in ihn hineinprojizieren können. So funktioniert die Albig-Masche.

Das »Sofortprogramm« der Nord-SPD liest sich wie eine Einladung zum großen Palaver. Ein »Runder Tisch mit den Regionalschulen« ist ebenso eingeplant wie ein »Runder Tisch Sozialdialog«, auf den »Kommunalgipfel« folgen die »Haushaltsklausuren«. Botschaft: Wir machen etwas, wissen noch nicht so genau, was – aber ihr seid dabei.

Vages Geplauder mit Björn Engholm

Die Räucherkate des Restaurants Drathenhof in Molfsee bei Kiel. Albig und Ex-Ministerpräsident Björn Engholm sitzen auf roten Sesseln und lassen sich von einer Moderatorin befragen. Engholm erzählt von politischen Alphatieren und dass sie heute niemand mehr wolle, Albig vom ehemaligen Finanzminister Stoltenberg, der nach seinem Amtsverlust vollkommen in sich zusammengefallen sei.

Engholm sagt, er habe früher seine Minister auf Fachkonferenzen außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs geschickt, um am Kabinettstisch fundierter diskutieren zu können, Albig, dass er das für eine prima Idee halte. Engholm spricht davon, dass die Politik heute zu wenig ambitionierte Ziele verfolge, Albig, dass der Schuldenstaat dort anfange, wo schlecht ausgebildet werde. Eineinhalb Stunden geht das so. Engholm und Albig reden so hinreichend vage über Politik, dass man gut unterhalten ist, dass man sich wohlfühlt. Was sind sie doch sympathisch, die zwei da vorn! Am Ende trinkt Engholm noch ein Glas Weißwein. Und Albig lächelt. Wie der kernige Glatzkopf auf dem Wahlplakat.

Laut Umfragen ist Albig der mit Abstand beliebteste Politiker im Land. Die Wähler glauben die Geschichte vom wahren Torsten. Stimmt sie aber auch? Zumindest ist sie gut erzählt.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
    • tom310
    • 01.05.2012 um 19:51 Uhr

    im Schafspelz!

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/ls

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    richtig sollte das doch heissen: Ein Wulff im Schafspelz! oder?

    richtig sollte das doch heissen: Ein Wulff im Schafspelz! oder?

  1. "Attraktiv, so das Kalkül, erscheint den Wählern nicht mehr der Inhalt, sondern das Gefühl, nicht mehr das Konkrete, sondern das Offene." Das war einmal. Vor zehn Jahren mag diese These funktioniert haben, im Jahre 2012 ganz gewiss nicht mehr. Wenn die Politikverdrossenheit einen guten Aspekt hat, dann diesen: Die Leute lassen sich nicht mehr von Gefühlsduselei einlullen, sondern wollen klare Antworten auf ihre Fragen haben. Wenn momentan die Piraten recht erfolgreich sind, dann nicht wegen ihrer Schwammigkeit und Gefühlsbetontheit, sondern weil sie sich einen Standpunkt durch offene Diskussion erarbeiten und nicht vorgeben, generell die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
    Ich kann nur hoffen, dass die Idee mit dem Ersetzen von Inhalten durch Gefühle eher der Gedankenwelt dieses Artikels entspringt als der politischen Analyse von Herrn Albig.

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    • Kelhim
    • 01.05.2012 um 20:08 Uhr

    Ich denke schon, dass die Schwammigkeit der Piratenpartei einer der Hauptgründe für ihren momentanen Erfolg ist. Oder vielleicht sollte ich es anders ausdrücken, damit mir nicht die halbe Partei an die Gurgel springt: Eben weil noch offen ist, wohin der Kahn eigentlich steuert, wirkt es auf Menschen attraktiv, den Kurs zu erarbeiten.

    Wenn ein Kurs aber erst einmal steht, werden viele Menschen nicht mehr an Bord kommen wollen, die andere Ziele ansteuern. Das ist einfach der Preis eines Kurses.

    • Kelhim
    • 01.05.2012 um 20:08 Uhr

    Ich denke schon, dass die Schwammigkeit der Piratenpartei einer der Hauptgründe für ihren momentanen Erfolg ist. Oder vielleicht sollte ich es anders ausdrücken, damit mir nicht die halbe Partei an die Gurgel springt: Eben weil noch offen ist, wohin der Kahn eigentlich steuert, wirkt es auf Menschen attraktiv, den Kurs zu erarbeiten.

    Wenn ein Kurs aber erst einmal steht, werden viele Menschen nicht mehr an Bord kommen wollen, die andere Ziele ansteuern. Das ist einfach der Preis eines Kurses.

    • Kelhim
    • 01.05.2012 um 20:03 Uhr

    "Dem Lafontaine-Nachfolger Eichel, bekannt für seine Charisma-Schwäche, stellte er eine Batterie Sparschweine auf den Schreibtisch [...]"

    Bei dem Satz habe ich mich dabei ertappt, diebisch zu lachen. Man mag das ja als PR abtun, aber damit hat er seinen Job auf kreative Weise und erfolgreich erledigt. Auch wenn er genau das bezweckt: Der Mann ist mir tatsächlich sympathisch.

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    dass er nicht mit Hartz V aufwacht!

    Qualifikation lächeln, mag in SH ziehen - hier in NRW langt das nicht mehr!
    Hier kommt es auch nicht gut an sich auf den wahlplakaten die Falten weg retuschieren zu lassen - könnte auf die Politik abfärben.

    Hier geht es nur noch darum - wer stellt den Ministerpräsidenten in einer großen Koalition und kommen die Piraten über 15%!

    Mein Traum wären 20% für die Piraten, dann würde sich hier in unserem Land etwas ändern!

    dass er nicht mit Hartz V aufwacht!

    Qualifikation lächeln, mag in SH ziehen - hier in NRW langt das nicht mehr!
    Hier kommt es auch nicht gut an sich auf den wahlplakaten die Falten weg retuschieren zu lassen - könnte auf die Politik abfärben.

    Hier geht es nur noch darum - wer stellt den Ministerpräsidenten in einer großen Koalition und kommen die Piraten über 15%!

    Mein Traum wären 20% für die Piraten, dann würde sich hier in unserem Land etwas ändern!

    • Kelhim
    • 01.05.2012 um 20:08 Uhr

    Ich denke schon, dass die Schwammigkeit der Piratenpartei einer der Hauptgründe für ihren momentanen Erfolg ist. Oder vielleicht sollte ich es anders ausdrücken, damit mir nicht die halbe Partei an die Gurgel springt: Eben weil noch offen ist, wohin der Kahn eigentlich steuert, wirkt es auf Menschen attraktiv, den Kurs zu erarbeiten.

    Wenn ein Kurs aber erst einmal steht, werden viele Menschen nicht mehr an Bord kommen wollen, die andere Ziele ansteuern. Das ist einfach der Preis eines Kurses.

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    wenn sich ohne Mauscheleien, Lobbyisten, Bestechung und sonstiger miesen Touren eine Meinung manifestiert wird diese auch akzeptiert.

    Wer hat etwas von der Riester Rente? Den größten Profit machen doch Maschmeyer und Konsorten!

    das jetzige System geht gar nicht mehr!

    In Grundzügen ist der Kurs der Piraten natürlich schon vorgegeben. In einem kleinen Buch, das vor 63 Jahren erschienen ist: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Hier ein paar Zitate:
    - Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
    - Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    - Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Das Volk übt sie in Wahlen und Abstimmungen aus.
    - Abgeordnete sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

    Diese Regeln umzusetzen, bedeutet schon einige Mühe. Natürlich regeln sie nicht jede Detailfrage, die in der Politik aufkommt. ESM? Betreuungsgeld? Benzinpreis? Ukraine? Dazu befragt die Piratenpartei halt ihre Basis.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt. Ein fester Kurs ist ohnehin nur unter idealen Bedingungen einzuhalten. Die Praxis von Wind und Wellengang wird immer wieder Kurskorrekturen notwendig machen.

    wenn sich ohne Mauscheleien, Lobbyisten, Bestechung und sonstiger miesen Touren eine Meinung manifestiert wird diese auch akzeptiert.

    Wer hat etwas von der Riester Rente? Den größten Profit machen doch Maschmeyer und Konsorten!

    das jetzige System geht gar nicht mehr!

    In Grundzügen ist der Kurs der Piraten natürlich schon vorgegeben. In einem kleinen Buch, das vor 63 Jahren erschienen ist: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Hier ein paar Zitate:
    - Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
    - Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    - Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Das Volk übt sie in Wahlen und Abstimmungen aus.
    - Abgeordnete sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

    Diese Regeln umzusetzen, bedeutet schon einige Mühe. Natürlich regeln sie nicht jede Detailfrage, die in der Politik aufkommt. ESM? Betreuungsgeld? Benzinpreis? Ukraine? Dazu befragt die Piratenpartei halt ihre Basis.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt. Ein fester Kurs ist ohnehin nur unter idealen Bedingungen einzuhalten. Die Praxis von Wind und Wellengang wird immer wieder Kurskorrekturen notwendig machen.

  2. dass er nicht mit Hartz V aufwacht!

    Qualifikation lächeln, mag in SH ziehen - hier in NRW langt das nicht mehr!
    Hier kommt es auch nicht gut an sich auf den wahlplakaten die Falten weg retuschieren zu lassen - könnte auf die Politik abfärben.

    Hier geht es nur noch darum - wer stellt den Ministerpräsidenten in einer großen Koalition und kommen die Piraten über 15%!

    Mein Traum wären 20% für die Piraten, dann würde sich hier in unserem Land etwas ändern!

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    Antwort auf "Danke schön!"
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    • Kelhim
    • 02.05.2012 um 11:29 Uhr

    Diese Kommentare sind an Eindimensionalität kaum zu überbieten. Dass ich darauf noch antworte, wird nicht erwartet, oder?

    • Kelhim
    • 02.05.2012 um 11:29 Uhr

    Diese Kommentare sind an Eindimensionalität kaum zu überbieten. Dass ich darauf noch antworte, wird nicht erwartet, oder?

  3. getreu dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing".
    Es ist mir ein Rätsel, dass die Partei die dem arbeitenden Michel dermaßen in den Ar... getreten hat noch von si vielen gewählt wird. Ein Stück Masochismus gehört sicher dazu.

    4 Leserempfehlungen
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    SPD so:

    1. Profiteure und deren Angehörigen - wird immer weniger
    2. Wähler die einen Zustand haben, der dem Befund von Alzheimer nahe kommt!

    sonst lassen sich diese Ergebnisse m.E. nicht erklären!

    • PolyXB
    • 01.05.2012 um 21:35 Uhr

    Sie sollten mal die Artikel von Herrn Schlieben hier auf Zeit online lesen. Dann stellen Sie hoffentlich fest, dass ihre Aussage so nicht stimmt. Die Lieblingsthemen des Herrn Schlieben sind Negativartikel über SPD, Grüne und Linkspartei.

    • keox
    • 02.05.2012 um 2:06 Uhr

    "Und wieder eine SPD-Lobeshymne der ZEIT
    getreu dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing".

    eine seltsame Wahrnehmung, wenn sie dieses Artikelchen für spd-Werbung halten.

    Abgesehen davon ist Dausend als gelernter SPRINGER-Schreiber nun so gar nicht die Referenzquelle für qualifizierte Entscheidungsfindung.

    Es gibt unendlich viel triftige Gründe, die spd nie wieder zu wählen, Dausend und sein Geschreibsel gehören nicht dazu.

    SPD so:

    1. Profiteure und deren Angehörigen - wird immer weniger
    2. Wähler die einen Zustand haben, der dem Befund von Alzheimer nahe kommt!

    sonst lassen sich diese Ergebnisse m.E. nicht erklären!

    • PolyXB
    • 01.05.2012 um 21:35 Uhr

    Sie sollten mal die Artikel von Herrn Schlieben hier auf Zeit online lesen. Dann stellen Sie hoffentlich fest, dass ihre Aussage so nicht stimmt. Die Lieblingsthemen des Herrn Schlieben sind Negativartikel über SPD, Grüne und Linkspartei.

    • keox
    • 02.05.2012 um 2:06 Uhr

    "Und wieder eine SPD-Lobeshymne der ZEIT
    getreu dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing".

    eine seltsame Wahrnehmung, wenn sie dieses Artikelchen für spd-Werbung halten.

    Abgesehen davon ist Dausend als gelernter SPRINGER-Schreiber nun so gar nicht die Referenzquelle für qualifizierte Entscheidungsfindung.

    Es gibt unendlich viel triftige Gründe, die spd nie wieder zu wählen, Dausend und sein Geschreibsel gehören nicht dazu.

  4. wenn sich ohne Mauscheleien, Lobbyisten, Bestechung und sonstiger miesen Touren eine Meinung manifestiert wird diese auch akzeptiert.

    Wer hat etwas von der Riester Rente? Den größten Profit machen doch Maschmeyer und Konsorten!

    das jetzige System geht gar nicht mehr!

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  5. richtig sollte das doch heissen: Ein Wulff im Schafspelz! oder?

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