Wer die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten will, muss einen Eignungstest bestehen. Deutschkenntnisse und ein gewisser Wissensstand über unsere Geschichte und Kultur werden dabei verlangt. Jetzt wurde öffentlich Kritik laut, denn die verwendeten historischen Daten sind zum Teil einfach falsch. Nun, das wäre allerdings kein wirkliches Hindernis.

Der nicht ganz korrekte Umgang mit geschichtlichen Fakten macht den Österreicher ja erst aus. Natürlich stellt sich die Frage, ob Wissenstests tatsächlich der richtige Weg sind, um das Österreichische in den Menschen auszuloten. Um ein waschechter Einheimischer zu werden, sind ganz andere Fähigkeiten vonnöten. Zunächst sollte die Bürokratietauglichkeit überprüft werden, indem der Antragsteller eine Woche auf hiesigen Ämtern zubringen muss. Und zwar mit einem dringenden Anliegen. Wer dann noch immer Lust auf die Staatsbürgerschaft hat, darf in die zweite Runde. Dort würde dann getestet, wie locker der zukünftige Österreicher mit Zahlen umgehen kann.

Leistungen zu erbringen ohne offizielle Bestätigung und das Gegenteil, nämlich offizielle Zahlungen zu erhalten ohne erbrachte Leistung, sind hier gefragt. Da wären Bewerber aus südlicheren Gefilden etwas im Vorteil, doch das lässt sich sicher mit einem Landeskorruptions-Koeffizienten regeln. In der letzten Runde geht es ans mentale Eingemachte: Primäre Eigenschaften wie mangelnde Eigeninitiative oder subtiles Erkennen des Negativen im Positiven sind hier entscheidend. So steht einer Einbürgerung nichts mehr im Weg. Wen interessiert dann noch, wann und was genau der Zweite Weltkrieg war.