Fehlentscheidungen: Das Zitat... und Ihr Gewinn
Claus Henninger sagt: Das Teuerste im Unternehmen sind Leute, die falsche Entscheidungen treffen.
In welche Richtung ein Unternehmen gehen soll, nach links oder rechts oder durch die Mitte, das muss ein Manager immer wieder entscheiden. Ein neues Produkt entwickeln oder ein altes verbessern? Spezialisierter oder generalisierter am Markt auftreten? Die Strategie des Wettbewerbers kopieren oder meiden? Den eingeschlagenen Weg beibehalten? Oder eine radikale Kehrtwende einlegen?
Dass er öfter richtig als falsch entscheidet, daran erkennt man einen guten Manager. Denn nichts kommt ein Unternehmen so teuer zu stehen wie »Leute, die falsche Entscheidungen treffen« (so der Journalist Claus Henninger).
Wie sieht er aus, der Typ Manager, der die Weichen richtig stellt? Ist er ein Intellektueller, der das Für und Wider aufs Gramm genau abwägt, lange Gespräche mit klugen Köpfen sucht und erst dann entscheidet, wenn ihm drei Kommissionen grünes Licht gegeben haben? Nein, ein guter Manager ist oft das Gegenteil eines Intellektuellen: Nicht zögerlich agiert er, sondern zupackend; nicht allein auf seinen Kopf hört er, sondern auch auf seinen Bauch. Und statt den Fakten hinterherzulaufen, statt nur zu analysieren und auszuwerten, ist er den Fakten voraus.

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".
Die gründlich abgewogenen, vollkommen durchdachten, logischen Entscheidungen haben nämlich einen Nachteil: Jeder, der eins und eins zusammenzählt, kommt darauf. Auch die Wettbewerber. Ginge es nur darum, aus Fakten die richtigen Schlüsse zu ziehen – ein Computerprogramm könnte alle Manager dieser Erde ersetzen. Aber es geht um viel mehr! Gerade dass sie kreativ sind, dass sie gegen den Strom des Marktes schwimmen, dass sie Entwicklungen wittern, ehe die sich faktisch belegen lassen: Das macht exzellente Manager aus. Sie haben einen Riecher für die Zukunft. Sie reißen das Ruder nicht erst herum, wenn ihr Boot schon in schwerer See ist, sondern beugen solchen Notlagen durch vorausschauende Kursentscheidungen vor.
Was aber niemand braucht, sind kopflose Manager, Maulhelden, Denkinvaliden (davon gibt es schon genug!). Was wir wirklich brauchen, sind intelligente Köpfe, die ihrem Gespür vertrauen. Gute Entscheidungen sind eine Kunst und sichern die Zukunft eines Unternehmens.






Hallo cyqurayte,
.
Der Banker Jérôme Kerviel hat bei der Société Générale Fünf Milliarden Euro verzockt und muss dafür im Gefängnis büßen.
.
Mit etwas Glück hätte er das Geld wohl vermehrt. Dann wäre eine Beförderung fällig gewesen! Müsste man das wirklich als Leistung anerkennen?
..., dass mein Chef, einer dieser "forschen" Intuitionsmenschen, mit mehreren Entscheidungen und teilweise entgegen meinen ausdrücklichen (wahrscheinlich zu "intellektuellen") Rat sein eigenes Unternehmen auf den absteigenden Ast gebracht hat. Das hat zunächst mir und einer Kollegin den Job gekostet. Die Belegschaft ist danach innerhalb eines halben Jahres von knapp 30 auf ca. 10 geschrumpft. Die Leute haben wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen oder wurden gekündigt.
[...]
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine respektvolle Wortwahl. Danke. Die Redaktion/vn
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren