BeförderungGestern Kollege – heute Chef

Wie gehen alle Beteiligten mit der neuen Situation am besten um? von Julia Schwarz

Typische Fallstricke

Für den Chef: Der neue Vorgesetzte sollte nicht weiter den Kollegen geben. »Durch die neue Position verliert er seine bisherige Gruppenzugehörigkeit«, sagt Boris Lamour, Coachingberater in Köln. Das Verstummen der Kollegen an der Kaffeemaschine sei normal: »Eine Führungsposition bringt auch ein Stück Einsamkeit mit sich.« Für manche Themen sollte man sich gleichgestellte Vertraute suchen.

Für den Mitarbeiter: Wenn man die Führungsposition selber gern bekommen hätte, ist Neid verständlich. Das kann man dem neuen Chef gegenüber ruhig zugeben – sollte ihm aber gleichzeitig Loyalität und Unterstützung zusichern.

Anzeige

Der gemeinsame Neustart

Chef: Eine offizielle Vorstellung durch den vorherigen Chef kann als Symbol der Übergabe dienen. Außerdem sollte man über die neue Rollenverteilung sprechen, zum Beispiel in einem persönlichen Gespräch mit jedem Mitarbeiter, rät Claudia Dietl, Coach und Trainerin für Konfliktmanagement und Führung in München.

Mitarbeiter: Beleidigt zu sein, bringt keinem etwas. Man sollte den Rollenwechsel akzeptieren und den ehemaligen Kollegen in seiner neuen Position unterstützen.

Duzen oder Siezen

Chef: Bei Kollegen, die man schon seit Jahren kennt und duzt, wäre das plötzliche Sie merkwürdig. Boris Lamour: »In größerer Runde außerhalb des eigenen Teams sollte man aber das Sie verwenden, wenn dies der Unternehmenskultur entspricht.«

Mitarbeiter: Bislang hat man den jetzigen Chef geduzt. Wer nun unsicher ist, ob das Du noch angebracht ist, sollte den Vorgesetzten fragen, wie er die Situation gern handhaben würde.

Leserkommentare
  1. Ich finde es ziemlich befremdlich, dass in diesem Artikel (und nicht nur in diesem) völlig unspektakuläre Dinge eines Ratgebers bedürfen. Demnächst gibt es wohl noch "Coaches", wie man sich am "karriereeffektivsten" sein Mittagessen in der Kantine bestellt.

    Ist die Karriereleiter daran schuld, dass man für einfachste zwischenmenschliche Beziehungen einen "Coach" (Unwort des Jahres) benötigt? Kann man nicht einfach dem Kollegen die Hand geben, alles Gute wünschen und weiterarbeiten?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Theoretisch haben sie Recht. Ich frage mich bei diesen Artikeln auch oft ob es tatsächlich Leute gibt die diese "Coaches" nötig haben. Oft geht es ja wirklich um elementare Dinge die man schon im Kindergarten lernen sollte.

    In der Praxis sieht das dann aber leider nicht so aus. Ich habe selbst Menschen kennengelernt denen die elementarsten Umgangsformen völlig fremd sind, oder die sehr viel Zeit und Energie in dümmliche Machtspielchen stecken. Die haben dann mit einer Situation wie im Artikel beschrieben ein echtes Problem, und ein teurer Coach muss die fehlende (oder vergessene) Erziehung wieder ausbügeln.

    und dann Bildungsdefizite aus Kindergarten und Grundschule später weggecoacht werden müssen.

  2. aber in der Realität fallen schon so einige Menschen die Treppe herauf, bei denen solche simplen soziale Kompetenzen kaum bis gar nicht vorhanden sind (ich möchte hier nichts verallgemeinern, sondern beziehe mich auf persönliche Erfahrungen).

  3. Theoretisch haben sie Recht. Ich frage mich bei diesen Artikeln auch oft ob es tatsächlich Leute gibt die diese "Coaches" nötig haben. Oft geht es ja wirklich um elementare Dinge die man schon im Kindergarten lernen sollte.

    In der Praxis sieht das dann aber leider nicht so aus. Ich habe selbst Menschen kennengelernt denen die elementarsten Umgangsformen völlig fremd sind, oder die sehr viel Zeit und Energie in dümmliche Machtspielchen stecken. Die haben dann mit einer Situation wie im Artikel beschrieben ein echtes Problem, und ein teurer Coach muss die fehlende (oder vergessene) Erziehung wieder ausbügeln.

  4. und dann Bildungsdefizite aus Kindergarten und Grundschule später weggecoacht werden müssen.

  5. Wenn das Unternehmen nicht die Philosophie hat, welche der Coach als "gut" erachtet. Manche Unternehmen händeln es lockerer, wo der Vorstand sogar dem Auszubildenden die Tür aufhält und Mitarbeiter und Bereichsleiter fröhlich beim Kaffee lachen.

    Kaum zu Glauben, aber so etwas gibt es zuhauf mitten in Deutschland. Liegt wohl daran das diese Firmen keine coaches engagiert haben, die einreden wollen das man nicht normal und deshalb nicht perfekt ist.

    • barfly
    • 05. Mai 2012 15:37 Uhr

    woher kommen eigentlich plötzlich diese ganzen "coaches", die dir sagen, wie du die teetasse zu halten hast? woher nehmen die ihre profunden kenntnisse, die sie unbedingt weitervermitteln müssen? meine erfahrung mit so einem coaching-wochenende: profilneurotiker stellt sich selber dar und klaut mir meine freien tage.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service