Typische Fallstricke

Für den Chef: Der neue Vorgesetzte sollte nicht weiter den Kollegen geben. »Durch die neue Position verliert er seine bisherige Gruppenzugehörigkeit«, sagt Boris Lamour, Coachingberater in Köln. Das Verstummen der Kollegen an der Kaffeemaschine sei normal: »Eine Führungsposition bringt auch ein Stück Einsamkeit mit sich.« Für manche Themen sollte man sich gleichgestellte Vertraute suchen.

Für den Mitarbeiter: Wenn man die Führungsposition selber gern bekommen hätte, ist Neid verständlich. Das kann man dem neuen Chef gegenüber ruhig zugeben – sollte ihm aber gleichzeitig Loyalität und Unterstützung zusichern.

Der gemeinsame Neustart

Chef: Eine offizielle Vorstellung durch den vorherigen Chef kann als Symbol der Übergabe dienen. Außerdem sollte man über die neue Rollenverteilung sprechen, zum Beispiel in einem persönlichen Gespräch mit jedem Mitarbeiter, rät Claudia Dietl, Coach und Trainerin für Konfliktmanagement und Führung in München.

Mitarbeiter: Beleidigt zu sein, bringt keinem etwas. Man sollte den Rollenwechsel akzeptieren und den ehemaligen Kollegen in seiner neuen Position unterstützen.

Duzen oder Siezen

Chef: Bei Kollegen, die man schon seit Jahren kennt und duzt, wäre das plötzliche Sie merkwürdig. Boris Lamour: »In größerer Runde außerhalb des eigenen Teams sollte man aber das Sie verwenden, wenn dies der Unternehmenskultur entspricht.«

Mitarbeiter: Bislang hat man den jetzigen Chef geduzt. Wer nun unsicher ist, ob das Du noch angebracht ist, sollte den Vorgesetzten fragen, wie er die Situation gern handhaben würde.