Christian LindnerBloß kein Roboter sein
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"Die Frau Bundeskanzlerin ist keine ängstliche Person"

ZEIT: Kommen sich FDP und Grüne nicht über den gemeinsamen Gegner, die Piraten, näher?

Lindner: Bei den Bürgerrechten im Internet fordern die Piraten, was wir in der Regierung bereits umsetzen – Stichwort Vorratsdatenspeicherung. Ansonsten zeigt deren Kostenmentalität eine Verwandtschaftsbeziehung zu linken Positionen, vielleicht mit einer Prise Anarchie. Ich sehe nicht, dass FDP und Grüne Seit an Seit im Wettbewerb stünden. Dazu sind die Unterschiede in ihrem jeweiligen Bild von Bürgerinnen und Bürgern zu unterschiedlich. Die Grünen treten oft auf wie die Kindergärtnerinnen, die erwachsene Menschen zu ihrem Glück zwingen wollen.

ZEIT: Betonen Sie die Unterschiede zu den Grünen vor allem, um enttäuschte CDU-Wähler nicht abzuschrecken?

Lindner: Wodurch sollten wir sie abschrecken? Durch unser Eintreten für die soziale Marktwirtschaft? Das schätzen eher die ehemaligen Friedrich-Merz-Wähler. Ich begreife die FDP nicht als Teil irgendeines Lagers, sondern als echte liberale Partei der Mitte. Mit einem Liberalismus ohne Bindestrich. Und in einer Tradition, die von Otto Graf Lambsdorff über Hans-Dietrich Genscher bis zu Gerhart Rudolf Baum reicht.

ZEIT: Sie haben sich für Ihren Wahlkampf von Berlin professionelles, geräuscharmes Regierungshandeln gewünscht. Die Koalition streitet aber über Betreuungsgeld, Quote, Praxisgebühr, Vorratsdatenspeicherung.

Lindner: Es schwächt das Vertrauen in eine Regierung, wenn sie öffentlich fortwährend streitet. Die Leute wollen nicht täglich durch das Betonen der Unterschiede genervt werden. Umfragen zeigen, dass überwiegend die FDP für Streit in der Koalition verantwortlich gemacht wird ... ob das so ist oder nicht. Daraus muss man Konsequenzen ziehen. Man muss sich nicht alles vom Partner gefallen lassen, aber man muss auch nicht bei jeder Äußerung aus der fünften Reihe alle Abfangjäger aufsteigen lassen.

ZEIT: Hat die Kanzlerin überhaupt ein Interesse an der Stabilisierung der FDP? Wenn die FDP unter fünf Prozent bleibt, droht im Bund keine Ampel, dann kann Angela Merkel nach der Wahl 2013 auswählen, mit wem sie regieren will.

Lindner: Ich habe die Frau Bundeskanzlerin nie als ängstliche Person kennengelernt. Deshalb kann ich solchen Gerüchten keinen Glauben schenken.

ZEIT: Wenn Sie Erfolg haben: Bleiben Sie dann fünf Jahre in NRW?

Lindner: Ich möchte Partei- und Fraktionsvorsitzender der FDP in NRW werden. Das ist eine spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue.

ZEIT: Gibt es einen Kick, Nummer eins zu sein?

Lindner: Nein. Aber es ist ein anderes Gewicht. Einer hat am Ende die Verantwortung, und auf einen wird gezeigt, wenn es nicht gut läuft.

ZEIT: Wenn es gut läuft auch.

Lindner: Wenn es gut läuft, sind es meistens viele.

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

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  2. 2. [...]

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  3. ich glaub ihm nicht

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  4. Irgendwie Überflüsig?

    Um die Menschen in unserem Land, gehts es ja auch nicht!

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    • Harzer
    • 05.05.2012 um 11:51 Uhr

    " FDP im Höhenflug - Die FDP steht bei sechs Prozent."
    (nach Welt)

    ... ich war früher immer ein Musterschüler - mehr als 6% hatte ich bei Tests immer richtig ... ... !!!

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  5. 6. [...]

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    • Harzer
    • 05.05.2012 um 11:59 Uhr

    ...erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache."
    (Hanns Joachim Friedrichs)

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    • Harzer
    • 05.05.2012 um 11:59 Uhr

    ...erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache."
    (Hanns Joachim Friedrichs)

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    • Harzer
    • 05.05.2012 um 11:59 Uhr

    ...erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache."
    (Hanns Joachim Friedrichs)

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    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    ein Sich-gemein-machen der interviewenden Journalisten? Und wo sehen Sie Verlogenheit? (Und nein, es ist kein Argument, dass das FDP-Parteibuch qua Automatismus Verlogenheit bedeute.)

    ein Sich-gemein-machen der interviewenden Journalisten? Und wo sehen Sie Verlogenheit? (Und nein, es ist kein Argument, dass das FDP-Parteibuch qua Automatismus Verlogenheit bedeute.)

  6. Schade, daß Lindner das Nichtschwimmerbecken nicht verlassen kann. Er wäre der bessere NRW Kandidat für die CDU gewesen, und könnte allgemein darüber hinaus die "traditionelle" Politik an der Bundesspitze bestens beerben.

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