( Klicken Sie hier , um die Karte zu vergrößern)

Bis Ende der achtziger Jahre war es noch vollkommen akzeptiert, Kinderzimmertüren, Aktenkoffer und Autohecks vollzukleben, obwohl dies weder den Wert noch die Schönheit der beklebten Gegenstände steigerte. Doch wer unverwechselbar sein wollte, klebte.

Abgelöst wurden die Aufkleber von kleinen, runden Ansteckern und später von der geposteten Internet-Botschaft. Der einzige sozial noch halbwegs akzeptierte Autoaufkleber, der übrig geblieben ist, ist der Umrissaufkleber.

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Den Anfang machte der Sylt-Aufkleber, erfunden in den sechziger Jahren von einem ortsansässigen Kaufhausdekorateur namens Werner Schwarz. Der Umriss war zunächst eine Art Geheimzeichen. »Ich gehöre zu den wenigen Wissenden«, so hieß die Botschaft des Klebenden. Später wurde das Prinzip nachgeahmt, vor allem Inseln und Seen boten sich an. Heute gilt Sylt vielen als protzig, der Aufkleber wird im Internet als »Arschgeweih fürs Auto« diffamiert. Aber was ist blöder: aufkleben oder es zu lassen aus Sorge, der Lack könne Schaden nehmen?