Timoschenko-Streit: "Jedem steht es frei, sich zu äußern"
DFB-Chef Wolfgang Niersbach zur Debatte über einen EM-Boykott.
© Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach
DIE ZEIT: Herr Niersbach, der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, empfiehlt den deutschen Fußball-Nationalspielern, offen Kritik an den Zuständen in der Ukraine zu äußern. Angela Merkel empfiehlt ihren Ministern offenbar, nicht in dieses Gastgeberland der EM zu reisen. Was empfehlen Sie als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes den Spielern, Ihrem Verband und sich selbst?
Wolfgang Niersbach: Wir alle sind uns doch einig. Auch der DFB betrachtet die Situation mit größter Sorge, weil offensichtlich Menschenrechtsverletzungen vorliegen. Das wissen auch die Nationalspieler. Sobald die Mannschaft zusammen ist, werden wir das Thema nochmals gemeinsam diskutieren. Selbstverständlich steht es jedem frei, sich dazu völlig offen zu äußern.
ZEIT: Wäre es nicht Zeit für ein klares Wort seitens des DFB?
Niersbach: Der DFB verfolgt und kommentiert die Lage in der Ukraine aufmerksam schon seit unserem Länderspiel in Kiew im November 2011. Ich habe in der vergangenen Woche klar gesagt, dass wir die Haltung der Bundesregierung ohne Wenn und Aber unterstützen, wir stehen in engem Kontakt, und ich habe vollstes Vertrauen, dass angemessene Reaktionen erfolgen werden. Im Übrigen kann und sollte der Sport nicht die Aufgaben der Politik übernehmen, hier sollte man den Sport nicht überfordern.
ZEIT: Wenn morgen die EM eröffnet würde, würden Sie mit der DFB-Delegation dorthin reisen wie in ein demokratisches Land?
Niersbach: Wir wären mit unserer Delegation vor Ort. Man kann das der Mannschaft und dem Trainer nicht alleine überlassen. Es sind sich ja alle Entscheidungsträger einig darin, dass ein sportlicher Boykott der Europameisterschaft nichts bringen würde, mehr noch: der ukrainischen Bevölkerung sogar schadete. Außerdem wäre die Chance vertan, im Rahmen dieses großen Medienereignisses nicht nur über Fußball zu berichten, sondern auch die Missstände anzuprangern. Dies erachte ich bereits als wichtigen Beitrag, den der Fußball hier leistet.
ZEIT: Sie haben erklärt, der DFB »steht ein für die Einhaltung der Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Justiz und die Meinungs- und Pressefreiheit«. Wenn nicht per Boykott, wie kann dieses Einstehen dann sichtbar gemacht werden?






Meine Güte, sollte Niersbach tatsächlich was als DFB Präsident was taugen? Nach Mv und Zwanziger war die Hoffnung ja shcon fast verloren...
Ansosnten bleibt nur zu hoffen, dass es die UEFA hier hinbekommt, eine entsprechende Aktion zu koordinieren!
Est sagt er, dass der DFB für die Einhaltung der Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Justiz und die Meinungs- und Pressefreiheit stehe, dann sagt er, dass die Uefa als Veranstalter beantworten muss, wie dies sichtbar gemacht werden soll.
Klar hat man kalte Füße, der Löw dürfte der dienstälteste Deutsche trainer ohne irgend einen Titel (außer dem Rekordtorschützen der 2. Liga) sein.
Est sagt er, dass der DFB für die Einhaltung der Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Justiz und die Meinungs- und Pressefreiheit stehe, dann sagt er, dass die Uefa als Veranstalter beantworten muss, wie dies sichtbar gemacht werden soll.
Klar hat man kalte Füße, der Löw dürfte der dienstälteste Deutsche trainer ohne irgend einen Titel (außer dem Rekordtorschützen der 2. Liga) sein.
Die ZEIT erhebt u.a. in dem Artikel „Abseits stehen“ Vorwürfe gegen den ukrainischen Präsidenten und die ukrainische Regierung. Die geäußerten Vorwürfe sind so schwerwiegend, dass es undenkbar ist, ein solches Land mit einer solchen Regierung mit der EU zu assoziieren, vorausgesetzt die Anschuldigungen entsprechen der Realität und Wahrheit.
Nun ist auf der Seite des Auswärtiges Amtes zu lesen: „Die Verhandlungen über das Assoziierungsabkommen, die im Februar 2007 begannen konnten beim letzten EU-Ukraine-Gipfel am 19.12.2011 abgeschlossen werden.“ http://www.auswaertiges-a...
Demzufolge ist es nun undenkbar, dass die Bundesregierung und die übrigen EU-Partner bis zu 19.12.2011 Kenntnis von dem ZEIT-Anschuldigungs- und Beweismaterial hatten.
Bitte liebe ZEIT-Redaktion, teilen sie Ihren Lesern mit, wann Sie in den Besitz des Anschuldigung- und Beweis-Materials gekommen sind. Bisher haben Sie lediglich gegenüber Ihren Lesern Ihr Anschuldigungsmaterial mitgeteilt. Selbstverständlich dürften Sie als anerkannte seriöse Presse über das entsprechende Beweismaterial verfügen, denn sonst würden Sie ja als seriöses angeerkanntes Medium keine Anschuldigungen präsentieren. Wäre noch nett von Ihnen, wenn Sie ihren Lesern auch noch das Beweismaterial kurz nachreichen.
Wolfgang Niersbach: "Wir alle sind uns doch einig. Auch der DFB betrachtet die Situation mit größter Sorge, weil offensichtlich Menschenrechtsverletzungen vorliegen."
Herr Niersbach, welche Menschenrechtsverletzungen sind Ihnen seit wann bekannt und wo kann man die Belege und Beweise dafür einsehen?
Wie würden Sie die De-Facto-Geiselnahme Frau Timoschenkos durch die Schergen des Janukowitsch-Regimes denn sonst bezeichnen wollen?
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Wie würden Sie die De-Facto-Geiselnahme Frau Timoschenkos durch die Schergen des Janukowitsch-Regimes denn sonst bezeichnen wollen?
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Wolfgang Niersbach: "Wir alle sind uns doch einig. Auch der DFB betrachtet die Situation mit größter Sorge, weil offensichtlich Menschenrechtsverletzungen vorliegen."
Bei derartigen Anschuldigungen ist es zwingend notwendig, dass der Interviewer nachfragt und um Erläuterung und Beweislage der Anschuldigungen, in dem Falle der Menschenrechtsverletzungen, bittet. Macht er das nicht, kann der Eindruck der Manipulation entstehen und ist zunächst nicht von der Hand zu weisen.
Wir haben kein Problem mit der Formel 1 in Bahrain. Obwohl direkt vor der Tür blutige Demonstrationen stattfinden. In der Ukraine gibt es keine Demonstrationen, die von der Regierung blutig niedergeschlagen werden, oder?
Wir haben kein Problem, die übernächste WM in Katar auszutragen. Obwohl es bezüglich elementarster Menschenrechte 100mal schlimmer aussieht als in der Ukraine.
Wir ignorieren völlig, dass die Haftbedinungen z.B. in den USA inzwischen mit der Ukraine konkurieren können. Die USA sind das Land mit den meisten Gefangenen pro 100.000 Einwohner der Welt. Die Haftbedingungen sind die Schlechtesten aller industrialisierten Länder. Dazu noch die illegalen Folterknäste. Wir ignorieren politische Gefangene in der Ukraine, während in den USA jeder Amerikaner ohne Anklage für unbestimmte Zeit unter Terrorverdacht eingesperrt werden kann.
Und bitte: Wie sieht es aus mit der Presefreiheit in der USA? Bitte mal kritisch hinterfragen!
Wenn wir schon Sport politisieren, dann bitteschön überall!
... mit den hundertausend getöteten Straßenhunden, um die Fans nicht mit so etwas zu belasten. :-(
Traurig, dass erst durch Tymoschenko überhaupt eine Diskussion stattfindet.
http://www.facebook.com/S...
... mit den hundertausend getöteten Straßenhunden, um die Fans nicht mit so etwas zu belasten. :-(
Traurig, dass erst durch Tymoschenko überhaupt eine Diskussion stattfindet.
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Traurig, dass erst durch Tymoschenko überhaupt eine Diskussion stattfindet.
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Wir hoffen doch alle, dass der Präsident des Deutschen Fußballbundes kein Präsident ist, der sich an den Bierbeständen der DFB-Sponsoren berauscht und wie im Suff nachplappert, sondern das, was er behauptet (Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine) auch dezidiert belegen kann.
Der DFB ist der mitgliederstärkste Einzelsportverband der Welt. Ein Boykott des ukrainischen Unrechtsregimes hätte eine immense Wirkung im In- und Ausland, vor allem aber in der Ukraine selbst.
Und wenn Bürger beginnen, Fragen zu stellen, werden Diktatoren nervös. Wie sicherlich noch aus dem arabischen Frühling 2011 erinnerlich ist.
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