KrimiZeit-Bestenliste: Die zehn besten Krimis im Mai 2012
Jeden ersten Donnerstag im Monat geben Literaturkritiker und Krimispezialisten die Romane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben.
1(4) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze Aufbau, 454 S., 22,99 €
Paris/Normandie. In Ordebec wurde »Die Wilde Jagd« gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.
2(2) Oliver Harris: London Killing
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller Blessing, 480 S., 19,95 €
London-Hampstead. Als Detective Belsey das Haus eines russischen Oligarchen leer vorfindet, ergreift er die Chance, sein beschissenes Leben zu ändern. Er übernimmt Auto, Haus und Kreditkarte. Und die Feinde des Milliardärs. Rasantes Debüt. Oliver Harris gewinnt dem British Noir unverfrorene Heiterkeit ab.
3(3) Oliver Bottini: Der kalte Traum
DuMont, 448 S., 18,99 €
Rottweil/Berlin/Kroatien. 15 Jahre nachdem Thomas Ćavar in Bosnien gefallen ist, wird er gesucht. Vom kroatischen Geheimdienst, von der deutschen Polizei und einer Journalistin. Thomas, aufgewachsen in Rottweil, wollte 1995 die kroatische Heimat retten. Kluger, starker politischer Roman. Nah an den Tatsachen: Kriegsverbrechen und Folgen.
- Das Beste vom Besten
An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT und NordwestRadio.
- Die Jury
Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury,
Volker Albers, "Hamburger Abendblatt",
Andreas Ammer, "Druckfrisch", Dlf, BR,
Gunter Blank, "Sonntagszeitung",
Thekla Dannenberg, "Perlentaucher"
Fritz Göttler, "Süddeutsche Zeitung",
Michaela Grom, SWR,
Lore Kleinert, Radio Bremen,
Thomas Klingenmaier, "Stuttgarter Zeitung",
Kolja Mensing, "Tagesspiegel",
Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR,
Jan Christian Schmidt, "Kaliber 38",
Margarete v. Schwarzkopf, NDR,
Ingeborg Sperl, "Der Standard",
Sylvia Staude, "Frankfurter Rundschau",
Jochen Vogt, Elder Critic, NRZ, WAZ,
Hendrik Werner, "Weser-Kurier",
Thomas Wörtche, "Plärrer", "culturmag", DRadioKultur
4(1) Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
Aus dem Englischen von Peter Torberg; Liebeskind, 304 S., 19,80 €
Meade, Ohio/Coal Creek, West Virginia. Mit zehn hungert und betet Arvin Russell gegen das Sterben seiner Mutter an. Mit achtzehn hat er vier Menschen erschossen. Dann haben ein Vergewaltiger, zwei Serienmörder, ein mörderischer Sheriff und ein Prediger-Paar seinen Weg gekreuzt. Wüstes, grandioses Romandebüt.
5(-) Matthew Stokoe: High Life
Aus dem Englischen von Joachim Körber Arche, 448 S., 19,95 €
Los Angeles. Jack will ein vollkommenes Geschöpf werden, einer wie Brad Pitt. Der Mord an seiner Frau Karen wird zum Start seiner Karriere. Vorgeblich auf der Suche nach dem Mörder, partizipiert Jack als Stricher, Lover, Killer voll am High Life: Snuff und Brutal-Sex inklusive. Nicht so raffiniert wie American Psycho, aber bös.
6(8) Bernhard Jaumann: Steinland
Kindler, 320 S., 19,95 €
Windhoek/Karibib. Auf Steinland wurde der Farmer erschossen, der Sohn entführt. Chief Inspector Clemencia Garises in der Klemme: Unter den Gangstern aus der Township war ihr Bruder. Im Hintergrund der Klassenkampf um Landbesitz. Ein brisanter Fall: Wird Namibia ein zweites Simbabwe?
7(-) Don Winslow: Die Sprache des Feuers
Aus dem Englischen von Chris HirteSuhrkamp, 419 S., 14,99 €
Dana Point 1997. Brandschadenregulierer Jack Wade weiß, dass Immobilienhai Nick Vale seine Frau Pamela verbrannt hat. Er muss es nur beweisen. Auf dem Spiel steht der letzte unberührte Strand im Süden. Harter Fight zwischen dem alten Kalifornien und der Gier-und-Gang-Moderne. Bravourös.
8(-) John Hart: Das eiserne Haus
Aus dem Englischen von Rainer Schmidt; C. Bertelsmann, 512 S., 19,99 €
New York/North Carolina. Drei Findelkinder. Zart: Julian, stark: Michael, gerissen: Abigail. Schicksale, verknüpft mit dem eisernen Waisenhaus. Erneut verknotet, als Michael, erwachsen, nicht mehr morden will. Der Killer hat die Liebe gefunden, tötet die Bösen und trabt in den Sonnenuntergang.
9(6) Carol O’Connell: Tödliche Geschenke
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann; btb, 416 S., 14,99 €
Coventry, nördliches Kalifornien. 20 Jahre nach dem Verschwinden seines Bruders Josh, der schon als Kind ein begnadeter Fotograf war, kehrt Militärpolizist Oren zurück ins Heimatstädtchen. Auf Vaters Terrasse liegen Joshs Knochen. Oren puzzelt unter schrägen Vögeln. Crazy Sweet California.
10(-) Andrea Maria Schenkel: Finsterau
Hoffmann und Campe, 126 S., 16,99 €
Finsterau, Oberpfalz, 1947. Afras Aufbruch ist gescheitert. Mit einem Kind von einem französischen Zwangsarbeiter musste sie zurück zu den Eltern. Ihr Vater wird verhaftet, als man Mutter und Kind erschlagen findet. Gewalt, Armut, Nachkriegszeit. In Ton und Handlung Anklänge an Tannöd, Schenkels großen Erfolg.






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Da hat man dann alles von 9,95 bis 19,95 für den gleichen Inhalt.
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