Populismus: Lass stecken!
Die Wähler wollen keine Geldgeschenke
Abba und die FDP – lange gehörte das zusammen. Niemand konnte in der Parteizentrale anrufen, ohne in der Warteschleife mit Money, Money, Money beschallt zu werden. Inzwischen spielen sie You’re Free von Yomanda, denn die Stimmung hat sich gedreht: Die Bürger sind so wenig anfällig für Geldgeschenke aus der Politik wie nie zuvor.
Zuletzt zeigte sich das beim Streit um das Betreuungsgeld: Erstmals bildete sich eine breite Front gegen eine neue, zusätzliche Sozialleistung, in den Parteien wie bei ihren Wählern. So heftiger Widerstand entstand früher nur, wenn gespart und gekürzt wurde. Lange galt auch für Regierungen das biblische Gebot, wonach Geben seliger ist denn Nehmen, das scheint sich zu ändern. Hält sich dieser Trend, ändert sich die politische Kultur grundsätzlich – zum Besseren.
Norbert Röttgen hat den Stimmungswechsel bei den Wählern gerade in seinem nordrhein-westfälischen Wahlkampf erfahren, als er angesichts steigender Benzinpreise eine höhere Pendlerpauschale forderte. Eine Benzin-Kampagne, das sah nach einem Gewinnerthema beim Wähler aus. Aber sie funktionierte nicht, die Beliebtheit des Kandidaten stieg nicht an.
Sozialdemokraten und Liberale machen eine ähnliche Erfahrung mit ihrem – nur in Nuancen unterschiedlichen – Vorschlag, die Praxisgebühr für Arztbesuche abzuschaffen. Sechzig Prozent der Deutschen wollen die Gebühr behalten, weil ihnen Sparsamkeit und volle Kassen wichtig sind. Gegen Steuersenkungen, das wichtigste Wahlkampfthema der Westerwelle-FDP, spricht sich mittlerweile sogar eine Mehrheit der liberalen Wähler aus. Money, Money, Money scheint Geschichte.
Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil überall in Europa populistische Parteien zulegen. In Deutschland lässt sich zumindest mit populistischer Sozialpolitik nicht viel gewinnen. Mehr noch: Lange schien es unmöglich, Haushalte zu sanieren und beim Wähler gut anzukommen. Die SPD hatte diese Lektion während ihrer Agenda-Politik gelernt, die Union nach ihrem Reformwahlkampf im Jahr 2005.
Der Bürger schätze Kürzungen nur bei anderen, hieß es lange, nach dem Motto: Sparen ja – aber nicht bei mir. In diesem Geist wurde Politik gemacht: mit Versprechen vor den Wahlen – und unpopulären Reformen danach. Weder die »Rente ab 67« noch die Gesundheitsprämie, der neu eingeführte Zusatzbeitrag für Kassenmitglieder, erschienen jemals in einem Wahlprogramm.
Nun sieht es aus, als hätten die Wähler schneller dazugelernt als die Regierenden. Offenbar ändern immer neue Berichte über steigende Staatsschulden langfristig das Denken. Oder die Wähler haben verinnerlicht, wie Konjunkturpolitik funktioniert: In schlechten Zeiten kurbeln Regierungen die Wirtschaft mit Staatsgeld an, in guten Jahren sparen sie es wieder ein. Und 2012 ist eindeutig ein gutes Jahr.
Vielleicht sind die Bürger auch einfach misstrauischer gegenüber Versprechen aller Art geworden. In jedem Fall hat das erfreuliche Umdenken auch etwas Ironisches: Erst wollten die Politiker sparen, aber ihre Bürger nicht. Heute hätten es Sanierer leichter – aber es traut sich niemand, diese Chance zu nutzen.






Deutschland hat zwei große Probleme. Sie heissen Steuerdumpingwettlauf und Bankenrettung.
Würde Deutschland sich bei den Steuereinnahmen, insbesondere bei Unternehmen und Reichen, nur wieder ins Mittelmaß europäischer Industriestaaten einreihen, so wäre die Haushaltslage um Längen besser und es könnte sinnvoll in Sozialpolitik und Bildung investiert werden.
Aber wir müssen ja beim Steuerdumping und bei den Subventionen auch Spitze sein. Selbst im neoliberalen Paradeland Grossbritannien sind Steuern und Abgaben auf Vermögen satte vier mal so hoch, wie in Deutschland.
Da könnte man ansetzen.
Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk
Die wirklich kein Geld haben, sind ja schuld daran. Daran muss man sie ständig erinnern und mehr Arbeit für Almosen fordern. Das sind die einzigem Sparmaßnahmen, die bis zum Exzess durchgeführt werden. Rente ? Unbezahlbar in Deutschland, außer für korrupte Apparatschiks und leistungslose Einkommen für Spekulanten.
Jedem das Seine
"Sparen" ist kaum irgendwo so beliebt wie in Deutschland, in dem es zwei Weltkriege gab und danach ein Wirtschaftswunder, bei dem Sparen der Mehrheit noch Wohlstand brachte.
Nun benutzt man dieses Wort für eine reine Umschichtung von Vermögen. In Wirklichkeit wurde nie mehr Geld aus dem Fenster geworfen wie in den letzten Jahren für betrügerische Banken und fahrlässige Politik.
Die Abenteuer und Bereicherung der abgehobenen Klasse sollen nun die Bevölkerungen abtragen, denn die Profitmargen sind alternativlos - jedenfalls bei unserer Blockpartei.
Die Schulden müssen zum Großteil gestrichen und Zockerbanken geschlossen werden, je eher, umso besser.
...daß sie die Geldgeschenke alle selbst finanzieren müssen.
stirbt zuletzt und wir wuenschen uns, dass Sie Recht haben. Nur so recht glauben kann man es nicht.
man kann auch auf Kredit finanzieren, wie es die SPD in NRW vorbildlich vormacht. Bei den niedrigen Zinsen wäre es sträflich, auf Inverstitionen auf Pump zu verzichten. Zurücktahlen kann man das Geld ja später immer noch.
stirbt zuletzt und wir wuenschen uns, dass Sie Recht haben. Nur so recht glauben kann man es nicht.
man kann auch auf Kredit finanzieren, wie es die SPD in NRW vorbildlich vormacht. Bei den niedrigen Zinsen wäre es sträflich, auf Inverstitionen auf Pump zu verzichten. Zurücktahlen kann man das Geld ja später immer noch.
In den letzten Jahren hat Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro mehr eingenommen, als es ausgegeben hat.Wo sind die Einnahmen gelandet? Diese Einnahmen sind in Kapitalexporten gelandet, als Investitionen in ausländischen Finanzpapiere (auch miesen "Finanzpapieren"),Unternehmen, Krediten ans Ausland und ausländischen Staatspapieren (auch griechische).
wo Ihre Rente oder Pension herkommt? Aus einer Matratze? Wenn Fonds Geld anlegen, tun sie es meist um eben diese Verpflichtungen in der Zukunft einhalten zu koennen. Dass bei diesen Anlagen auch eine Rendite erziehlt werden muss um Inflation auszugleichen und/oder die negativen Folgen der Vergreisung unseres Landes vielleicht zum Teil kompensieren zu koennen sollte eigentlich verstaendlich sein.
Dem DIW zufolge hat das Vermögen der reichssten 10% des Landes um 200 Milliarden pro Jahr zugenommen, auch während der Krise.
Ab und an schafft es das sogar in die Medien, nur das schaut sich ja kaum jemand an.
http://www.youtube.com/wa...
wo Ihre Rente oder Pension herkommt? Aus einer Matratze? Wenn Fonds Geld anlegen, tun sie es meist um eben diese Verpflichtungen in der Zukunft einhalten zu koennen. Dass bei diesen Anlagen auch eine Rendite erziehlt werden muss um Inflation auszugleichen und/oder die negativen Folgen der Vergreisung unseres Landes vielleicht zum Teil kompensieren zu koennen sollte eigentlich verstaendlich sein.
Dem DIW zufolge hat das Vermögen der reichssten 10% des Landes um 200 Milliarden pro Jahr zugenommen, auch während der Krise.
Ab und an schafft es das sogar in die Medien, nur das schaut sich ja kaum jemand an.
http://www.youtube.com/wa...
nur sollen die Steuerstufen der Inflation angepasst werden. Die Bemessungsgrenzen der Sozialversicherung werden ja auch valorisiert. Sparen ja, aber nicht für die "Euro-Rettung".
Scheinbar haben Politiker und Medien immer noch nicht begriffen das unser Geldsystem kaputt ist und wir ein neues brauchen. Beide sollten mal ins Volk reinhorchen statt dem Volk schon wieder etwas in den Mund orakeln zu wollen. Geldgeschenke nimmt mit Sicherheit auch der kleine Mann, nur hat sich bislang stets gezeigt, wenn man den Menschen was versprochen hat, dann haben es die Banken bekommen und die Michels mussten es zahlen. Schon mal darauf gekommen dass das Misstrauen daher rührt?
Infolgedessen kann der Bürge® zurecht misstrauisch sein wenn es um diese Dinge geht. Ich denke mal so wäre es ehrlicher gewesen: Regierung plant Spendenaufruf für Banken … Link. Aber dann landen wir schon mitten in der kompletten Misere des verissenen Euro und wenn wir nicht aufpassen auch noch beim kaputten Europa, welches eben ein Europa der Menschen werden sollte und nicht eines der Geldsäcke.
Und deshalb braucht der Bürger nicht stets falsche und hohle Versprechungen, sondern echte Änderungen die die Gemeinschaft voranbringen und nicht nur diese elende Minderheit befördern die übers Geld gebietet. Und genau deshalb ist dieser Artikel eine Nebelbombe, fein an den Ursachen vorbei geschwätzt.
"Beide sollten mal ins Volk reinhorchen statt dem Volk schon wieder etwas in den Mund orakeln zu wollen."
...leider ist genau das die Basis ihrer Macht: Interpretationshoheit. Meinung vorgeben, Meinung machen, Meinung behaupten. Und wenn nicht laut genug widersprochen wird, etwa von Internetaktivisten, werden einfach entsprechend die Felle neu verteilt.
"Beide sollten mal ins Volk reinhorchen statt dem Volk schon wieder etwas in den Mund orakeln zu wollen."
...leider ist genau das die Basis ihrer Macht: Interpretationshoheit. Meinung vorgeben, Meinung machen, Meinung behaupten. Und wenn nicht laut genug widersprochen wird, etwa von Internetaktivisten, werden einfach entsprechend die Felle neu verteilt.
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