Niki Lauda"Ich habe alle Probleme selbst gelöst"

Der ehemalige Formel-1-Pilot Niki Lauda über seinen despotischen Großvater und seinen berühmten, fast tödlichen Unfall

ZEITmagazin: Herr Lauda, Sie waren 19 Jahre alt, als Sie anfingen, Rennen zu fahren. Geht man da nicht eigentlich noch zur Schule?

Niki Lauda: Ja. Und meine Eltern haben darauf gepocht, dass ich die Matura mache. Aber mir hat das alles zu lange gedauert, also habe ich mein Maturazeugnis gefälscht. Alle waren glücklich, und ich konnte mich auf das Rennfahren konzentrieren.

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ZEITmagazin: Mussten Sie Ihr Zeugnis nicht Ihren Eltern zeigen?

Niki Lauda

63, geboren in Wien, war früher Rennfahrer, zwischen 1971 und 1985 startete er in der Formel 1. Beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 1976 verunglückte er schwer, aber überlebte. Ein Jahr später wurde er zum zweiten Mal Weltmeister. Lauda ist in zweiter Ehe mit Birgit Wetzinger verheiratet, die ihm 2005 eine Niere spendete. Die erste Ersatzniere hatte er 1997 von seinem Bruder Florian bekommen

Lauda: Sicher, ich habe es ihnen nur aus der Ferne gezeigt, weil man oben klar erkennen konnte, dass der Name des wirklichen Besitzers mit Tintentod weggemacht worden war. Man hat auf hundert Meter gesehen, dass da was nicht stimmt.

ZEITmagazin: Hatten Sie kein schlechtes Gewissen?

Lauda: Oh ja, aber weil ich dann gleich Rennfahrer geworden bin und meine Ideen umsetzen konnte, war das schlechte Gewissen schnell wieder weg. Meiner Mutter habe ich das erst Jahre später gebeichtet, da war ich allerdings schon erfolgreich.

ZEITmagazin: Sie stammen aus einer Industriellenfamilie, die viel Wert auf Leistung gelegt hat. Mussten Sie sich den Weg zum Rennfahrer hart erkämpfen?

Lauda: Mein Großvater war ein Despot. Mein Ansporn war, ihm zu beweisen, dass man einen anderen Weg gehen kann. Dafür habe ich jedes Risiko in Kauf genommen.

Das war meine Rettung
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ZEITmagazin: Hat er versucht zu verhindern, dass Sie Rennfahrer werden?

Lauda: Ja, ja, als Industrieller hat er bei meiner Bank interveniert und einen Sponsor vergrault, den ich damals dringend gebraucht hätte. Er hat ständig versucht, Einfluss zu nehmen. Er wollte, dass ich studiere. Er hat immer gesagt, über die Mitglieder unserer Familie solle man auf der Wirtschaftsseite einer Zeitung lesen können, nicht auf der Sportseite.

ZEITmagazin: Wie haben Sie reagiert, als der Sponsorenvertrag scheiterte?

Lauda: Mit ihm konnte man nicht reden. Ich bin dann meinen eigenen Weg gegangen. Ich habe bei einer anderen Bank einen Kredit aufnehmen müssen, der mir dann den Eintritt in die Formel 1 ermöglicht hat. Vier Jahre lang habe ich daran zurückgezahlt.

Leserkommentare
  1. Man darf die Eltern täuschen.

    Er hat nix zu verschenken.

    Er braucht weder Frau noch Kinder.

    Wenn man nix riskiert, verliert man nix.

    ....

    9 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/mk

    ...Niki Lauda gehört zu den wenigen, vor denen ich mich in respektvoller Bescheidenheit verneige.
    Daß er dabei auch seine ganz klar erkennbaren Schwächen hat, tut dem keinen Abbruch.
    Allgemein vielleicht noch interessant:
    1), daß er beim Absturz seiner ersten, vom rennfahergeld gekauften Lauda-Air-Maschine persönlich zum Unfallort reiste und mit seiner perfektionistsichen Genauigkeit prüfen ließ, ob die Absturz-Ursache bei seiner Airline lag - lag sie nicht!
    2) daß er mit dem musikalischen Auch-Perfektionisten und Auch-Hobby-Flieger Herbert von Karajan persönlich befeundet war.
    3), daß er und typisch für seine Persönlichkeitsstruktur, bezüglich seiner inzwischen mehreren Nierenstransplantationen öffentlich immer das stramm-herunterspielende Wort vom "Einbau" spricht, wenn er die Nierentransplantation meint...
    Jonny Wayne war so eine ähnlicher Typ...nicht nachahmenswert für mich, aber zu bewundern durchaus.

    Nikki Lauda gibt keine Botschaften, sondern beschreibt sein Leben.
    Er rät niemanden die Schule abzubrechen, noch rät er zu sonstigen Dingen.

    Zur Familie
    Er hat gesagt, dass er seine Probleme mit sich selbst aus macht, anstatt seine Familie damit zu belasten.
    Das ist doch was vollkommen anderes, als wenn er sagen würde, er brauche keine Familie.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/mk

    ...Niki Lauda gehört zu den wenigen, vor denen ich mich in respektvoller Bescheidenheit verneige.
    Daß er dabei auch seine ganz klar erkennbaren Schwächen hat, tut dem keinen Abbruch.
    Allgemein vielleicht noch interessant:
    1), daß er beim Absturz seiner ersten, vom rennfahergeld gekauften Lauda-Air-Maschine persönlich zum Unfallort reiste und mit seiner perfektionistsichen Genauigkeit prüfen ließ, ob die Absturz-Ursache bei seiner Airline lag - lag sie nicht!
    2) daß er mit dem musikalischen Auch-Perfektionisten und Auch-Hobby-Flieger Herbert von Karajan persönlich befeundet war.
    3), daß er und typisch für seine Persönlichkeitsstruktur, bezüglich seiner inzwischen mehreren Nierenstransplantationen öffentlich immer das stramm-herunterspielende Wort vom "Einbau" spricht, wenn er die Nierentransplantation meint...
    Jonny Wayne war so eine ähnlicher Typ...nicht nachahmenswert für mich, aber zu bewundern durchaus.

    Nikki Lauda gibt keine Botschaften, sondern beschreibt sein Leben.
    Er rät niemanden die Schule abzubrechen, noch rät er zu sonstigen Dingen.

    Zur Familie
    Er hat gesagt, dass er seine Probleme mit sich selbst aus macht, anstatt seine Familie damit zu belasten.
    Das ist doch was vollkommen anderes, als wenn er sagen würde, er brauche keine Familie.

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/mk

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    ... wieso? Ich seh's genauso und stimme in dieser Auslegung der Verkürzung 1:1 mit Herrn Lauda überein.

    ... bis auf den letzten Punkt der Zusammenfassung. Der müsste meiner Meinung nach richtig heißen:

    Wer nix riskiert, gewinnt auch nix.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

    ... wieso? Ich seh's genauso und stimme in dieser Auslegung der Verkürzung 1:1 mit Herrn Lauda überein.

    ... bis auf den letzten Punkt der Zusammenfassung. Der müsste meiner Meinung nach richtig heißen:

    Wer nix riskiert, gewinnt auch nix.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

  3. ist auf jeden Fall ein Person, die auch zu sich selbst steht. Das es davon nicht viele Beruehmte gibt, hebt ihn hervor, F1-Legende ist er ja schon.
    Der erste Kommentar war aber auch wirklich als halber Witz gemeint, rundet Laudas Persönlichkeit ironisch ab.

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  4. ... wieso? Ich seh's genauso und stimme in dieser Auslegung der Verkürzung 1:1 mit Herrn Lauda überein.

    ... bis auf den letzten Punkt der Zusammenfassung. Der müsste meiner Meinung nach richtig heißen:

    Wer nix riskiert, gewinnt auch nix.

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  5. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

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    Hier bei uns in Österreich nennt man einen Menschen, der nicht gerne sein Geld ausgibt, einen Schnorrer.

    Herr Lauda selbst sagt in einem Werbespot, er habe "nix zu verschenken". Dies ist durchaus eine Anspielung auf seinen allgemein bekannten Geiz.

    Ich habe also nur, mit anderen Worten, wiederholt, was Herr Lauda selbst von sich sagt.

    Und daß er den Österreichern mit seinen "Ansagen" zu Gott und der Welt als selbsternannter "Experte eh für Alles" seit geraumer Zeit ziemlich auf den Zeiger geht, ist eine Tatsache und keine Beleidigung.

    Hier bei uns in Österreich nennt man einen Menschen, der nicht gerne sein Geld ausgibt, einen Schnorrer.

    Herr Lauda selbst sagt in einem Werbespot, er habe "nix zu verschenken". Dies ist durchaus eine Anspielung auf seinen allgemein bekannten Geiz.

    Ich habe also nur, mit anderen Worten, wiederholt, was Herr Lauda selbst von sich sagt.

    Und daß er den Österreichern mit seinen "Ansagen" zu Gott und der Welt als selbsternannter "Experte eh für Alles" seit geraumer Zeit ziemlich auf den Zeiger geht, ist eine Tatsache und keine Beleidigung.

    • cornus
    • 06.05.2012 um 12:55 Uhr

    Die Antriebsfeder Ärger resp. Wut ist sicherlich sehr wesentlich, wenn man Widerstand leisten will oder muss. Wie weit diese Fähigkeiten helfen, seinem Leben die erwünschte Wende zu geben, ist aber auch abhängig von den Mitmenschen.
    Bei allem Respekt vor der Lebensleistung Laudas aber hier genau wird's ärgerlich. Seine Familie hat ihn ja wohl in vielem unterstützt, nicht zuletzt sein Bruder und seine jetzige Ehefrau - beide haben ihm z.B. eine Niere gespendet.
    Sich dann hinzustellen und zu sagen, die Familie habe eine geringe Rolle bei der Lösung seiner Probleme gespielt, ist ja wohl heftig. Genau hier hätte der Interviewer nachhaken müssen oder war es seine Intention, Herrn Lauda als Egoisten da stehen zu lassen?

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    Bin ganz Ihrer Meinung. Welche Persönlichkeitsstruktur hat man denn, wenn man als zweifach Nierentransplantierter und nach einem Unfall schwerst Verbrannter seinen Helfern bzw. Lebensrettern Ihre Hilfe und Lebensrettung dadurch dankt, dass man sie nicht mal erwähnt, sondern das Überleben auf die eigene Persönlichkeitsstruktur zurückführt? Ich jedenfalls finde den selbstaufwertenden Attribuierungsstil des Herrn Lauda schwer erträglich.

    Bin ganz Ihrer Meinung. Welche Persönlichkeitsstruktur hat man denn, wenn man als zweifach Nierentransplantierter und nach einem Unfall schwerst Verbrannter seinen Helfern bzw. Lebensrettern Ihre Hilfe und Lebensrettung dadurch dankt, dass man sie nicht mal erwähnt, sondern das Überleben auf die eigene Persönlichkeitsstruktur zurückführt? Ich jedenfalls finde den selbstaufwertenden Attribuierungsstil des Herrn Lauda schwer erträglich.

  6. ...Niki Lauda gehört zu den wenigen, vor denen ich mich in respektvoller Bescheidenheit verneige.
    Daß er dabei auch seine ganz klar erkennbaren Schwächen hat, tut dem keinen Abbruch.
    Allgemein vielleicht noch interessant:
    1), daß er beim Absturz seiner ersten, vom rennfahergeld gekauften Lauda-Air-Maschine persönlich zum Unfallort reiste und mit seiner perfektionistsichen Genauigkeit prüfen ließ, ob die Absturz-Ursache bei seiner Airline lag - lag sie nicht!
    2) daß er mit dem musikalischen Auch-Perfektionisten und Auch-Hobby-Flieger Herbert von Karajan persönlich befeundet war.
    3), daß er und typisch für seine Persönlichkeitsstruktur, bezüglich seiner inzwischen mehreren Nierenstransplantationen öffentlich immer das stramm-herunterspielende Wort vom "Einbau" spricht, wenn er die Nierentransplantation meint...
    Jonny Wayne war so eine ähnlicher Typ...nicht nachahmenswert für mich, aber zu bewundern durchaus.

    • TDU
    • 06.05.2012 um 13:44 Uhr

    Nur "Benzin reden" würde er, hat seine Frau in seiner Erfolgszeit nach Bericht eines Nachrichtenmagazin mal gesagt. Sein Unfall kam "wie gerufen", denn den Nürburgring fand er wegen der Länge nicht mehr zeitgemäß und das war das letze Formel 1 Rennen auf der Nordschleife.

    Einer hat in als Rico Maserati mit den....verspottet aber er ist immer noch "da". Gut so. Vielleicht hat der Priester ja das von ihm Erwartete schweigend gebetet.

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