NationalsozialismusOpas Krieg

Ein junger Historiker interviewt seinen Großvater, steigt ins Archiv und prüft die Erinnerungen. Die Geschichte eines ungewöhnlichen Buches

Der Großvater sagt: »Die wollten uns kaputtmachen«, die Westmächte, Versailles 1919. Der Enkel schreibt: »Zahlreiche Einstellungen, die später den Nationalsozialismus stützten, waren auch in der Familie meines Großvaters vorhanden«, die Empörung über den »Schandfrieden«, die Leugnung der Kriegsschuld.

Der Großvater sagt: »Goebbels hatte ja einen Klumpfuß und hinkte. Und da haben wir immer gesagt: Lügen haben kurze Beine.« Der Enkel liest die Briefe der Großeltern. 1943, Wollt ihr den totalen Krieg? »Ich bin auch so froh und glücklich über die Reaktion, die diese Rede bei Dir hatte«, schreibt die Großmutter. »Genau wie Du, Lieber, habe ich gefühlt, dass diese große Rede [...] für unser Schicksal von weittragender Bedeutung ist!«

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Der Großvater sagt: »Da habe ich nichts von mitgekriegt.« Gemeint sind die verbrecherischen Wehrmachtbefehle, Juni 1941, Überfall auf die Sowjetunion. Der Enkel geht ins Archiv, 79. Infanteriedivision. Er kommt zu dem Schluss: »Offenbar hat mein Großvater erheblich mehr gesehen und gewusst, als er [später] einzugestehen bereit war.« Eine Zeit lang sei er sogar selber derjenige gewesen, der zu entscheiden hatte, ob gefangene Rotarmisten sofort erschossen werden oder nicht.

Moritz Pfeiffer

geboren 1982, arbeitet als Historiker im Dokumentationszentrum Wewelsburg. Sein Buch Mein Großvater im Krieg 1939–1945 ist soeben im Donat Verlag erschienen (214 S.; 14,80 €).

Der Großvater erzählt. Der Enkel fragt, zeichnet auf. Der Großvater hat seine Erinnerung, der Enkel das Handwerkszeug des Historikers. Er liest die Forschungsliteratur, entstaubt das Familienarchiv, er wälzt die Quellen. Daraus wurde 2007 eine Magisterarbeit an der Universität Freiburg. Jetzt ist sie als Buch erschienen: Mein Großvater im Krieg 1939–1945. Erinnerung und Fakten im Vergleich. Systematisch stellt es die Familiengeschichte der Forschung gegenüber: Wo weicht das eine vom anderen ab? Wo geht das eine im anderen auf? Und inwieweit erhellt die kleine Geschichte die große und umgekehrt? Der Autor, Moritz Pfeiffer, geboren 1982, arbeitet heute als Wissenschaftler im NS-Dokumentationszentrum Wewelsburg, der ehemaligen Kult- und Schulungsstätte der SS bei Paderborn.

Im Jahr 2005, als alles begann, hatte er gerade Harald Welzers Studie Opa war kein Nazi gelesen. Die dritte Generation nach 1945 und wie sie die lieben Großeltern freispricht von Schuld.

Haben Sie sich darin wiedererkannt?

»Nein. Aber nach der Lektüre war mir umso klarer: Ich will das anders machen.«

Moritz Pfeiffers Großvater wurde am 10. März 1921 geboren. Er hat 1939 im Polenfeldzug gekämpft, war 1940 in Frankreich dabei, 1941/42 schließlich nahm er am Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion teil. Seine Frau, zwei Jahre älter, war 2005 schon zu schwach, um noch ausführlich befragt zu werden. Aber sie saß oft dabei, wenn der Enkel das kleine Gerät mit dem Mikrofon aufbaute. Noch dachte er nicht daran, das Erzählte einer kühlen Analyse zu unterziehen. Er wollte einfach die Erinnerungen bewahren, tippte die Bänder ab, ließ die losen Blätter binden. »Das war der Renner zu Weihnachten«, sagt er. Die Familiengeschichte, vom Opa erzählt. Ein schönes Geschenk.

Natürlich seien ihm die Unstimmigkeiten aufgefallen. Einerseits wollte der Großvater von vielem nichts gewusst haben: von Massenerschießungen, von Deportationen, von Mordbefehlen. Andererseits der Satz: Aber dagegen konnte man nichts tun. Wogegen man nichts tun konnte, konstatiert der Enkel nüchtern, davon musste man aber doch wohl gewusst haben. Hinter der Front, da haben wir das nicht mitbekommen, sagt der Großvater. Und dann: Wir waren vorn ja an der Front, da bekam man das nicht mit. Wo war er wirklich im Einsatz?

Moritz Pfeiffer begann, die Erinnerungen seines Opas der Quellenkritik zu unterziehen. »Mein Professor hat mich dann dazu ermutigt, daraus meine Abschlussarbeit zu machen.«

Leserkommentare
  1. Einer meiner Großväter war von 1939 bis zur Kapitulation Soldat in der Wehrmacht. Als Konsequenz darauf, oder vielleicht aus Überzeugung, ist er später Kommunist geworden.
    Ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber letztendlich hat er lediglich den Nationalismus abgeschworen.
    Den Untertanengeist gegenüber der Kommunistischen Partei hat er beibehalten.
    Aufgrund einer Schlägerei kam es zu einem Parteiausschlussverfahren.
    Offensichtlich gab es nichts Schlimmeres für ihn, als dieses Parteiverfahren. Umso glücklicher war er, als er doch nicht ausgeschlossen wurde.
    Genauso hatte er kein Problem mit der Gründung und mit der Bewaffnung der DDR Armee.

    Also, was ich damit sagen will: Die Ursache für die Verbrechen der Nazis und ihren Soldaten liegt viel tiefer als in der "Schande von Versailles". (So wird es übrigens heute noch in der Schule unterrichtet.)

    Bis auf den Nationalismus hat mein Opa sich nicht großartig geändert. Der Untertanengeist und er Militarismus sind in abgeschwächter Form erhalten geblieben.

    In der Schule werden Hitlers Wahlerfolge fast ausschließlich auf die hohe Arbeitslosigkeit und den Versailler Vertrag zurückgeführt. Doch das greift etwas zu kurz, oder nicht?

    Um es kurz zu machen:
    Nach dem Lesen von "Der Untertan" ist mir klarer geworden, das wohl eher der Untertanengeist, Militarismus und Nationalismus der eigentliche Nährboden für die Verbrechen seien könnten - nicht der "Schandfrieden".

    16 Leserempfehlungen
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    Ihre "Begründungen" sind schon ziemlich dünn: Der Vertrag von Versailles hat nachweislich großen Einfluss für den grundlegenden Wahlerfolg der NSDAP im März '33 gehabt. In einer Depression wurde Deutschland die Möglichkeit zur Refinanzierung genommen, v.a. durch eine Austeritätspolitik der USA. Gleichzeitig stellten die Reparationsforderungen eine starke Belastung für das Reich dar.
    Die Folgen waren in Deutschland verheerend. Erst danach war die NSDAP - und mit tatkräftiger Unterstützung des Großkapitals, sowie der "alten Eliten" - bei Wahlen erfolgreich.

    Überhaupt scheint es mir nur sehr schwer begründbar zu sein, dass in D wesentlich mehr als in anderen europäischen Ländern, wie z.B. Frankreich, "Untertanengeist" und Militarismus vorherrschten.

    So nebenbei ist es auch schon ziemlich wohlfeil Menschen die über Jahrhunderte - auch durch ausländische Mächte - ins Untertanentum gepresst wurden dafür später verantwortlich zu machen.

    Frei nach Schiller: "Vom sicheren Ufer lässt sich's gemächlich raten."

    ...lag an den Genen? Oder könnte es sein, daß er propagandistisches Opfer der damaligen deutschen Konzernpresse und des Staatsfunks geworden war? Vielleicht wurde er auch schon damals zum Ermächtigungsgesetz nicht gefragt?

    ...und wenn Sie mal ganz genau die Gegenwart (!) analysieren, könnten Sie eventuell feststellen:

    "Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich" (Heiner Müller, BE)

    Ich hab die Befürchtung, die nachwachsende Generation wird auch mißbraucht - und merkt es nicht mal...

    diesen Kommentar, dem ich trotzdem widerspreche: Der Untertanengeist, der deutsche Gehorsam hat zwei Weltkriege und den Massenmord an den Juden ermöglicht, DARIN haben Sie recht. Ohne wenn und aber.

    ABER dass der gehorchende deutsche Soldat in diese Richtung gelenkt werden konnte, setzt noch etwas anderes voraus, nämlich Lenker, Kaiser, "Führer", die verantwortungslos genug waren, ihn in diese Richtung zu lenken.

    Das Fatale an der deutschen Geschichte war eine giftige Mischung aus Gehorsamstrotteln einerseits und in sich unkontrollierten bis anarchischen Oberhäuptern andererseits. Sowohl Willi II. als auch Adolf H. konnten mit Reden, die man heute nur mit Staunen ob ihrer blanken Unvernunft lesen kann, die gehorsamsbegierigen Massen begeistern - mit einem verbalen "über die Stränge schlagen", das sich keiner der Jubler selbst getraut hätte. Der kleinen disziplinierten Welt der Gehorsamen verschafften diese Führer die Ausbruchsmögichkeit in explodierende Freiheit allen "Feinden" gegenüber. Ohne Gehorsamstrottel wäre Hitler eine Witzfigur geblieben, ohne Hitler hätten sie wohl historisch harmloseren Befehlshabern gehorcht - mit weniger Begeisterung.

    Worin ich ihnen nun widerspreche: Der "Untertan" ist als Buch verunglückt. Was hilft uns die Karikatur eines Gehorchenden, wenn der Befehlshaber und dessen Verführungskraft nicht mit in den Blick genommen wird?

    Ihre "Begründungen" sind schon ziemlich dünn: Der Vertrag von Versailles hat nachweislich großen Einfluss für den grundlegenden Wahlerfolg der NSDAP im März '33 gehabt. In einer Depression wurde Deutschland die Möglichkeit zur Refinanzierung genommen, v.a. durch eine Austeritätspolitik der USA. Gleichzeitig stellten die Reparationsforderungen eine starke Belastung für das Reich dar.
    Die Folgen waren in Deutschland verheerend. Erst danach war die NSDAP - und mit tatkräftiger Unterstützung des Großkapitals, sowie der "alten Eliten" - bei Wahlen erfolgreich.

    Überhaupt scheint es mir nur sehr schwer begründbar zu sein, dass in D wesentlich mehr als in anderen europäischen Ländern, wie z.B. Frankreich, "Untertanengeist" und Militarismus vorherrschten.

    So nebenbei ist es auch schon ziemlich wohlfeil Menschen die über Jahrhunderte - auch durch ausländische Mächte - ins Untertanentum gepresst wurden dafür später verantwortlich zu machen.

    Frei nach Schiller: "Vom sicheren Ufer lässt sich's gemächlich raten."

    ...lag an den Genen? Oder könnte es sein, daß er propagandistisches Opfer der damaligen deutschen Konzernpresse und des Staatsfunks geworden war? Vielleicht wurde er auch schon damals zum Ermächtigungsgesetz nicht gefragt?

    ...und wenn Sie mal ganz genau die Gegenwart (!) analysieren, könnten Sie eventuell feststellen:

    "Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich" (Heiner Müller, BE)

    Ich hab die Befürchtung, die nachwachsende Generation wird auch mißbraucht - und merkt es nicht mal...

    diesen Kommentar, dem ich trotzdem widerspreche: Der Untertanengeist, der deutsche Gehorsam hat zwei Weltkriege und den Massenmord an den Juden ermöglicht, DARIN haben Sie recht. Ohne wenn und aber.

    ABER dass der gehorchende deutsche Soldat in diese Richtung gelenkt werden konnte, setzt noch etwas anderes voraus, nämlich Lenker, Kaiser, "Führer", die verantwortungslos genug waren, ihn in diese Richtung zu lenken.

    Das Fatale an der deutschen Geschichte war eine giftige Mischung aus Gehorsamstrotteln einerseits und in sich unkontrollierten bis anarchischen Oberhäuptern andererseits. Sowohl Willi II. als auch Adolf H. konnten mit Reden, die man heute nur mit Staunen ob ihrer blanken Unvernunft lesen kann, die gehorsamsbegierigen Massen begeistern - mit einem verbalen "über die Stränge schlagen", das sich keiner der Jubler selbst getraut hätte. Der kleinen disziplinierten Welt der Gehorsamen verschafften diese Führer die Ausbruchsmögichkeit in explodierende Freiheit allen "Feinden" gegenüber. Ohne Gehorsamstrottel wäre Hitler eine Witzfigur geblieben, ohne Hitler hätten sie wohl historisch harmloseren Befehlshabern gehorcht - mit weniger Begeisterung.

    Worin ich ihnen nun widerspreche: Der "Untertan" ist als Buch verunglückt. Was hilft uns die Karikatur eines Gehorchenden, wenn der Befehlshaber und dessen Verführungskraft nicht mit in den Blick genommen wird?

  2. die damalige Generation für ihre großen Fehler nachträglich permanent zu verurteilen, ist schändlich und fördert die selbsthassenden Depressionen in diesem Land. All die Kritiker, die alte Menschen dafür verachten, dass sie z. B. in der Wehrmacht gedient hätten, haben keinen blassen Schimmer von der damaligen Zeit, von den damaligen Lebensverhältnissen und Verpflichtungen. Ich sehe an meinen Enkeln immer wieder, dass sie mich und meinen Vater bezüglich der damaligen Zeit mit zahlreichen Fragen regelrecht durchlöchern, aber dieses Thema birgt einfach viele Spannungsfelder. Den Schrecken des Krieges und die prägenden Erinnerungen teilen all diese Menschen nicht, welche immer wieder alte Wunden aufreißen. Ich stelle mir bloß immer die Frage, ob die heutigen Generationen in unserer Lage wirklich anders gehandelt hätten. Aber der Konjunktiv war noch nie hilfreich.

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    Man könnte ja auch US-Amerikanern mal auf den Zahn fühlen, was ihre Vorfahren im Vietnamkrieg oder im Golfkrieg so alles getan haben. Nur: dafür interessiert sich leider kein Historiker…

    • Suryo
    • 08.05.2012 um 9:46 Uhr

    Ich finde Ihr Argument irrational. Mit derselben Logik könnte sich auch ein Mörder vor Gericht herausreden: "Herr Richter, Sie waren nicht in meiner Situation und dürfen sich daher nicht anmaßen, mein Handeln jetzt zu beurteilen".

    Selbstverständlich kann man das heute be- und verurteilen. Es war ja nun wahrlich nicht so, als ob die Verbrechen, die damals verübt wurden, nicht auch damals schon als Verbrechen oder zumindest als unmoralisch galten. Das wäre sicher ein gewisser Unterschied zu früheren Zeiten: es ist komplizierter, etwa Hexenverbrennungen zu verurteilen, weil die Menschen in der frühen Neuzeit nun einmal fast alle fest von der moralischen Korrektheit ihrer Taten überzeugt waren. Aber es gibt hunderte, wenn nicht tausende Berichte von Deutschen, die während des Dritten Reiches ihre eigenen und die Taten anderer nicht anders einordneten als wir es heute tun, es gab einen organisierten und unorganisierten Widerstand in Deutschland und den besetzten Gebieten.

    Im übrigen: wer, wenn nicht die Nachwelt, soll denn aus den Verbrechen (oder nennen wir's beschönigend "Fehlern") der früheren Generationen lernen? Was, wenn nicht Ver- und Beurteilung, beinhaltet dieses Lernen?

    ich (Enkelgeneration) nenne es meinen berechtigten Wunsch nach Wissen, was wirklich war, und was für Menschen meine Grosseltern waren (die mich zu einem nicht unerheblichen Teil als Kind als Bezugspersonen beeinflusst haben).
    Verachtung sollte man dabei nicht haben, das stimmt. Aber man sollte auch nicht blind schonen und verschweigen. Bei meinen Grosseltern musste ich lernen, wie sie zugleich Täter und Opfer waren (was aber nichts über die jeweiligen Anteile aussagt): Sie waren Täter, weil sie begeistert von der Nazi-Ideologie waren und das System unterstützt waren. Ausserdem war mein Grossvater in der Gemeindeverwaltung in einer Führungsposition. Vertreibung aus Ostpreussen und der Tod eines Baby machte sie dann aber auch zu Opfern, denn auch wenn die Vertreibung "selbstverschuldet" war, so hat es doch niemand verdient (wie im Falle meiner Grossmutter), dass ihre Kinder durch Bomben verwundet und getötet werden.
    Diese Erkenntnis (und weitere), die meinen Grosseltern, denke ich, durchaus gerecht wird ohne zu beschönigen, habe ich nur erlangen können, indem ich "dreist" war und als einer der wenigen in meiner Familie Fragen stellte, es genau wissen wollte, und eben wirklich wissen wollte, wie sie es damals erlebt haben, was sie zu ihren Ansichten und Taten gebracht hat.

    Dazu gehört natürlich auch, sich zu fragen, wie ich selber wohl damals gehandelt hätte und sich einzugestehen, dass ich nicht mit Sicherheit ausschliessen kann, dass ich damals ähnlich gehandelt hätte.

    die Großeltern beispielsweise bezüglich der NS-Zeit zu befragen. Denn diese Menschen können im besten Fall ein hilfreicher Ratgeber sein, denn wer einmal die Hölle gesehen hat, der hat viele Erfahrungen. Unangebrachte Fragen verbieten sie aber einfach! Es wurden schon sehr viele Lehren aus diesem letzten Kriege gezogen, sie sollten im Gedächtnis der heutigen Menschen verankert bleiben.
    Ich habe auch Lichtblicke in der damaligen Zeit erlebt, denn in dem Heimatort meiner Familie wurden die polnischen Arbeiter sehr gut behandelt und sie dankten uns immer wieder zum großen Ärger der NSDAP vor Ort. Man vergisst diese Momente nicht, sie prägen einen Menschen bis zum Augenblick des Todes. Manche Veteranen erzählen erst am Sterbebett von den größten Schrecken oder auch von den wenigen Glücksfällen, manche erzählen nie Etwas. Man sollte dies heute akzeptieren, denn es ist für viele nicht leicht über die damaligen Gegebenheiten zu sprechen.
    Mit dem Sohn eines polnischen Arbeiters habe ich bis heute Kontakt, aber nicht jeder hatte dieses Glück bei einer Familie in einem Dorf zu arbeiten, welche in den dunkelsten Zeiten ihr Gewissen, ihre Verantwortung vor Gott und der Menschheit nicht verloren hatte. Die strengen Verurteilungen durch die Nachkommen sind aber einfach nicht angebracht, natürlich wurden entsetzliche Verbrechen begangen, aber diese liegen uns noch bis heute so stark auf den Schultern, dass wir nicht zusätzlich permanent daran erinnert werden wollen.

    mit 'Abgehobenheit' nicht mich, der ich meinen Großvater zu den damaligen Vorgängen befragt habe. Es ging mir nie darum, ihn zu verurteilen, sondern dahinter zu kommen, wie sich die Dinge aus der Sicht eines, der dabei war, darstellten.

    "Die Dinge" sind: kein Krieg wie andere, kein Krieg, in dem man sein Land gegen einen Eindringling verteidigt, sondern ein Vernichtungskrieg, der explizit gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war.
    (Ich lasse die polnischen Vernichtungslager bewusst aus, weil ein in der UdSSR kämpfender deutscher Soldat womöglich wirklich nichts davon gewusst haben kann, bzw. mit Grund dies als Propaganda aufgefasst haben kann - siehe die Geschichte um Katyn.)

    Doch davon, dass vormals "jüdische Dörfer" später menschenleer waren, als er sie fotografierte, wusste mein Großvater.

    Ich wollte kein Schuldbekenntnis von ihm, eher einen Hinweis, welchen Reim er sich auf so etwas gemacht hat. Auf das, was unter ihm und seinen Kameraden darüber geredet worden ist. Doch da war eben nur Schweigen, während zu anderen Themen durchaus detailfreudig berichtet wurde.

    Ich kann Ihnen versichern, dass ich täglich dankbar für die "Gnade der späten Geburt" bin, denn ich habe Zweifel, dass ich "richtiger" gehandelt hätte als mein Großvater damals.

    Man könnte ja auch US-Amerikanern mal auf den Zahn fühlen, was ihre Vorfahren im Vietnamkrieg oder im Golfkrieg so alles getan haben. Nur: dafür interessiert sich leider kein Historiker…

    • Suryo
    • 08.05.2012 um 9:46 Uhr

    Ich finde Ihr Argument irrational. Mit derselben Logik könnte sich auch ein Mörder vor Gericht herausreden: "Herr Richter, Sie waren nicht in meiner Situation und dürfen sich daher nicht anmaßen, mein Handeln jetzt zu beurteilen".

    Selbstverständlich kann man das heute be- und verurteilen. Es war ja nun wahrlich nicht so, als ob die Verbrechen, die damals verübt wurden, nicht auch damals schon als Verbrechen oder zumindest als unmoralisch galten. Das wäre sicher ein gewisser Unterschied zu früheren Zeiten: es ist komplizierter, etwa Hexenverbrennungen zu verurteilen, weil die Menschen in der frühen Neuzeit nun einmal fast alle fest von der moralischen Korrektheit ihrer Taten überzeugt waren. Aber es gibt hunderte, wenn nicht tausende Berichte von Deutschen, die während des Dritten Reiches ihre eigenen und die Taten anderer nicht anders einordneten als wir es heute tun, es gab einen organisierten und unorganisierten Widerstand in Deutschland und den besetzten Gebieten.

    Im übrigen: wer, wenn nicht die Nachwelt, soll denn aus den Verbrechen (oder nennen wir's beschönigend "Fehlern") der früheren Generationen lernen? Was, wenn nicht Ver- und Beurteilung, beinhaltet dieses Lernen?

    ich (Enkelgeneration) nenne es meinen berechtigten Wunsch nach Wissen, was wirklich war, und was für Menschen meine Grosseltern waren (die mich zu einem nicht unerheblichen Teil als Kind als Bezugspersonen beeinflusst haben).
    Verachtung sollte man dabei nicht haben, das stimmt. Aber man sollte auch nicht blind schonen und verschweigen. Bei meinen Grosseltern musste ich lernen, wie sie zugleich Täter und Opfer waren (was aber nichts über die jeweiligen Anteile aussagt): Sie waren Täter, weil sie begeistert von der Nazi-Ideologie waren und das System unterstützt waren. Ausserdem war mein Grossvater in der Gemeindeverwaltung in einer Führungsposition. Vertreibung aus Ostpreussen und der Tod eines Baby machte sie dann aber auch zu Opfern, denn auch wenn die Vertreibung "selbstverschuldet" war, so hat es doch niemand verdient (wie im Falle meiner Grossmutter), dass ihre Kinder durch Bomben verwundet und getötet werden.
    Diese Erkenntnis (und weitere), die meinen Grosseltern, denke ich, durchaus gerecht wird ohne zu beschönigen, habe ich nur erlangen können, indem ich "dreist" war und als einer der wenigen in meiner Familie Fragen stellte, es genau wissen wollte, und eben wirklich wissen wollte, wie sie es damals erlebt haben, was sie zu ihren Ansichten und Taten gebracht hat.

    Dazu gehört natürlich auch, sich zu fragen, wie ich selber wohl damals gehandelt hätte und sich einzugestehen, dass ich nicht mit Sicherheit ausschliessen kann, dass ich damals ähnlich gehandelt hätte.

    die Großeltern beispielsweise bezüglich der NS-Zeit zu befragen. Denn diese Menschen können im besten Fall ein hilfreicher Ratgeber sein, denn wer einmal die Hölle gesehen hat, der hat viele Erfahrungen. Unangebrachte Fragen verbieten sie aber einfach! Es wurden schon sehr viele Lehren aus diesem letzten Kriege gezogen, sie sollten im Gedächtnis der heutigen Menschen verankert bleiben.
    Ich habe auch Lichtblicke in der damaligen Zeit erlebt, denn in dem Heimatort meiner Familie wurden die polnischen Arbeiter sehr gut behandelt und sie dankten uns immer wieder zum großen Ärger der NSDAP vor Ort. Man vergisst diese Momente nicht, sie prägen einen Menschen bis zum Augenblick des Todes. Manche Veteranen erzählen erst am Sterbebett von den größten Schrecken oder auch von den wenigen Glücksfällen, manche erzählen nie Etwas. Man sollte dies heute akzeptieren, denn es ist für viele nicht leicht über die damaligen Gegebenheiten zu sprechen.
    Mit dem Sohn eines polnischen Arbeiters habe ich bis heute Kontakt, aber nicht jeder hatte dieses Glück bei einer Familie in einem Dorf zu arbeiten, welche in den dunkelsten Zeiten ihr Gewissen, ihre Verantwortung vor Gott und der Menschheit nicht verloren hatte. Die strengen Verurteilungen durch die Nachkommen sind aber einfach nicht angebracht, natürlich wurden entsetzliche Verbrechen begangen, aber diese liegen uns noch bis heute so stark auf den Schultern, dass wir nicht zusätzlich permanent daran erinnert werden wollen.

    mit 'Abgehobenheit' nicht mich, der ich meinen Großvater zu den damaligen Vorgängen befragt habe. Es ging mir nie darum, ihn zu verurteilen, sondern dahinter zu kommen, wie sich die Dinge aus der Sicht eines, der dabei war, darstellten.

    "Die Dinge" sind: kein Krieg wie andere, kein Krieg, in dem man sein Land gegen einen Eindringling verteidigt, sondern ein Vernichtungskrieg, der explizit gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war.
    (Ich lasse die polnischen Vernichtungslager bewusst aus, weil ein in der UdSSR kämpfender deutscher Soldat womöglich wirklich nichts davon gewusst haben kann, bzw. mit Grund dies als Propaganda aufgefasst haben kann - siehe die Geschichte um Katyn.)

    Doch davon, dass vormals "jüdische Dörfer" später menschenleer waren, als er sie fotografierte, wusste mein Großvater.

    Ich wollte kein Schuldbekenntnis von ihm, eher einen Hinweis, welchen Reim er sich auf so etwas gemacht hat. Auf das, was unter ihm und seinen Kameraden darüber geredet worden ist. Doch da war eben nur Schweigen, während zu anderen Themen durchaus detailfreudig berichtet wurde.

    Ich kann Ihnen versichern, dass ich täglich dankbar für die "Gnade der späten Geburt" bin, denn ich habe Zweifel, dass ich "richtiger" gehandelt hätte als mein Großvater damals.

  3. und sprach gern davon, dass Churchill England "ins Verderben geritten" habe.

    Als mein Bruder und ich ihn einmal direkt befragt haben, was er eigentlich in Russland (wo er den gesamten "Feldzug" über als Arzt tätig war) mitbekommen habe, sagte er, dass er nichts wisse. Mit Partisanen aber sei man "nicht zimperlich" umgegangen, denn die hätten auch schrecklich gehaust, wenn sie "einen von uns" in die Hände bekommen hätten.

    Nach seinem Tod fanden wir alte Briefe. Er war Mitglied im "Erbgesundheitsausschuss" der Stadt, in der er nach 1933 Karriere als Arzt gemacht hatte. Er war Mitglied der SA. Meine Oma - jüdischstämmige Antisemitin bis zu ihrem Tod - schenkte ihm 1932 Nazi-Literatur zum Geburtstag, die er sich gewünscht hatte.

    Und die "Partisanen"-Sache war offiziell angeordnete Sprachregelung des Oberkommando der Wehrmacht. Der entsprechende Befehl musste in jeden Wehrpass eingeklebt werden. Mein Großvater hat diese Sprachregelung bis ans Ende seines Lebens beibehalten nd ansonsten geschwiegen.

    In einem Fotoalbum fanden sich kleine Schwarzweiss-Fotos, darunter das Bild von einem "geräumten Dorf in Litauen", in dem laut seiner Unterschrift "früher Juden" wohnten.

    Im Jahre 2012 unterrichte ich eine Studentin, deren Urgroßmutter - eine litauische Jüdin - im 2. Weltkrieg von den Nazis ermordet wurde. Sie und ihre Familie kamen 1996 als 'Kontingentflüchtlinge' nach Deutschland.

    Doch man erfährt nichts mehr darüber, was sich wirklich abgespielt hat.

    8 Leserempfehlungen
    • Fuka
    • 07.05.2012 um 21:23 Uhr

    Mein Vater ist Jahrgang 27 - er hat gelegentlich erzählt, aufgrund seines Alters aber weniger erlebt als der Vater des Autors. Es hat auch viele Jahre gedauert, bis er darüber reden konnte. Drei Sachen sind mir neben einigen Schnurren in Erinnerung geblieben:

    Waffen-SS: Die hätten ihn gerne gehabt, kein Wunder: 1,86 groß, blond, sportlich, gehobener arischer Stammbaum. Attraktiv wäre es auch gewesen. Das beste Essen, die beste Ausrüstung und sie wurden auch sonst bevorzugt. Aber: Jeder wußte, "dass die irgendwelche Schweinereien machen" und "dass man schlechte Karten hat, wenn man in einer SS-Uniform von den anderen erwischt wird". Also blieb er bei der Wehrmacht.

    Schuld/Verantwortung: "Für das was wir - meine Generation - der Welt angetan haben, haben die uns sehr gut wegkommen lassen. Wenn die mit uns so umgegangen wären, wie wir mit unseren Feinden umgegangen sind (oder was uns damals gesagt wurde, dass unsere Feinde sind), dann sähe das bei uns heute ganz anders aus".

    "1942 war ich auf dem Land bei einem Bauern, ein ganz dummer Bauer, und dem habe ich vorgeschwärmt, ich war ja auch begeistert. Seine Meinung dazu: Bubchen, den Krieg werden wir verlieren und das wird noch viel schlimmer als 1914/18. Woher hatte dieser ungebildete Kerl das gewußt, der ist auf keine Schule gegangen und kannte nicht mehr als sein Dorf?"

    Fazit: Man konnte einiges mitkriegen mit Aufmerksamkeit. Für die meisten dürfte die Auseinandersetzung hinterher einfach zu groß gewesen sein.

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  4. jeden tag im fernsehen mindeestens 1 sehr oft 3 sender die über hitler berichten, jeden tag im spiegel-online ein bericht über nazi-deutschland, ich kanns nicht mehr sehen und hören. wem soll das nutzen? was soll das bringen? erinnerung und gedenken ist gut und richtig, aber jeden tag?
    Wer erinnert an die millionen menschen in afrika die gestorebn sind und noch sterben- an hunger!

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  5. Ihre "Begründungen" sind schon ziemlich dünn: Der Vertrag von Versailles hat nachweislich großen Einfluss für den grundlegenden Wahlerfolg der NSDAP im März '33 gehabt. In einer Depression wurde Deutschland die Möglichkeit zur Refinanzierung genommen, v.a. durch eine Austeritätspolitik der USA. Gleichzeitig stellten die Reparationsforderungen eine starke Belastung für das Reich dar.
    Die Folgen waren in Deutschland verheerend. Erst danach war die NSDAP - und mit tatkräftiger Unterstützung des Großkapitals, sowie der "alten Eliten" - bei Wahlen erfolgreich.

    Überhaupt scheint es mir nur sehr schwer begründbar zu sein, dass in D wesentlich mehr als in anderen europäischen Ländern, wie z.B. Frankreich, "Untertanengeist" und Militarismus vorherrschten.

    So nebenbei ist es auch schon ziemlich wohlfeil Menschen die über Jahrhunderte - auch durch ausländische Mächte - ins Untertanentum gepresst wurden dafür später verantwortlich zu machen.

    Frei nach Schiller: "Vom sicheren Ufer lässt sich's gemächlich raten."

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    Mit Ihrer abschließenden Bemerkung sprechen Sie aus, was auch ich dachte. Meine Mutter, Jahrgang 1913 und für damalige Verhältnisse mit einer ausgezeichneten Bildung nebst au-pair Auslandsaufenthalt ausgestattet, berichtete mir von Wahlmanipulationen vor der "Machtergreifung". _Gesagt_ habe sie zwar was, sei dann aber massiv eingeschüchtert worden. Man muss sich bei der Beurteilung des Verhaltens Einzelner erst einmal in das Aufwachsen dieser Menschen hineinzuversetzen suchen (ohne irgendetwas von den Verbrechen entschuldigen oder gar verteidigen zu wollen). Wer über Jahre hinweg quasi einer Gehirnwäsche (bezüglich Kriegsschuld in WKI, "Schandfrieden") ausgesetzt wird, und noch dazu die Not im eigenen Lande erlebt, ist zumindest anfällig für alles, was ein Herauskommen aus der Zwangslage ermöglicht. Dazu bedarf es noch nicht mal eines Untertanengeistes, obwohl auch der seinen Anteil am Geschehen hatte. Dass dann auch bei den offenkundigen Verbrechen insbesondere an den jüdischen Mitbürgern weggesehen und schon gar kein Widerstand geleistet wurde, ist allerdings nicht erklärbar. Auch da waren die Menschen aber einer unheilvollen Propaganda ausgesetzt und wurden über die wahren Ziele getäuscht. Und massiv eingeschüchtert und bedroht - jeder wurde auch immer wieder Zeuge des brutalen Auftretens der diversen Nazibanden. Auch heute noch ist Zivilcourage selten, und auch heute wird sie oftmals so hart von Verbrechern (U-Bahnhof-Überfälle!) gekontert, dass "man sich nicht traut"!

    Mit Ihrer abschließenden Bemerkung sprechen Sie aus, was auch ich dachte. Meine Mutter, Jahrgang 1913 und für damalige Verhältnisse mit einer ausgezeichneten Bildung nebst au-pair Auslandsaufenthalt ausgestattet, berichtete mir von Wahlmanipulationen vor der "Machtergreifung". _Gesagt_ habe sie zwar was, sei dann aber massiv eingeschüchtert worden. Man muss sich bei der Beurteilung des Verhaltens Einzelner erst einmal in das Aufwachsen dieser Menschen hineinzuversetzen suchen (ohne irgendetwas von den Verbrechen entschuldigen oder gar verteidigen zu wollen). Wer über Jahre hinweg quasi einer Gehirnwäsche (bezüglich Kriegsschuld in WKI, "Schandfrieden") ausgesetzt wird, und noch dazu die Not im eigenen Lande erlebt, ist zumindest anfällig für alles, was ein Herauskommen aus der Zwangslage ermöglicht. Dazu bedarf es noch nicht mal eines Untertanengeistes, obwohl auch der seinen Anteil am Geschehen hatte. Dass dann auch bei den offenkundigen Verbrechen insbesondere an den jüdischen Mitbürgern weggesehen und schon gar kein Widerstand geleistet wurde, ist allerdings nicht erklärbar. Auch da waren die Menschen aber einer unheilvollen Propaganda ausgesetzt und wurden über die wahren Ziele getäuscht. Und massiv eingeschüchtert und bedroht - jeder wurde auch immer wieder Zeuge des brutalen Auftretens der diversen Nazibanden. Auch heute noch ist Zivilcourage selten, und auch heute wird sie oftmals so hart von Verbrechern (U-Bahnhof-Überfälle!) gekontert, dass "man sich nicht traut"!

  6. Soll das hier als etwas neues verkauft werden? Das wird doch schon seit Jahrzehnten in den Medien und der Wissenschaft widergekäut: das vermeintliche Nichtwissen und das Beschönigen der rabenschwarzen deutschen Periode. Und einigermaßen bewußte Leute, die mit den älteren Generationen aufgewachsen und gesprochen haben, wissen das doch auch und schon längst. Also ein bißchen kalter Kaffee.

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  7. 8. @ 1..

    @1. Nach dem zweiten weltkrieg gab es in der hinsicht nicht viel zu leugnen. "Leugnen der Kriegsschuld" ist ganz klar auf den ersten bezogen, stichwort Attentat auf Franz Ferninand. Und zum thema "Schandfrieden" kann man nur sagen, dass es ein ganz klares ziel der westmächte war, den imperialen newcomer deutsches reich zu zerschlagen bzw zu verkrüppeln (66 jahre reparationszahlungen etc). So einfach treibt man ein ganzen volk in den extremismus. Verglichen damit wirkt sogar die heutige außenpolitik vernünftig :)

    Der Kommentar wurde wieder hergestellte. Die Redaktion/fk.

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    Tja, so kann’s einem gehen, wenn man es wagt anzumerken, daß die Entente-Mächte vielleicht auch nicht ganz uninteressiert am Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen das Bismarck‘sche Kaiserreich waren.
    Immerhin machten Frankreich, Rußland, die Exilpolen, Exiltschechen und Serbien nie einen Hehl aus ihren Gebietsansprüchen, und daß England die deutsche Flottenrüstung lieber beendet sehen wollte als fortschreitend, ist auch kein Geheimnis.
    Aber die Hauptschuldthese à la Versailler Vertrag mal richtig ernsthaft zu hinterfragen, dafür ist die ZEIT wohl noch nicht reif. Bis auf weiteres gilt dies also als „revisionistisch“.

    Tja, so kann’s einem gehen, wenn man es wagt anzumerken, daß die Entente-Mächte vielleicht auch nicht ganz uninteressiert am Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen das Bismarck‘sche Kaiserreich waren.
    Immerhin machten Frankreich, Rußland, die Exilpolen, Exiltschechen und Serbien nie einen Hehl aus ihren Gebietsansprüchen, und daß England die deutsche Flottenrüstung lieber beendet sehen wollte als fortschreitend, ist auch kein Geheimnis.
    Aber die Hauptschuldthese à la Versailler Vertrag mal richtig ernsthaft zu hinterfragen, dafür ist die ZEIT wohl noch nicht reif. Bis auf weiteres gilt dies also als „revisionistisch“.

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