Facebook-Party: Gefällt mir nicht
Wie Horst Seehofer versuchte, in einem Club eine Facebook-Party zu feiern.
© Nadine Rupp/Getty Images

Horst Seehofer, ein Energiedrink und viele Facebook-Partybesucher
Kaum taucht Horst Seehofer auf, wird er von Journalisten die Treppe hinuntereskortiert. Aus den Boxen dröhnt ein Lied, in das sie seinen Namen reingemixt haben. Es ist 21.20 Uhr, und Seehofer ist soeben auf seiner eigenen Party in der Münchner Disco P1 erschienen. Einige junge Männer in Anzügen schauen von ihren Proseccos auf, sie sind Mitglieder der Jungen Union. Um ihre Handgelenke tragen sie blaue Bändchen, auf denen ein Daumen nach oben gereckt ist, es ist der Facebook-Daumen.
Seehofer trägt einen grauen Anzug ohne Krawatte, wie alle hier. Er wolle sich »ins Zentrum einer solchen Bewegung begeben«, sagt Seehofer. Mit der Bewegung meinte er Facebook, denn dort, auf seinem Profil, hat er die Einladung zu seiner »Fanparty« veröffentlicht. Innerhalb von zehn Tagen hatten sich über 2.500 Facebook-Fans für die Gästeliste angemeldet. Er hat über 10.500 Facebook-Fans, stündlich werden es mehr.
Die CSU fürchtete, überrannt zu werden, Seehofer reservierte extra das Außengelände. Von Bombendrohungen war die Rede, von NPD-Besuch. Aber außer ein paar Dutzend Mitgliedern der Jungen Union und 120 Journalisten ist kaum jemand zu sehen. Nur an der Bar holen sich ein paar Studenten mit Piercings und Basecaps ihr Freibier.
Vollhorst
Wenn Horst Seehofer auf Facebook über sich spricht, klingt das so: »Politiker sind für die Menschen da, nicht die Menschen für die Politiker.« Wenn die Menschen auf Twitter über Seehofer sprechen, klingt das so: »Vollhorst 2.0«.
Seehofers Facebook-Party ist die erste eines deutschen Spitzenpolitikers. Das ist erstaunlich, denn die CSU stand bisher eher im Ruf, diesbezüglich eine Spaßbremse zu sein. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hatte Facebook-Partys als »massives Sicherheitsproblem« bezeichnet, sein Unionskollege in Niedersachsen wollte sie sogar verbieten: Nachdem 1.600 Fremde den 16. Geburtstag der Hamburgerin Thessa im vergangenen Juni stürmten, mussten hundert Polizisten ausrücken. In Wuppertal, im Saarland, in Lörrach wurden ebenfalls Facebook-Partys überrannt.
1.600 Gäste hätte Seehofer auch gern. Warum feiert er eigentlich im P1? Warum nicht im Biergarten? Warum nicht zu Hause in Ingolstadt? Seehofer sagte, er habe gelesen, »dass sich dort die Reichen und Schönen treffen«.
Um 21.30 Uhr taucht Stefan Körner auf, der bayerische Piratenchef. Auf dem Weg hierher hat er noch zehn weitere Piraten eingesammelt, die an einem Infostand um die Ecke Werbung für die Partei gemacht haben. Seehofer freut sich drüber: Endlich kommen auch ein paar Leute, die Ahnung vom Internet haben. »Vor einem Jahr hat die CDU noch über Facebook-Partys geschimpft, jetzt schmeißen sie selbst eine«, sagt Körner und zuckt mit den Achseln. Gegen 22 Uhr gehen die ersten Gäste wieder nach Hause.










Vollhorst hat nach Presseberichten geäußert, nicht mehr mit Mutti sprechen zu wollen.
Als Grund schob er einen prämierten Herd vor.
Der wahre Grund scheint jedoch zu sein, dass Mutti nicht bei seiner Gesichtsbuchfeier erschien.
Sie lieferte keine Schnittchen, deswegen schneidet er sie jetzt.
... übernimmt zwangsweise der Steuerzahler.
Die Party selbst, bzw. das erste Getränk für jeden der ca. 600 erschienenen Partygäste zahlt die CSU aus der Parteikasse.
Am Weg zur Tanzfläche konnte mittels auf Bierdeckel gedrucktem Antrag die Mitgliedschaft in der CSU angestrebt werden. Es ist nicht überliefert, wieviele Gäste diese "Zweckentfremdung" nutzten.
Der PR-Gag dürfte jedoch insgesamt riesig gewesen sein, was sich auch in Seehofers "Follower-Zahlen" ausdrückt. Ob die sich wegen seiner Politik oder der Einladung erhöhten, dürfte ihm egal sein.
Dass die sich noch im Zehntelbereich im Vergleich zu Mutti bewegen, lässt weitere Steuerverschwendungsaktionen befürchten.
Der Ministerpräsident kündigte an, Veranstaltungen dieser Art fortzusetzen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren