DIE ZEIT: Während der UN-Umweltkonferenz Rio+20 im Juni werden in Ihrer Stadt die Zimmer knapp. Jetzt haben Sie zusammen mit Hunderten weiterer Love-Motel-Betreiber angeboten, Ihre Stundenhotels für Kongressbesucher zu öffnen. Mal ehrlich, Herr Lema – ist das nicht etwas gewagt?

Secundino Lema: Ich sehe das als Beitrag zum öffentlichen Gemeinwohl. Unsere Motels liegen ja in der Nähe des Konferenzzentrums.

ZEIT: Welche Gegend ist das?

Lema: Barra da Tijuca, ein relativ neuer und sehr moderner Stadtteil am Strand.

ZEIT: Machen Sie da nicht enorme Verluste? Stundenweise können Sie die Zimmer doch sicher viel teurer vermieten.

Lema: Für uns macht das eigentlich keinen Unterschied. In unseren Love-Motels gibt es ja ohnehin auch Tarife für die ganze Nacht ...

ZEIT: ... und die berechnen Sie dann den Kongressbesuchern?

Lema: Nein, die müssen natürlich mehr bezahlen. Wir nehmen den Preis für die Übernachtung und rechnen dann die einzelnen Stunden des Tages dazu.

ZEIT: Müssen die Zimmer für die politisch korrekten Besucher einer Klimakonferenz sehr verändert werden? Auf erotisches Mobiliar und Sexspielzeug legen die ja wahrscheinlich weniger Wert.

Lema: Nein, wir bauen nichts um. Unsere Motels haben sowieso eher eine neutrale Einrichtung, nicht den typischen Look eines Love-Motels. Bei uns gibt es keine runden Betten oder Wassermatratzen.