Moderatorin Claudia Kleinert: "Fische kommen, gucken einen an. Man guckt zurück"
Die Wetteransagerin Claudia Kleinert träumt davon, im absoluten Jetzt zu leben. Diesem Idealzustand kommt sie am nächsten beim Schwimmen im Meer.
In den letzten Momenten vorm Einschlafen stelle ich mir immer etwas Schönes vor, um das Bild in den Schlaf mitzunehmen. Zum Beispiel den Strand, dessen Bild ich auf meinem Laptop und meinem Telefon habe. Das Foto entstand auf den Malediven, im Urlaub mit meinem Bruder.
Ich lag auf einer Liege, schaute über den Rand meines Buchs und dachte: Das ist der perfekte Moment. Einfach nur Weiß und Blau. Der Sand und das Meer, das nahtlos in den Himmel übergeht. Kein Mensch weit und breit. Die extreme Weite und das viele Nichts. Das ist für mich ein intensives Sehnsuchtsbild. Weil es so leer ist. Es ist nicht der Gedanke: War das da schön! Sondern es erinnert mich daran, was wirklich wichtig und schön ist im Leben. Und nicht an das, wonach ich gerade hetze oder wohin ich gerade unterwegs bin, im durchgetakteten, dauerbeschallten Alltag.
42, ist die bekannteste Wettermoderatorin Deutschlands. Die gelernte Bankkauffrau und Diplom-Betriebswirtin präsentiert seit 1999 in der ARD das Wetter. Claudia Kleinert lebt in München und engagiert sich in der Kindernothilfe.
Es ist ein Ort, wo nichts von mir verlangt wird. Wo ich einfach ich sein kann. Wo es mich nicht interessiert, wie ich aussehe oder was in zwei Stunden ist. Wo ich keinen Tagesrhythmus habe. Ich kann nachts um drei ins Bett gehen und morgens bis elf Uhr schlafen. Oder abends um acht schlafen und morgens um halb fünf auf der Terrasse sitzen und Delfine anschauen. Wenn ich den Kopf frei bekommen möchte, gehe ich schwimmen. Schwimmen ist mein Lieblingssport. Da ist nichts um mich herum. Nichts lenkt mich ab. Beim Schwimmen sind so gut wie alle Sinne ausgeschaltet. Ich konzentriere mich darauf, mit mir allein zu sein. Ich kann im Wasser völlig entspannen. Ich mag die langen Gleitphasen. Auch im Meer habe ich keine Angst. Ich kann mich aufs Wasser legen und in eine andere Welt eintauchen. Die Fische kommen, gucken einen an. Man guckt zurück. Sie kommen ganz nah. Man schwimmt weiter, unter einem schwimmt auch etwas. Ich kann eine halbe Stunde zugucken, wie ein Clownfisch immer wieder in seine Anemone rein- und rausschwimmt. Dabei habe ich mir schon furchtbare Sonnenbrände geholt, weil ich vollkommen vergessen hatte, wo ich gerade war.
Mein Traum ist, mir selbst mehr Zeit zu gönnen. Einfach los zu lassen. Nichts zu tun. Nichts zu planen. Nicht zu überlegen: Was wird sein? Im totalen Jetzt zu leben. 80 Prozent meiner wachen Lebenszeit sind Präsentieren. Ob im Fernsehen oder bei Veranstaltungen – ich muss mich voll konzentrieren, mir Fragen überlegen, auf Menschen eingehen, zuhören, antworten. In den ersten drei Monaten dieses Jahres habe ich schätzungsweise 600 Wetterberichte moderiert. Wir produzieren täglich neun bis zwölf Sendungen. Derzeit arbeite ich 18 Tage am Stück und habe dann frei. Wer mich gut kennt, bemerkt da auch Stimmungsunterschiede.
Wenn es mal wieder stressig wird, gönne ich mir einen Zwei-Minuten-Auszeit-Traum und beame mich auf die Malediven. Ich nehme das Telefon in die Hand oder schaue das Bild auf meinem Computer an. Ein paar Sekunden, dann bringt es mich zum Lächeln. Und ich atme einmal durch.
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In der Tragikkomödie „Broken Flowers“ von dem Regisseur Jim Jarmusch (2005) bringt es Hauptdarsteller Bill Murray auf den Punkt: Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft ist noch nicht hier. Daher gibt es nur das Jetzt."
Das Leben offenbart sich in der Gegenwart. Aber kennen Sie das Gefühl, wie Ihnen das Hier und Jetzt aus den Händen schlüpft. Wie schnell vergeht die Zeit, unbemerkt und ohne sie zu erfassen. Ständig tun Sie etwas und nur selten erlauben Sie sich innezuhalten und auszuruhen.
Es ist schon verhext: Wenn Sie arbeiten, denken Sie daran im Urlaub zu sein und wenn Sie im Urlaub sind dann haben Sie sich noch was zum Arbeiten mitgebracht. Sie sehen wie schwierig es ist in der Gegenwart zu leben und sie wahrzunehmen.
Sie können auch in Achtsamkeit leben, doch diese hat ihre eigenen Regeln:
Wenn Sie sich vornehmen in den nächsten 20 Minuten oder gar zwei Wochen achtsam und bewusst leben zu wollen, dann befindet sich dieses Ziel in der Zukunft und Sie sind nicht mit der Gegenwart beschäftigt. Dies ist ein grundlegendes Paradoxum: Bewusst und achtsam zu leben ist kein Ziel, sondern ein Ist-zustand. Jetzt. Dies ist es. Sie sind bereits hier.
Dies sich alles vorzustellen und zu verinnerlichen, verdeutlich folgende kleine Geschichte: Zwei Affen sitzen nebeneinander und meditieren. Der jüngere der Affen schaut den älteren Affen mit einem fragenden Blick an, auf den der Älter nur antwortet: Nichts passiert als nächstes. Dies ist es!
Ihr Dr. Ralf Hettich
"Wenn ich den Kopf frei bekommen möchte, gehe ich schwimmen. Schwimmen ist mein Lieblingssport. Da ist nichts um mich herum. Nichts lenkt mich ab. Beim Schwimmen sind so gut wie alle Sinne ausgeschaltet. Ich konzentriere mich darauf, mit mir allein zu sein. Ich kann im Wasser völlig entspannen."
Vielleicht hört sich das im ersten Moment wie esoterisches Geschwurbel an, Probleme die garnicht da wären würde man sich nicht näher mit ihnen befassen, wenn man aber genauer fragt sind es genau diese Momente warum überhaupt das ganze Dasein Sinn macht..
Auch wenn hier ein sehr hoher betrieben Aufwand wird, diesen Zustand zu erreichen, so ist es wichtig dass jeder für sich seine Insel des "einfach Seins" findet. Ob in der Meditation, beim Sport, in der Musik, der bildenden Kunst, auf einer grünen Wiese: Letztendlich geht es immer um das Gleiche: Aufgehen in der Gegenwart und die Schönheit der Dinge erfühlen. Das ist es was uns am Leben hält! Das ist es was wir allen Menschen zugänglich machen müssen!
Der Dativ ist dem sein Tod.....
Und die Zeit hatte Mutter Beimer zu Besuch.
Nur "während des Schwimmens" kann man so etwas erleben.
Aber wer wirklich in eine neue Dimension der Gefühle einsteigen will, wer zurück will in die Welt der Gefühle und Eindrücke im Mutterleib wird dies nur finden können wenn er sich entschließt Scuba Diving zu betreiben.
Fast schwerelos, fernab der Hektik des Alltags und sich öffnend den Eindrücken einer neuen Welt ohne alles zählen, messen oder benennen zu wollen kann man Poseidon begegnen.
Nur die vereinsgebundenen oder auf gewerblicher Basis betriebenen Tauchschulen sind leider anders in ihrer Zielsetzung.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf die Veröffentlichung privater E-Mail-Adressen. Die Redaktion/vn
mit worten beschreiben zu wollen, und muss dann doch kapitulieren..der suche nach dem ursprung des gefühls kann man nach gehen..entspannen..die augen zumachen..am strand sein..und dann sagen..das gefühl soll mal auftauchen..mal sehen wer da auf einen zugelaufen kommt..und dann sich mit demjenigen unterhalten..ich schätze das mamma auftaucht :)
Wir können nirgend woanders hin, wir sind immer in der Gegenwart. Aber oft können wir gerade das nicht akzeptieren. Es gibt allerdings noch etwas, das darüber hinaus geht: die Zeit anhalten. Das ist ein Moment höchster Konzentration auf das, was man gerade tut. Jeder Handwerker, jeder Künstler kennt diese Zeiten, in denen man etwas macht, ohne die Zeit überhaupt wahrzunehmen. Dann sind wir wie Kinder. Die Zeit anzuhalten kann jeder üben, am besten beim Warten auf den nächsten Zug o.ä. Einfach einen Wecker stellen (Handy), nicht auf Uhr schauen. Dabei ändert sich alles.
es ist doch schon schön wenn man einen guten job hat der einem auch die türen in andere medien öffnet. ob man nun etwas zu sagen hat oder nur träumt.
berauschend ist es nicht wenn sich zufriedenheit nach noch mehr meer sehnt und versucht diesem einen philosophischen anstrich zu geben. hier scheint jemand doch zu zufrieden zu sein.
was soll vermittelt werden, das man mehr träumen soll, oder das träumen das jetzt des moments aufwertet oder erträglicher macht. ein traum ist keine vision, diese kann mein denken und handeln in neue bahnen lenken. der traum ist eine flucht.
sich zeit nehmen für sich selbst erfordert ebenfalls kein träumen sondern reallen raum in unserem dasein.
der hang zum träumen ist kein philosophischer ansatz sondern verweißt nur auf unselbstständigkeit in der verantwortung für unser denken. nur mit dem willen zur realität können wir unser leben wirklich gestalten.
aus träumen erwacht man und wird feststellen das man nur deshalb soviel träumte weil man unfähig war sich seiner eigenen realität zu stellen ..
stickgold beschreibt den traum als bizarre oder halluzinatorische mentale aktivität während des schlafes .. so notwendig es für uns ist im schlaf zu träumen so überflüssig erscheint es daraus eine anleitung zum tagträumen zu stricken ...
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