Stipendium für Einwanderer-Kinder: "Wir haben unseren Platz"
Sie sind schlau, engagiert, und ihre Eltern kommen aus aller Welt: Fünf junge Deutsche und ihre Lebensgeschichten, aufgezeichnet von Christine Brinck.
Seit zehn Jahren gibt es START, ein Stipendienprogramm der Hertie Stiftung für begabte und sozial engagierte Schüler mit Migrationshintergrund. Was als Pilotprojekt mit 20 Schülern in Hessen begann, ist zu einem Förderprogramm für fast 800 Stipendiaten in Deutschland und Österreich geworden. Außerdem hat START bereits 700 Alumni hervorgebracht. Bei seiner Festansprache in der Frankfurter Paulskirche zum zehnjährigen Bestehen des Programms sagte Bundespräsident Joachim Gauck: »Das sind 1500 Lebensgeschichten, die uns alle reicher machen.« Fünf stellen wir hier vor.
Yashar Givili, 22
Yashar kam 2005 als 14-Jähriger mit seiner Mutter als Flüchtling aus dem Iran nach Hamburg. Er hatte im Iran neun Jahre die Schule besucht und sprach bei seiner Ankunft kein Wort Deutsch. Nach einer Odyssee durch alle Schulformen, von der Hauptschule über die Realschule bis hin zum Abitur im Jahr 2011, macht er heute eine Ausbildung zum Bankkaufmann. In den letzten beiden Schuljahren wurde Yashar von START gefördert. »Das Bildungsgeld und der Laptop waren natürlich schön, aber das Wichtigste waren die Seminare, bei denen man PowerPoint oder freies Sprechen lernt und andere Stipendiaten trifft.« Der akzentfrei Deutsch sprechende Yashar sagt: »Ich wollte dazugehören, hier mein Leben aufbauen.« Er war Schulsprecher und Mitglied des Schiedsausschusses des Landesschülerkongresses. In den letzten beiden Schuljahren nahm er an der Jungen Akademie der Hamburger Handelskammer teil. Dort entdeckte er sein Interesse für Wirtschaft und entschied sich für die Bank-Ausbildung. Seit 2009 sind er und seine Mutter anerkannte Asylanten, bald wird über ihren Daueraufenthalt entschieden. Dann will Yashar die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen.
Anastasia Erohina, 17
1999 kam Anastasia mit ihren Eltern aus dem sibirischen Krasnojarsk nach Deutschland. Die Fünfjährige lernte Deutsch bei einer Tagesmutter und in der Vorschule. Ihre Eltern, beide Chemie-Ingenieure, fanden keine ihrer Ausbildung entsprechende Arbeit, weil ihre Abschlüsse nicht anerkannt wurden. Als Anastasia in die neunte Klasse des Gymnasiums ging, machte ein Lehrer sie auf START aufmerksam, seit 2010 ist sie Stipendiatin. Ihr gefällt, dass sie gefördert wird, aber auch gefordert ist. »START erwartet auch etwas von mir, ich kann etwas zurückgeben.« Zum Beispiel als Regionalgruppensprecherin der Stipendiaten. Anastasia ist ausgebildeter Schülercoach für Englisch und Französisch, war Chefredakteurin der Schülerzeitung ihrer Schule und ist Mitglied der Theater-AG. Auch ihr Russisch pflegt sie – im freiwilligen Russischunterricht für Muttersprachler. Nach dem Abi im nächsten Jahr will sie vielleicht Wirtschaftspsychologie studieren. »Vor START wusste ich gar nicht, wie viele Leute es mit Biografien wie meiner gibt«, sagt Anastasia. »Ich habe so viele tolle Menschen mit ähnlichen Zukunftsvisionen getroffen. Heute weiß ich, dass ich nicht alleine dastehe.«
Volkan Semih Inak, 23
Volkans Vater ist Kurde und kam 1978 nach Deutschland, wo er als Werkzeugmechaniker arbeitet. Volkan ging in einen deutschen Kindergarten und sagt, dass er Deutsch besser beherrscht als Türkisch oder Kurdisch. »Ich denke auf Deutsch, und ich träume auf Deutsch.« Seine Eltern sprechen zu Hause zwar Türkisch, ihren Kindern haben sie aber vermittelt: »Deutsch ist der Weg in die Gesellschaft.« Immer wenn der Vater zur Nachtschicht das Haus verließ, sagte er seinen Söhnen: »Alle Tiere und Menschen gehen jetzt schlafen, euer Vater geht jetzt arbeiten. Damit ihr das nicht müsst, ist Bildung wichtig.« In der elften Klasse erzählte eine Lehrerin Volkan von START. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er gedacht, er würde auch mit einer guten Schulbildung und einem Studium am Rande der Gesellschaft bleiben. Jetzt ist er sich sicher: »Wir haben unseren Platz in Deutschland.« Heute studiert er Mathematik und Sozialwissenschaft auf Lehramt, gleichzeitig macht er an der Fern-Uni Hagen einen Bachelor of Law. Mit zwölf Jahren initiierte er den Wedeler Friedenscup, ein Benefiz-Fußballturnier. Der Wettbewerb ist heute national, und Volkan gehört immer noch zu den Organisatoren.





... liest sich wie eine Werbebroschüre für das Stipendienprogramm. :(
Da muss in Gesamteuropa trotz alem noch mal ganz gewaltig über die Bücher gegangen werden:
Engagierte Migrantenkinder werden wieder aus dem Land gedrängt, weil sie trotz guten Abschlüssen leider den falschen Namen tragen oder weil ihre ausländischen Diplome nicht anerkannt werden. Handkehrum werden von ihren Eltern entweder gleich mitgebrachte oder neu auf die Welt gesetzte kleinen Faulenzer vom Kindergeld direkt zu Hartz IV befördert.
Da werden bestens integrierte Flüchtlingsfamilien nach fünf oder zehn Jahren aus schwach belegbaren Gründen plötzlich doch noch zurückgeschafft; ohne gesunden Menschenverstand und ohne einen vorliegenden Härtefall zu würdigen. Gleichzeitig scheint es aus Menschenrechtsgründen fast unmöglich zu sein, einen kleinen intensivkriminellen Rotzlöffel wonötig mit seiner ganzen Sippschaft (der die ganzen Umtriebe ihres kleinen Goldschatzes vollkommen egal sind) aus dem Land zu schaffen.
Hier gilt es doch einmal endlich, mit den richtigen Ellen zu messen!
Einmal mehr werden diejenigen gefördert, die - Migrationshintergrund hin oder her - privilegiert sind. Sämtliche Schüler werden/wurden sowohl von der Schule als auch vom Elternhaus gefördert und unterstützt. Ich bezweifle stark, dass ein Zwölfjähriger(!) ein Benefiz-Fußballturnier ohne jede Hilfe von Erwachsenen initiieren kann. Glück für Volkan, dass er Erwachsene um sich hatte, die die Idee des Kleinen nicht belächelten, sondern in die Tat umsetzten.
Mir scheint, dass die Forderung nach sozialem Engagement der Knackpunkt ist, dass so wenige Schüler aus bildungsfernen Haushalten zum Zuge kommen. Soziales Engagement setzt voraus, das jemand etwas erworben hat, was er weitergeben kann, und auch das Selbstbewusstsein, dies zu tun. Zuerst muss derjenige also selbst Förderung und Anerkennung erfahren haben!
Wie sollen da begabte Schüler aus bildungfernen Haushalten mithalten, die sich mit ihren Bildungsansprüchen sowohl gegen die eigene Familie als auch gegen die Lehrer durchsetzen müssen?
werden mir langsam die vielen Artikel über Migranten und deren interessante Lebensgeschichten zu viel.
Es scheint so langsam wie in USA abzugehen, da werden auch nur irgendwelche Kinder aus den Ghettos gefördert, die teilweise auch schon vorher viel Unterstützung hatten und der Rest interessiert keine sau. So sieht es hier auch aus.
Kenne auch so paar, die ihr lebenlang durch Mami und Papi gefördert wurden, auch mit Geld usw. und heute ein Stipendium kassieren, obwohl sie es gar nicht nötig hätte, da die Eltern eher zu der gehobenere Mittelschicht gehören und die Kinder auch ohne irgendeine Unterstützung ohne jegliche Probleme und ohne einen Job ihr Studium absolvieren können, aber sie nehmen einfach alles mit, was so geht, dazu wurden sie auch so erzogen und später wird es auch einen guten Job geben, dank dem Förderverein, Mami, Papi und gewissen Profs usw.
Diese Sorte Leute ist eigentlich wie damals der Hof bei einem Kaiser, alle die schon ehe was hatten werden immer mehr gefördert, der Rest, der auch net gerade dumm ist bleibt eben auf der Strecke, weil ehe keine Sau interessiert.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Migrant oder kein Migrant, wobei der Anteil der nicht Migranten beim Stipendium wesentlich höher ist und dort sich fast nur eine Elite befindet, die das Stipendium nicht nötig hätte.
Interessanter wäre es, wenn man für die was tun würde, die benachteiligt sind und mit dem Geld ein Studium aufnehmen könnten, aber auf diese Idee kommt die Regierung nicht, sie fördert an allen Ecken und Enden eher die "Elite", Großkonzerne usw.
Es scheint so langsam wie in USA abzugehen, da werden auch nur irgendwelche Kinder aus den Ghettos gefördert, die teilweise auch schon vorher viel Unterstützung hatten und der Rest interessiert keine sau. So sieht es hier auch aus.
Kenne auch so paar, die ihr lebenlang durch Mami und Papi gefördert wurden, auch mit Geld usw. und heute ein Stipendium kassieren, obwohl sie es gar nicht nötig hätte, da die Eltern eher zu der gehobenere Mittelschicht gehören und die Kinder auch ohne irgendeine Unterstützung ohne jegliche Probleme und ohne einen Job ihr Studium absolvieren können, aber sie nehmen einfach alles mit, was so geht, dazu wurden sie auch so erzogen und später wird es auch einen guten Job geben, dank dem Förderverein, Mami, Papi und gewissen Profs usw.
Diese Sorte Leute ist eigentlich wie damals der Hof bei einem Kaiser, alle die schon ehe was hatten werden immer mehr gefördert, der Rest, der auch net gerade dumm ist bleibt eben auf der Strecke, weil ehe keine Sau interessiert.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Migrant oder kein Migrant, wobei der Anteil der nicht Migranten beim Stipendium wesentlich höher ist und dort sich fast nur eine Elite befindet, die das Stipendium nicht nötig hätte.
Interessanter wäre es, wenn man für die was tun würde, die benachteiligt sind und mit dem Geld ein Studium aufnehmen könnten, aber auf diese Idee kommt die Regierung nicht, sie fördert an allen Ecken und Enden eher die "Elite", Großkonzerne usw.
In Haupt- und Realschule werden lernbereite Schüler mit guten Zensuren oft als Streber gemobbt. Die Zusammenlegung zur 'Oberschule' wird diesen Zustand eher verschlechtern. Zurückhaltendere Charaktere werden auf der Strecke bleiben, denn in Deutschland werden nur die Superstars gesucht und gefördert.
werden langsam die vielen Artikel über Migranten und deren interessante Lebensgeschichten zu viel."
Sehr gut erkannt. Da muss mit aller Gewalt schöngeredet werden was der Normalbürger längst nicht mehr schön empfindet.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/au.
Es ist eine alte und manchmal auch bewährte Methode auf vielen Gebieten (z.B. im Sport), eine ausgesuchte Elite oder einzelne Erfolge dazu zu gebrauchen, um von den Defiziten abzulenken, die in der Breite bestehen. N ést-ce pas?
Es ist eine alte und manchmal auch bewährte Methode auf vielen Gebieten (z.B. im Sport), eine ausgesuchte Elite oder einzelne Erfolge dazu zu gebrauchen, um von den Defiziten abzulenken, die in der Breite bestehen. N ést-ce pas?
Es ist eine alte und manchmal auch bewährte Methode auf vielen Gebieten (z.B. im Sport), eine ausgesuchte Elite oder einzelne Erfolge dazu zu gebrauchen, um von den Defiziten abzulenken, die in der Breite bestehen. N ést-ce pas?
dass wollen viele Jugendliche, um die sich keiner kümmert!
Sicher sind alle genannten Beispiele sehr wertvolle Menschen, auf die wir alle stolz sein können.
Nur, der Hauptschulabgänger, der 30 Bewerbungen geschrieben hat, will eben auch dazugehören, die Jugendliche mit Kind ohne Schulabschluß, der Student, dessen Studium wegen einer schweren Erkrankung auf der Kippe steht auch! Aber die im Dunkeln, die sieht man nicht ...
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