Geld-Ersatz: Drahtlos abgebucht
Per Funk zu bezahlen ist einfach und spart Zeit. Wie sicher ist die neue Technik?
An der Kasse wird es spannend. Es gilt, einen Schokoriegel zu bezahlen – und zwar per Funk. Auf der Theke steht ein handflächengroßes Lesegerät. Im Display erscheint der fällige Betrag, 39 Cent. »So, dann jetzt bitte die Karte ranhalten«, sagt die Verkäuferin. Ein kurzes Piepen, dann leuchtet ein grünes Licht auf: Das Geld ist abgebucht. Das Ganze hat nur wenige Sekunden gedauert.
Die Technik dahinter heißt Near Field Communication (NFC), auf Deutsch Nahfeld-Kommunikation. Dabei werden per Funk Daten übertragen – aber ausschließlich über eine sehr kurze Entfernung. In der Praxis sieht das so aus: Ein Kunde hat beispielsweise in seiner Geldkarte einen Chip, der Händler ein entsprechendes Lesegerät. Um Geld zu überweisen, muss die Karte ganz nah an den Empfänger gehalten werden, der fällige Betrag wird dann automatisch abgebucht. Der Chip selbst ist dabei passiv. Er sendet selbst keine Daten, sondern wird lediglich ausgelesen.
Raschelnde Scheine und klimpernde Münzen bekommen neue Konkurrenz in Deutschland. Die Funktechnik sei die Zukunft des Bezahlens, glaubt Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. »Das Bezahlen per NFC-Technik hat sich als internationaler Standard bewährt«, sagt er.
- NFC
Near Field Communication, kurz NFC, ist eine Übertragungstechnik zum draht- und kontaktlosen Datenaustausch zwischen Geräten mit nur wenigen Zentimetern Abstand. Bisher kommt die Technologie vor allem beim bargeldlosen Bezahlen zum Einsatz. Kunden der Sparkassen können von diesem Jahr an kleine Einkäufe mit dem NFC-Standard bezahlen. Auch beim Touch&Travel der Deutschen Bahn kommt die Technik zum Einsatz
Internationaler Standard? Vielleicht eines Tages. In Deutschland jedenfalls muss sich das Verfahren erst einmal im alltäglichen Gebrauch behaupten. Die Kreditwirtschaft testet die Technik derzeit in einem groß angelegten Feldversuch. Dafür wurden mehr als 1,3 Millionen Kunden im Großraum Hannover sowie in Braunschweig und Wolfsburg mit einer NFC-fähigen Geldkarte ausgestattet. Sie können nun in zahlreichen Läden und Tankstellen per Funk bezahlen. Schon bald soll das Projekt ausgeweitet werden: Allein die Sparkassen wollen bis zum Jahresende rund 16 Millionen solcher Funkkarten ausgeben, bis Ende nächsten Jahres sollen es 30 Millionen sein.
Die Funkkarte ist aber bloß eine Variante des mobilen Bezahlens: Der NFC-Chip kann nämlich auch in Mobiltelefone eingebaut werden. Kunden können mit ihrem Handy dann nicht nur per Funk bezahlen, sondern auch Gutscheine einlösen, Treuepunkte sammeln, Tickets kaufen – und das alles, indem sie einfach ihr Mobiltelefon kurz an ein Lesegerät halten. Bisher ist das aber nur in sehr wenigen Fällen möglich, etwa vereinzelt beim Fahrkartenkauf bei der Deutschen Bahn.
Die Kreditwirtschaft ist von den Vorteilen der Funkkarte überzeugt. Das Bezahlen dauert nur halb so lange wie mit Bargeld. Im Vergleich zu herkömmlichen Girokarten geht es mit Funk um 25 Prozent schneller. Für die Kunden ist das praktisch: Die Schlange an der Supermarktkasse verkürzt sich, wenn die Kunden nicht mehr nach passendem Kleingeld kramen oder mühsam eine ausgedruckte Einzugsermächtigung unterschreiben müssen.
Vor allem aber profitieren die Händler. Zum einen können sie in kürzerer Zeit mehr Kunden durch die Kassen schleusen und so ihren Umsatz steigern. Zum anderen müssen sie wohl weniger Gebühren an die Banken entrichten. Bisher kostete die Händler jede Kartenzahlung mindestens acht Cent, mit den Funkkarten sind es je nach Betrag nur zwischen einem und drei Cent. Ganz abgesehen davon reduziert elektronischer Zahlungsverkehr die aufwendigen Bargeldtransporte zur Bank.
Dementsprechend groß ist das Interesse. Unter anderem Edeka, die Esso-Tankstellen, Douglas sowie Thalia und Hussel beteiligen sich an dem aktuellen Pilotprojekt. Gerade im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten kosten bis zu 80 Prozent der Einkäufe weniger als 20 Euro, der allergrößte Teil davon wird derzeit bar bezahlt. Mit den Funkkarten soll sich das ändern. Um mit der Karte bezahlen zu können, müssen die Kunden sie allerdings vorher aufladen – an einem Geldautomaten, per Internet oder bisweilen direkt an der Ladenkasse. Ist der Chip leergebucht, kann mit der Karte nicht mehr bezahlt werden.




dann leuchtet ein grünes Licht auf .....
toll
...vor allem aber profitieren die Händler...
ja
wie mühsam doch früher der kleine popelige IM mit Bleistift und Notizzettel Stunde um Stunde bei öden Gesprächen und billigen Fusel ausharren mußte um neben der Gewißheit des Dienstes am System und der Klatsche für den doofen Nachbarn zumindest noch einen Freßkorb abstauben zu können. Ach, das waren noch Zeiten.
Heute läuft das alles hochelektronisch ab, kalte Zahlen auf nackten Festplatten. Wie unpersönlich, aber vielleicht ja gerade dadurch menschlicher. Oder auch nur umfassender und tiefgreifender als es sich hier manche vorstellen können.
Wer meint dies habe auf das persönliche tolle bunte Stadtleben nur verbessernden Einfluß, der könnte durchaus schnell eines besseren belehrt werden.
Besseren belehrt werden, wenn irgendwo still und heimlich ein illegales Lesegerät installiert wird und er plötzlich feststellen muß, daß das Geld weg ist. Und wer glaubt, das könne nicht passieren, soll sich auf den entsprechenden Seiten mal über Phishing und dergleichen informieren.
Besseren belehrt werden, wenn irgendwo still und heimlich ein illegales Lesegerät installiert wird und er plötzlich feststellen muß, daß das Geld weg ist. Und wer glaubt, das könne nicht passieren, soll sich auf den entsprechenden Seiten mal über Phishing und dergleichen informieren.
Ihre Argumentation klingt gut. Aber wer zahlt die Versicherungsbeiträge - gut zunächst einmal die Bank - indirekt aber die Kunden der Bank. Irgendjemand zahlt es immer. Nur: Banken gehen selten pleite, große Versicherungen auch nicht. Ein Student ist bei einem Verlust von 50 Euro vielleicht für den laufenden Monat schon tatsächlich pleite. Wenn ich alles richtig verstanden habe, soll ich als Bankkunde also demnächst indirekt den Profit der Versicherungen erhöhen, Mitarbeiter an den Kassen von Supermärkten arbeitslos machen und für Kartenmißbrauch mithaften? Nein, will ich nicht!
Was der Datenschutz in einer Diktatur Wert ist, na ja?
Diese Karte ist eine soll das Bargeld ersetzten. Abgesehen von allen weiteren Sicherheitsproblemen. Schaft es Einer, so eine Karte zu Duplizieren und selbst Aufzuladen, hat Er ein eigene Bank. Bin gespannt wie man so eine Karte überhaupt Entdecken, und Zahlungen damit Verhindern kann?
Ansonsten, weiters im Artikel Hier:
http://community.zeit.de/...
ach, mal wieder D rückständig. Dann zahlen Sie mal bei Aldi mit Karte und anschließend in Frankreich an einer Supermarktkasse. Dann begreifen Sie sehr schnell, wer hier rückständig ist.
Ueber frankreich kann ich nichts sagen. Ich weiss nur wie es in uk und usa war und dort war es nie ein problem mit karte zu zahlen. Das ist bequem und kundenfreundlich. Wenn andere laender noch rueckstaendiger sind ist das schlimm aber kein grund sich nicht an laender zu halten die es besser machen. So sagte schon mein vater "mess dich nicht mit den schlechten, mess dich mit den besten deiner klasse" (jetzt bitte nicht mit der verschuldungsmentalitaet der amis kommen - mir gehts um kartenzahlung) dieses ewige "nein visa nehmen wir nicht" oder "ec erst ab 10 euro" an deutschen kassen ist in meinen augen seehr rueckstaendig.
Ueber frankreich kann ich nichts sagen. Ich weiss nur wie es in uk und usa war und dort war es nie ein problem mit karte zu zahlen. Das ist bequem und kundenfreundlich. Wenn andere laender noch rueckstaendiger sind ist das schlimm aber kein grund sich nicht an laender zu halten die es besser machen. So sagte schon mein vater "mess dich nicht mit den schlechten, mess dich mit den besten deiner klasse" (jetzt bitte nicht mit der verschuldungsmentalitaet der amis kommen - mir gehts um kartenzahlung) dieses ewige "nein visa nehmen wir nicht" oder "ec erst ab 10 euro" an deutschen kassen ist in meinen augen seehr rueckstaendig.
Wie lange gibt es eigentlich schon die Geldkarte zum bargeldlosenbezahlen ohne PIN? PArkscheinautomaten, Fahrkartenautomaten bieten doch schon seit einer gefühlten Ewigkeit diese Möglichkeit.
Auf meiner ersten EC-Karte anno 1996 (?) war der Chip schon drauf. Bei der einer der nächsten Karte wurde er dann wieder enfernt, mangels Akzeptanz wie ich erfahren musste. Das System war dann fasst verschwunden, was ich sehr schade fand, bis eines Tages wieder ein Chip auf der Karte war. Und, wird es jetzt genutzt?
Wozu ein neues System einführen, das nichts neues kann, außer das jetzt die Daten auf Entfernung ausgelesen werden können aka (noch) unsicherer ist....
Lustig ist auch die Implikation von schnellerer Abbuchung und gesteigertem Umsatz. »Zum einen können sie in kürzerer Zeit mehr Kunden durch die Kassen schleusen und so ihren Umsatz steigern.« Wenn denn mehr Kunden und gewichtigere Kunden dadurch entstünden - das tun sie m. E. aber nicht. Die Kassiererin hat nur schneller Pause, wenn überhaupt - oder sie wird wegrationalisiert.
Besseren belehrt werden, wenn irgendwo still und heimlich ein illegales Lesegerät installiert wird und er plötzlich feststellen muß, daß das Geld weg ist. Und wer glaubt, das könne nicht passieren, soll sich auf den entsprechenden Seiten mal über Phishing und dergleichen informieren.
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