ImmobilienfondsKlappe zu

Ein Immobilienfonds nach dem anderen steht vor der Abwicklung.

Es hat nicht geklappt. Der SEB Immoinvest bleibt ein offener Fonds, der geschlossen ist. Das bedeutet: Die Anleger können ihre Anteile an diesem Immobilienfonds auch in Zukunft nicht an die dahinter stehende Fondsgesellschaft zurückgeben und ihr Geld auf diese Weise kurzfristig abziehen. Die Fondsfirma SEB Asset Management hat entschieden, den Fonds schrittweise komplett abzuwickeln. Die Immobilien werden bis Mai 2017 samt und sonders verkauft, die Erlöse aus diesen Verkäufen werden portionsweise an die Fondsanleger ausgeschüttet. Schon im Juni sollen rund 20 Prozent des Fondsvolumens an die Anleger fließen.

Die Fondsmanager hatten eigentlich etwas anderes geplant. Sie wollten den Fonds wieder öffnen und langfristig weiterbetreiben. Aber zu viele Anleger hatten signalisiert, dass sie im Fall einer Öffnung ihr Geld sofort abziehen würden. Die Rückgabewünsche der Sparer überstiegen den Barbestand des Fonds, der sich auf immerhin 1,9 Milliarden Euro belief. Damit die Anleger nicht ungleich behandelt werden, bleibt nun keine andere Möglichkeit, als sämtliche 132 Großimmobilien des Fonds wieder zu Geld zu machen und die Sparer dann auszuzahlen.

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Der SEB Immoinvest ist nicht der einzige Fonds, der nun abgewickelt wird. Dichtgemacht werden derzeit auch der KanAm US-Grundinvest, der in nordamerikanische Immobilien investiert hatte, der Degi Europa und der Morgan-Stanley-Fonds P2 Value, der sich gerade vom Frankfurter Hochhaus Trianon hat trennen müssen.

Kommende Woche entscheidet sich, ob der CS Euroreal, ein Immobilienfonds der Schweizer Großbank Credit Suisse, weiterbestehen kann oder ebenfalls aufgelöst werden muss. Das Management hat für den Montag eine Blitzöffnung angekündigt. Der Fonds hält derzeit ein Viertel seines Vermögens in Bargeld. Falls die Anleger mehr als diesen Betrag abziehen wollen, bekommt erst einmal keiner von ihnen etwas.

 
Leserkommentare
  1. Wer in unseren Großstädten überflüssige Neubauten von Großimmobilien betrachtet (sie werden trotz verbreitetem Leerstand gebaut), stellt schnell fest, dass fast immer ein Fonds dahintersteckt. Diese Fonds-getriebene Immobilienblase überschreitet nun die Dehnungsgrenze. Das ist alles andere als verwunderlich. Mich wundert allenfalls, dass das bereits seit 10 Jahren so geht, ohne dass Fonds in nennenswerter Zahl in die Klemme geraten sind sind.

  2. Na, da freut man sich doch das das Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz zur Schliessung des SEB Immofonds geführt hat. Dank Herrn Schäuble hat sich ein seit mehr als 23 Jahren erfolgreicher Fond vom Markt verabschieden müssen. Leider verwechselt man bei der Journaille immer noch Ursache und Wirkung. Das der unaufgeklärte Anleger um sein Geld fürchtete verdanken wir ja der veröffentlichten Meinung.
    Gratulation.
    Wenn die Anleger viel Pech haben, bekommen Sie so gar mehr Geld zurück als sie eingezahlt haben.
    Verstehen werden sie das dann auch nicht.

  3. sind die, die jetzt unbedingt ihr Geld abziehen wollen würden und entsprechend die Öffnung der Fonds verhindern, sich eigentlich darüber im Klaren, dass sie auf diese Weise die Fonds zwingen, in irgendeinem Marktumfeld die Gebäude zu veräußern statt entspannt zu warten? Viele der Immobilienfonds verfügen doch mehrheitlich über größtenteils ausgebuchte Türme, über die ein ständiger Kapitalfluss (Miete) einströmt. Warten würde also nicht weh tun, es sei denn man braucht sein Geld dringend.

    Was ich mich ebenfalls frage: sind diese Anleger verunsichert? wollen sie Gewinne mitnehmen? Sind es institutionelle Anleger oder doch eher viele Private?

    Ich habe gelernt (2000-2002), dass eine Konzentration größerer Teile des eigenen Vermögens auf 1-2 Produkte zwar viel Sinn macht, solange das ganze noch läuft, es aber strategisch dumm ist, nicht zu diversifizieren. Insofern schaue ich entspannt auf den Fonds, wo ich einen kleinen Teil meines Geldes angelegt habe, und hoffe, dass er weiterhin offen bleibt und jährlich ein paar Euro abwirft. Bisher klappt das so ganz gut.

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    Nach einem intensivem Telefonat mit "Insidern" wurde angemerkt, daß die "Privaten" aktiv waren. Die institutionellen Anleger hielten die Füße still.
    Das bestätigt nur Ihre Einschätzung.

    Nach einem intensivem Telefonat mit "Insidern" wurde angemerkt, daß die "Privaten" aktiv waren. Die institutionellen Anleger hielten die Füße still.
    Das bestätigt nur Ihre Einschätzung.

  4. Nach einem intensivem Telefonat mit "Insidern" wurde angemerkt, daß die "Privaten" aktiv waren. Die institutionellen Anleger hielten die Füße still.
    Das bestätigt nur Ihre Einschätzung.

  5. Statist hat recht.Die Bürotürme spuken weiterhin Geld. Geduld und keine Eile, es sei denn man hat alle Eier in einen Korb gelegt.

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