Deutsche FilmbrancheDie freundliche Übernahme

Eine Antwort auf Dominik Grafs Kritik an der deutschen Filmbranche. von Julia von Heinz

»Die jüngeren Branchenmitglieder schweigen«, schreibt Dominik Graf in seinem ZEIT- Artikel zum deutschen Filmwesen, aber das ist nicht richtig. Kein anderer Artikel wurde unter Filmschaffenden auf Facebook so oft geteilt, geliked und kontrovers kommentiert wie Grafs Abrechnung mit dem staatstragenden deutschen Kinofilm. Viele von uns jüngeren Filmemachern unterscheiden – genau wie Graf – nicht mehr zwischen U- und E-Filmen, also gesellschaftlich relevantem Kunst- und seichtem Unterhaltungskino. Auch ich wünsche mir diese Aufhebung für meine Filme.

Jedoch wurde meine Regie-Generation in ein Subventionssystem hineingeboren, das in diesen Kategorien denkt und funktioniert, und ich stelle fest, dass sich Stoffe, die sich eindeutig auf der einen oder der anderen Seite verorten lassen, leichter finanzieren lassen als Stoffe, die versuchen, diese Trennung aufzuheben. Es ist ein System, an dem wir nicht vorbeikommen, wenn wir von unserem Beruf leben wollen.

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Ist es tatsächlich der von Graf erwähnte »Kampf ums nackte Überleben«, der uns öffentlich schweigen lässt? Oder ist es vielmehr die Abhängigkeit von den Entscheidungsträgern in Gremien und Sendern? Und da sind wir auch schon am Kern dessen angelangt, was mir an Grafs Artikel fehlt. Zwar begeistert, wie er das Diktat von Authentizität und thematischer Relevanz im deutschen Kinofilm beschreibt. Seine Analyse des Phänomens greift aber zu kurz.

Julia von Heinz
Julia von Heinz

geboren 1976 in Berlin, ist Regisseurin der Filme »Was am Ende zählt« (2007), »standesgemäß« (2009), »Hanni und Nanni 2« (2011) und Autorin eines Buches über den Einfluss des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf den deutschen Kinofilm von 1950-2010

Grafs Forderung nach mehr Glanz, mehr Spannung, mehr Unterhaltung und Verführung ist nicht neu. Schon vor gut 30 Jahren wurde sie gestellt, in verblüffend ähnlichen Worten und in ebendieser Zeitung. Eingebettet war sie damals in das Unwohlsein, das die enge Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Spielfilmredaktionen mit den Kinoregisseuren erzeugte.

Seitdem ist die Beziehung zwischen Kino und Fernsehen sogar noch symbiotischer geworden. Dominik Graf stellt ja auch die Frage, ganz sachte und am Rande, ob das Fernsehen, der treue Auftraggeber auch seiner gänzlich nicht trivialen Filme, mit ursächlich sei für die bildungsbürgerlichen Film-Besinnungsaufsätze, die am Publikum vorbei produziert werden. Die Antwort ist: Ja. Und das Fernsehen steht dem Problem heute genauso kritisch und hilflos gegenüber wie die Filmemacher selbst. Man muss lange zurückgehen, um zu verstehen, dass der »Verlust an Trivialität« das Ergebnis einer gemeinsamen Entwicklung von Filmemachern und Fernsehredakteuren ist.

In Amerika reagierte das Kino nach Aufkommen des Fernsehens in den fünfziger Jahren auf den neuen Konkurrenten, indem man die Produktion von Schwarz-Weiß-Filmen mit geringem Budget praktisch einstellte, weniger, dafür aber aufwendigere Filme drehte und mit alternativen Angeboten technischer Art, wie dem Cinemascope-Format und 3-D-Experimenten, den Schauwert erhöhte. Während man dort alle Kassenrekorde schlug, verpasste es die Kinobranche in Deutschland, auf das neue Medium zu reagieren.

Die Zuschauerzahlen brachen dramatisch ein, denn es gab keinen Grund mehr, das heimische Sofa zu verlassen. Alles, was man im Kino sah, konnte man bald auch zu Hause haben.

Gleichzeitig weigerte sich die Altbranche, mit den Regisseuren des jungen deutschen Films zusammenzuarbeiten, die eine Innovation hätten bringen können, und so fanden diese ihre Heimat in den neu gegründeten Spielfilmredaktionen der öffentlich-rechtlichen Sender. Gemeinsam verhalf man dem deutschen Film wieder zu internationalem Ansehen und bestimmte ihn inhaltlich und ästhetisch über die nächsten Jahrzehnte.

Inhaltlich waren diese Filme die längst überfällige Antwort auf den revisionistischen Heimatfilm. Was man aber lange außer Acht ließ, war das Publikum. »Die Mehrzahl der Autoren ist in derselben gehobenen Bildungsschicht verwurzelt wie die Mehrzahl der Redakteure und der Dramaturgen. (...) Man steht der großen Zahl der Zuschauer, deren Bildungsweg nach Zwerg- und Fahrschule beendet war, nicht gerade zynisch, aber doch ein wenig hilflos gegenüber.« Die Meinung der Kritiker, die derselben Schicht entstammten, würde von den Machern höher eingeschätzt als die Meinung des Publikums, schrieb der Journalist Christian Longorius im Jahr 1973 – und könnte dies heute immer noch schreiben.

Damals suchte man innerhalb der TV-Redaktionen das »bildungsbürgerlich Beflissene«, an dem Graf sich heute wieder stört. So berichtete Peter Märthesheimer, der 1964 in Günter Rohrbachs WDR-Spielfilmabteilung kam: »Wir waren alle recht eingebildet in dem Planungsstab (...) Wir alle waren sicher, dass wir wissen, was für die Menschen eigentlich gut und richtig ist.« Filme habe man hergestellt, als ob man »in der edition suhrkamp ein Bändchen herausgäbe«.

Ein »Plädoyer für das Wirklichkeitsspiel« hielt der WDR-Dramaturg Martin Wiebel: Dieses sollte »falsche Bilder, Beschönigungen der Realität, Manipulation im weitesten Sinne, gesellschaftliche Übereinkünfte und Verlogenheiten« zerstören helfen, man erhoffte sich die »Emanzipation des Zuschauers«, die »Schaffung von Problembewusstsein«. Im gesellschaftlichen Kontext war all das richtig und verständlich. Für das deutsche Kino jedoch, das alsbald in eine starke finanzielle Abhängigkeit von den Fernsehanstalten geriet, war es der Todesstoß.

Doch schon bald führte die Ablösung vom Massenpublikum, von Zuschauern, die vom Kino Spektakel und Realitätsflucht statt Belehrung wünschten, zu Widerspruch. Nachdem Günter Rohrbach 1977 den »amphibischen Film« ausgerufen hatte, der die Ansprüche von Bildschirm und Leinwand gleichermaßen erfüllen sollte, meldete sich Hans-Christoph Blumenberg 1978 in der ZEIT zu Wort, um wie Graf heute dafür zu plädieren, dem Kino seine Magie zurück zu schenken. Unter dem Titel Bildschirm contra Leinwand verteidigte er das Kino als »Medium der Magier und Jongleure«, das mit »Wunsch und Gegenwelten, mit Tagträumen und Utopien« zu handeln habe. Kino stünde für Sinnlichkeit, Fantasie, Spektakel und Versenkung, das Fernsehen aber für Intellekt, Analyse und maximale Zerstreuung.

Zu diesem Zeitpunkt war die Abhängigkeit der Kinobranche schon so weit fortgeschritten, dass über die Hälfte aller Neuproduktionen Koproduktionen mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen waren.

Ein Umdenken setzte in den achtziger Jahren ein. Mit Bernd Eichinger trat ein Kinoproduzent auf den Plan, der begann, ohne Fernsehbeteiligung einen Kinohit nach dem anderen zu produzieren, darunter ebendiese Supernasen , von denen sich der Kunst- und Autorenfilm so wohltuend abheben konnte. »Das Fernsehen ist für mich als Kinomann ein Feind«, äußerte er 1983 mit einem Selbstbewusstsein, das heute von allen Seiten vermisst wird. »Wir können nicht durch die Kooperation mit irgendwelchen Institutionen lernen, sondern nur in der Auseinandersetzung mit dem Publikum. (...) Das Fernsehen kann dem Kinofilm nicht helfen.« Es sei unmöglich, gute Filme zu machen, wenn man »überhaupt nicht mehr denken kann, ohne das Fernsehen zu fragen, und wenn ich nicht mehr denken kann, ohne die Meinungen der Gremien einzuholen. (...) Besinnen wir uns darauf, dass das Fernsehen nicht prinzipiell unser Freund ist; sondern der einzige Freund, den wir haben können, ist das Publikum.«

Und längst sehnte man sich auch bei den Sendern wieder nach Produzenten und Filmemachern, die nicht »mit krummen Rücken an den Pförtnern vorbeigehen« (Rohrbach, 1983).

Es war das Auftauchen der Privatsender und des damit einhergehenden Quotendrucks, der bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ein Umdenken bewirkte. Für die Sender hieß es nun: Was gut für die Kinokasse ist, ist auch gut für uns, weil es bei der Fernsehpremiere für entsprechende Quoten sorgt. Heinz Ungureit, seinerzeit noch ARD-Redakteur, bemängelte nun das »wenig entwickelte Talent unserer Autoren und Regisseure, Geschichten fantasievoll in Bildern zu erzählen«. Neben dem Versuch, ein größeres Publikum für die Kinokoproduktionen zu gewinnen, gab man weiterhin Experimenten und Innovationen ihren Raum und stärkte den Nachwuchs mit sendereigenen Spezialschienen. Ein Großteil heutiger Kinoregisseure verdankt diesem Engagement seine Karriere, und die internationalen Erfolge, die der deutsche Kinofilm seit den 1990er Jahren wieder feiert, gehen auf diese fruchtbare Zusammenarbeit zurück.

Das Fernsehen umarmt den deutschen Kinofilm heute von allen Seiten: In den Nachwuchsschienen darf ohne Marktdruck Sperriges und Innovatives entstehen, gleichzeitig hofft man mit den großen Koproduktionen auf große Erfolge an der Kinokasse. Man ist zusammengewachsen zu einer »Film-Fernseh-Großfamilie« (Katja Nicodemus), die sich gleichermaßen nach künstlerischen und kommerziellen Erfolgen ihrer Produkte sehnt.

Wohl deshalb hat diese Familie, deren herausragendes Mitglied auch Dominik Graf ist, verlernt, einen Unterschied zu machen zwischen Leinwand und Fernsehbildschirm. »Es handelt sich hier um einen ideologischen Grabenkampf der Älteren«, meint der heutige WDR-Spielfilmchef Gebhard Henke, und Graf negiert den Unterschied für seine Arbeit ganz und gar. »Alle Filme, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, sind per se Fernsehfilme, wobei ich Fernsehen und Kino für mich selbst nicht mehr auseinanderhalte«, sagt er. »Ich mache jeden dieser Filme so, als würde ich ihn fürs Kino machen.«

Und so schaut die Film-Fernseh-Großfamilie hilflos auf all die fantastischen Filme, die sie gemeinsam herstellt und die jedes Jahr mit ganz vielen Lolas ausgezeichnet werden, und trauert, wenn ihre Werke nur selten ausreichend Zuschauer in die Kinos locken. »Solange das Kino uns braucht und solange es der Kinomarkt selbst noch nicht schafft, ohne Senderbeteiligung zu produzieren, wird es so weitergehen«, verspricht Bettina Reitz, Fernsehdirektorin des BR, und klingt dabei wie die liebevolle Mutter, die hofft, dass der unfähige Sohn irgendwann das elterliche Haus verlässt.

Die Abgrenzung von Fernsehen und Kino ist aber keineswegs ein ideologischer Grabenkampf der Älteren. Sie wird auch unter Filmemachern meiner Generation zunehmend vermisst.

Ich wünsche mir, dass die Diskussion über die Abhängigkeiten, auch die Einschränkungen, die wir erleben, gemeinsam und offen geführt wird, ohne Sorge, dass man es sich mit zukünftigen Geldgebern verscherzt. Ich wünsche mir Produzenten, die nicht wie an einer Nabelschnur am Fernsehen hängen, sondern eigene starke Visionen haben. Ich wünsche mir Redakteure, die Kulturauftrag, FSK 12 und Programmschema außer Acht lassen, wenn es um Kinokoproduktionen geht. Eine Deutsche Filmakademie, die die Diskussion weiter anheizt, anstatt in überholten Feindbildern zu verharren. Und, wie Graf, Filmkritiker, die auch Triviales schätzen, wenn es gut gemacht ist.

Es geht darum, wieder einen Unterschied zu machen, immer wieder zu versuchen, für die große Leinwand zu erzählen und für all die Sitzreihen davor. Weiterzusuchen nach den »Grundwesenszügen des Kinos«, die Dominik Graf so treffend beschrieben hat. Denn was im Kino funktioniert, funktioniert immer auch im Fernsehen. Nur umgekehrt ist das leider nicht der Fall.

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Leserkommentare
  1. .....an einer fundierten Ausbildung für's "Triviale"
    Die Kreativen, die gute Unterhaltung produzieren können, sei's für's TV oder für's Kino, kommen meiner Erfahrung nach nicht von den Filmhochschulen, sondern sind Quereinsteiger. Ausnahmen gibt's, sind aber nicht die Regel.
    Wir leisten uns vier teure Filmhochschulen (dffb, Konrad-Wolff, München, Ludwigsburg), und die Absolventen werden meiner Meinung nach überhaupt nicht darauf vorbereitet, wie man die Menschen vor der Mattscheibe oder Leinwand begeistert, sondern nur darauf, den Kritikern und Festivaljurs zu gefallen.
    Im Übigen finde ich die Vermischung von Film- und TV Branche nicht per se schlimm. Leider krankt das ganze daran, daß in Deutschland fast nur Auftragsproduktionen vergeben werden. Es gibt keinen echten freien Markt für gute Unterhaltung. Ohne Kunde, der vonn Anfang an seine Finger im Spiel hat, kein Produkt. Das tötet sämtliche Freiräume und Kreativität.

    2 Leserempfehlungen
  2. 1. Fast jeder m.E. gute Film zeichnet sich zuallererst durch eine relevante Story aus! Stichworte: Universelle Gültigkeit, mythologischer Gehalt (Campbell!), Charakterentwicklung.

    2. TV steht vor allem für: Gequatsche. Das hat mit Kino aber auch gar nichts zu tun. Insofern kann ich die Zitate von Blumenberg und Eichinger nur unterstreichen. Ich bewundere das amerikanischen Film und lehne den deutschen zu 98% ab.
    Positivbeispiele dt. Film, ad hoc: Die Brücke, Welt am Draht, von mir aus auch Lola rennt.
    Positivbeispiele für dt. TV gibt es für Cineasten trotz systemimmanenter Wortlastigkeit durchaus, ad hoc: Das blaue Palais, Ein Mann will nach oben.
    Auch hier wieder als Basis: Stories!

    3. Roland Emmerich sagte: Ein guter Film muss zum einen eine wie auch immer geartetete Relevanz haben*, und darf zum anderen nicht langweilen**.

    *s. Punkt 1
    **Würden Sie Ihren eigenen Film kaufen, d.h. die DVD oder eine Kinokarte?

  3. Filme aus Deutscher Produktion, ist wie Made in China, von Deutschen Serien ganz zu schweigen, diese würde nicht mal dieses Qualitätssiegel erreichen.

    Was mich am meisten stört, ist dass man fast im jedem Film meint, man muss die Zuschauer Politisch Umerziehen.

  4. Ich finde aber das in einer Serie eine Geschichte schöner und vielschichtiger erzählt werden kann.

    Aber es kann auch in die Hose gehen wie z.B. bei Lost wo die selbst nicht wusten wie es weitergeht und so lauter Handlungsfäden verloren.
    Anderes negativ Beispiel sind so dauerserien die kein Ende finden. So was finde ich auch Langweilig.

    Nun das meiste was gesendet wird kommt eh vom BBC (bei den öffentlich rechtlichen) oder von amerikanischen Sendeanstallten (bei den privaten).
    Die öffentlichen Rechtlichen hätten die einmalige Chance auch gute Serien zu produzieren die nach 1er Staffel enden und sich nicht ewig Türchen und Fenster für die Vortsetzung offen halten müssen.

    Zum Kino
    Hier finde ich die Aufteilung in Unterhaltung und in Filme die bilden sollen schon auch richtig. Wenn viel gemischt wird kommt meistens keine gute Soße raus.
    Auch finde ich die Aufteilung in Fernsehfilme und Kinofilme richtig. Fernsehfilme = meiden meistens Schrott
    Kinofilme = kann man ja mal schauen was dabei rausgekommen ist.

    Fassen wir zusammen:
    Filme sollten für das Kino gemacht sein. Auch wenn sie natürlich nacher auch im Fernsehen angesehen werden.

    Für das Fernsehen sollte man lieber Serien drehen, wenn man einen Krimi oder sonstwas erzählen will.

    • Määx
    • 21. Mai 2012 17:01 Uhr

    Hallo,

    es ist überflüssig, darüber eine Diskussion zu führen. Es gibt allein technisch, stililistisch, Unterschiede zwischen Fernsehen und Kino??! Z. B. Serien. Es geht doch (für mich) darum, daß der deutsche Film/Fernsehen an sich schon schlecht ist. Und das liegt daran, daß die Hauptaufgabe des Theaters/Films nicht erfüllt wird, die Wahrheit zu zeigen (Griechisches Theater, 1. Klasse). Leute in deutschen Filmen, habe ich noch nie in der Wirklichkeit gefunden. Dann wird die andere Aufgabe: Create , don`t imitate, ebenfalls nicht praktiziert. Es wird alles imitiert, von amerikanischen Filmen schlecht kopiert. Das will keiner sehen, und das Publikum ist nicht so dumm, wie es sich elitäre Filmhochschulabsolventen vorstellen.
    Hier wird nie was "erschaffen". Deswegen ist es auch alles totlangweilig. Das ist aber die Grundvoraussetzung für Kunst. Also, Kunst im Rest von Europa, USA, etc. Ich hab`auch immer das Gefühl, deutsche SchauspielerInnen haben überhaupt keine Gefühle. Vielleicht ein "nachgemachtes" Gefühl. Und deutsche Theater und Filmverantwortliche, machen aus Theater, etwas, was es nicht ist: etwas, was sehr schwer erlernbar ist. Ist es aber nicht. Und deutschkritische Filme gibt es fast gar nicht. Irgendwie scheint über allem immer so eine "deutschnationalistisches" Grundeinstellung zu schweben: keine Selbstkritik und Humorlosigkeit. Ich glaube, Leute wie Johnny Depp oder Will Smith wären hier wahrscheinlich nie gefördert worden.

    Asta luego.

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... traurig, aber dem ist nicht viel hinzuzufügen.

    Mich interessiert, ob sich gewisse deutsche Produktionen, Dreiohrküken bla und wie sie alle heißen -vom deutschen Film mit selbstverliehenem 'Anspruch' mal ganz abgesehen- w i r k l i c h übers Publikum tragen, und wenn ja, was sind das für Leute, die dafür Geld ausgeben? Wahrscheinlich Leute, die 'Scorcese' für ein Pastagericht halten...

    Nochmal, frei nach Emmerich:
    Guter Film muss:
    Erstens: Relevant sein! und zwar international, zumindest in Nordamerika und Europa -Deutsch-Ostwest-Dramen z.B. k ö n n t e n ja menschlich relevant erzählt sein; aber in der deutsch-filmemacherischen Nabelbeschauungsart interessiert das global kein Schw...
    Zweitens: Darf: Nicht Langweilen (!)

    btw: Wo zum Henker ist das tiefe Drama über die Bachmeiersche Selbstjustiztat? Ein guter Autor sieht in einer Geschichte das universell-menschliche und filtert hieraus ein Drehbuch, der zu einem Film wird, der weltweit Menschen bewegt. Und bei Bachmeier handelt es sich um eine spezifisch deutsche Geschichte. Wo sind in D die Autoren, die sich auf einen solchen Stoff stürzen? Es ist zum Heulen.

  5. ... traurig, aber dem ist nicht viel hinzuzufügen.

    Mich interessiert, ob sich gewisse deutsche Produktionen, Dreiohrküken bla und wie sie alle heißen -vom deutschen Film mit selbstverliehenem 'Anspruch' mal ganz abgesehen- w i r k l i c h übers Publikum tragen, und wenn ja, was sind das für Leute, die dafür Geld ausgeben? Wahrscheinlich Leute, die 'Scorcese' für ein Pastagericht halten...

    Nochmal, frei nach Emmerich:
    Guter Film muss:
    Erstens: Relevant sein! und zwar international, zumindest in Nordamerika und Europa -Deutsch-Ostwest-Dramen z.B. k ö n n t e n ja menschlich relevant erzählt sein; aber in der deutsch-filmemacherischen Nabelbeschauungsart interessiert das global kein Schw...
    Zweitens: Darf: Nicht Langweilen (!)

    btw: Wo zum Henker ist das tiefe Drama über die Bachmeiersche Selbstjustiztat? Ein guter Autor sieht in einer Geschichte das universell-menschliche und filtert hieraus ein Drehbuch, der zu einem Film wird, der weltweit Menschen bewegt. Und bei Bachmeier handelt es sich um eine spezifisch deutsche Geschichte. Wo sind in D die Autoren, die sich auf einen solchen Stoff stürzen? Es ist zum Heulen.

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  6. Was für eine Debatte.

    Ich bringe sie aber auf den Punkt.

    Also: Die Aufgabe des Filmemachers, wie übrigens die eines jeden Erzählers, ist nur eine: eine gute Geschichte zu erzählen und dabei sein Publikum nicht zu langweilen.

    Die wenigsten Deutschen können das und die Deutschen, die das konnten, haben die anderen Deutschen weiland umgebracht, und die, die entkommen konnten, arbeiten jetzt in Hollywood, beziehungsweise die nächste Generation derer.

    Selbst Schuld also. Verdiente späte Rache, meine ich. Der deutsche Film ist so tot wie das besagte Meer und das wird so bleiben, es sei denn jemand erweckt ihn wieder zum Leben.

    Mit Sicherheit wird das niemand sein, der meint, Bildungs- und Aufklärungsauftrag gehören ins Kino.

    Wie Billy Wilder schon sagte: “If you're going to tell people the truth, be funny or they'll kill you.”

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