GesundheitswesenGute Besserung?

Studien sagen: Patienten verlassen heute die Krankenhäuser gesünder als noch vor wenigen Jahren. Doch leider hinken die Zahlen der Wirklichkeit hinterher.

Das medizinische Unheil kündigte sich mit dunklen Ahnungen an. Kranke würden künftig zum abrechnungsfähigen Fall degradiert, hieß es vor elf Jahren in der ZEIT. Nach dem Motto »quicker and sicker« würde der Patient zwar schneller aus dem Krankenhaus nach Hause geschickt werden – am Ende aber kränker sein. »Der Anspruch des Patienten auf eine humane Versorgung geht komplett baden«, wetterte damals der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz. Auslöser für die Befürchtungen war ein neues Abrechnungssystem für Krankenhäuser, das zwei Jahre nach Erscheinen des Artikels eingeführt werden sollte.

Seit 2003 überweisen nun Krankenkassen an die Kliniken nicht mehr für jedes belegte Bett, sondern nach dem System der Diagnosis Related Groups (DRG). Das heißt, jede Krankheit wird mit einer bundesweit einheitlichen Pauschale abgegolten. Krankenhäuser würden dadurch effizienter, kostengünstiger und gleichzeitig besser, hoffte das Gesundheitsministerium. Neun Jahre lang arbeiten Ärzte inzwischen in der neuen DRG-Welt, verschlüsseln eifrig jeden behandelten Fall für die Rechnung in Haupt- und Nebendiagnosen. Sind die Hoffnungen der Politiker in Erfüllung gegangen, oder gleicht der Weg ins Krankenhaus heute einem gefährlichen Abenteuer? Wer den Klinikärzten im Land zuhört, sieht die schlimmsten Prophezeiungen erfüllt.

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Dass die Umstellung des Abrechnungssystems die Gefahr unerwarteter und unerwünschter Effekte birgt, war dem Gesetzgeber bewusst. Deshalb erhielt das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) den Auftrag, die Versorgung der Patienten im Blick zu behalten. In den ersten vier Jahren nach Einführung des DRG-Systems veröffentlichte das IGES zwei Berichte. Doch überraschenderweise erzählen die Statistiken darin eine andere Geschichte als die düsteren Anekdoten der Ärzte. Nach den ersten beiden IGES-Studien soll sich die Situation für Patienten seit Einführung des DRG-Systems sogar verbessert haben: Patienten werden im Mittel rund einen Tag früher entlassen, und die Zahl der Krankenhausbetten ist in Deutschland um weitere 20 Prozent gesunken. Die schnellere Medizin, befürchteten die Kritiker, würde zu »blutigen Entlassungen« führen. Noch wackelig auf den Beinen, würden Patienten schon vor die Tür gesetzt und müssten nur kurze Zeit später mit Komplikationen wieder aufgenommen werden.

Doch diese Nebenwirkung der DRG blieb anscheinend aus. Die Patienten verließen das Krankenhaus offenbar gesünder denn je. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe eines Jahres nach dem stationären Aufenthalt zu sterben, sank zwischen 2004 und 2008 um vier Prozent. Wie lässt sich die Diskrepanz zu den Berichten der Ärzte erklären?

Der letzte Untersuchungszeitraum des IGES liegt vier Jahre zurück, eine weitere Erhebung der Ärztekammer Niedersachsen ist mehr als zwei Jahre alt. In der Zwischenzeit kann viel passiert sein. In den ersten Jahren nach Einführung der DRG hatten die Krankenhäuser noch Reserven, die jetzt möglicherweise erschöpft sind.

Vieles spricht dafür, dass die Horrorgeschichten der Ärzte Vorboten einer Verschlechterung der Versorgung sind, die sich statistisch noch nicht bemerkbar gemacht hat. Die Statistik hinkt der Wirklichkeit deutlich hinterher, besonders dann, wenn zu grob und das Falsche gemessen wird. Was in den IGES-Studien und den internationalen Vergleichen zählt, sind vor allem Todesfälle nach der Behandlung, es zählt nicht, wie es den Menschen nach der Entlassung geht.

Leserkommentare
  1. Die meisten Krankenhäuser (außer den Privaten) haben keine Renditevorgaben, sie wollen nur irgendwie die schwarze Null erreichen. Der Gesetzgeber hat aber immer neue Einfälle, wie er ihnen dies erschweren kann. Mehrleistungsabschlag, gekappte Veränderungsrate und Basisfallwertabsenkung sind nur drei von vielen "Effizienzsteigerungsinstrumenten", die das BMG jährlich neu anwendet. Den Häusern bleibt da nur, das Hamsterrad schneller zu drehen, auf Kosten von Patienten und Mitarbeitern. Eine volle Gegenfinanzierung von Tarif- und Materialpreissteigerungen wäre ein wichtiger Schritt, damit sich Ärzte und Pflege endlich wieder auf die Patienten konzentrieren können, statt Stunden mit der Abrechnungsdokumentation zu vergeuden oder gar die Behandlung nach finanziellen Aspekten zu steuern.

    4 Leserempfehlungen
  2. Mich hätte die folgenden Punkte interessiert, die der Artikel leider nur anschneidet:

    – meines Wissens gibt es Ober- und Untergrenzen bei der Verweildauer je nach DRG, um u.a. die blutigen Entlassungen, die befürchtet wurden, zu vermeiden. Bei Über- bzw. Unterschreiten drohen dem Krankenhaus(-betreiber) Sanktionen. Wer legt die Grenzen fest und wie sind die Erfahrungen?
    – DRG-Definition: Entscheiden da die Krankenkassen im Rahmen der gemeinsamen Selbstverwaltung nicht selber mit? (Einflussnahme/Mengenbeschränkung)
    - Problem Upcoding: Wer kontrolliert das und wie sind die Strafen? Was macht die Politik?

  3. gegen krankheit, oder der umgang mit einer krankheit ist eigenverantwortung für sich selbst zu übernehmen. das ist natürlich arbeit. da ist es einfacher dem pappa arzt sein schicksal in die hände zu legen oder ärztliche beratung kritiklos zu übernehmen. natürlich versuchen viele institutionen(wie im kommentar genannt) in diesem haifischbecken zu überleben oder daraus zu profitieren.
    aber der bürger selbst ist mitverantwortlich für diese gesundheitswesensstruktur und auch deren kosten.

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    Sie sind offensichtlich noch nie in einem Krankenhaus gewesen. Seien Sie froh !
    Recht haben Sie insofern, dass ohne eigene Kontrolle oft ein Überleben im Krankenhaus nicht möglich ist. Ich musste leider seit 1987 immer wieder in das Krankenhaus. Ohne meine Kontrolle hätte ich mehrmals falsche Medikamente oder eine falsche Dosis bekommen. Einmal wurde mir trotz meines Hinweises auf eine viel zu niedrige Dosis nicht die richtige Dosis gegeben. Erst eine Beschwerde bei der Patientenfürsorge bei deren nächster Sprechstunde ergab eine nachträgliche Hektik. Bei manchen Patienten kann es dann schon zu spät sein.

    Einen Arzt bekommt man im Krankenhaus nur selten zu sehen. Diese sind notgedrungen hinter den Papiertürmen der Bürokratie verschwunden. Am Wochenende kommt es manchmal einem Lottospiel gleich.

    Die Reorganisation ist leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass man sich eigenverantwortlich selbst den Sauerstoff anschließen oder Medikamente verordnen darf.

    Nicht besser ist es mit den Pflegekräften.

    Ausgebildete Pflegekräfte wurden immer mehr durch Hilfskräfte ersetzt. Eine Hilfskraft, die nur für das Austeilen der Speisen zuständig ist, kann niemand bei der Toilette, beim Abnehmen der Infusion usw. helfen. Die wenigen (oder nur eine) ausgebildeten Pflegekräfte sind vollkommen überbelastet. So etwas führte zum Beispiel zu folgender Situation:
    Ein Patient wurde nach einem Eingriff von einem "Transporthelfer" wieder in sein Zimmer gebracht. Dieser durfte den Sauerstoffanschluss nicht durchführen. Deshalb sagte er zu dem Patienten, dass er per Knopfdruck die Pflegekräfte rufen soll. Dies tat der Patient auch. Daraufhin kam ein Pfleger, der nervlich schon dem Ende nahe war und schrie den Patienten an: "Was soll das ? Noch keine 2 Minuten auf dem Zimmer und schon wieder den Rufknopf drücken"
    Das war der Schlimmste, aber bei weitem nicht der einzige Fall. Patienten, die nicht aufstehen können, warten oft vergeblich auf die Bettpfanne oder müssen auf dieser Liegen bis sie es vor Schmerzen kaum noch aushalten.

    Da können Sie eigenverantwortlich klingeln so viel Sie

    Ein weiterer Fall - So, wie ich diesen analysiere.

    Vor einigen Wochen sank mein Vater während des Einkaufs zusammen. Er konnte nicht mehr aufstehen und selbst mit dem Rollator nicht mehr gehen. Von einem Notarzt wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort wurden alle möglichen, teuren Untersuchungen durchgeführt. Als dieses Krankenhaus keine weiteren Verdienstmöglichkeiten mehr sah, stellte man meinem Vater entweder nach Hause zu gehen, oder in ein anderes Krankenhaus verlegt zu werden. Mein Vater wurde in diesem Krankenhaus untersucht, NICHT behandelt und lag nur im Bett.

    Er landete im nächsten Krankenhaus auf der Station für Geriatrie. Dort wurden einige Behandlungen (Fahrrad im Liegen, Joop-Strumpf) durchgeführt und er kam langsam wieder auf die Beine. Dann stellte mein meinen Vater wieder vor die Auswahl: Entweder Kurzzeitpflege oder nach Hause ! Mein Vater konnte zwar inzwischen wieder ca. 5m weit mit dem Rollator gehen - Aber es reichte bei Weitem nicht um zu Hause in sein Bett im ersten Stock zu gelangen.

    Also landete er in der Kurzzeitpflege. Dort erhielt mein Vater zwar Unterstützung bei der Körperpflege und beim An- und Ausziehen, aber keine Behandlungen mehr. Im wurde verboten Alleine aus dem Bett/Zimmer zu gehen. Also lag er außer beim Besuch des Speisesaales nur in seinem Bett.

    Nach einigen Tagen hielt er sich nicht mehr an das Verbot und versuchte Alleine wieder besser auf die Beine zu kommen.

    Also Eigenverantwortung durch Ignorierung der Verbote. !?!

    Wenn ich Schmerzen habe und nicht Medizin studiert habe, dann muss ich zum Arzt und diesem dann auch vertrauen.

    Nicht jeder kann sich selbst behandeln, nicht jeder weiß was er überhaupt hat. Von den meisten Krankheiten wissen wir Nichtmedizinier wohl nicht einmal, dass es sie überhaupt gibt.

    Auch haben nicht alle Menschen die finanziellen Möglichkeiten zu sämtlichen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, die die Krankenkasse nicht bereit ist zu zahlen. Da liegt auch ein Problem.

    Sie sind offensichtlich noch nie in einem Krankenhaus gewesen. Seien Sie froh !
    Recht haben Sie insofern, dass ohne eigene Kontrolle oft ein Überleben im Krankenhaus nicht möglich ist. Ich musste leider seit 1987 immer wieder in das Krankenhaus. Ohne meine Kontrolle hätte ich mehrmals falsche Medikamente oder eine falsche Dosis bekommen. Einmal wurde mir trotz meines Hinweises auf eine viel zu niedrige Dosis nicht die richtige Dosis gegeben. Erst eine Beschwerde bei der Patientenfürsorge bei deren nächster Sprechstunde ergab eine nachträgliche Hektik. Bei manchen Patienten kann es dann schon zu spät sein.

    Einen Arzt bekommt man im Krankenhaus nur selten zu sehen. Diese sind notgedrungen hinter den Papiertürmen der Bürokratie verschwunden. Am Wochenende kommt es manchmal einem Lottospiel gleich.

    Die Reorganisation ist leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass man sich eigenverantwortlich selbst den Sauerstoff anschließen oder Medikamente verordnen darf.

    Nicht besser ist es mit den Pflegekräften.

    Ausgebildete Pflegekräfte wurden immer mehr durch Hilfskräfte ersetzt. Eine Hilfskraft, die nur für das Austeilen der Speisen zuständig ist, kann niemand bei der Toilette, beim Abnehmen der Infusion usw. helfen. Die wenigen (oder nur eine) ausgebildeten Pflegekräfte sind vollkommen überbelastet. So etwas führte zum Beispiel zu folgender Situation:
    Ein Patient wurde nach einem Eingriff von einem "Transporthelfer" wieder in sein Zimmer gebracht. Dieser durfte den Sauerstoffanschluss nicht durchführen. Deshalb sagte er zu dem Patienten, dass er per Knopfdruck die Pflegekräfte rufen soll. Dies tat der Patient auch. Daraufhin kam ein Pfleger, der nervlich schon dem Ende nahe war und schrie den Patienten an: "Was soll das ? Noch keine 2 Minuten auf dem Zimmer und schon wieder den Rufknopf drücken"
    Das war der Schlimmste, aber bei weitem nicht der einzige Fall. Patienten, die nicht aufstehen können, warten oft vergeblich auf die Bettpfanne oder müssen auf dieser Liegen bis sie es vor Schmerzen kaum noch aushalten.

    Da können Sie eigenverantwortlich klingeln so viel Sie

    Ein weiterer Fall - So, wie ich diesen analysiere.

    Vor einigen Wochen sank mein Vater während des Einkaufs zusammen. Er konnte nicht mehr aufstehen und selbst mit dem Rollator nicht mehr gehen. Von einem Notarzt wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort wurden alle möglichen, teuren Untersuchungen durchgeführt. Als dieses Krankenhaus keine weiteren Verdienstmöglichkeiten mehr sah, stellte man meinem Vater entweder nach Hause zu gehen, oder in ein anderes Krankenhaus verlegt zu werden. Mein Vater wurde in diesem Krankenhaus untersucht, NICHT behandelt und lag nur im Bett.

    Er landete im nächsten Krankenhaus auf der Station für Geriatrie. Dort wurden einige Behandlungen (Fahrrad im Liegen, Joop-Strumpf) durchgeführt und er kam langsam wieder auf die Beine. Dann stellte mein meinen Vater wieder vor die Auswahl: Entweder Kurzzeitpflege oder nach Hause ! Mein Vater konnte zwar inzwischen wieder ca. 5m weit mit dem Rollator gehen - Aber es reichte bei Weitem nicht um zu Hause in sein Bett im ersten Stock zu gelangen.

    Also landete er in der Kurzzeitpflege. Dort erhielt mein Vater zwar Unterstützung bei der Körperpflege und beim An- und Ausziehen, aber keine Behandlungen mehr. Im wurde verboten Alleine aus dem Bett/Zimmer zu gehen. Also lag er außer beim Besuch des Speisesaales nur in seinem Bett.

    Nach einigen Tagen hielt er sich nicht mehr an das Verbot und versuchte Alleine wieder besser auf die Beine zu kommen.

    Also Eigenverantwortung durch Ignorierung der Verbote. !?!

    Wenn ich Schmerzen habe und nicht Medizin studiert habe, dann muss ich zum Arzt und diesem dann auch vertrauen.

    Nicht jeder kann sich selbst behandeln, nicht jeder weiß was er überhaupt hat. Von den meisten Krankheiten wissen wir Nichtmedizinier wohl nicht einmal, dass es sie überhaupt gibt.

    Auch haben nicht alle Menschen die finanziellen Möglichkeiten zu sämtlichen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, die die Krankenkasse nicht bereit ist zu zahlen. Da liegt auch ein Problem.

    • Ewok
    • 19.05.2012 um 11:07 Uhr

    Ich finde die große Sauerei ist es, dass die Krankenkassen hier ohne viel Widerspruch den Ärzten eine weitere bürokratische Aufgabe aufgehalst haben die eigentlich sie selbst zu erledigen hätten, schließlich ist die richtige Kostenabrechnung das ureigenste Interesse der Krankenkassen (sollte man meinen).

    Dies ist nur ein weiterer Baustein in einem immer krankeren Gesundheitssystem das Ärzte und Pflegepersonal in einen permanenten Interessenskonflikt mit ihren Patienten bringt: Einerseits will man den Menschen helfen, dafür hat man den Beruf ja schließlich ergriffen. Andererseits wird man vom Chef, der Verwaltung und den Krankenkassen zusammengestaucht wenn dies nicht möglichst günstig bzw. einträglich geschieht. Was jedoch häufig nicht möglich ist ohne den Patienten in gewisser Weise zu schaden (sei es durch "blutige Entlassungen" oder nicht streng-indizierte Operationen).

    Politik und Medien gelingt es außerdem seit Jahren, die Probleme des Systems in der Wahrnehmung der Patienten (und damit der (Wahl-)Bevölkerung) den Ärzten zuzuschieben. Wann verstehen die Leute endlich dass die Ärzteschaft auf ihrer Seite steht?

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    Was die Entwicklung von Krankenhäusern angeht, sind Ärzte die prägende Berufsgruppe, so wie in einer Schreinerei der Schreiner die prägende Berufsgruppe ist. Andere Berufe sind nebengeordnet. Daher ist die Ärzteschaft für die Zustände in Krankenhäusern wesentlich verantwortlich, diese Verantwortung können die Ärzte nicht an Politik und Medien delegieren.

    Die Medizin samt den dazugehörenden Personen hat einen Irrweg eingeschlagen, als sie sich darauf eingelassen hat, mit Krankheit statt mit Gesundheit Geld zu verdienen. Damit hat sie ihren Wesenskern verraten und entwickelt sich nun zum Gegenteil von dem, was sie als Leitbild auf ihre Fahnen schreibt.

    Wer mit Krankheit sein Geld verdient, muss in letzter Instanz Krankheiten fördern, aus diesem Dilemma kommt heute kein Arzt mehr heraus.

    Was die Entwicklung von Krankenhäusern angeht, sind Ärzte die prägende Berufsgruppe, so wie in einer Schreinerei der Schreiner die prägende Berufsgruppe ist. Andere Berufe sind nebengeordnet. Daher ist die Ärzteschaft für die Zustände in Krankenhäusern wesentlich verantwortlich, diese Verantwortung können die Ärzte nicht an Politik und Medien delegieren.

    Die Medizin samt den dazugehörenden Personen hat einen Irrweg eingeschlagen, als sie sich darauf eingelassen hat, mit Krankheit statt mit Gesundheit Geld zu verdienen. Damit hat sie ihren Wesenskern verraten und entwickelt sich nun zum Gegenteil von dem, was sie als Leitbild auf ihre Fahnen schreibt.

    Wer mit Krankheit sein Geld verdient, muss in letzter Instanz Krankheiten fördern, aus diesem Dilemma kommt heute kein Arzt mehr heraus.

  4. Habe sie schon mal vor geraumer Zeit geschildert, aber hier passen sie ja wieder rein. Vornweg sei gesagt, dass ich weder den Ärzten noch den Pflegern einen Vorwurf mache, denn letztlich zeigen sich die Einsparungen überall. Schlechtere Ausbildung, kaum Zeit für Patienten, Doppelschichten usw.

    Ich musste mal wegen hohen Fiebers ins Krankenhaus. Fieber ist bei mir aus speziellen Gründen immer ein wenig kritisch, weil ich auch verstärkt infektgefährdet bin. Meine Nephrologin hat mich also ins Karlsruher Städtische eingewiesen. Dort lag ich dann mit sieben Patienten in einem Zimmer, das eindeutig für vier ausgelegt war. Das Klo und Bad befand sich auf dem Flur und war für die ganze männliche Patientenbelegschaft gedacht - geschätzte 30 Leute also. Jetzt muss ich als infektgefährdeter mit sieben Leuten in einem Zimmer liegen, die alle möglichen Krankheiten haben und dann noch mit ALLEN die Toilette teilen (dass manche Leute sich ungern hinsetzen und dann noch nicht mal die Schüssel treffen, muss eigentlich nicht erwähnt werden).

    Meine Freundin, ihres Zeichens Kinderkrankenschwester fragte, nachdem ich zwei Tage ereignislos rumlag, ob sie denn mal Temperatur gemessen hätten. Antwort der Schwester: Wieso, hat er Fieber?

    Fazit: Wenn man nicht gerade an Krebs oder Vergleichbarem leidet, bleibt man besser Zuhause. In meinem Bett wäre ich das Fieber in drei Tagen losgeworden. Da hätte ich zwar keine Überwachung gehabt, aber die hab ich im Krankenhaus ja offenbar auch nicht.

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    • gquell
    • 19.05.2012 um 13:18 Uhr

    Wenn Sie Krebs haben, dann sollten Sie sehr vorsichtig bei der Wahl Ihres Krankenhauses sein.
    Meine Frau ist einer großen Klinik in Augsburg letztes Jahr gestorben. Offiziell war die Ursache ihr Krebs, aber sie bekam in den 6 Wochen nach einer OP am Rücken, bei der Metastasen entfernt wurden, u.a. einen Schlaganfall, eine Darminfektion und eine Lungenentzündung. Letztere hat sie dann nicht mehr verkraftet.
    In dieser Zeit durften wir die moderne Pflege hautnah erleben. Meine Frau wurde nach der OP, weil sie ständig klingelte, nachts mit Lorazepam ruhiggestellt. Kurze Zeit später hatte sie angeblich einen epileptischen Anfall mit Gehirnblutung, später hieß es, es war ein Schlaganfall. Kurz darauf wurde sie auf die Krebsstation verlegt, wo vergessen wurde, Schmerzmedikation zu geben. Ein Arzt brauchte am Wochenende 4 Stunden, bis er erschien. Als er dann anwesend war, überzeugte er durch Inkompetenz. Er hatte keine Ahnung, welche Medikamente gegeben worden waren. Es war später Nachmittag und die Morgen- und Mittagsmedikation war noch nicht gegeben worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Frau noch nichts zu essen bekommen!
    Später durfte ich dann erleben, wie die Notklingel für einen halbseitig gelähmten Menschen unerreichbar an den Galgen gehängt worden war. Es hätte ja ihre Bettnachbarin bitten können, für sie zu klingeln, war das Argument. Dann durfte ich feststellen, daß der Katheterschlauch abgeklemmt war - schlicht und einfach vergessen!

    • gquell
    • 19.05.2012 um 13:18 Uhr

    Wenn Sie Krebs haben, dann sollten Sie sehr vorsichtig bei der Wahl Ihres Krankenhauses sein.
    Meine Frau ist einer großen Klinik in Augsburg letztes Jahr gestorben. Offiziell war die Ursache ihr Krebs, aber sie bekam in den 6 Wochen nach einer OP am Rücken, bei der Metastasen entfernt wurden, u.a. einen Schlaganfall, eine Darminfektion und eine Lungenentzündung. Letztere hat sie dann nicht mehr verkraftet.
    In dieser Zeit durften wir die moderne Pflege hautnah erleben. Meine Frau wurde nach der OP, weil sie ständig klingelte, nachts mit Lorazepam ruhiggestellt. Kurze Zeit später hatte sie angeblich einen epileptischen Anfall mit Gehirnblutung, später hieß es, es war ein Schlaganfall. Kurz darauf wurde sie auf die Krebsstation verlegt, wo vergessen wurde, Schmerzmedikation zu geben. Ein Arzt brauchte am Wochenende 4 Stunden, bis er erschien. Als er dann anwesend war, überzeugte er durch Inkompetenz. Er hatte keine Ahnung, welche Medikamente gegeben worden waren. Es war später Nachmittag und die Morgen- und Mittagsmedikation war noch nicht gegeben worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Frau noch nichts zu essen bekommen!
    Später durfte ich dann erleben, wie die Notklingel für einen halbseitig gelähmten Menschen unerreichbar an den Galgen gehängt worden war. Es hätte ja ihre Bettnachbarin bitten können, für sie zu klingeln, war das Argument. Dann durfte ich feststellen, daß der Katheterschlauch abgeklemmt war - schlicht und einfach vergessen!

  5. Was die Entwicklung von Krankenhäusern angeht, sind Ärzte die prägende Berufsgruppe, so wie in einer Schreinerei der Schreiner die prägende Berufsgruppe ist. Andere Berufe sind nebengeordnet. Daher ist die Ärzteschaft für die Zustände in Krankenhäusern wesentlich verantwortlich, diese Verantwortung können die Ärzte nicht an Politik und Medien delegieren.

    Die Medizin samt den dazugehörenden Personen hat einen Irrweg eingeschlagen, als sie sich darauf eingelassen hat, mit Krankheit statt mit Gesundheit Geld zu verdienen. Damit hat sie ihren Wesenskern verraten und entwickelt sich nun zum Gegenteil von dem, was sie als Leitbild auf ihre Fahnen schreibt.

    Wer mit Krankheit sein Geld verdient, muss in letzter Instanz Krankheiten fördern, aus diesem Dilemma kommt heute kein Arzt mehr heraus.

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    Die Ärzte haben die Deklaration von Lissabon - beschlossen auf der 34. Generalversammlung des Weltärztebundes in Lissabon 1981

    http://www.wma.net/en/30p...

    Der Patient hat das Recht, von einem Arzt behandelt zu werden, der seine klinischen und ethischen Entscheidungen frei und ohne Einfluss von außen treffen kann.

    Der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz wetterte damals: »Der Anspruch des Patienten auf eine humane Versorgung geht komplett baden«. Er sieht seine Befürchtungen von damals bestätigt. Was bei diesem rein ökonomischen Ansatz fehle, beklagt Jonitz, sei der Blick auf die Ergebnisse aus der Sicht der Patienten. »Da guckt keiner hin – und zwar bewusst nicht.« Jonitz fordert eine Krankenhausmedizin, bei der auf Werte geachtet wird anstatt auf die Rendite. Es müsse darum gehen, was den Patienten etwas bringt. »Die Qualität der Krankenhausversorgung stirbt zentimeterweise.«

    Wer erlaubt denn Zeilvereinbarungsgespräche? http://www.zeit.de/2012/2...
    Es ist die Gruppe die von der Zeit zu Recht als Rosstäuscher und Berufsversager bezeichnet wird. Diese stehen im Ansehen irgendwo zwischen Kinderschänder und Massenmörder. Wer diesen Artikel gelesen hat, weiß auch warum.

    Die Ärzte haben die Deklaration von Lissabon - beschlossen auf der 34. Generalversammlung des Weltärztebundes in Lissabon 1981

    http://www.wma.net/en/30p...

    Der Patient hat das Recht, von einem Arzt behandelt zu werden, der seine klinischen und ethischen Entscheidungen frei und ohne Einfluss von außen treffen kann.

    Der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz wetterte damals: »Der Anspruch des Patienten auf eine humane Versorgung geht komplett baden«. Er sieht seine Befürchtungen von damals bestätigt. Was bei diesem rein ökonomischen Ansatz fehle, beklagt Jonitz, sei der Blick auf die Ergebnisse aus der Sicht der Patienten. »Da guckt keiner hin – und zwar bewusst nicht.« Jonitz fordert eine Krankenhausmedizin, bei der auf Werte geachtet wird anstatt auf die Rendite. Es müsse darum gehen, was den Patienten etwas bringt. »Die Qualität der Krankenhausversorgung stirbt zentimeterweise.«

    Wer erlaubt denn Zeilvereinbarungsgespräche? http://www.zeit.de/2012/2...
    Es ist die Gruppe die von der Zeit zu Recht als Rosstäuscher und Berufsversager bezeichnet wird. Diese stehen im Ansehen irgendwo zwischen Kinderschänder und Massenmörder. Wer diesen Artikel gelesen hat, weiß auch warum.

  6. Das Verhalten der Berufsgruppen im Krankenhaus hat sich völlig verändert.
    Die Ärzteschaft versucht in der Kürze des Aufenthalts eines Patienten möglichst viel Geld zu verdienen.
    Das übrig gebliebene Krankenpflegepersonal muß sich auf "Basisaufgaben" beschränken. Dazu zählt eine perfekte Dokumentation zuführen, auch, um nicht selbst in unangenehme Mitarbeitergespräche verwickelt zu werden. Dort sitzen diese dann Leuten gegenüber, die ganz klar fordern, in den angesagten Arbeitsbedingungen klar zukommen und dies positiv zu dokumentieren. Es sei schließlich alles möglich ;-) .
    Dann die dauernden Kontrollen von den Finanzinspekteuren der Krankenkassen.
    Solche Daten wandern dann auch in diese Studien.
    Während dieses ständigen Kampfes um Geld läuft
    die Entwicklung von Kleinstlebewesen, die über Antibiotika nur noch müde lächeln würden, schnell voran. Dazu die pflegerischen Mängel und der Patient ist in Lebensgefahr.
    Bei dieser Situation bildete sich inzwischen eine Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen aus.
    Ich weiß, es ist ein Alptraum heute ins Krankenhaus zu müssen.Mein Leben wäre durch den Krieg um das Geld, die Gleichgültigkeit, die pflegerischen und hygienischen Mängel, den unglaublichen Diagnosen der behandelnden Ärzte und den munter spriessenden restistenten Bakterien auf das Höchste bedroht. Die Grunderkrankung, wegen der ich im Krankenhaus bin, ist hier noch nicht mal in der Aufzählung, die kommt ebenso dazu.

  7. Sie sind offensichtlich noch nie in einem Krankenhaus gewesen. Seien Sie froh !
    Recht haben Sie insofern, dass ohne eigene Kontrolle oft ein Überleben im Krankenhaus nicht möglich ist. Ich musste leider seit 1987 immer wieder in das Krankenhaus. Ohne meine Kontrolle hätte ich mehrmals falsche Medikamente oder eine falsche Dosis bekommen. Einmal wurde mir trotz meines Hinweises auf eine viel zu niedrige Dosis nicht die richtige Dosis gegeben. Erst eine Beschwerde bei der Patientenfürsorge bei deren nächster Sprechstunde ergab eine nachträgliche Hektik. Bei manchen Patienten kann es dann schon zu spät sein.

    Einen Arzt bekommt man im Krankenhaus nur selten zu sehen. Diese sind notgedrungen hinter den Papiertürmen der Bürokratie verschwunden. Am Wochenende kommt es manchmal einem Lottospiel gleich.

    Die Reorganisation ist leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass man sich eigenverantwortlich selbst den Sauerstoff anschließen oder Medikamente verordnen darf.

    Antwort auf "die beste vorsorge"

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