Wissen entsteht in der Kooperation
Das alles hat nichts mit dem Tod des Autors zu tun, sondern mit seiner Vervielfältigung. Tot war der Autor ja nie, er hatte sich nur einige Zeit diskursiv in den Netzen der Relationalität verfangen, die ihn aber immer wieder produzieren, so wie jeder Autor diese Netze mitproduziert. Und nun zeigt er sich also wieder, und zwar in doppelter Gestalt: einerseits – kaum verdeckt – als Instrument der Kulturindustrie. Dieses Überbleibsel klassisch-fordistischer Industrie braucht die Figur der bedrohten bürgerlichen Kultur und den emphatischen Urheberbegriff des Schöpfers als ideologischen Überbau, unter dessen Schutz einige wenige Spezialisten Massenware für die stummen Endverbraucher produzieren. Kampagnen wie Acta haben den Vorzug der Deutlichkeit, insofern sie die asymmetrische Allianz zwischen verdeckten Verwertungsinteressen und Öffentlichkeit generierenden Künstlerpersönlichkeiten klar ans Licht bringen.
Zum anderen erscheint »der Autor« allerdings auch als Vielheit, in der er nicht verschwindet, aber auch keinen Anspruch auf »Werkherrschaft« mehr stellen kann und will. Vielmehr geht es um flexible, nach vielen Seiten offene Austauschprozesse, die nicht von den alten oder neuen Verwertungsindustrien eingehegt sind. Die Äußerungen dieser Vielheit, das sind nicht nur die künstlerischen Produktionen in Remixes, Samples und Assemblagen, das sind die Äußerungen der heutigen AutorInnen in einem weiteren Sinn, auch und noch immer im Sinne des Urheberrechts, das sind die Äußerungen jeder twitternden Piratin und jedes bloggenden Volksschülers.
Deshalb stellt sich auch das Problem der Abspaltung des Realen vom Medialen nicht mehr in derselben Weise. Im kognitiven Kapitalismus geht es weniger denn je um eine Trennung zwischen »virtueller« Medialität und »realer« Sozialität. Mit den Social Media und den neuesten Gadgets der Bewusstseinsindustrie hat diese maschinische Sozialität längst ein Stadium erreicht, das Mensch-Maschine-Verhältnisse nicht mehr als Beziehung der Unterordnung beschreibbar macht. Real ist gerade das Anhängen an den Maschinen, das Begehren nach ihnen, schließlich auch die Abhängigkeit von ihnen. Nur vor dem Hintergrund dieses heute unhintergehbar gewordenen wechselseitigen Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine lassen sich Wege finden, nicht vollständig dienstbar zu werden. Da gibt es keine Realität hinter dem »Schein« der Gadgets, kein »zweites Leben in der analogen und leibhaftigen Wirklichkeit«, genauso wie es keine Flucht gibt in das second life der virtuellen Netze.
Den Austausch in den Zwischenräumen neuer Medien und Maschinen zu verhindern und zu kriminalisieren ist weder erfolgversprechend noch eine adäquate Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen. Verstellt wird dadurch lediglich der Blick auf die eigentlichen Fragen: Wenn es stimmt, dass Wissen in der Kooperation entsteht, was sind die heutigen Bedingungen der Kooperation? Wie können wir verhindern, dass diese von Akteuren wie Google oder Facebook diktiert werden, die ihre ganz eigenen Monopolstrategien verfolgen? Wie können wir die existenzielle Absicherung von Wissens- und Kulturarbeit auf weitere Kreise ausdehnen? Wie können wir eine horizontale Kommunikation forcieren, in der nicht mehr ein Urheber am Anfang steht, sondern in der Mitte und durch die Mitte Serien der Autorschaft, Verdichtungen, Wendungen und neue Kombinationen entstehen? Wie können wir einen transversalen Intellekt erfinden, in dem die Zahl und die Vielfalt der »Geistigen« und ihrer Austauschprozesse immer weiter vervielfältigt werden?









Im deutschen Recht ist der Urheber der Urheber und bleibt es. Die Urheberschaft lässt sich nicht veräussern übertragen etc. Das ist auch gut so. Der Urheber kann aber Nutzungsrechte vergeben. Kostenlos oder gegen Zahlung einer Vergütung. Wieso kommt jemand auf die Idee, einem Urheber vorzuschreiben, was er mit seiner eigenständigen Schöpfung zu tun hat. Ja, Urheber sind die Urheber, die anderen sind die Konsumenten, das Publikum.
[...] Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk
Bertrand Russell hat mal mit Blick auf die Philosophie bemerkt "Wer heute heute versucht ohne Kenntnis der attischen Philosophie orginell zu sein, tut dies auf eigene Gefahr". Andere haben es noch härter ausgedrückt und sämtliche philosophischen Werke der letzten beiden Jahrtausende zu Fußnoten zu Aristoteles erklärt.
Den Krimiautor, dem heute noch ein grundlegend neues Plot einfällt, das es nicht schon bei Shakespeare, Christie, Hammett oder Chandler oder anderen früheren Autoren gab, soll man uns auch erst mal zeigen. Schauspieler sind Wiedergeber die oft genug vom Regisseur an der ganz kurzen Leine geführt werden - wo ist da die mit großem Getöse behauptete "Urherberschaft" oder Kreativität?
Was soll also das großspurige Getue von wegen "wir sind die Urheber - ihr seid Konsumenten"? In jedem derer, die sich hier aufplustern, stecken allermeistens gut 99% Konsument und nur ganz ganz wenig Schöpfer.
Die Leute können ja mal den Test machen und in Streik treten und dannschauen, ob sie so unersetzlioch sind, wie sie sich dünken.
Was Sie dem Autor vorwerfen, trifft voll und ganz auch auf Sie zu.
Dieser Artikel trifft voll und ganz auf den Wissenschaftsbetrieb zu. Das Wissen wird dabei nicht von Einzelpersonen, sondern von Forschergruppen erzeugt.
Nun ist es so, dass Forschungsergebnisse publiziert werden sollen und müssen. Dabei hat sich allerdings eine durch und durch ausbeuterische, um nicht zu sagen kriminelle, Struktur gebildet.
Die Leistung eines Forschers wird an seinen Publikationen gemessen. Je mehr Publikationen in vielgelesenen Zeitschriften, desto besser. Man wird darauf hingewiesen, dass man zu veröffentlichen habe und dass man ohne Veröffentlichungen keinen Job mehr kriegt.
Durch die Zerschlagung des akademischen Mittelbaus im letzten Jahrzehnt gibt es für Forscher an Universitäten keine unbefristeten Arbeitsplätze mehr. Vielmehr werden Forscher nur noch projektbasiert eingestellt. Und bei der Einstellung wird auf die Publikationen geschaut.
Desweiteren ist es so, dass die Bewertung einer Veröffentlichung nur von Spezialisten erfolgen kann, also von anderen Forschern. Deshalb übernehmen die Forscher auch noch das Review anderer Publikationen.
Und dann müssen sie bei Publikationen alle Verwerterrechte an die Verlage abtreten.
Sie machen also die Arbeit, werden vollkommen entrechtet und sind gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen und damit diese Strukturen aufrecht zu erhalten.
Und jetzt kommen Sie mit Ihrem Geschwurble davon, den Urheber nichts vorzuschreiben. Das ist zynisch³.
Bertrand Russell hat mal mit Blick auf die Philosophie bemerkt "Wer heute heute versucht ohne Kenntnis der attischen Philosophie orginell zu sein, tut dies auf eigene Gefahr". Andere haben es noch härter ausgedrückt und sämtliche philosophischen Werke der letzten beiden Jahrtausende zu Fußnoten zu Aristoteles erklärt.
Den Krimiautor, dem heute noch ein grundlegend neues Plot einfällt, das es nicht schon bei Shakespeare, Christie, Hammett oder Chandler oder anderen früheren Autoren gab, soll man uns auch erst mal zeigen. Schauspieler sind Wiedergeber die oft genug vom Regisseur an der ganz kurzen Leine geführt werden - wo ist da die mit großem Getöse behauptete "Urherberschaft" oder Kreativität?
Was soll also das großspurige Getue von wegen "wir sind die Urheber - ihr seid Konsumenten"? In jedem derer, die sich hier aufplustern, stecken allermeistens gut 99% Konsument und nur ganz ganz wenig Schöpfer.
Die Leute können ja mal den Test machen und in Streik treten und dannschauen, ob sie so unersetzlioch sind, wie sie sich dünken.
Was Sie dem Autor vorwerfen, trifft voll und ganz auch auf Sie zu.
Dieser Artikel trifft voll und ganz auf den Wissenschaftsbetrieb zu. Das Wissen wird dabei nicht von Einzelpersonen, sondern von Forschergruppen erzeugt.
Nun ist es so, dass Forschungsergebnisse publiziert werden sollen und müssen. Dabei hat sich allerdings eine durch und durch ausbeuterische, um nicht zu sagen kriminelle, Struktur gebildet.
Die Leistung eines Forschers wird an seinen Publikationen gemessen. Je mehr Publikationen in vielgelesenen Zeitschriften, desto besser. Man wird darauf hingewiesen, dass man zu veröffentlichen habe und dass man ohne Veröffentlichungen keinen Job mehr kriegt.
Durch die Zerschlagung des akademischen Mittelbaus im letzten Jahrzehnt gibt es für Forscher an Universitäten keine unbefristeten Arbeitsplätze mehr. Vielmehr werden Forscher nur noch projektbasiert eingestellt. Und bei der Einstellung wird auf die Publikationen geschaut.
Desweiteren ist es so, dass die Bewertung einer Veröffentlichung nur von Spezialisten erfolgen kann, also von anderen Forschern. Deshalb übernehmen die Forscher auch noch das Review anderer Publikationen.
Und dann müssen sie bei Publikationen alle Verwerterrechte an die Verlage abtreten.
Sie machen also die Arbeit, werden vollkommen entrechtet und sind gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen und damit diese Strukturen aufrecht zu erhalten.
Und jetzt kommen Sie mit Ihrem Geschwurble davon, den Urheber nichts vorzuschreiben. Das ist zynisch³.
Wäre auch mal spannend.
"Die Domäne des Kognitiven ist heute nicht mehr nur die privilegierte Erfahrung eines Häufleins von »Geistigen« ".....
Wenn Wissen tatsächlich von jedem und nur durch Kooperation geschaffen wird, wäre es doch besser, bei der Akademikerausbildung generell das Einzelstudium samt individuell vergebenen akademischen Titeln abzuschaffen.
"Gleichzeitig entzieht sich die Wissensproduktion immer wieder der Warenform." Offensichtlich gilt das nur für einige Sparten, denn der Autor vergisst wohl, dass es geschützte Berufe mit standardisierten Honorartabellen gibt, in denen Wissen auf geradezu beispielhafter Weise in Warenform transferiert wird.
Oder gilt der "kognitive Kapitalismus" nach Meinung des Autors nur für kreative Leistungen? Diese Argumentation schafft innerhalb der geistigen Arbeit eine Zweiklassengesellschaft: Hier die Akademiker in geschützten und gut bezahlten Berufen, da die Kreativen, deren Arbeit auch jeder andere aus dem Publikum machen kann.
Die Ansicht, geistige und kreative Leistungen seien am besten durch Kooperation aller zu erzielen (Schwarmintelligenz), spiegelt sehr deutlich eine weit verbreitete Haltung gegenüber kreativer Arbeit, die den Dilettantismus für die Regel hält und die Aussage von Beuys, jeder sei ein Künstler, für bare Münze nimmt.
Ich empfehle das Buch „Die Stunde der Dilettanten“ von Thomas Rietzschel. http://www.weltbild.de/3/...
... mal ein paar neue Facetten in der immer gleichen Diskussion, die wir niemals vorwärts bewegen, wenn wir nur auf die "Argumente" der Besitzstandsbewarer eingehen, weil wir denken, wir könnten sie in einer Diskussion von irgendwas überzeugen. Das wird nicht passieren. Es geht hier um die nackte Angst vor dem Kontrollverlust.
Dazu wurde das Urheberrecht bereits drastisch verschärft. Wir haben bereits eine Kriminalisierung von Privatleuten, eine Umkehr der Beweislast - bei einer völlig willkürlichen Festsetzung des Streitwertes durch die Verwerter. Und es reicht ihnen immer noch nicht.
Sie wollen das Internet als Kommunikationskanal kontrollieren! So, wie sie zuvor die Verteilung ihrer Informationen über Printmedien, Funk & Fernsehen kontrolliert haben (mit verheerenden Ergebnissen, vom Dudelfunk-Diktat bis zum faktischen Verschwinden einer frei & unabhängig berichtenden Presse).
Und ja, sie wollen einen passiv konsumierenden "Verbraucher", niemanden, der sich mit anderen kreuz & quer austauscht und Inhalte unkontrolliert verlinkt.
Dann wären sie ja gezwungen zu reagieren. Und die eigenen Inhalte anzupassen. Das passt denen aber nun gar nicht in den Kram, da sträuben sich allenthalben die Nackenhaare.
Und diese Kreativitäts-Verhinderungs-Maschinerie schickt für ihre Ziele jetzt ausgerechnet die Künstler für sich ins Feld? Lachhaft!
....ein bisschen zu viel Verschwörungstheorien gelesen? Wer sind "sie"? Geht es auch ein bisschen differenzierter?
Natürlich will niemand die Abmahnmafia. Gerade deswegen wäre es so wichtig, praktikable Modelle zu entwickeln, die weder die User kriminalisieren noch die Produzenten ausbeuten.
Wenn Sie sich kreuz und quer austauschen, gelten Sie übrigens als Autor ihrer Beiträge und haben das Urheberrecht daran.
....ein bisschen zu viel Verschwörungstheorien gelesen? Wer sind "sie"? Geht es auch ein bisschen differenzierter?
Natürlich will niemand die Abmahnmafia. Gerade deswegen wäre es so wichtig, praktikable Modelle zu entwickeln, die weder die User kriminalisieren noch die Produzenten ausbeuten.
Wenn Sie sich kreuz und quer austauschen, gelten Sie übrigens als Autor ihrer Beiträge und haben das Urheberrecht daran.
"..., das sind die Äußerungen jeder twitternden Piratin und jedes bloggenden Volksschülers." Genau! Und gerade deshalb machen sich ja die Piraten so umfangreich Gedanken darüber. Siehe bitte: http://wiki.piratenpartei...
....ein bisschen zu viel Verschwörungstheorien gelesen? Wer sind "sie"? Geht es auch ein bisschen differenzierter?
Natürlich will niemand die Abmahnmafia. Gerade deswegen wäre es so wichtig, praktikable Modelle zu entwickeln, die weder die User kriminalisieren noch die Produzenten ausbeuten.
Wenn Sie sich kreuz und quer austauschen, gelten Sie übrigens als Autor ihrer Beiträge und haben das Urheberrecht daran.
Die Aussagen in diesem Artikel scheinen fundiert und relativ gruendlich reflektiert zu sein. Deshalb wundere ich mich, warum die Sprache so eigenartig verschwurbelt ist. Beispiel:
"Mit den Social Media und den neuesten Gadgets der Bewusstseinsindustrie hat diese maschinische Sozialität längst ein Stadium erreicht, das Mensch-Maschine-Verhältnisse nicht mehr als Beziehung der Unterordnung beschreibbar macht."
Was genau ist mit "Bewusstseinsindustrie" gemeint? "maschinische Sozialität"? Wie bitte? "nicht mehr beschreibbar macht"? Trauen die Autoren der Tiefe ihrer Gedanken nicht, so dass sie sich hinter solchen Konstruktionen verstecken muessen?
"Bewusstseins-Industrie" ist ein Begriff Enzensbergers, offenbar aufgebaut auf Adornos "Dialektik der Aufklärung", lt. Wikipedia. "Maschinische Sozialität" verstehe ich nicht, vermute aber, dass viele Soziologen ohne nachzuschlagen erklären könnten, was gemeint ist.
Vermutlich richtet sich die Replik in erster Linie an diejenigen, die wissenschaftlich veröffentlichen, und unter denen wiederum Denjenigen, die sich gar nicht anders ausdrücken können oder wollen.
Denn außerhalb einer solchen Zielgruppe scheinen sich ja schon ganz andere Mehrheiten zu bilden. Nach dem Lesen und (Teil-)Verständnis des Artikels habe ich auch nicht unbedingt den Eindruck, dass es sich um ein Manifest nach Piraten-Art handelt, sondern eher darum, dem Elfenbeinturm ein paar Fenster zu verpassen...
"Bewusstseins-Industrie" ist ein Begriff Enzensbergers, offenbar aufgebaut auf Adornos "Dialektik der Aufklärung", lt. Wikipedia. "Maschinische Sozialität" verstehe ich nicht, vermute aber, dass viele Soziologen ohne nachzuschlagen erklären könnten, was gemeint ist.
Vermutlich richtet sich die Replik in erster Linie an diejenigen, die wissenschaftlich veröffentlichen, und unter denen wiederum Denjenigen, die sich gar nicht anders ausdrücken können oder wollen.
Denn außerhalb einer solchen Zielgruppe scheinen sich ja schon ganz andere Mehrheiten zu bilden. Nach dem Lesen und (Teil-)Verständnis des Artikels habe ich auch nicht unbedingt den Eindruck, dass es sich um ein Manifest nach Piraten-Art handelt, sondern eher darum, dem Elfenbeinturm ein paar Fenster zu verpassen...
Bertrand Russell hat mal mit Blick auf die Philosophie bemerkt "Wer heute heute versucht ohne Kenntnis der attischen Philosophie orginell zu sein, tut dies auf eigene Gefahr". Andere haben es noch härter ausgedrückt und sämtliche philosophischen Werke der letzten beiden Jahrtausende zu Fußnoten zu Aristoteles erklärt.
Den Krimiautor, dem heute noch ein grundlegend neues Plot einfällt, das es nicht schon bei Shakespeare, Christie, Hammett oder Chandler oder anderen früheren Autoren gab, soll man uns auch erst mal zeigen. Schauspieler sind Wiedergeber die oft genug vom Regisseur an der ganz kurzen Leine geführt werden - wo ist da die mit großem Getöse behauptete "Urherberschaft" oder Kreativität?
Was soll also das großspurige Getue von wegen "wir sind die Urheber - ihr seid Konsumenten"? In jedem derer, die sich hier aufplustern, stecken allermeistens gut 99% Konsument und nur ganz ganz wenig Schöpfer.
Die Leute können ja mal den Test machen und in Streik treten und dannschauen, ob sie so unersetzlioch sind, wie sie sich dünken.
... sondern ein Berliner Literaturagent (namens Matthias Landwehr). Also beileibe kein Urheber, sondern jemand, der beruflich mit einem Manuskript für "seinen" Autor und sich die größtmögliche Summe verdienen möchte - ein "Verwerter"! Das ist natürlich keineswegs verwerflich, aber doch zum besseren Verständnis erwähnenswert. Es erklärt auch, warum die Erstunterzeichner in der Regel gut verdienende Medienprofis sind und keineswegs von Netzpiraterie betroffene prekär lebende Blogger, Grafiker, Fotografen etc. - es sind vermutlich einfach seine "Klienten".
»Bertrand Russell hat mal mit Blick auf die Philosophie bemerkt "Wer heute heute versucht ohne Kenntnis der attischen Philosophie orginell zu sein, tut dies auf eigene Gefahr". Andere haben es noch härter ausgedrückt und sämtliche philosophischen Werke der letzten beiden Jahrtausende zu Fußnoten zu Aristoteles erklärt.«
Das Letztere hat Whitehead ausgedrückt, aber es ging nicht um Fußnoten zu Aristoteles, sondern um die zu Platon. Weiterhin ist dies auf einer deskriptiven Ebene gelagert und nicht auf einer normativen!
Es ist die Besonderheit der Philosophie, dass sie zeitgeschichtlich so breit angelegt ist; ein Naturwissenschaftler kann sich beispielsweise nicht auf Theorien von vor 100 Jahren berufen, der Philosoph schon. Dies wird damit gesagt, nicht mehr und nicht weniger. Das Ganze entwertet die Philosophie aber nicht, denn es führt nicht zum Relativismus.
... sondern ein Berliner Literaturagent (namens Matthias Landwehr). Also beileibe kein Urheber, sondern jemand, der beruflich mit einem Manuskript für "seinen" Autor und sich die größtmögliche Summe verdienen möchte - ein "Verwerter"! Das ist natürlich keineswegs verwerflich, aber doch zum besseren Verständnis erwähnenswert. Es erklärt auch, warum die Erstunterzeichner in der Regel gut verdienende Medienprofis sind und keineswegs von Netzpiraterie betroffene prekär lebende Blogger, Grafiker, Fotografen etc. - es sind vermutlich einfach seine "Klienten".
»Bertrand Russell hat mal mit Blick auf die Philosophie bemerkt "Wer heute heute versucht ohne Kenntnis der attischen Philosophie orginell zu sein, tut dies auf eigene Gefahr". Andere haben es noch härter ausgedrückt und sämtliche philosophischen Werke der letzten beiden Jahrtausende zu Fußnoten zu Aristoteles erklärt.«
Das Letztere hat Whitehead ausgedrückt, aber es ging nicht um Fußnoten zu Aristoteles, sondern um die zu Platon. Weiterhin ist dies auf einer deskriptiven Ebene gelagert und nicht auf einer normativen!
Es ist die Besonderheit der Philosophie, dass sie zeitgeschichtlich so breit angelegt ist; ein Naturwissenschaftler kann sich beispielsweise nicht auf Theorien von vor 100 Jahren berufen, der Philosoph schon. Dies wird damit gesagt, nicht mehr und nicht weniger. Das Ganze entwertet die Philosophie aber nicht, denn es führt nicht zum Relativismus.
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