Energieversorgung"Hässliches wird passieren"

Mit düsteren Thesen zur Zukunft unserer Energieversorgung tourt der Physik-Nobelpreisträger Robert Laughlin durch Deutschland. Er stößt nicht überall auf Begeisterung.

Gewann 1998 den Physik-Nobelpreis: Robert Laughlin.

Gewann 1998 den Physik-Nobelpreis: Robert Laughlin.

Früher hat Robert Laughlin die Zukunft mit Humor genommen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, auf dem Podium des Stockholmer Nobel-Banketts 1998, witzelte er noch über die Bedeutung von Nachwuchs: »Es ist ein experimenteller Fakt, dass Zeit langsamer vergeht, wenn Babys anwesend sind.« Die Festgesellschaft lachte, der schwedische König hob höflich die Mundwinkel. Und Laughlin wirkte für einen Augenblick eher wie ein Pumuckl im Smoking als wie ein frisch gekürter Nobelpreisträger der Physik.

Zwölf Jahre später sprießt Laughlins graue Haarpracht noch immer in alle Richtungen. Aber zum Scherzen ist dem 61-Jährigen weniger zumute: »Ich will über Dinge reden, die sehr beängstigend sind.« Auf der Bühne des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Heidelberg wirft ein Projektor das Bild zweier einsamer Geysire vor einer fernen Sonne an die Wand. Es ist das Cover der Originalausgabe seines neuen Buches Powering the Future, auf Deutsch soeben unter dem Titel Der Letzte macht das Licht aus erschienen. Darin blickt Laughlin 200 Jahre in die Zukunft, in eine düstere Zeit, in der die Öl-, Kohle- und Erdgasvorräte aufgebraucht sind. »Hässliche Dinge werden auf dem Weg dorthin passieren«, postuliert Laughlin. Die Folgen für die Menschheit seien mit denen eines Asteroideneinschlags vergleichbar.

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Mit dieser These reist er durch Deutschland. Das Land der Energiewende ist ihm nicht unbekannt. Als 19-Jähriger wurde er während des Vietnamkriegs eingezogen und schließlich nach Schwäbisch Gmünd versetzt. Dort hütete er zwei Jahre lang mit Atomsprengköpfen bestückte Pershing-Raketen. Einmal, während des arabisch-israelischen Kriegs im Jahr 1973, habe sich die Lage so zugespitzt, dass seinen Vorgesetzten die Knie schlotterten, schreibt Laughlin in seiner Autobiografie. »Junge Menschen können sich nicht vorstellen, wie das damals war«, sagt er.

»Energiewende« heiße letztlich nur, Gas aus Russland zu importieren

Diesen Jungen will er die Augen öffnen. Und Heidelbergs Studenten kommen in Scharen. Denn der Professor aus Stanford gilt als kritischer Kopf, der in seinen Büchern gern gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufs Korn nimmt. In seinem Aufsatz Verbrechen der Vernunft warf er 2008 den wirtschaftlichen Eliten vor, Wissen zu monopolisieren. Im Jahr davor rechnete er in Abschied von der Weltformel mit dem Streben der Physiker nach einer allumfassenden Theorie zur Naturbeschreibung ab. Die Annahme, ein Urknall habe das Universum hervorgebracht, sei im Grunde nichts als Marketing, verkündete er in Interviews. Es gibt kaum einen schnelleren Weg, sich unter Physikern unbeliebt zu machen.

Auch in Sachen Energie geht Laughlin auf Konfrontationskurs. Denn das ganze Gerede vom ökologischen Umsteuern und von der Erziehbarkeit des Menschen hält er für Quatsch. »Menschen wollen immer den billigsten Strom kaufen«, sagt er. Und die meisten seien wie sein Vater, der mit seinem Auto so lange herumgefahren sei, bis er die billigste Tankstelle gefunden hatte. Soll heißen: Am Ende entscheidet nicht der gute Vorsatz, sondern schlicht und einfach der Preis. Und Kohle, Öl und Gas seien nun einmal derzeit die preiswertesten Energiequellen.

Deutschlands »Energiewende« hält er dementsprechend für Augenwischerei. »Letztendlich heißt das nur: Ihr werdet jede Menge Gas aus Russland importieren«, sagt Laughlin. Damit sei man zwar vorerst auf der sicheren Seite. Allerdings mache man sich abhängig. Und irgendwann würden auch diese Vorräte zur Neige gehen.

Der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind könne lange Zeit sehr teuer bleiben. Dann würden global operierende Energiekonzerne den Sparzwang der Menschen ausnutzen und früher oder später zur Atomkraft zurückkehren. »Wenn die Erneuerbaren zum Ende des Zeitalters der fossilen Energien nicht billiger als Atomstrom sind, werden wieder Atomkraftwerke gebaut werden«, prophezeit Laughlin. Und da auch die Uranvorkommen endlich seien, werde es zu einem Plutonium-Kreislauf kommen, mit »schnellen Brütern« in Sibirien und Nordkanada, die Brennstäbe für den gesamten Globus herstellen und wieder aufbereiten. »Wenn das passiert, wird es zu nuklearem Terrorismus und weiteren Unfällen wie in Tschernobyl kommen«, orakelt der Physiker.

Was also empfiehlt Laughlin? Da wird der Provokateur merkwürdig zurückhaltend. »Ein guter Professor sollte nicht vorschreiben, was man zu tun hat«, sagt er im Gespräch. »Ich möchte nur die Fakten ausbreiten, Entscheidungen müssen andere treffen.« Konkrete Handlungsempfehlungen wird man in seinem Buch also vergeblich suchen. Laughlin hat mehr Spaß daran, die versteckten Leichen im Keller der Zukunftsentwürfe auszugraben.

Leserkommentare
  1. Dazu fällt mir dieser nette Spruch, der Martin Luther zugesprochen wird, ein: "Und wenn morgen die Welt unterginge, ich pflanzte heute noch ein Bäumchen ein..."
    Jedenfalls wird man die Welt nicht retten, wenn man es nicht wenigstens versucht hat, oder? Mag sein, dass von jeder Vision nur ein Zehntel übrigbleibt, aber wenn das hilft...
    Mir gefallen jedenfalls Leute besser, die es mit kleinen Taten versuchen, besser als weltuntergangsprophezeiende Nobelpreisträger. Gute Beispiele? - Dorfgemeinschaften, die einen kleinen Windpark betreiben, der Rentner mit den Solarzellen auf dem Dach, die Kommune, die eine Biogasanlage mit Biomüll (nicht Mais!) betreibt, und jeder, der aufs Auto verzichtet, wenn er es nicht unbedingt braucht...

    11 Leserempfehlungen
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    ...denn im Prinzip hat er recht.
    Der Mensch ist bei weitem nicht so gut und altrusitisch wie er/sie glauben möchte.
    Vieles liese sich heute schon machen, wenn die Menschen bereit wären dafür zu bezahlen, aber man tut es nicht.
    Menschen sind zu allererst Egositen die wissen das ihre Zeit auf diesem Planeten begrenzt ist.
    Zugespitzt gesagt, ich bin heute 42 und mit viel Glück schaffe ich laut statistik nochmal 42 Jahre, also bis 2054, was schert es mich was in 2060 mit der Welt passiert?
    Hat sich jemand 1930 darüber Sorgen gemacht was 2012 passieren wird? (Wie gesagt zugespitzt, nicht meine eigene Meinung ;-) )
    Erst wenn das akzeptiert wird kann man daran gehen die Probleme die un- und mittelbar auf uns zukommen zu lösen.
    Meine Familie versucht so gut es geht ohne Auto auszukommen, nicht weil ich mir Sorgen um den Planeten mache, sondern weil es erstens gesünder ist und zweites ich erwarte das ich Peak Oil noch erlebe mich also schon heute darauf vorbereite mir das Auto nicht mehr leisten zu können - wieder reiner Egoismus, der nur zufällig auch der Welt gut tut.

    "Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller Welten leben, und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist."

    James Branch Cabell

    • vonDü
    • 24.05.2012 um 17:54 Uhr

    Die Frage wäre, ob der vermeintliche Pessimismus nicht eher ein nüchterner Realismus ist. Denn an einem Faktum gibt es es keinen Zweifel: Kein Wirtschaftssystem ist in der Lage mehr Lebensraum und Rohstoffe zu generieren. Daran gibt es wenig zu rütteln. Die Energiewende ist offensichtlich nicht die Lösung, denn der Betrieb der globalen Konsumwirtschaft verursacht Probleme und verbraucht die Ressourcen auch beim Antrieb mit alternativen Energiequellen.

    Anhand der Zahl von über 40 Millionen brennstoffgetriebener Fahrzeuge, und dem materielausfwand für eine Battterie, lässt sich überschlagen, wieviel Material dafür nötig. Mehr als weltweit gefördert und produziert wwerden kann.

    Wenn es keine Lösung im bestehenden System gibt, dann heißt es nicht, dass es keine Lösungen gäbe. Nur nicht mehr innerhalb des bestehenden Systems, sondern nur durch ein neues System, das den völlig neuen Bedingungen der heutigen Menschen besser Rechnung trägt.

    Mir gefallen jedenfalls Leute besser, die es mit kleinen Taten versuchen, besser als weltuntergangsprophezeiende Nobelpreisträger.
    Das ist zwar im ersten Moment naheliegend, aber dennoch ist die Einstellung dieser Menschen vielleicht sogar das grössere Problem. Weil man mit einer gewissen Berechtigung davon ausgehen darf, dass es Menschen, die sich diesbezüglich auf "kleine Taten" beschränken, weniger darum geht wirklich etwas gegen das Problem zu tun, als vielmehr darum, das eigene Gewissen zu beruhigen, sich selbst als unterdurchschnittlich problematisch zu beurteilen und Schuld eher bei "den Anderen" zu suchen.

    Unter'm Strich tut Laughlin doch deutlich mehr für den Umweltschutz als jeder, der sich mit irgendwelchen kleinen Taten begnügt. Weil er uns immer wieder schmerzhaft daran erinnert, dass es eben nur kleine & letztlich ziemlich unbedeutende Taten sind, und so das Bewusstsein schafft, dass wir alle noch viel mehr tun müssten.

    ...denn im Prinzip hat er recht.
    Der Mensch ist bei weitem nicht so gut und altrusitisch wie er/sie glauben möchte.
    Vieles liese sich heute schon machen, wenn die Menschen bereit wären dafür zu bezahlen, aber man tut es nicht.
    Menschen sind zu allererst Egositen die wissen das ihre Zeit auf diesem Planeten begrenzt ist.
    Zugespitzt gesagt, ich bin heute 42 und mit viel Glück schaffe ich laut statistik nochmal 42 Jahre, also bis 2054, was schert es mich was in 2060 mit der Welt passiert?
    Hat sich jemand 1930 darüber Sorgen gemacht was 2012 passieren wird? (Wie gesagt zugespitzt, nicht meine eigene Meinung ;-) )
    Erst wenn das akzeptiert wird kann man daran gehen die Probleme die un- und mittelbar auf uns zukommen zu lösen.
    Meine Familie versucht so gut es geht ohne Auto auszukommen, nicht weil ich mir Sorgen um den Planeten mache, sondern weil es erstens gesünder ist und zweites ich erwarte das ich Peak Oil noch erlebe mich also schon heute darauf vorbereite mir das Auto nicht mehr leisten zu können - wieder reiner Egoismus, der nur zufällig auch der Welt gut tut.

    "Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller Welten leben, und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist."

    James Branch Cabell

    • vonDü
    • 24.05.2012 um 17:54 Uhr

    Die Frage wäre, ob der vermeintliche Pessimismus nicht eher ein nüchterner Realismus ist. Denn an einem Faktum gibt es es keinen Zweifel: Kein Wirtschaftssystem ist in der Lage mehr Lebensraum und Rohstoffe zu generieren. Daran gibt es wenig zu rütteln. Die Energiewende ist offensichtlich nicht die Lösung, denn der Betrieb der globalen Konsumwirtschaft verursacht Probleme und verbraucht die Ressourcen auch beim Antrieb mit alternativen Energiequellen.

    Anhand der Zahl von über 40 Millionen brennstoffgetriebener Fahrzeuge, und dem materielausfwand für eine Battterie, lässt sich überschlagen, wieviel Material dafür nötig. Mehr als weltweit gefördert und produziert wwerden kann.

    Wenn es keine Lösung im bestehenden System gibt, dann heißt es nicht, dass es keine Lösungen gäbe. Nur nicht mehr innerhalb des bestehenden Systems, sondern nur durch ein neues System, das den völlig neuen Bedingungen der heutigen Menschen besser Rechnung trägt.

    Mir gefallen jedenfalls Leute besser, die es mit kleinen Taten versuchen, besser als weltuntergangsprophezeiende Nobelpreisträger.
    Das ist zwar im ersten Moment naheliegend, aber dennoch ist die Einstellung dieser Menschen vielleicht sogar das grössere Problem. Weil man mit einer gewissen Berechtigung davon ausgehen darf, dass es Menschen, die sich diesbezüglich auf "kleine Taten" beschränken, weniger darum geht wirklich etwas gegen das Problem zu tun, als vielmehr darum, das eigene Gewissen zu beruhigen, sich selbst als unterdurchschnittlich problematisch zu beurteilen und Schuld eher bei "den Anderen" zu suchen.

    Unter'm Strich tut Laughlin doch deutlich mehr für den Umweltschutz als jeder, der sich mit irgendwelchen kleinen Taten begnügt. Weil er uns immer wieder schmerzhaft daran erinnert, dass es eben nur kleine & letztlich ziemlich unbedeutende Taten sind, und so das Bewusstsein schafft, dass wir alle noch viel mehr tun müssten.

  2. ... und zwar wenn man es richtig anstellt, für viele kleine Leute, die sich damit zum Beispiel die Rente aufbessern.

    Eine Leserempfehlung
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    aber davon hat ein Physikprofessor aus Stanford nichts. Und vorallem die Grossen energiekonzerne haben davon nichts.

    Jetzt müsste man noch wissen, wer diese Tour finanziert und man hätte fast auch den Nobelpreis für Wahrheit verdient!

    Wenn ich zZ eine kwh Sonnenstrom für weniger als 20 cent herstellen kann, bei wind dürfte das bei 8-12 ct. liegen und bei KWK zwischen null und 8 cent, je nachdem was ich gerade verbrenne.

    Was erzählt dann der alte Mann da?

    Wow, wie machen die "kleinen Leute" das? Standfahrräder mit Dynamo?

    aber davon hat ein Physikprofessor aus Stanford nichts. Und vorallem die Grossen energiekonzerne haben davon nichts.

    Jetzt müsste man noch wissen, wer diese Tour finanziert und man hätte fast auch den Nobelpreis für Wahrheit verdient!

    Wenn ich zZ eine kwh Sonnenstrom für weniger als 20 cent herstellen kann, bei wind dürfte das bei 8-12 ct. liegen und bei KWK zwischen null und 8 cent, je nachdem was ich gerade verbrenne.

    Was erzählt dann der alte Mann da?

    Wow, wie machen die "kleinen Leute" das? Standfahrräder mit Dynamo?

  3. Der Mann ist psychisch alt, und er irrt sich. Die Menschheit hat es unter extrem widrigen Umständen bis in die Gegenwart geschafft, indem sie auf Engpässe reagiert hat. Das kann man auch mit gewohnt schlechter Effizienz und gewohnt schlechter Politik noch schaffen. Nach seiner Theorie hätte es niemand je geschafft, sich aus Erdhöhlen zu befreien.

    5 Leserempfehlungen
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    ... ja, das haben unsere Vorfahren auch irgendwie geschafft - sogar mehrmals. Die Leute haben sich nicht aufgegeben - was ihnen in einer Zeit, in der jeder Tag ein Kampf ums Überleben war, sicher schwerer gefallen ist als uns heute!

    Ich würde zu gern glauben, dass Sie recht haben, das ist es nicht. Ich zweifle nur daran, dass er sich gänzlich irrt. Menschen sind vom Preis getrieben. Das geht bei den Sonderangeboten los über die Tankstellensuche und hört bei Versicherungen auf. Selbst die Erzeugung grünen Stroms wird überhaupt nur vorangetrieben, weil es die Einspeisevergütung gibt, die signifikant über den Kosten einer durchschnittlichen kWh liegt. Wenn jeder seinen Strom schlicht speichern müsste, und ihn danach für lau verbrauchen dürfte, die wenigsten würden es tun. Es rechnet sich v.a. kurz- und mittelfristig nicht.

    Menschen protestieren im Angesicht von Verknappung der Primärenergie gegen neue Stromleitungen und Windräder und fröhnen dem lustvollen Autofahren. Statt Videokonferenzen setzt man sich ins Flugzeug und Strom kommt aus der Wand. Brauchen Sie noch mehr Beispiele?

    aber Sie irren sich ganz sicher.

    Laughlin hat nie behauptet, dass es die Menschheit nicht schaffen wuerde. Nur dass ihr grosse Probleme bevorstehen. Es besteht also keinerlei Widerspruch zwischen den Aussagen Laughlins und der Ihren, dass die Menschen noch auf jeden Engpass reagiert haben.

    Es besteht aber sehr wohl ein Widerspruch zwischen Ihrer Aussage, dass, wenn Laughlins Theorien wahr waeren, sich niemand je aus Erdhoehlen befreit haette, und seinen tatsaechlichen Worten. Zum Beispiel seine Zukunftsvision, die nicht etwa Untergang ist, sondern technische Weiterentwicklung - mit grossen Schwierigkeiten.

    ... ja, das haben unsere Vorfahren auch irgendwie geschafft - sogar mehrmals. Die Leute haben sich nicht aufgegeben - was ihnen in einer Zeit, in der jeder Tag ein Kampf ums Überleben war, sicher schwerer gefallen ist als uns heute!

    Ich würde zu gern glauben, dass Sie recht haben, das ist es nicht. Ich zweifle nur daran, dass er sich gänzlich irrt. Menschen sind vom Preis getrieben. Das geht bei den Sonderangeboten los über die Tankstellensuche und hört bei Versicherungen auf. Selbst die Erzeugung grünen Stroms wird überhaupt nur vorangetrieben, weil es die Einspeisevergütung gibt, die signifikant über den Kosten einer durchschnittlichen kWh liegt. Wenn jeder seinen Strom schlicht speichern müsste, und ihn danach für lau verbrauchen dürfte, die wenigsten würden es tun. Es rechnet sich v.a. kurz- und mittelfristig nicht.

    Menschen protestieren im Angesicht von Verknappung der Primärenergie gegen neue Stromleitungen und Windräder und fröhnen dem lustvollen Autofahren. Statt Videokonferenzen setzt man sich ins Flugzeug und Strom kommt aus der Wand. Brauchen Sie noch mehr Beispiele?

    aber Sie irren sich ganz sicher.

    Laughlin hat nie behauptet, dass es die Menschheit nicht schaffen wuerde. Nur dass ihr grosse Probleme bevorstehen. Es besteht also keinerlei Widerspruch zwischen den Aussagen Laughlins und der Ihren, dass die Menschen noch auf jeden Engpass reagiert haben.

    Es besteht aber sehr wohl ein Widerspruch zwischen Ihrer Aussage, dass, wenn Laughlins Theorien wahr waeren, sich niemand je aus Erdhoehlen befreit haette, und seinen tatsaechlichen Worten. Zum Beispiel seine Zukunftsvision, die nicht etwa Untergang ist, sondern technische Weiterentwicklung - mit grossen Schwierigkeiten.

    • Asura
    • 24.05.2012 um 13:35 Uhr

    made in Anglo-Amerikastan:

    http://www.bbc.com/future...

    2040 in den Augen des Forum for the future:

    http://www.youtube.com/wa...

    Deren "Partner" lesen sich wie ein who is who der globalen Konzern-Elite.
    http://www.forumforthefut...

  4. ...denn im Prinzip hat er recht.
    Der Mensch ist bei weitem nicht so gut und altrusitisch wie er/sie glauben möchte.
    Vieles liese sich heute schon machen, wenn die Menschen bereit wären dafür zu bezahlen, aber man tut es nicht.
    Menschen sind zu allererst Egositen die wissen das ihre Zeit auf diesem Planeten begrenzt ist.
    Zugespitzt gesagt, ich bin heute 42 und mit viel Glück schaffe ich laut statistik nochmal 42 Jahre, also bis 2054, was schert es mich was in 2060 mit der Welt passiert?
    Hat sich jemand 1930 darüber Sorgen gemacht was 2012 passieren wird? (Wie gesagt zugespitzt, nicht meine eigene Meinung ;-) )
    Erst wenn das akzeptiert wird kann man daran gehen die Probleme die un- und mittelbar auf uns zukommen zu lösen.
    Meine Familie versucht so gut es geht ohne Auto auszukommen, nicht weil ich mir Sorgen um den Planeten mache, sondern weil es erstens gesünder ist und zweites ich erwarte das ich Peak Oil noch erlebe mich also schon heute darauf vorbereite mir das Auto nicht mehr leisten zu können - wieder reiner Egoismus, der nur zufällig auch der Welt gut tut.

    "Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller Welten leben, und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist."

    James Branch Cabell

    5 Leserempfehlungen
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    ... führen in ihren Extremformen "man kann eh' nichts machen" und "es wird sowieso alles gut" gleichermaßen in die Passivität. Ob man das Glas halb voll oder halb leer sieht, ist wohl eher eine Geschmacksfrage, so lange man noch bereit ist, sich zu bewegen. Vielleicht macht "halb voll" ein wenig glücklicher...

    ... führen in ihren Extremformen "man kann eh' nichts machen" und "es wird sowieso alles gut" gleichermaßen in die Passivität. Ob man das Glas halb voll oder halb leer sieht, ist wohl eher eine Geschmacksfrage, so lange man noch bereit ist, sich zu bewegen. Vielleicht macht "halb voll" ein wenig glücklicher...

  5. >>Denn der Klimawandel spiele sich auf so langen Zeitskalen ab, dass ihn Menschen kurzfristig sowieso nicht aufhalten könnten.<<

    Durchaus nicht ganz falsch. Was wir heute sehen, messen, erkennen können, sagt uns, das die ganze Sache eben schon zu weit fortgeschritten ist, um hier sofort bremsen zu können.
    Aber wir sind sehr wohl in der Lage, jetzt die Reißleine zu ziehen. Dann öffnet sich in 15 Jahren der Fallschirm und nochmal 50 Jahre später ermöglicht das unseren Nachfahren eine Landung, bei der man sich eben nur den Knöchel verstaucht und nicht gleich den Hals bricht, metaphorisch gesprochen.

    >>Während der Physiker aus den USA nicht an einen Wertewandel glaubt (»Ich neige dazu, Menschen für schwach zu halten«), sagt Griefahn: »In Europa wird die Gruppe jener, die nicht nur egoistisch denken, immer größer.«

    Exakt so sieht das aus. Deswegen liegt die Wahrheit auch hier irgendwo in der Mitte. Eine Sicht wird sich mal durchsetzen, sollte halt nur die richtige sein. Und es ist nicht die Weltsicht der SUV-Anbeter.

    »Ein guter Professor sollte nicht vorschreiben, was man zu tun hat«, sagt er im Gespräch. »Ich möchte nur die Fakten ausbreiten, Entscheidungen müssen andere treffen.«

    Sehr clever von ihm. Da hat er sich um den unangenehmen Teil gedrückt. Das Betrachten der Fakten führt nämlich zwangsläufig zu einigen rational-logischen Schlüssen, also Handlungsmaximen. Einige davon sind sehr unangenehm und bergen soziologischen Sprengstoff. Aber das möchte dann keiner hören.

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  6. ... ja, das haben unsere Vorfahren auch irgendwie geschafft - sogar mehrmals. Die Leute haben sich nicht aufgegeben - was ihnen in einer Zeit, in der jeder Tag ein Kampf ums Überleben war, sicher schwerer gefallen ist als uns heute!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf " Irrtum"
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    Wenn ich mir die schier unglaubliche Fülle verschiedenartiger Lebensformen betrachte, die die Welt schon bevölkert haben und immer noch bevölkern, fällt es mir schwer, die Story vom "harten Kampf ums Überleben" zu glauben. Es gibt jenseits unserer Einflussnahme eine Macht zumindest auf diesem Planeten, die ganz offensichtlich das Leben will und das Leben fördert.

    Wenn ich mir die schier unglaubliche Fülle verschiedenartiger Lebensformen betrachte, die die Welt schon bevölkert haben und immer noch bevölkern, fällt es mir schwer, die Story vom "harten Kampf ums Überleben" zu glauben. Es gibt jenseits unserer Einflussnahme eine Macht zumindest auf diesem Planeten, die ganz offensichtlich das Leben will und das Leben fördert.

  7. Sie uebersetzen "»Er hat seinen Nobelpreis ganz offensichtlich nicht in den Klimawissenschaften bekommen«"

    Im Original steht jedoch "It’s pretty clear that his Nobel is not in the Earth Sciences. "

    "Earth Sciences" sind nicht Klimawisschenschaften sondern Geowissenschaften.

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    Wenn die Menschen sich weit genug in die Enge getrieben fühlen, werden sie auch vernünftig, will heißen sparsam bzw. ökologisch werden.
    Ein Nobelpreis ist halt ein Preis für gnadenloses Spezialistentum und wenn so einer dann zum Generalisten mutiert ist er u.U. noch blöder als so n Normalo wie ich. Wenn die Energie nur teuer genug ist, werden wir sie auch sparen. Ein Großteil der Menschen auf diesem Planeten tun das jetzt schon, da er schlicht und einfach zu arm für die Verschwendung ist. Ích halte es auch für unwahrscheinlich, dass diese Wachstum-mit-Technologie-Ideologie noch 200 Jahre anhält.
    Wenn sich z.B. die 1 Kind Ehe durchsetzt, wie in einigen Wohlstandsländern, sind wir auch wieder viel weniger. Und wenn wir alle durch Umweltgifte impotent wurden, sind wir noch weniger. Und brauchen auch weniger. Was dann wieviel kostet, steht doch auf nem ganz andern Blatt. Nach 95zigsten Bankenkrise hat vielleicht das Geld aufgehört?

    Ich meine, da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Fortschreibung der Hochtechnologie geht nur mit Wohlstand. Schreckliche Energieknappheit nur mit Armt. Entscheiden Sie sich da mal Herr Nobelpreisträger.

    Wenn die Menschen sich weit genug in die Enge getrieben fühlen, werden sie auch vernünftig, will heißen sparsam bzw. ökologisch werden.
    Ein Nobelpreis ist halt ein Preis für gnadenloses Spezialistentum und wenn so einer dann zum Generalisten mutiert ist er u.U. noch blöder als so n Normalo wie ich. Wenn die Energie nur teuer genug ist, werden wir sie auch sparen. Ein Großteil der Menschen auf diesem Planeten tun das jetzt schon, da er schlicht und einfach zu arm für die Verschwendung ist. Ích halte es auch für unwahrscheinlich, dass diese Wachstum-mit-Technologie-Ideologie noch 200 Jahre anhält.
    Wenn sich z.B. die 1 Kind Ehe durchsetzt, wie in einigen Wohlstandsländern, sind wir auch wieder viel weniger. Und wenn wir alle durch Umweltgifte impotent wurden, sind wir noch weniger. Und brauchen auch weniger. Was dann wieviel kostet, steht doch auf nem ganz andern Blatt. Nach 95zigsten Bankenkrise hat vielleicht das Geld aufgehört?

    Ich meine, da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Fortschreibung der Hochtechnologie geht nur mit Wohlstand. Schreckliche Energieknappheit nur mit Armt. Entscheiden Sie sich da mal Herr Nobelpreisträger.

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