Solarstrom: Mehr Sonne
Die überhöhte Förderung läuft weiter – zulasten aller.
Weil Ex-Umweltminister Norbert Röttgen nicht einmal seine Parteifreunde überzeugen konnte, stoppte der Bundesrat am Freitag vergangener Woche auch mit den Stimmen einiger CDU-regierter Bundesländer die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Damit sollte die Förderung von Solarstrom abgeschmolzen werden, um die allzu rasante – und teure – Installation der Module zu bremsen.
Tatsächlich wird sie nun beschleunigt. Jeder Investor wird versuchen, mit seiner Solaranlage noch in den Genuss der alten, hohen Vergütung zu kommen, ehe dann irgendwann doch weniger für die sonnigen Kilowattstunden gezahlt wird. Deshalb ist bis auf Weiteres mit einem nie dagewesenen Solarboom zu rechnen.
Die deutschen Hersteller von Solarzellen werden davon allerdings nicht profitieren, das Geschäft macht die günstiger produzierende Konkurrenz aus Asien. Der wahre Gewinner der Bundesratsentscheidung ist deshalb China.
Und wer hat verloren?
Weil der Sonnenstrom trotz des enormen Kostenrutsches der vergangenen Monate immer noch deutlich teurer ist als der konventionelle, schmutzige Strom, wächst mit dem Zuwachs auch die finanzielle Last. Irgendwer muss sie stemmen. Bisher sind das die Verbraucher, denen für jede Kilowattstunde knapp 3,6 Cent für die Förderung der grünen Stromerzeugung in Rechnung gestellt wird. Bei diesen 3,6 Cent wird es kaum bleiben – es sei denn, Angela Merkel entschlösse sich, die Zusatzlast auf die Staatskasse zu verlagern. Angesichts der nahenden Bundestagswahl wäre das nicht einmal ohne politische Logik. Realistisch betrachtet, hieße es allerdings auch: mehr Staatsschulden. Von wegen Sparkurs!
Was die Sache noch verrückter werden lässt: Deutschland wird in Kürze über so viele Module verfügen, dass eine Vollversorgung mit Solarstrom möglich ist – jedenfalls stundenweise: mittags an sonnigen Sommerwochenenden. Weil die herkömmlichen Kraftwerke, die bei bewölktem Himmel gebraucht werden, aber nicht dauernd herunter- und wieder hochgefahren werden können und weil obendrein Stromspeicher fehlen, wird in Zukunft oft zu viel Strom im Netz sein. Wohin damit?
Er ließe sich an ausländische Stromverbraucher verschenken – oder wegwerfen. Der Akzeptanz der Energiewende würde beides schaden.
Nach Redaktionsschluss der Druckausgabe wurde der Artikel aktualisiert.






nur mit Solarstrom? Kann ich die Quelle mal sehen?
....wenn auch noch eine Idee teuer.
.. mit durchschnittlicher Stromnachfrage, sondern Feiertage wie den gestern.
Es kann - theoretisch - in den Mittagsstunden bei landesweit Sonne zu einer Vollversorgung mit Solarstrom kommen.
Praktisch wird das nicht eintreten, weil thermische Kraftwerke nicht binnen Stunden einfach mal so heruntergefahren werden können.
....wenn auch noch eine Idee teuer.
.. mit durchschnittlicher Stromnachfrage, sondern Feiertage wie den gestern.
Es kann - theoretisch - in den Mittagsstunden bei landesweit Sonne zu einer Vollversorgung mit Solarstrom kommen.
Praktisch wird das nicht eintreten, weil thermische Kraftwerke nicht binnen Stunden einfach mal so heruntergefahren werden können.
Was nun wirklich hilfreich wäre, wäre eine Vergütung basierend auf dem tatsächlichen Strombedarf zu verschiedenen Uhrzeiten - damit gäbe es nicht nur eine sinnvolle Förderung für die dringend benötigten Speichersysteme, sondern würde auch Unsinn wie die derzeitige Vergütung für Strom aus Biomasse stoppen. Was ist der Sinn darin, Strom aus Biomasse rund um die Uhr zu erzeugen, wenn er eigentlich nur zu Spitzenzeiten wirklich gebraucht wird?
Eine überraschende Einsicht von Herrn Vorholz. Recht hat er.
Ein paar Ost-Ministerpräsidenten probieren ihre klinisch tote PV-Industrie noch für ein paar Monate zwangszubeatmen und bügeln dafür irrwitzige Kosten auf die Stromkunden ab.
Und natürlich gibt es keine Vollversorgung mit PV. Es gibt im Sommer && Wochenende && Mittag Zeiten, wo die PV den Strom fast alleine produzieren könnte. Also insgesamt an ein paar Stunden von 8760h im Jahr.
bereits vor einem Jahr. Zu der Wahrheit gehört aber auch, dass es nicht um die Zukunft, sondern um Geld verdienen geht.
...aber zur Zeit sollte der Fokus bei den Subventionen wirklich auf dem Ausbau der Netze und Speicher liegen - ohne dies können wir viel von dem produzierten Solarstrom gar nicht nutzen.
Laut dem Artikel die Chinesen. Das hat mir auch ein Freund bestätigt, der solche Anlage verbaut - gekauft wird in China, Deutschland ist zu teuer.
Lieber sollte man dann die deutsche Industrie subventionieren, damit die Produkte wettbewerbsfähig sind - zumindest auf dem deutschen Markt. Im Moment fließen Milliarden nach Peking - und die haben's nun wirklich nicht nötig... klingt absurd.
...aber zur Zeit sollte der Fokus bei den Subventionen wirklich auf dem Ausbau der Netze und Speicher liegen - ohne dies können wir viel von dem produzierten Solarstrom gar nicht nutzen.
Laut dem Artikel die Chinesen. Das hat mir auch ein Freund bestätigt, der solche Anlage verbaut - gekauft wird in China, Deutschland ist zu teuer.
Lieber sollte man dann die deutsche Industrie subventionieren, damit die Produkte wettbewerbsfähig sind - zumindest auf dem deutschen Markt. Im Moment fließen Milliarden nach Peking - und die haben's nun wirklich nicht nötig... klingt absurd.
...aber zur Zeit sollte der Fokus bei den Subventionen wirklich auf dem Ausbau der Netze und Speicher liegen - ohne dies können wir viel von dem produzierten Solarstrom gar nicht nutzen.
wollen Sie denn bauen? Und wissen Sie auch wie gross er sein muss?
wollen Sie denn bauen? Und wissen Sie auch wie gross er sein muss?
Die sogenannte Energiewende war ein einziger Flopp. Einfach über Nacht gesammelte Utopien auf ein Blatt zu schreiben und zur neuen Energiepolitik zu erklären, hat viel mit Politik in Perversionopolis zu tun, aber nicht s mit Politik von Vernunftbegabten.
Merkels einziger Grund war, SPD und Grünen zuvorzukommen und diesen die Argumente zu klauen. Jetzt merkt sie, dass die Wende nicht funktionieren kann. Nun feuert sie Röttgen, um ihn für das Desaster verantwortlich zu machen. Der nächste 180-Grad-Schwenk steht also wiedermal bevor.
Das sehe ich anders - die Energiewende _kann_ funktionieren, aber nicht, wenn man ständig immer nur die Politik der Anfangsphase betreibt. Die Subventionen haben ihren Zweck erfüllt - der Preis von Solaranlagen ist spektakuläre im Preis gesunken. Nun ist es wichtig, die Subventionen nach und nach zu anderen Baustellen der Energiewende zu tragen - dem Ausbau von Speichersystemen und des Netzes.
Und wenn diese ebenso schnell preiswerter und effizienter werden wie Solaranlagen, dann sehe ich die Energiewende auf einem günstigen weg.
Ich kritisiere ja nicht eine neue oder andere Energiequelle/-Gewinnung (Das steht auf einem anderen Blatt), sondern das Verfahren. Man kann auch von Atomkraft auf Fliegenschieß umstellen oder anders gesagt, Energie ist auf der Erde unendlich vorhanden. Die Frage ist nur, wie, wann und wo man sie nutzt und umsetzt. Wenn man allerdings die Energiewirtschaft mit einen Hühnerfarm gleichsetzt, die man kurzerhand mal von Freiland- auf Bodenhaltung umstellt, dann wird es teuer, aber richtig teuer und heraus kommt purer Unsinn.
Das sehe ich anders - die Energiewende _kann_ funktionieren, aber nicht, wenn man ständig immer nur die Politik der Anfangsphase betreibt. Die Subventionen haben ihren Zweck erfüllt - der Preis von Solaranlagen ist spektakuläre im Preis gesunken. Nun ist es wichtig, die Subventionen nach und nach zu anderen Baustellen der Energiewende zu tragen - dem Ausbau von Speichersystemen und des Netzes.
Und wenn diese ebenso schnell preiswerter und effizienter werden wie Solaranlagen, dann sehe ich die Energiewende auf einem günstigen weg.
Ich kritisiere ja nicht eine neue oder andere Energiequelle/-Gewinnung (Das steht auf einem anderen Blatt), sondern das Verfahren. Man kann auch von Atomkraft auf Fliegenschieß umstellen oder anders gesagt, Energie ist auf der Erde unendlich vorhanden. Die Frage ist nur, wie, wann und wo man sie nutzt und umsetzt. Wenn man allerdings die Energiewirtschaft mit einen Hühnerfarm gleichsetzt, die man kurzerhand mal von Freiland- auf Bodenhaltung umstellt, dann wird es teuer, aber richtig teuer und heraus kommt purer Unsinn.
Diese ganze Diskussion wäre müßig, würden die Bürger, die hohe Subventionen einsacken, ihre Module aus Deutschland beziehen.
Aber da die Leute keine moralische Verantwortung übernehmen und alle Schuld anderen in die Schuhe schieben, wird ignoriert, dass nicht die Politik sondern jeder Einzelnen mit seinem "Geiz ist geil" Konsum-Verhalten den Ruin unserer Wirtschaft und unserer Lebensgrundlagen verursacht.
wenn jemand das günstigste Produkt kauft. Das tut jeder von uns jeden Tag; es nennt sich "Marktwirtschaft".
Warum sollen ausgerechnet Solardachbesitzer moralisch verpflichtet sein, nur deutsche PV-Module zu kaufen?
Ich schreibe Ihnen mal kurz die hier vor Ort herrschende Realität aus Nordwest-Niedersachsen:
Ein Blick durch die Gegend zeigt ein ziemlich eindeutiges Bild - Seit Jahren nehmen die Solardächer stetig zu und zwar in nur sehr geringen Umfang in den Siedlungen, dafür aber in Masse auf den Dächern der Landwirte und Gewerbetreibende.
Landwirte und Gewerbetreibende sind die Hauptabnehmer dieser Panelen. Das, was ein Gewerbetreibender auf seine Halle packt, das finden sie hier in 3 Wohnsiedlungen nicht. Und fast jeder Gewerbetreibende (von den Landwirten sogar noch mehr) hat mittlerweile Solarpanelen installiert.
Worauf ich Sie damit aufmerksam machen will?
Es sind nicht Häuslebauer, die mit den Solarpanelen den Strompreis für die Bevölkerung nach oben treiben, es sind Landwirte und Gewerbetreibende die sich mit ihren großen Panelenflächen die ganz großen Stücke vom Solarstrom-Subventionskuchen einsacken.
Unsere Landschaft hier ist zu einem reinen Monoanbau verkommen. Es wird hier - mit Blick auf die Biogasanlagen - nur noch eines angebaut: Mais.
Die Pachtpreise für Ackerland sind explodiert, Weide-und Moorland wird umgepflügt, um Mais anzubauen.
Und die Landwirte werden ihnen auch zu dieser Entwicklung eine ziemlich einleuchtende Erklärung geben: Mais rentiert sich derzeit, so wie auch die chinesischen Panelen, einfach am besten. Die sind bestimmt schwer beeindruckt, wenn Sie bei denen versuchen sollten, die Moral-Karte aus dem Ärmel ziehen.
wenn jemand das günstigste Produkt kauft. Das tut jeder von uns jeden Tag; es nennt sich "Marktwirtschaft".
Warum sollen ausgerechnet Solardachbesitzer moralisch verpflichtet sein, nur deutsche PV-Module zu kaufen?
Ich schreibe Ihnen mal kurz die hier vor Ort herrschende Realität aus Nordwest-Niedersachsen:
Ein Blick durch die Gegend zeigt ein ziemlich eindeutiges Bild - Seit Jahren nehmen die Solardächer stetig zu und zwar in nur sehr geringen Umfang in den Siedlungen, dafür aber in Masse auf den Dächern der Landwirte und Gewerbetreibende.
Landwirte und Gewerbetreibende sind die Hauptabnehmer dieser Panelen. Das, was ein Gewerbetreibender auf seine Halle packt, das finden sie hier in 3 Wohnsiedlungen nicht. Und fast jeder Gewerbetreibende (von den Landwirten sogar noch mehr) hat mittlerweile Solarpanelen installiert.
Worauf ich Sie damit aufmerksam machen will?
Es sind nicht Häuslebauer, die mit den Solarpanelen den Strompreis für die Bevölkerung nach oben treiben, es sind Landwirte und Gewerbetreibende die sich mit ihren großen Panelenflächen die ganz großen Stücke vom Solarstrom-Subventionskuchen einsacken.
Unsere Landschaft hier ist zu einem reinen Monoanbau verkommen. Es wird hier - mit Blick auf die Biogasanlagen - nur noch eines angebaut: Mais.
Die Pachtpreise für Ackerland sind explodiert, Weide-und Moorland wird umgepflügt, um Mais anzubauen.
Und die Landwirte werden ihnen auch zu dieser Entwicklung eine ziemlich einleuchtende Erklärung geben: Mais rentiert sich derzeit, so wie auch die chinesischen Panelen, einfach am besten. Die sind bestimmt schwer beeindruckt, wenn Sie bei denen versuchen sollten, die Moral-Karte aus dem Ärmel ziehen.
Das sehe ich anders - die Energiewende _kann_ funktionieren, aber nicht, wenn man ständig immer nur die Politik der Anfangsphase betreibt. Die Subventionen haben ihren Zweck erfüllt - der Preis von Solaranlagen ist spektakuläre im Preis gesunken. Nun ist es wichtig, die Subventionen nach und nach zu anderen Baustellen der Energiewende zu tragen - dem Ausbau von Speichersystemen und des Netzes.
Und wenn diese ebenso schnell preiswerter und effizienter werden wie Solaranlagen, dann sehe ich die Energiewende auf einem günstigen weg.
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