Mangel an Schnelligkeit und Präzision
Schon heute profitiert der Fußball hierzulande sportlich von den ökonomischen Verhältnissen. Die 50-plus-eins-Regel, nach der kein einzelner Geldgeber das alleinige Sagen in einem Verein bekommen kann, verhindert ein Aufpumpen einiger weniger Klubs, wie es Finanzinvestoren in den anderen großen europäischen Ligen praktizieren. Deshalb sind selbst kleinere Vereine wie Hannover 96, Borussia Mönchengladbach oder der SC Freiburg immer mehr als nur Kanonenfutter für die Großen. Dass in der Bundesliga immer noch jeder jeden schlagen kann, macht sie nicht nur zur interessantesten Liga der Welt mit den meisten Zuschauern. Sie fordert auch von den zwei, drei Branchenriesen an jedem Spieltag vollen Einsatz, wovon diese in den internationalen Partien wiederum profitieren. Und dass die Bayern beinahe Europas Beste geworden wären, in Deutschland in dieser Saison aber hinter dem Meister und Pokalsieger aus Dortmund nur die Nummer zwei waren, lässt für den nächsten europäischen Wettbewerb eine Menge hoffen.
Auf diese stete nationale Konkurrenzsituation gründet sich auch der Boom der deutschen Nationalmannschaft. In Ermangelung des ganz großen Geldes haben viele Klubs auf eine systematische und europaweit vorbildliche Jugendarbeit gesetzt, aus der inzwischen Stars wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Mario Götze hervorgegangen sind. Erst die ökonomisch gebotene Verbesserung der Ausbildung hat den kompletten Wechsel des Spielstils hin zu Angriffslust, Schnelligkeit und Ideenreichtum möglich gemacht. Ihm gehört die Zukunft, aber er braucht Zeit. Auch die besten – und erfolgreichsten! – Mannschaften der letzten Jahre, der FC Barcelona und das spanische Nationalteam, sind über viele Jahre kontinuierlich gewachsen. Wenn es eine fußballerische Lehre aus der Niederlage von München gibt, dann ist es diese: das Spiel noch schneller und präziser zu machen. Denn auch daran und nicht am Elfmeterglück oder am nackten Siegeswillen hat es den Bayern in letzter Konsequenz gemangelt.
Die Nationalelf ist da schon weiter. In ihren großen Momenten kann diese Mannschaft selbst Mauerkünstler von Chelsea-Format überwinden. Und mit einem übereifrigen Holländer, der wichtige Elfmeter verschießt, muss sie sich ja auch nicht plagen.
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Naja, sicher ist die Situation nicht so dramatisch wie in anderen Ligen, aber von "schuldenfrei" kann nun wirklich auch keine Rede sein, so lange ein Club wie Schalke 04 seine Verbindlichkeiten in einem Konzernkonstrukt "verbuddeln" kann, und die DFL sich dann für das Lizenzierungsverfahren einfach nicht mehr dafür interessiert. Konzernbilanzen muss man da nämlich nicht vorlegen.
...sich nur schwer entziehen.
eine option auf etwaige titel lässt sich daraus allerdings ebensowenig ableiten, wie aus dem konzept planlos zusammengekaufter "superstars", die nicht in der lage sind, eine mannschaft zu bilden.
lobhudeleien und vorweglorbeeren lassen mich regelmässig ahnen, dass es wieder mal nix werden wird. das wäre grundsätzlich nicht schrecklich, handelt es sich doch eigentlich nur um sport. aber mich stört zunehmend die hierbei nicht erst neuerdings mitschwingende arroganz. insbesondere das schwadronieren der sport"reporter" ist lästig und spiele nur noch ohne ton erträglich. wie titelte bild vor dem wm-spiel brd gegen ddr in jahr 1974? richtig: "warum wir heute gewinnen". man weiss ja, wie es dann ausging....
Ob Deutschland bei der EM so viel reissen wird, lasse ich jetzt mal dahingestellt. Aber dass die Bundesliga eine sehr gesunde Fussball-Liga ist, dem kann ich zustimmen.
Wie Spanien setzen auch deutsche Vereine auf gesunde Jugendarbeit. Es ist inzwischen verpönt, sich mit viel Geld nach oben zu kaufen. Investoren aus der Wüste Fehlanzeige.
Und zuletzt mit Dortmund hat wieder eine Mannschaft bewiesen, dass nicht Geld sondern gute Nachwuchsarbeit und gute Scouts entscheidend sind. Wenn jetzt der Rubel wieder rollt, sollte der BVB erstmal sein Stadion zurückkaufen. Das war ein schwerer Fehler.
Nehmen wir uns die Premier League als schlechtes Beispiel und versuchen es anders zu machen. Eine solche mit Petrodollars gedopte und 100% durchkommerzialisierte Liga wollen wir nicht! Selbst wenn wir im internationalen Feld vielleicht nur Bayern vorweisen können.
Wenn wir uns noch ein bisschen weiter auf die Schulter klopfen, vielleicht kommt ja dann der Erfolg von ganz alleine. Alles ist toll, alles ist schön, aber Erfolg haben die deutschen Teams trotzdem nicht. Und das nicht erst seit letzter Woche!
... auch noch von der Politk auf die Sportanalysen über oder was? Nur mal zur Info: erst vor kurzem hat Forbes eine Liste der reichsten Vereine auf internationaler Bühne herausgebracht. Demnach liegt auf Platz 1 ManU, gefolgt von Real Madrid und Barca auf den Plätzen 2 und 3. Bevor man sich darüber auslässt, wer unter betriebswirtschaftlichen Aspekten Pleite sei, sollte man sich simple Zusammenhänge vergegenwärtigen, wie etwa den Umstand, dass ein Soll nicht sonderlich aussagekräftig ist ohne ein demgegenüber gestelltes Haben.
Und dass Bayern sportlich eine Mannschaft wie Barcelona dominieren könne..., nun ja... Hüstel-Hüstel ...
Dabei ist der Grundaussage des Artikels gar nicht mal verkehrt: wahrscheinlich zum ersten Male seit den siebzigern wird in Deutschland Fußball wieder GESPIELT. Hier trägt der Paradigmenwandel in der Jugendarbeit des DFB nach der Pleite bei der EM 2000 tatsächlich genauso Früchte, wie der Umstand, dass man sich durch die Öffnung gegenüber den Migrantenkulturen zugleich auch eine ansehnlichere, technisch attraktivere Mentalität des Fußballspielens angeeignet hat.
Trotzdem sollte man auf dem Boden bleiben. Lobhudeleien auf die Bundesliga finde ich nicht angebracht, schlicht auch deswegen, weil die jeweilige nationale Liga für den heimischen Fußballfan immer die "interessanteste der Welt" ist - immer und überall. Das ist also keine sonderlich aussagekräftige Feststellung.
Selbst als Werder-Fan kann ich ihrer einseitigen Analyse zuungunsten des FC Bayern nichts abverlangen. Tatsache ist, dass bei Bayern einfach sehr viele gute deutsche Fussballer spielen. Daher sehe ich keinen Grund warum Joachim Löw jene Spieler nicht aufstellen sollte, nur weil sie zufälligerweise im selben Verein spielen.
Natürlich vermisse ich auch die Zeiten in denen vier oder fünf Nationalspieler hier aus Bremen kamen, aber leider haben wir zur Zeit niemanden diesen Kalibers mehr anzubieten. Mit Wiese verabschiedet sich gerade der letzte deutsche Nationalspieler, nachdem zuvor bekanntermaßen Özil, Frings und Mertesacker gegangen sind. Und Marin hat leider nie so recht was aus seinem großen Talent gemacht und wird wohl bei der EM zu recht außen vor bleiben.
Da es um die Nationalmannschaft geht ist es mir aber schlussendlich völlig wurscht ob die Jungs die uns ins Finale (und darüber hinaus) schießen nun bei Bayern, Dortmund oder eben Werder spielen. Hauptsache sie gewinnen!
Also das waere doch super!
Weil naemlich ein echtes Novum.
Bei einer EM gibt es kein Spiel um den 3. Platz.
Da ist noch nie einer Dritter geworden... ;)
Den letzten Satz hätte ich weggelassen, dann hätte es gestimmt! ;)
Fakt ist, dass das Spiel um Platz 3 früher ausgetragen wurde. Nach der EM 1980 in Italien hat man es dann abgeschafft.
Den letzten Satz hätte ich weggelassen, dann hätte es gestimmt! ;)
Fakt ist, dass das Spiel um Platz 3 früher ausgetragen wurde. Nach der EM 1980 in Italien hat man es dann abgeschafft.
Wetten, Sie wären einer der ersten, die sich über Rumpelfußball aufregen? Fußball darf auch schön sein und begeistern dürfen. So erreicht man mehr Zuschauer. Mannschaften, die den Betonmischer anrühren, bevor es auf den Platz geht, begeistern nur die eingefleischten Fans. Und die wollen eh nur, dass alles so bleibt wie früher.
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