Militärbündnis: An der Heimatfront
Die Nato muss sich auf ihre Kernaufgabe besinnen. Von Missionskriegen sollte sie die Finger lassen
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

Nato-Gipfel in Chicago
Die Nato hat dem Wahlkämpfer Barack Obama den Gefallen getan, ihren Frühjahrsgipfel in seiner Heimatstadt Chicago zu veranstalten. Der innenpolitische Effekt, den er sich davon verspricht, steht dahin. Ansonsten aber hat der Massenauftrieb von Staats- und Regierungschefs – 28 aus den Nato-Ländern, dazu drei Dutzend aus anderen Nationen – kaum etwas Konkretes abgeworfen. Das Bündnis hat, wie die Amerikaner sagen, bloß »die Blechdose auf der Straße weitergekickt«. Neue konzeptionelle Impulse oder gar sicherheitspolitische Initiativen waren nicht zu erkennen. Das verheißt nichts Gutes für die Handlungsfähigkeit des Westens.
Das Kernthema des Chicagoer Treffens war Afghanistan. Da ist nur eines unumstößlich: Ende 2014 ist Schluss. Bis dahin werden alle Kampftruppen – heute noch über 130.000 Mann – abgezogen sein. Schon Mitte nächsten Jahres sollen die afghanische Armee und die Polizei die Sicherheit im Land gewährleisten. Kriegsmüdigkeit und knappe Kassen im Westen lassen keine andere Wahl. Doch bleiben viele Fragen offen.
Wie viele ausländische Soldaten sollen nach 2014 als Ausbilder und Mentoren bleiben – 10.000, 25.000, 40.000? Wer soll sie stellen? Und wer soll die 4,1 Milliarden Dollar bezahlen, die für die afghanischen Sicherheitskräfte in Zukunft jährlich benötigt werden? Die Hälfte hat Washington zugesichert, 190 Millionen die Bundesregierung. 500 Millionen – ein Achtel ihres Staatshaushaltes – sollen die bankrotten Afghanen selber zuschießen. Woher kommt der Rest? Und wie kann die Stabilisierung des Landes am Hindukusch regional abgesichert werden? Das Unternehmen »Enduring Freedom« verwandelt sich jetzt für die nächsten zehn Jahre in die »Nato Afghanistan Enduring Partnership«. Welche Dauer wird ihr beschieden sein?
Ein deutscher General wird in Afghanistan das Licht ausknipsen
Für die Bundeswehr bedeutet der Abzugsplan, dass sie Afghanistan auf jeden Fall erst als letztes Kontingent räumen kann. Da die Südroute über Pakistan blockiert sein mag, zu teuer oder zu gefährlich, wird der Rückzug durch die neun nördlichen Provinzen des deutschen Verantwortungsbereichs abgewickelt werden müssen. An die 100.000 Soldaten, 70.000 Fahrzeuge und 150.000 Container müssen unter dem Schutz der Bundeswehr außer Landes geschafft werden – eine gewaltige logistische Aufgabe. Es wird wohl ein deutscher General oder Gefreiter sein, der dann das Licht ausknipst.
Ein Modell für künftige Nato-Interventionen ist Afghanistan nicht. Kriege, die nicht zu gewinnen sind – davor wird sich das Bündnis in nächster Zeit hüten. Die Aufgaben, die erledigt werden müssen, liegen zu Hause, hat Präsident Obama erkannt. Das gilt für das krisengeschüttelte Europa nicht weniger als für das turmhoch verschuldete Amerika. Schmalhans ist überall Küchenmeister in der Sicherheitspolitik.
Der brutale Sparzwang ist es auch, der dem Konzept der Smart Defence zugrunde liegt, das Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit Verve verficht. Fähigkeiten bündeln, Lasten teilen – das ist sein Rezept. Priorisieren, spezialisieren und kooperieren sollen die Partner; 120 Einzelprojekte visiert die Allianz an. An zahllosen Vorhaben freilich werkelt die Nato schon seit über einem Jahrzehnt – mit geringem Erfolg, da die Mitgliedsstaaten auf ihrer souveränen Entscheidungsgewalt beharren und das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Partner auch nicht sonderlich ausgeprägt ist.





hier könnte man sparen, nicht bei denen, die sowie so nichts haben. Ich hör die Botschaft wohl, allein mit fehlt der Glaube.
...zu sparen, wo seine Alliierten so viel mehr ausgeben.
...zu sparen, wo seine Alliierten so viel mehr ausgeben.
möchte man gerne wieder häufiger in der ZEIT lesen.....
Eine schöne Zusammenfassung von Theo Sommer.
Aus meiner Sicht ist Fakt, die Gemeinsamkeit der NATO, nach wie vor, liegt in der Verteidigung, bzw in der Stärke der Welt zu signalisieren, im Notfall stehen wir zusammen.
Darüberhinaus sind sich nicht mal Engländer und Franzosen einig,und jetzt mischen die Deutschen auch wieder mit, und haben sich noch nicht entschieden, was sie sie sein wollen, Pazifisten oder Preussen (im positivem Sinn).
Eine schöne Zusammenfassung von Theo Sommer.
Aus meiner Sicht ist Fakt, die Gemeinsamkeit der NATO, nach wie vor, liegt in der Verteidigung, bzw in der Stärke der Welt zu signalisieren, im Notfall stehen wir zusammen.
Darüberhinaus sind sich nicht mal Engländer und Franzosen einig,und jetzt mischen die Deutschen auch wieder mit, und haben sich noch nicht entschieden, was sie sie sein wollen, Pazifisten oder Preussen (im positivem Sinn).
ja, so kann man das ausdrücken was beim nato gipfel bei rum gekommen ist. Unmotiviertes weiter so.
..."Von Missionskriegen sollte sie die Finger lassen"
Ein Kampfsoldat am Boden (und nur mit denen kann man in einem Krieg dauerhafte Wirkung zeigen) kostet...
...500.000$ pro Jahr
Und wenn man z.B. McGrath: Boots on the Ground: Troop Density in Contingency Operations zu Rate zieht, kommt man auf 10-20 Soldaten pro 1000 Einwohner des Landes für das man RTP (Responsibility to Protect, wie der Euphemismus für Angriffskriege heutzutage heist) leistet.
Bei einem Land wie Afghanistan wäre man dann mit ca 650.000 Soldaten dabei, was nicht gaaanz der Truppenstärke entspricht, die tatsächlich aufgewendet wurde.
Kein Wuder, das hätte ja auch 350 MILLARDEN $ pro Jahr gekostet...
...da ist Drogensucht ein Schnäppchen gegen, ein Kleingartenhobby.
Ja, von Missionskriegen sollte man die Finger lassen, und bisher habe ich nur die Krämerseele raushängen lassen und von den BETROFFENEN noch gar nicht geredet, Kriege neigen dazu das in ihnen sehr viele unschuldige Menschen zu Tode kommen.
Selbst jetzt ist die prozentuale Anzahl der Toten an der Bevölkerung in Syrien weit geringer als in Libyen, obwohl wir doch dort so "Responsible Protected" haben...
...und tote Soldaten von BEIDEN Seiten zählen für mich auch als Tote !
"Von Missionskriegen sollte man die Finger lassen", zumindest bis zum nächsten Völkermord.
Man braucht keine Kriege führen. man kann sie aber mit waffen versorgen.
Iran bleib wachsam.
Man braucht keine Kriege führen. man kann sie aber mit waffen versorgen.
Iran bleib wachsam.
Eine schöne Zusammenfassung von Theo Sommer.
Aus meiner Sicht ist Fakt, die Gemeinsamkeit der NATO, nach wie vor, liegt in der Verteidigung, bzw in der Stärke der Welt zu signalisieren, im Notfall stehen wir zusammen.
Darüberhinaus sind sich nicht mal Engländer und Franzosen einig,und jetzt mischen die Deutschen auch wieder mit, und haben sich noch nicht entschieden, was sie sie sein wollen, Pazifisten oder Preussen (im positivem Sinn).
Die NATO Mitgliedsstaaten sollten sich endlich den Realitäten bewusst werden. Der komplette nahen Osten ist im Aufbruch. Neue Bündnisse werden geschmiedet. Russland, China und Indien bilden einen neuen Block der Macht. Derzeit führt die NATO Billionenschwere Kriege um sich den letzten Rest an Einfluss zu sichern. In Afghanistan oder Nordafrika. Wozu hat das geführt? Die Menschen dort hassen uns! Und diesen Hass haben wir uns mit Geld erkauft das wir nicht haben.
Nein, die NATO in der derzeitigen Form muss abgeschafft werden. Wir benötigen eine Reform, die sich auch die Kernaufgabe der Verteidigung zurück besinnt. Ausserdem muss endlich Russland eingebunden werden.
All das Geld für von vornherein zum Scheitern verurteilte Einsätze sollten wir in Investitionen wandeln. Bauen wir davon Straßen, Krankenhäuser und Schulen. Die Menschen werden es uns danken.
Wirtschaftskriege und auf eigenen Vorteil bedachte Entwicklungspolitik, IWF und Weltbank. Das ist die Aussenpolitik des Westens. Kein Wunder, dass wir so unbeliebt sind.
...zu sparen, wo seine Alliierten so viel mehr ausgeben.
egal, um welches Thema es geht, Sie vertreten immer einen Standpunkt, der meinem eigenen ziemlich exakt um 180 Grad versetzt gegenüber steht.
egal, um welches Thema es geht, Sie vertreten immer einen Standpunkt, der meinem eigenen ziemlich exakt um 180 Grad versetzt gegenüber steht.
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