Berliner Flughafen: Tegel muss leben
Berlins alter Flughafen war so gut wie dicht. Über die Wiedereröffnung freuen sich die Planespotter.
Einparken können sie bei der Lufthansa. Mit viel Fingerspitzengefühl haben die Piloten eine nagelneue A380 ans Gate gefahren. Auf einem sehr kleinen Flughafen steht nun ein sehr großes Flugzeug und wartet auf Klaus Wowereit. Berlins Regierender Bürgermeister ist eigens nach Tegel gekommen, um die Maschine zu taufen. »Allzeit guten Flug«, wünscht er ihr, Applaus, eigentlich sollte das eine seiner letzten Amtshandlungen in Sachen Tegel sein. Auf großen Plakaten hatte sich Berlin schon längst von seinem alten Flughafen verabschiedet. »Danke, Tegel«, stand dort zu lesen und dass die Hauptstadt vom 3. Juni an einen neuen Flughafen haben werde, besser und größer: Schönefeld. Tegel sollte dann Geschichte sein. Ein Rollfeld ohne Leben. Tot.
So war der Plan.
Doch der Plan ging nicht auf. Die Baustelle in Schönefeld wird und wird nicht fertig. Deswegen lebt Tegel weiter. Muss weiterleben. Bis März 2013, noch neun Monate muss der todgeweihte Flughafen im Nordwesten Berlins durchhalten. Dabei hat hier schon lange niemand einen Handgriff mehr als nötig getan, weil alle dachten, was soll’s, ist eh bald vorbei. Nach mehr als sechs Jahrzehnten, in denen Tegel erst ein Teil der Luftbrücke während der Berlin-Blockade war, dann Verkehrsknotenpunkt einer isolierten Metropolenhälfte im Kalten Krieg und zuletzt der Hauptstadtflughafen eines wiedervereinigten Deutschlands im Herzen Europas.
Vor allem aber war Tegel am Ende seiner Kräfte. Gut 16 Millionen Passagiere drängten im vergangenen Jahr durch das Betonsechseck, das – wie bei einem Provinzflughafen – bloß per Auto und Bus erreicht werden kann. Zehn gemütliche Minuten zu Fuß, und man hat die ganze Anlage durchwandert. Mancher Busbahnhof wirkt weitläufiger, aber gut, die Begrenztheit lässt Tegel charmant wirken. Man liebt diesen Flughafen, wie man die Gassen einer historischen Altstadt liebt: Auch sie sind eng, voll und unübersichtlich. Mehr gewachsen als geplant. Durchweht vom Hauch der Geschichte.
Kein Wunder, dass die plötzliche Reanimation von Tegel bei vielen Berlinern gemischte Gefühle auslöst. Der Untote produziert in diesen Tagen gleichermaßen Freud und Leid, schafft Gewinner und Verlierer, große und kleine.
Dies sind ihre Geschichten.
Hartmut Mehdorn hält eine Rede. Dann greift er zum Messer
Es ist Mitte Mai, die Nachricht von der verpatzten Eröffnung ist noch ganz frisch, als ein Mann im dunklen Anzug die Sicherheitsschleuse im Terminal B durchschreitet: Sein Name ist Hartmut Mehdorn, Luftwaffenhauptmann der Reserve, Vorstandschef von Air Berlin und größter Verlierer der Woche. Eigentlich ist Mehdorn zum Feiern nach Tegel gekommen, es ist acht Uhr früh, und in zwei Stunden wird der Airbus mit der Nummer AB 7022 zum Erstflug nach Los Angeles abheben. Zur Premiere spendiert Air Berlin eine kleine Party, Hostessen servieren Häppchen und Getränke, aus dem Lautsprecher flötet Susan Raye: »L.A. International Airport, where the big jet engines roar...«
Ach ja, big jet engines. Das hätte man in Schönefeld auch haben können, aber nein, nun müssen sich die Air-Berlin-Piloten mit Tegel herumschlagen. Wo es so eng ist, dass sich eine A380 kaum abstellen lässt.




Andere Leute laufen in ihrer Freizeit gerne durch den Wald, wollen ein bisschen Natur genießen. Oder nur die Ruhe in ihrem Garten. Dank Schönefeld fällt das auch für viele weg. Aber wahrscheinlich können diese Leute ja demnächst Standplätze in ihrem Garten an "Planespotter" verpachten...
München hat es in einer Nacht/Tag geschafft ,hat aber eine Planung von drei Jahren gehabt!
Mich würde mal interessieren wie lange Berlin geplant hat ?Drei Monate???
Was sagen Leute die in Berlin waren :"Berlin ist eine schöne Stadt ,aber leider funktioniert dort fast nichts."
da ist man ja auch, also vom Flughafen, in 10 Minuten, also quasi, schon ..
Kann man in Schönefeld vergessen, von mir aus kann das noch 20 Jahre dauern, bis der fertig wird.
da ist man ja auch, also vom Flughafen, in 10 Minuten, also quasi, schon ..
Kann man in Schönefeld vergessen, von mir aus kann das noch 20 Jahre dauern, bis der fertig wird.
<>
Ganz im Gegenteil. Tegel ist wunderbar geplant. In Tegel benötigt der Fluggast gefühlte 10 Meter vom Gate bis zum Taxi oder Bus - und das ohne sich durch eine Einkaufsmeile zu quetschen. Ein wunderbarer Flughafen, werde ihn vermissen.
Da ich in Tegel gewohnt habe, fand ich den Flughafen klasse!
5 Minuten Fahrt, kurz am Gate warten, Freundin einladen und zurück, hat max. 30 Minuten gedautert.
Und Schöbefeld, keine Ahnung mind. 3 Stunden, von Tegel aus 8(.
Als Passagier war Tegel klasse, kurze Wege übersichtlich und Gedränge habe ich nie erlebt, schlimmsten falls mußte man mal 3 Runden drehen, um eien der kostenlosen Parkplätze zu ergattern.
da ist man ja auch, also vom Flughafen, in 10 Minuten, also quasi, schon ..
Kann man in Schönefeld vergessen, von mir aus kann das noch 20 Jahre dauern, bis der fertig wird.
Der Mammon regiert im Management. Die Durchführung und die Qualität des deutschen Managements lässt immer mehr zu wünschen übrig. Ob der Flughafen Berlin, oder Hamburgs Philharmonie usw., es wird Oberflächlich gehandelt bei der Abwicklung dieser Bauprojekte. Kann es sein, dass die Manager sich nicht mehr ausführlich um die Projektdurchführung kümmern, sondern noch Nebentätigkeiten im öffentlichen Prozess wahrnehmen müssen um sich zu Profilieren. Der Mammon in Millionenhöhe lässt das vermuten, dass die Qualität der Abwicklung eines Projektes zur Oberflächlichkeit wird. Es wird Zeit, dass Deutschland seine Qualitätsstandards Made in Germany wieder auf die Tagesordnung bringt. Es ist eine Schande zu sehen, wie dieser Prozess der Öffentlichen Darstellung dem Bürger zugemutet wird. Die jungen und wählenden Bürger profitieren garantiert nicht davon.
Die Planlösung von Tegel ist hervorragend.
War wohl nur für weniger Verkehr und vor der Jumbo-Ära geplant.
Das sind wohl eher die 500.000 lärmgeplagten Anwohner, die können sich die Flugzeuge im Minutentakt anschauen...
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