Dies ist ein entscheidender Moment in der Geschichte der Europäischen Union (EU): Sie befindet sich in einer politischen und wirtschaftlichen Krise – zugleich bietet sich ihr die bisher größte Chance, Wohlstand für ihre Einwohner zu schaffen und zu sichern. In Griechenland, Frankreich und Großbritannien haben die Wähler gezeigt, was sie von ihren Regierungen erwarten: die Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen sowie den Abbau von Defiziten und Schulden. Durch Stagnation oder Rezession werden Ressourcen verschwendet, und sie können zu einer gefährlichen politischen Instabilität führen.
Drei ökonomische Fakten: Erstens gehören verantwortungsvolle Finanzpolitik und Wachstum untrennbar zusammen. Fehlt eines, wird das andere beeinträchtigt. Zweitens: Es wäre unglaubwürdig, zu versuchen, die Konjunktur über Konsum wiederzubeleben. Drittens sind zur Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit strukturelle Reformen erforderlich. Diese brauchen aber Zeit.
Viele Unternehmen haben kräftige Rücklagen. Damit sie investieren, müssen sie zuversichtlich sein und in die Politik vertrauen können. In den kommenden Jahrzehnten ist Wachstum glaubwürdig stabil, wenn es klimaverträglich ist. Diese Strategie bietet die Aussicht auf Kreativität und Innovationen, auf eine Zukunft in Wohlstand. Der kohlenstoffintensive Wachstumspfad birgt gewaltige Risiken, denn ungebremster Klimawandel wird katastrophale Folgen haben. Wir müssen jetzt handeln, noch während der aktuellen Wirtschaftskrise. Die Internationale Energie-Agentur und der IPCC haben klar dargelegt, dass eine Verzögerung gefährlich wäre. Damit eine reelle Chance besteht, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, muss der weltweite Ausstoß von derzeit 50 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent jährlich auf unter 20 Milliarden Tonnen im Jahr 2050 gesenkt werden.
Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn wir Energie anders erzeugen und nutzen. Die EU muss den Fortschritt in den Mitgliedstaaten diesbezüglich beschleunigen. Aus früheren industriellen Revolutionen haben wir gelernt, dass Investitionen den Vorreitern zufließen. Private Investitionen werden die klimaverträgliche industrielle Revolution vorantreiben, sofern die Politik Marktversagen in sechs Schlüsselbereichen beseitigt. Diese betreffen die externen Effekte von Treibhausgasen, Forschung & Entwicklung, Netze wie Stromnetze und der öffentliche Verkehr, Kapitalmärkte und ihr Risikomanagement, Informationspolitik sowie die fehlende Honorierung positiver Nebeneffekte für die Umwelt, die ein klimaverträgliches Wirtschaften mit sich bringt.
Beseitigen Regierungen und EU diese Marktversagen konsequent, fördern sie die Investitionsbereitschaft privater Investoren massiv, bei dennoch sparsamer Haushaltsführung. Klarheit und Glaubwürdigkeit mindern dabei die politischen Risiken.
Die EU sollte anstreben, den Treibhausgasausstoß bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent statt nur um 20 Prozent zu senken.
Kommentare
wirtschaftliche Vernunft? das wäre es,wenn man die kosten-
günstigen, klimkafreundlichen akw massiv ausbauen würde.-
der ee-wahnsinn wird von öko-spinnern gefordert,die uns dies dann als wirtschaftliche Vernunft andienen wollen.
prophetne allerorten.-
die massenweise pleiten in der ee-wirtschaft haben noch nicht gewirkt.-
siemens der grosse hoffnungsträger erlebte einen kurseinbruch vom 99 € auf 66 €- warum wohl?
die börse antizipiert die realität.
Klimafreundliche AKWs
Na, wenn Sie so für die pseudo-klimafreundlichen AKWs werben, wollen Sie sich nicht ein paar Castorbehälter mit Brennstäben in den Keller stellen?
Kein Mensch ist in der Lage weiter als eine Generation zudenken und dann wollen Sie Abfälle produzieren, die die nächsten Millionenjahre Probleme machen?
Schauen Sie sich die Asse an, zurzeit das beste Beispiel.
Als ehemaliger Physikleistungskursler kann ich zustimmen, dass die deutschen AKWs, bis auf ein sehr geringes Restrisiko sicher sind, aber trotzdem ist diese Form der Energieumwandlung nicht vertretbar, wegen dem Atommüll und der nichtmöglichen Endlagerung.
bei dieser Überlegung
hätte ich noch eine Verfeinerung anzubieten, bevor wir gesamteuropäisch denken sollte auch in den einzelnen beteilgten Ländern ein auch stärkeres regionales Miteinander stark gefördert und gefordert werden.
Umweltfreundliches Wachstum??
„Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“
Kenneth Boulding, US-Ökonom
Solche Artikel muss man sich aufheben, um nach einigen Jahren umso herzlicher zu lachen.
Sie unterliegen zwei Denkfehlern...
...die allerdings alt und eigentlich bereits historisch sind.
Umweltfeindliche Technologien werden gefördert
Bislang machen Deutschland und die EU das Gegenteil. Sie fördern mit unseren Steuern umweltschädliche, nicht nachhaltige Technologien:
1. Die Kerosinsteuerbefreiung für Fluglinien und die "Mehrwertsteuerbefreiung für Personenbeförderung im grenzüberschreitenden Flugverkehr" kosten den Steuerzahler mehr als 12 Milliarden Euro im Jahr, allein in Deutschland. Zum Vergleich: die Steinkohlesubventionen betragen "nur" 2 Milliarden.
2. Die Strom- und Energiesteuer-Ermäßigungen für das Produzierende Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, der Spitzenausgleich bei der Ökosteuer für das Produzierende Gewerbe, die Steuerentlastung für energieintensive Prozesse und Verfahren kosten über 5 Milliarden Euro pro Jahr und führen dazu, daß die Einführung energiesparender Technik sich nicht rechnet.
3. Die günstige Dienstwagenbesteuerung ließe sich umstellen, um die Firmen zur Anschaffung umweltfreundlicher Autos zu bewegen. Selbst zaghaft umgesetzt würde eine halbe Milliarde gespart.
4. Ein ganz großer Brocken ist die Förderung der äußerst umweltschädlichen Intensivlandwirtschaft. Dafür wird fast der Gesamt-Agraretat der EU von 60 Milliarden Euro verbraten, über neun Milliarden davon zahlen wir.
Das müßte dich eigentlich jeden Marktwirtschaftler überzeugen:
Eine ersatzlose Streichung der umweltschädlichen Subventionen würde umweltfreundliche Technologien sofort attraktiver machen. Alleine schon die steigenden Energiekosten würden dafür sorgen, daß der Markt vieles regelt.
(@4) Schoene Zusammenstellung!
1. Die Kerosinsteuerbefreiung für Fluglinien und die "Mehrwertsteuerbefreiung für Personenbeförderung im grenzüberschreitenden Flugverkehr".
VOLLE ZUSTIMMUNG, auch wenn ich beruflich und privat bedingt Vielflieger bin. Frueher waren die Preise geradezu ein Witz, aber auch heute noch zu niedrig (externalitaeten wie immer weitgehend unberuecksichtigt).
2. die Steuerentlastung für energieintensive Prozesse und Verfahren
Eine der mit Abstand duemmsten Regelungen. Vergleich: ab 2 Promille nimmt das Strafmass wieder ab (trunkenheit am Steuer)...
3. Die günstige Dienstwagenbesteuerung
In meinen Augen keine Grossbaustelle, aber ich stimme voll und ganz zu. Steuern sollten Steuerungswirkung entfalten.
4. Ein ganz großer Brocken ist die Förderung der äußerst umweltschädlichen Intensivlandwirtschaft.
Was auch in Entwicklungslaendern Kosten verursacht, da dortige Agrar-Produkte trotz "geschenkter" Arbeitskraft dtl. teurer sind als EU-Subventionen gestuetzte Produkte.
Eine ersatzlose Streichung der umweltschädlichen Subventionen
Welch wunderbare Utopie! Zumindest teilweise werden wir wohl die Realisierung noch erleben duerfen.