Thilo SarrazinKeinen Euro mehr

Ein Gespräch mit Thilo Sarrazin über Hilfe für Europa, unsinnige Verantwortung und darüber, was er in seinem neuen Buch andeutet, aber nicht zu sagen wagt. von  und

Thilo Sarrazin bei seiner Buchvorstellung

Thilo Sarrazin bei seiner Buchvorstellung  |  © Carsten Koall/Getty Images

DIE ZEIT: Herr Sarrazin, Sie haben ein interessantes Buch geschrieben, viel besser als Ihr letztes.

Thilo Sarrazin: Noch besser?

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ZEIT: Die beiden teilen ein Thema, nämlich die Abgrenzung, das Zurückziehen auf das, was man hat, auf die Nation, die man hat, auf die Währung, die man hatte. Es ist etwas Ängstliches in beiden Büchern. Wozu diese Abgrenzung?

Sarrazin: Ängstliches sehe ich in beiden Büchern überhaupt nicht. Sie sind kritisch, teilweise besorgt und weisen auf Risiken hin. Schönredner haben wir ja genug. Wenn ich Probleme beim Euro benenne, dann heißt das doch nicht, dass ich dafür wäre, dass sich die europäischen Länder voneinander abgrenzen.

ZEIT: Sie schreiben viel über Mentalitäten. Über uns Deutsche sagt man, wir seien abgrenzend, verkrampft, ängstlich, hypochondrisch, panisch. Ist das die deutsche Mentalität?

Sarrazin: Das haben Sie jetzt so beschrieben. Ich würde eher von einer nördlichen Mentalität sprechen, und ich würde sie nicht so negativ sehen. Ich bringe in dem Buch einige Zitate einer lettischen Politikerin und eines Tschechen, die sich zu dieser Mentalität bekennen. Ich selbst spreche ironisch vom Nebelfaktor: Je nebliger ein Land ist und je kälter und nasser die Winter, umso größer ist die finanzpolitische Vorsorge. Deutschland hat als das größte Land eine führende Rolle in dieser Gruppe. Die andere Gruppe sind die mediterranen Länder.

ZEIT: Woher kennen Sie die Griechen eigentlich so gut?

Sarrazin: Ich erhebe nicht den Anspruch, die Griechen gut zu kennen. Ich weiß allerdings eine Menge über die Geschichte und Entwicklung dieses Landes und habe mir ein recht klares Bild gemacht über die Ursachen seiner wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten. An diesen Erkenntnissen lasse ich meine Leser teilhaben. In Bezug auf die Krise habe ich versucht, meine Einsichten zu einem konsistenten Gesamtbild zu verweben.

ZEIT: Sie haben es versucht?

Sarrazin: Ja, es ist ein Versuch. Man kann ein Volk beziehungsweise eine historisch gewachsene Gesellschaft niemals abschließend beurteilen, zumal sich Dinge auch ändern.

ZEIT: Warum ist es notwendig, bei der Beschreibung eines Landes zu übertreiben?

Sarrazin: Ich glaube, die Lektorin meines Buches bei DVA fand, ich hätte den Griechenlandteil mit ungewöhnlicher Zurückhaltung verfasst.

Leserkommentare
  1. Dann sollten wir in Deutschland fix unseren sozialen Ausgleich überdenken und Bayern zustimmen, wenn sie sich über die jährlichen Zahlungen aufregt.
    Ich merke ja sonst nicht viel aber selbst das Schreiben, eines deratigen Blödsinns, tut selbst mir weh.
    Für diese Leistung, diesen Schmerz auszuhalten, muss dem Herr Sarrazin, ohne Frage, Respekt gezollt werden.

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    ...zwischen einem Nationalstaat und der EU?

  2. tolle interviewführung. sarrazin wurde gegen ende schön entlarvt nach dem motto: ich sag mal alles wär besser ohne euro, aber den beweis muss ich ja nicht antreten u. vergleichszahlen hab ich auch keine. und weils ja nur ein gedankenexperiment ist mit dem ich bücher verkaufen kann ist es auch egal wer dabei auf der strecke bleiben würde.

    btw: ich habe das buch gelesen! ausgeborgt nicht gekauft, darauf lege ich wert!

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    ich nehme an, dass, wenn Sie behaupten, das Buch gelesen zu haben, Sie es auch verstanden haben und selber bessere Zahlen kennen, nicht wahr?

    A propos Entlarvung:
    "Sie wissen also AUCH nicht, was es Deutschland kosten würde. Und weil NIEMAND das weiß, agiert die Politik im Augenblick so, wie sie agiert"
    Eeeeehm, ja. Sarrazin ist damit nicht weniger allwissend als unsere Politiker. Und weil er nicht den gleichen GLAUBEN hat, nicht dem Political Correctizismus angehört, soll er nicht in Fernsehsendungen auftreten und wird auch hier in der Zeit verunglimpft? Bitte beachten Sie noch einmal - der Journalist SELBER macht die Aussage: KEINER WEIß WIE ES WEITERGEHT. Wer wird denn hier entlarvt?

    Offen ansprechen, Sarrazin wendet sich nicht an Leute, die Entlarvungen verstehen. Solange seinem Rassismus eine Bühne gegeben wird, wird dieser verfangen.

    Menschen, die soweit denken können, dass sie erkennen, wenn sich jemand in Schwachsinn verrennt, brauchen über Sarrazin ohnehin nicht aufgeklärt werden.

    "Es ist eine durchaus saubere Analyse,...die Schlussfolgerungen kann man auch unterschreiben..." - Thomas Mayer, Chefvolkswirt Deutsche Bank: tagethemen 22:15 Uhr, 21.05.

    • Ethan
    • 29. Mai 2012 14:26 Uhr

    An die Wand genagelt wurde hier in der Tat jemand, das war allerdings nicht Herr Sarrazin, sondern der euromantische Interviewer. Ausser Fatalismus(wenn der Euro ein Milliardengrab ist, ist das unerheblich, denn ja nicht mehr zu ändern), Panikmache ("unkalkulierbare Katastrophe"- was zumindest insofern zutrifft, als die Eurorettung ein sehr kalkulierbare Katastrophe ist)und Ideologie (wer nein sagt, ist kein Europäer!) haben sie nichts zu bieten - die Angst vor Sarrazins Ausführungen wird in jeder Frage deutlich, die sich für kaum eine Unterstellung zu schade ist.
    Wer derart ideologisch denkt, wird schnell von er Realität überholt. In der Wirtschaftswoche wird bereits offen die Überwindung des Euro gefordert, zum Nutzen ganz Europas.

    Herr Brost, Herr Ulrich, das war kein sachliches und respektvolles Interview gegenüber Ihrem Gast! Hat es mitlerweile auch ZEIT nötig ein plumpes Sarrazin-Bashing zu führen? Herr Sarrazin, hat sachlich und mit kühlem Kopf alle Ihre Fragen mit Sachverstand beantwortet und sie alleine mit Ihren Unterstellungen gelassen. Auf seine Antworten hatten sie nichts entgegenzusagen, sondern sind Sie gleich auf die nächste Reizfrage übergegangen. Ich ärgere mich, dass ich meine Zeit verschwendet habe, dieses unsachliche Interview gelesen habe, denn eigentlich hatten Sie Sarrazin bereits vorverurteilt - wie im Mittelalter. Das Buch werde ich mir aber jetzt erst Recht kaufen! Ihre Namen werde ich mir in Zukunft für unsachlichen Journalismus merken.

  3. Sarrazin: "Ich käme vielleicht in Versuchung, wenn ich erstens klare Zuständigkeiten und Kompetenzen hätte, zweitens mir einige deutsche Beamte meines Vertrauens aussuchen könnte und drittens jeder dieser Beamten sowie auch ich einen nicht korrupten griechischen Dolmetscher beigestellt bekämen."

    Mein lieber Thilo Sarrazin!

    An dieser Art von Selbstüberschätzung ist schon die sonst so brillante bayerische Staatsverwaltung Mitte des 19. Jhdts. krachend gescheitert.

    Zum Verständnis der seitdem unveränderten Randbedingungen in Griechenland hilft vielleicht der Bericht des französischen Autors Edmond About aus dem Jahre 1858:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/griechenland-das-land-lebt-seit-se...

    Also: Lassen Sie's!

  4. durch die Fragesteller, jemanden aufs Glatteis zu führen. Nichts gegen kritische Fragen, aber den Versuch, jemanden immer in die Ecke zu drücken, wo man ihn haben will, ist nichts gerade fair.

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    Entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

    "jemanden immer in die Ecke zu drücken, wo man ihn haben will, ist nichts gerade fair."

    na ja, fairnis ist nicht aufgabe von journalisten. wichtig scheint mir, daß es den fragern nicht gelungen ist, sarrazin in die ecke zu drücken. sarrazin weiß, wovon er geschrieben hat und die frager wollen aus ideologischen gründen nicht verstehen. oder sie können es verstehen und schäumen. das kann ich gut aus den fragen herauslesen.

    auch hier scheinen mir die frager in ihrem heiligen zorn den überbringer der botschaft mit deren verursachern - den europäischen politikern und journalisten - zu verwechseln.

    aber auf diesem offensichtlichen Niveau, ist es nicht so schlimm, da das jeder durchschaut

    .. Versuch, jemanden immer in die Ecke zu drücken, wo man ihn haben will, ist nichts gerade fair.

    Und kläglich gescheitert!
    Dank dafür

    er hat sich auf dem Glatteis gut gehalten und sogar einige Pirouetten gedreht.

    Anstatt sich mit der Frage zu befassen, ob Sarrazins Euro-Thesen richtig sind oder nicht, versuchen die Interviewer hier dem Mann persönlich am Zeuge zu flicken. Anstatt auf die Sache abzustellen, stellen sie auf die Persönlichkeit ab.

    Die Frage ist doch nicht, ob Sarrazins Buch etwas Ängstliches hat, sondern ob es falsch ist. Die Frage ist doch nicht, ob südliche Länger andere Mentalitäten haben und wie man die begründet, sondern ob ihre politischen Institutionen mit dem Euro zurecht kommen oder nicht. Die Interviewer versuchen, Sarrazin Vorurteile nachzuweisen, und enthüllen ihre eigenen.

    Wer die Meinung von anderen aburteilt, nur weil er sie nicht leiden kann, ist wirklich in den Fesseln seiner vorgefassten Meinungen, seiner Vorurteile.

    ...bedeutet dies u.a., dass bei ihnen Ideologie vor Sachkenntnis steht.

    • em-y
    • 28. Mai 2012 6:28 Uhr

    Es heißt investigativer Journalismus. Wir sind es leider nicht mehr gewohnt, weil heutzutage die Journalisten nur in den seltensten fällen ihren Job richtig machen.

    • amadi
    • 28. Mai 2012 16:48 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    "Nichts gegen kritische Fragen, aber den Versuch, jemanden immer in die Ecke zu drücken, wo man ihn haben will, ist nichts gerade fair."

    Das war doch in den meisten Fällen bisher immer die Absicht solcher Interviews, mit der die Unperson Sarrazin "entlarvt" werden sollte.

    Genau das dachte ich bereits bei dieser Frage:

    "Sie schreiben viel über Mentalitäten. Über uns Deutsche sagt man, wir seien abgrenzend, verkrampft, ängstlich, hypochondrisch, panisch. Ist das die deutsche Mentalität?"

    Die Frage zielte wohl darauf ab, dass TS nun auch noch was "Gemeines" über die Deutschen sagt. Wobei ich glaube, die Vermutung habe, dass Deutsche ganz genauso, wie beschrieben, SIND. Aber wir waren noch nie gut damit uns an die Nase zu fassen und zuzugeben, dass wir ängstliche Pedanten sind.

  5. ... das Insolvenz"verfahren" empfahl. Damals wollte niemand auf Sarrazin hören und stattdessen wurden zunächst einmal -zig Milliarden verbürgt, später auch gestrichen, und heute sind wir weit hinter dem Punkt, der 2010 noch preiswert zu haben gewesen wäre. Nur ist die Situation heute heillos verfahren, Europa zerstritten und die Führungen werden reihenweise ausgetauscht.

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    Vieleicht hat der Sarrazin nur abgeschrieben.

    Kommentar pasquino 01.03.2010 : Empfehlung: Raus aus der Eurozone und geordnete Insolvenz

    http://www.sueddeutsche.de/geld/griechenland-rehn-zieht-griechen-die-dau...

    2010 war es schon für alles zu spät. 2010 ist lachhaft. Leute wie Gysi haben 1998(!), also ganze 12 Jahre vor 2010 vor der Entwicklung gewarnt, die ein auf diese Weise eingeführter Euro haben wird.

    Und niemand hat darauf gehört.

    2010 - absolut lächerlich zu glauben, man hätte 2010 noch etwas ändern können. Wie viel Geld jetzt noch verheizt wird ist vollkommen irrelevant, es ist eh irreal. Das einzige wichtige für Griechenland und alle anderen Länder ist, dass sie nicht ihren Besitz veräußern, um irreale Schulde zu decken. Denn das ganze Geld ist nichts wert, die eigentlichen Güter schon und um die wieder zu bekommen würde dann wirklich nur noch aggressive Gewalt helfen, während man jetzt einfach abblocken muss.

    Sarrazin ist einer der Täter. Ausgerechnet auf diese zu hören ist schon jenseits von Verzweiflung und Irrsinn zusammen.

  6. Auch in diesem Interview sind einige provokative Fragen/Aussagen. "Das wäre das Ende der europäischen Solidarität." Woah, dann geht das ja schnell. Scheint mir ein sehr labiler Haufen zu sein. "Wer im Gebirge zurückbleibt, der stirbt." Also bleiben wir lieber alle gemeinsam im Schneesturm stecken? Ugh, blöde Metapher. Aber das nur nebenbei.

    DENN: Auch gerade deswegen ein schönes Interview, denn hier wurde Sarrazin auch die Möglichkeit gegeben, auf solche provokanten Fragene einzugehen.

    Mein Gott, mich interessiert mitlerweile gar nicht mehr so sehr, ob der Mann Recht hat, oder nicht. Ich finde es schlimm, dass die "political correctness" in letzter Zeit so überhand nimmt, dass Politiker Fernsehsendungen boykottieren wollen, da man bestimmte Dinge ja nicht hören möchte.
    Übrigens fand ich das Plakat "Halts Maul" vor Jauchs Sendung in diesem Zusammenhang sehr passend. Kein Argument, bloß mundtot machen...

    Insofern: Schön, dass der Autor uns dieses Interview bringt. Vor kurzem "durfte" ich eine "Rezension" über Sarrazins Buch hier in der Zeit lesen. Da hatte der Autor nicht einmal das Buch gelesen und meinte dennoch die Inhalte wiederlegen zu können, mit Argumenten wie "Was für ein Unsinn." Da kann sich dieser Herr hier gern mal eine Scheibe abschneiden;)

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

    • huhi
    • 27. Mai 2012 23:00 Uhr

    Richtig!
    Hier wurde relativ ausgewogen gefragt.
    Das Interview ist um Meilen anspruchsvoller, als die schwache [...]Rezension des ansonsten zwar streitlustigen, aber nicht Scheuklappen tragenden Herrn Schieritz!

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk

    Vorab: Mein Kommentar geht bewusst NICHT auf die Inhalte ein, mir geht es nur um das Wie.

    Hierzu gibt es m.E. drei wesentliche Punkte, die festgehalten werden sollten:

    1. Weder beim letzten noch bei diesem Buch wurde hier jemand mundtot gemacht, bekam Rede- oder Schreibverbot oder ist gar irgendwelchen "Denk-"Tabus unterworfen worden. Herr Sarrazin hat - wie andere auch in unserer Republik, die in dieser Hinsicht hervorragend funktioniert! - schreiben und reden können, was er wollte. Er ist in zeitlichem Umfang (=Fernsehen, Radio) und im Seiteumfang (Print- und Onlinemedien) in einem Maße präsent gewesen, dass die trotzdem gemachte Behauptung, es würden hier irgendwelche Einschränkungen bestehen nicht nur sachfalsch sind, sondern ein Schlag ins Gesicht derer, die in anderen Ländern wirklich mit solchen Verboten zu kämpfen haben!

    2. Wer austeilt, muss einstecken können. Wer ganz bewusst provoziert, muss damit leben, dass man ganz genau hinguckt, ggf. in gleicher Gangart umgekehrt begegnet. Es geht nicht, dass Mittel Provokation in einem Fall (wenn Sarrazin es macht) den Orden bekommt, im anderen Fall (wenn es an ihn gerichtet ist) Todsünde ist. Hier ein Opfer zu kreieren ist unangemessen.

    3. Wer kritisiert und Ernst genommen werden will, der muss damit rechnen, dass man sich die Dinge genau anguckt und hinterfragt. Wer hohe Ansprüche an andere stellt, muss die auch gegen sich gelten lassen. Wer Substanz von anderen fordert, muss sie selbst liefern.

    Sarrazin genießt bei mir schon eine Grundsympathie, weil er eine abweichende Meinung selbstbewußt vertritt und den "Shitstorm" und das Mobbing durch die Leitmedien gelassen über sich ergehen läßt. Ein Land, das sich demokratisch nennt, braucht mehr solcher Leute, die Streitkultur besitzen. Es muß ja nicht gleich die Weimarer Republik sein, in der die unterschiedlichsten Ideologien unversöhnlich nebeneinander existierten und die Gesellschaft zerrissen. Aber umgekehrt, im anderen Extrem, bekommt unsere Konsens-Demokratie schon fast totalitäre, unterdrückende Züge, wenn wir nicht aufpassen. Gipfelnd in der Arroganz zu unterstellen, es ginge den Andersdenkenden lediglich darum, mal etwas sagen zu dürfen, das politisch nicht korrekt ist. Aber die Idee, daß dahinter tatsächlich eine ernstgemeinte, fundierte Meinung stehen könnte, die durchaus Konsequenzen und Handeln verlangt, will man nicht wahrhaben. Aber wenn nicht diskutiert wird sondern lediglich abgebügelt, also keine Grundsatz- sondern nur noch Scheindebatten geführt werden, kann man sich das Parlament gleich sparen.

  7. Auch im 21. Jahrhundert werden deutsche Kanzler wie Merkel und Schroeder in fuehrenden Zeitungen unserer Nachbarlaender mit Hakenkreuzbinde dargestellt, sobald es gilt einen ernsthaften politischen Konflikt zu diskutieren. vor diesem Hintergrund darf man sich fragen, inwiefern Herr Sarrazin sich eigentlich noch rechtfertigen muss, wenn er das Evidente beim Namen nennt. Politische Geiselnahme einer jungen Generation in Deutschland aufgrund deutscher Schuld vor 70 Jahren ist keine Grundlage fuer Verhandlungen ueber finanzielle Leistungen. Es sei denn, man macht sich die Argumentation der Nazis selbst zu eigen, und nimmt alle Deutschen gleichermassen in Sippenhaft, egal wann sie geboren wurden, und egal ob sie Taeter oder Opfer waren, vor 70 Jahren im dritten Reich.

    Griechenland koennte uebrigens schon bald in eine militaerische auseinandersetzung mit dwer Tuerkei verwickelt werden, wegen Konflikte um Erdgas vor Zypern. ein rechtzeitiges Ausscheiden aus dem Euro koennte fuer uns alle noch vorteilhaft sein. Ernstzunehmende Drohungen jedenfalls fliegen schon jetzt hin und her, zwischen Ankara und Athen.

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    Das wollen Sie nicht? Ich sage es mit den Worten des Journalisten: Das wäre das Ende der Solidarität.

    Entfernt, wegen Dopplung. Die Redaktion/jz

  8. Entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

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  • Schlagworte Thilo Sarrazin | Euro | Euro-Krise | Finanzkrise | Buch
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