Entkoffeinierung: Strauch ohne Stimulanz
Wie kommt das Koffein aus der Bohne? Benzol, Dichlormethan, Gentechnik – alles schon versucht: Die Kaffeepflanze wehrt sich.
© Rodrigo Arangua/AFP/Getty Images

Ein Bauer erntet Kaffeepflanzen auf einer Planate in Kolumbien (Archivfoto).
Wie entzieht man einem Genussmittel das Mittel, nicht aber den Genuss? Genauer: Wie holt man eventuell schädliche Wirkstoffe heraus, lässt aber den Geschmack drin? Die Bierbrauer haben in dieser Frage in jüngster Zeit einige Fortschritte vorzuweisen, die Winzer weniger. Und die Kaffeeröster bemühen sich seit mehr als 100 Jahren, ihr Produkt möglichst geschmacksneutral vom Koffein zu befreien. Das Ergebnis finden Kaffeefans immer noch recht unbefriedigend. Forscher wollen deshalb Kaffee nicht erst vor dem Brühen, sondern schon vor dem Blühen entkoffeinieren, per Manipulation der Gene.
Relativ rabiat bearbeitete der Bremer Kolonialwarenhändler Ludwig Roselius Anfang des 20. Jahrhunderts die Bohne, von der er glaubte, sie habe seinen Vater umgebracht. Er löste das Koffein mittels Benzol heraus – einer giftigen und krebserregenden Substanz. Das Ergebnis wurde als erster entkoffeinierter Kaffee verkauft, unter dem Namen Kaffee Hag: »Immer unschädlich! Immer bekömmlich!«
Heute sind die Entkoffeinierungsmethoden sanfter – aber auch nicht unproblematisch. Meist werden die Bohnen mit Dichlormethan gespült; der Stoff ist billig, muss aber sorgfältig entfernt werden, weil er ebenfalls im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Eine Alternative ist die Extraktion mit verflüssigtem Kohlendioxid, die im deutschen Werk des italienischen Kaffeerösters Illy praktiziert wird. Diese Methode ist ungiftig, besonders geschmackschonend – und leider teuer, weshalb sie nur selten eingesetzt wird. Und dann gibt es noch das paradox anmutende Verfahren, das ein Schweizer Unternehmen in den siebziger Jahren entwickelte: Es entkoffeinierte Kaffee mit entkoffeiniertem Kaffee. Im ersten Schritt brühte es Bohnen auf, entzog dem Kaffee das Koffein mit einem Aktivkohlefilter und setzte die Flüssigkeit dann im zweiten Schritt bei frischen Kaffeebohnen als Lösungsmittel ein. Weil die Brühe alle Bestandteile außer Koffein enthielt, sollte sie nur dieses aus den Bohnen lösen und den Geschmack drinlassen. Doch auch diese – noch dazu kostspielige – Methode überzeugte nicht restlos.
- Ist Kaffee wirklich schädlich?
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Koffein putscht auf, es regt das Zentralnervensystem an und erhöht die Durchblutung. Aber ist das schädlich? Oder im Gegenteil womöglich sogar gesund? Seit Jahren ergeben Studien mal das eine, mal das andere. Der Mediziner Neal Freedman von den National Institutes of Health in den USA hat nun zusammen mit seinen Kollegen Daten von 229.000 Männern und 173.000 Frauen ausgewertet, die seit 1995 an einer großen Ernährungsstudie teilgenommen hatten. Ergebnis: Kaffeetrinker starben früher. Koffein ist also schädlich, oder? Nicht unbedingt. Denn die Kaffeetrinker tranken auch mehr Alkohol, rauchten öfter, machten weniger Sport, aßen weniger Obst und Gemüse und häufiger rotes Fleisch.
Als Freedman all diese Faktoren herausrechnete, kehrte sich das Ergebnis um: Kaffeetrinker lebten länger. Koffein ist also gesund, oder? Nicht unbedingt. Denn es war völlig egal, ob der Kaffee Koffein enthielt oder nicht. Womöglich schützen die in ihm enthaltenen Antioxidantien, spekulieren die Forscher.
- Weitere Faktoren
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Dann ist aber das Gesamtgebräu Kaffee gesund, oder? Noch nicht einmal das können die Wissenschaftler mit Bestimmtheit sagen, selbst nach 13 Jahren Beobachtung von mehr als 400.000 Menschen. Denn womöglich spielen ganz andere Faktoren eine Rolle, die sie gar nicht erfasst haben: Vielleicht haben die Kaffeetrinker einfach ein bisschen mehr Flüssigkeit zu sich genommen oder weniger Cola mit viel Zucker getrunken. Vielleicht kommt es auch eher auf die Art an, wie man seinen Kaffee trinkt (hektisch, in Ruhe oder genussvoll?), als auf die Tatsache oder Menge an sich?
Noch tappt die Forschung im Dunkeln. Dass Kaffeetrinker statistisch länger leben, heißt jedenfalls noch lange nicht, dass Kaffee das Leben verlängert. Aber er ist offenbar auch nicht schädlich – mit oder ohne Koffein.
Wenn also die Technik keine befriedigenden Mittel bietet, warum nicht in der Natur nach der Lösung suchen? Forscher fahnden schon lange nach dem Traum aller Koffein-Allergiker: der koffeinfreien Bohne direkt vom Strauch. Dafür hat etwa Paulo Mazzafera von der Universität Campinas in Brasilien 20 Jahre lang mit seinen Kollegen Zehntausende Kaffeepflanzen getestet. Sie stammten aus 308 Linien, die ursprünglich 1964 auf einer Expedition der Vereinten Nationen in Eritrea und Äthiopien gesammelt worden waren. Als der Pflanzenphysiologe wieder einmal Daten seiner Gewächse analysierte, wähnte er sich am Ziel: In drei Chromatogrammen fehlte der Ausschlag für Koffein. »Ich dachte, jetzt werde ich ein reicher Mann«, erzählt Mazzafera.
Der von Natur aus koffeinfreie Kaffee hätte nur noch für den kommerziellen Anbau weiterentwickelt werden müssen. Im Jahr 2004 versorgte die brasilianische Regierung die Forschungsgruppe mit 1,2 Millionen Dollar und verpflichtete sie, die Kaffeeplantage geheim zu halten.
Doch Mazzaferas Entdeckung ist bis heute nicht auf dem Markt. »Keine Firma hat sich dafür interessiert. Unglaublich!«, schimpft der Pflanzenphysiologe. Das Problem: Die Pflanzen produzieren zwar Bohnen voller Geschmack, aber keine Zweige voller Bohnen. Sie wachsen buschig und blühen nicht gleichzeitig, das senkt die Bestäubungschancen. Bisher ist es Mazzaferas Kollegen auch nicht gelungen, den Gewächsen mehr Effizienz anzuzüchten. »Die Pflanzen sind ziemlich schwach, man braucht viel Dünger und Pestizide, das macht die Züchtung unprofitabel«, gibt Mazzafera zu.
Ganz ähnliche Probleme hat Shinjiro Ogita am anderen Ende der Welt im japanischen Imizu. Der Wissenschaftler von der Toyama Prefectural University wollte mit Gentechnik nachhelfen und versuchte, mittels RNA-Interferenz ein Enzym in der Koffeinproduktionskette auszuknipsen. Auch hier zeigten sich die Kaffeepflanzen widerspenstig: Nur wenige Zellen nahmen die veränderten Erbmoleküle überhaupt auf. Gerade einmal 35 Setzlinge konnte Ogita fabrizieren, diese enthielten immerhin 70 Prozent weniger Koffein. Der Genetiker klagt über Anbauprobleme: »Man muss sehr geduldig sein, die Pflanzen brauchen viel Pflege. Und es ist schwierig, den Blühzeitpunkt zu kontrollieren.« Der weibliche Teil der Blüten, der Stempel, wird eine Woche vor dem Pollen reif – und von Tag zu Tag weniger fruchtbar. Sie kommen einfach nicht zusammen. Ogita hat das Projekt erst einmal auf Eis gelegt.






...Aktivkohle oder Kohlendioxid, also ohne Chemikalien, und der Kaffee wird dadurch eigentlich sogar magenschonender, denn auch Reizstoffe werden dabei herausgefiltert.
Die von Ihnen erwähnten Reizstoffe sind chemische Bestandteile des Kaffees und wesentlich für den Geschmack und das Aroma. Warum trinken Sie dann überhaupt Kaffee? Heißes dunkelbraun gefärbtes Wasser tut es doch dann auch und ist wahrscheinlich noch magenschonender.
Natürlich sind Aktivkohle und Kohlendioxid Chemikalien.
Wasser übrigens auch.
Die von Ihnen erwähnten Reizstoffe sind chemische Bestandteile des Kaffees und wesentlich für den Geschmack und das Aroma. Warum trinken Sie dann überhaupt Kaffee? Heißes dunkelbraun gefärbtes Wasser tut es doch dann auch und ist wahrscheinlich noch magenschonender.
Natürlich sind Aktivkohle und Kohlendioxid Chemikalien.
Wasser übrigens auch.
Die von Ihnen erwähnten Reizstoffe sind chemische Bestandteile des Kaffees und wesentlich für den Geschmack und das Aroma. Warum trinken Sie dann überhaupt Kaffee? Heißes dunkelbraun gefärbtes Wasser tut es doch dann auch und ist wahrscheinlich noch magenschonender.
und für gute befinde ich ihn auch nicht, sonder ich beschrieb lediglich die die Mittel zu dessen Herstellung.
und für gute befinde ich ihn auch nicht, sonder ich beschrieb lediglich die die Mittel zu dessen Herstellung.
und für gute befinde ich ihn auch nicht, sonder ich beschrieb lediglich die die Mittel zu dessen Herstellung.
Natürlich sind Aktivkohle und Kohlendioxid Chemikalien.
Wasser übrigens auch.
wie sie der Vorposter im Sinn hatte. Sie sind vollkommen ungefährlich, natürlich, und hinterlassen auch keine Rückstände im Kaffee.
wie sie der Vorposter im Sinn hatte. Sie sind vollkommen ungefährlich, natürlich, und hinterlassen auch keine Rückstände im Kaffee.
wie sie der Vorposter im Sinn hatte. Sie sind vollkommen ungefährlich, natürlich, und hinterlassen auch keine Rückstände im Kaffee.
welche Chemikalien der Vorvorposter im Sinn hatte.
Wasser ist nicht vollkommen ungefährlich - trinken Sie mal schnell 5 Liter davon.
Und natürlich hinterlässt Wasser Rückstände im Kaffee - die Bohnen sind normalerweise nämlich nicht flüssig.
Bitte Wörter wie "Chemikalie" etwas sorgfältiger verwenden; So kann man das nicht ernst nehmen.
welche Chemikalien der Vorvorposter im Sinn hatte.
Wasser ist nicht vollkommen ungefährlich - trinken Sie mal schnell 5 Liter davon.
Und natürlich hinterlässt Wasser Rückstände im Kaffee - die Bohnen sind normalerweise nämlich nicht flüssig.
Bitte Wörter wie "Chemikalie" etwas sorgfältiger verwenden; So kann man das nicht ernst nehmen.
welche Chemikalien der Vorvorposter im Sinn hatte.
Wasser ist nicht vollkommen ungefährlich - trinken Sie mal schnell 5 Liter davon.
Und natürlich hinterlässt Wasser Rückstände im Kaffee - die Bohnen sind normalerweise nämlich nicht flüssig.
Bitte Wörter wie "Chemikalie" etwas sorgfältiger verwenden; So kann man das nicht ernst nehmen.
...gutes Wasser ist natürlich der Hauptbestandteil eines guten Kaffees,- völlig unbestritten! Ich hatte hier bis jetzt noch nicht die Not, auf Flaschenwasser zurück greifen zu müssen, da die Qualität des Leitungswassers in der Region bestens ist.
Die lustigen Blubberbläschen im Mineralwasser kriegt man aber leichter raus als rein. Verschwinden die nicht auch beim Kochen?
Meine Eltern auf Gran Canaria müssen Wasser für die Getränkezubereitung kaufen. Wenn man dort im Bad die Dusche aufdreht, riecht es nach Chlor wie im Hallenbad... XP
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