Bildung im Ausland: Halbe Sachen für die Jugend
Krisenländer wollen das deutsche Ausbildungssystem kopieren – tun aber zu wenig dafür.
© Susana Vera / Reuters

Arbeitslose Jugendliche bei einer Demonstration in Madrid
In Zeiten der Krise richten sich viele Blicke auf Deutschlands erfolgreiche Wirtschaft. Kritiker bemängeln, niedrige Lohnkosten und hohe Exportüberschüsse schadeten den Südeuropäern. Anderen dient der deutsche Erfolg als Vorbild.
Weil in Griechenland und in Spanien so viele junge Menschen ohne Job dastehen, interessiert man sich dort gerade für das deutsche Ausbildungssystem. In diesen Ländern liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 50 Prozent, aber auch in Portugal (35 Prozent) und Frankreich (25 Prozent) schauen sie schon neidisch herüber. Die deutsche Jugenderwerbslosenquote beträgt 5,7 Prozent.
Das deutsche Modell zu kopieren erweist sich aber als schwierig. Es ist jedenfalls nicht genug damit getan, offene Stellen einfach als Lehrstellen zu deklarieren. Das zeigt das Beispiel Großbritannien. Seit die konservativ-liberale Koalition vor zwei Jahren an die Regierung kam, steht auch dort das deutsche duale System hoch im Kurs. Der Staat übernimmt neuerdings einen Teil der Ausbildungskosten. 2011 wuchs die Zahl der Lehrstellen dadurch um 63 Prozent auf 457000.
Allerdings wurde ein Großteil der neuen Lehrstellen von Supermärkten geschaffen, wo Azubis lernen, Regale einzuräumen. Sie sind billige Arbeitskräfte, die Tesco und Co. sich vom Staat subventionieren lassen. Dagegen haben die Ausbildungsplätze für Facharbeiter wie etwa beim Düsenhersteller Rolls-Royce kaum zugenommen.
Ein Problem der Briten und auch anderer Länder ist, dass die Gesellschaft zu lange auf den Wert einer Universitätsausbildung eingeschworen wurde. Lehrling zu sein hat den Beigeschmack des Versagens. Es spricht Bände, dass deutsche Unternehmer in Spanien bereits vor 30 Jahren eine Berufsschule gründeten, um die benötigten Fachkräfte nicht aus dem Heimatland importieren zu müssen.
In Frankreich gilt gar als ohne Schulabschluss, wer nicht zumindest das Abitur an einer berufsvorbereitenden Schule schafft. Dieses abgespeckte »Baccalauréat« für Schüler, denen man kein Hochschulstudium zutraut, ist im Grunde eine Ausbildung auf der Schulbank. 52 Prozent der unter 25-Jährigen waren in den ersten drei Jahren nach ihrem Schul- oder Studienabschluss mindestens einmal arbeitslos. Ein Drittel sogar sechs Monate und länger.
Verbindliche Absprachen fehlen
In Zeiten der Krise gelten junge Leute in vielen Ländern nicht als immer wieder zu erneuerndes Fundament für den künftigen Erfolg eines Betriebs, sondern als Manövriermasse. Ihre häufig auf wenige Monate befristeten Verträge lassen sich viel leichter ersatzlos streichen als der Posten eines langjährigen, gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiters. Eine Berufsausbildung nach deutschem Vorbild könne deshalb nur dann gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit wirken, wenn es wie in Deutschland auch verbindliche Absprachen über die Anzahl der Ausbildungsplätze gäbe und diese nicht in schlechten Zeiten einfach abgeschafft werden könnten, sagt Florence Lefresne, Sozioökonomin am französischen Institut de Recherches Economiques et Sociales.
An dieser Überzeugung aber fehlt es in vielen Betrieben bei den europäischen Nachbarländern. Gerade im Mittelstand scheut man die vermeintlich hohen Kosten für Azubis, die nur zwei Drittel der regulären Arbeitszeit tatsächlich mit anpacken. In Frankreich scheiterte bisher der Aufbau eines flächendeckendes Netzes an Ausbildungsfirmen und Berufsschulen.
Es ist schon paradox: Da wird in Spanien und Portugal zum Himmel gezetert, dass Tausende junger Leute Arbeit in Deutschland suchen und damit wertvolle Fachkräfte entschwinden. Dabei hätten diese Länder es selbst in der Hand. Das kostete erst einmal Geld und Einsatz, aber beides wäre ja gut angelegt. Es wäre Teil eines Wachstumspakts, gegen den auch Berlin nichts haben könnte. Dafür könnte die Kanzlerin guten Gewissens bei kleinen Abweichungen von den Sparplänen ein Auge zudrücken.







ist der Schlüssel für viele gesellschaftliche Mißstände und ein lebenswertes Leben, auf der ganzen Welt.
so wichtig, damit sie sich besser ausbeuten lassen können und die Sklavenhändlier mehr an ihnen verdienen, weil sie höhere Stundenlöhne nehmen können. Ganz besonders wichtig ist Bildung für die BA, die Arbeitlose auf jeden Job unabhängig seiner Qualifikation vermittelt. Dann geht die Arbeitsvermittlung schneller und der Arbeitsvermittler braucht sich nicht unnötig mit Qualifikationen zu beschäftigen, von denen er sowieso keine Ahnung hat. Ganz besonders wichtig ist Bildung, wenn Ausbeuterfirmen in dieser Republik einen legalen Stundenlohn von 2,50 EUR brutto die Std. bezahlen dürfen, weil es hier keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt. Man bekommt hier trotz guter Bildung kaum noch gut bezahlte, unbefristete Arbeit. Diese ganze Bildungsdiskussion ist durch und durch verlogen!
Bildung gehört es auch sich nicht ausbeuten zu lassen zu erlernen
so wichtig, damit sie sich besser ausbeuten lassen können und die Sklavenhändlier mehr an ihnen verdienen, weil sie höhere Stundenlöhne nehmen können. Ganz besonders wichtig ist Bildung für die BA, die Arbeitlose auf jeden Job unabhängig seiner Qualifikation vermittelt. Dann geht die Arbeitsvermittlung schneller und der Arbeitsvermittler braucht sich nicht unnötig mit Qualifikationen zu beschäftigen, von denen er sowieso keine Ahnung hat. Ganz besonders wichtig ist Bildung, wenn Ausbeuterfirmen in dieser Republik einen legalen Stundenlohn von 2,50 EUR brutto die Std. bezahlen dürfen, weil es hier keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt. Man bekommt hier trotz guter Bildung kaum noch gut bezahlte, unbefristete Arbeit. Diese ganze Bildungsdiskussion ist durch und durch verlogen!
Bildung gehört es auch sich nicht ausbeuten zu lassen zu erlernen
... erklären will.
Es beginnt damit, dass Fr. Finkenzeller aufzeigen will, dass das deutsche Ausbildungssystem/Bildung für den wirtschaftlichen "Erfolg Deutschlands" mitverantwortlich sei und verweist dabei auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Krisenländer. Was die Bildung angeht, schreibt die FES zu Griechenland:
"...laut Eurostat 83,4 Prozent der Griechen zwischen 20 und 24 Jahren mindestens eine Schulbildung im Sekundarbereich II; der europäische Durchschnittswert
beträgt 79 Prozent, in Deutschland sind es 74,4 Prozent. Außerdem sprechen 58,3 Prozent der Griechen zwischen 25 und 34 Jahren mindestens eine Fremdsprache,
während es im europäischen Durchschnitt nur 39 Prozent sind."
http://library.fes.de/pdf...
OK. Dann aber das Ausbildungssystem, weil die Auszubildenden im Betrieb eingebunden seien, und dies eine Übernahme wahrscheinlicher mache. Wenn aber die Wirtschaft am Boden ist, da alles günstiger IMPORTIERT werden kann, macht es keinen Sinn Leute einzustellen, Fr. Finkenzeller.
Zum Schluss ist die Autorin dann überzeugt, dass es das jedwede Krise überdauernde Bekenntnis der deutschen Unternehmen gegenüber ihren Azubis sei, was den Unterschied ausmache. Das die deutschen Unternehmen aber am EXPORT hängen, und dieser nur so wunderbar funktioniert, weil die Löhne hier niedriger und Arbeitsverhältnisse prekärer sind, wird unterschlagen.
Nicht die Situation ist paradox, sondern ihr Artikel Fr. Finkenzeller. Ihr letzter Absatz spricht für sich.
"Ein Problem der Briten und auch anderer Länder ist, dass die Gesellschaft zu lange auf den Wert einer Universitätsausbildung eingeschworen wurde. Lehrling zu sein hat den Beigeschmack des Versagens. "
OECD und dt. Medien arbeiten doch seit Jahren genau daran dieses "Erfolgsmodell" in Deutschland zu verbreiten.
"Die deutsche Jugenderwerbslosenquote beträgt 5,7 Prozent."
Und wieviele staatliche Überbrückungsmassnahmen? In 2010 waren immerhin 35% der Jugendlichen länger als ein Jahr auf Suche nach einer Ausbildungsstelle. Auch wenn die Zahl, vermutlich aufgrund der Demographie und des anhalten Exports in die BRIC-Staaten, angeblich mittlerweile zurückgegangen ist, zeigt es doch eindrückich, dass eine duale Ausbildung vielleicht gut ist, aber KEINE Lösung für eine schlechte Wirtschaftslage. Wie auch Frau Finkenzeller?
"Dabei hätten diese Länder es selbst in der Hand. Das kostete erst einmal Geld und Einsatz, aber beides wäre ja gut angelegt."
Alle Verbesserungen kosten erstmal Geld, deshalb bringt sparen ja auch keine Konkurrenzfähigkeit, sondern lockt allenfalls einige windige Heuschrecken an, die das vorhandene Fachkräftepotential zu Niedrigpreisen ausnutzen und dann weiterziehen.
"Es wäre Teil eines Wachstumspakts, gegen den auch Berlin nichts haben könnte. Dafür könnte die Kanzlerin guten Gewissens bei kleinen Abweichungen von den Sparplänen ein Auge zudrücken."
Wie sie zu diesem Fazit gelangen können, bleibt vollkommen rätselhaft.
Da gibt es in Spanien gerade einen landesweiten Streik gegen massive Einschnitte im Bildungssystem:
http://www.finanznachrich...
und sie unterstellen Frau Merkel Weitblick und Menschlichkeit.
"Gerade im Mittelstand scheut man die vermeintlich hohen Kosten für Azubis ... "
Dieses Märchen ist schon so alt wie Deutschland, und wird durch ständiges wiederholen nicht wahrer.
Habe noch keinen Azubi gesehen der nicht mindestens das letzte Jahr voll produktiv arbeitete.
Ich selbst arbeitete über die gesamte Lehre mindesens 3/4 produktiv.
Und das kostet Geld ?
"Habe noch keinen Azubi gesehen der nicht mindestens das letzte Jahr voll produktiv arbeitete."
Wieviele Auszubildende haben Sie denn schon in Spanien, Frankreich oder Portugal arbeiten sehen? Um den Mittelstand im Ausland ging es nämlich, nicht zum den deutschen Mittelstand. Einfach mal den Text gründlich lesen und zu verstehen versuchen, statt nur mit Parolen auf Reize zu reagieren.
Man findet im Mittelstand die unhumansten Bedingungen für Mitarbeiter. Es ist teilweise richtig grausam, wie gerade der Mittelstand mit Menschen umspringt.
Bei kleinen Betrieben mag es mehr zu tun geben, aber ich zumindest habe den Eindruck, dass man dort fairer behandelt wird.
Das Problem ist also vor allem der Mittelstand.
...steht im Satz ja auch "vermeintlich" hohe Kosten. Weil die Kosten a) gar nicht so hoch sind und b) es ja auch eine Investition ist, die sich hinterher mehrfach auszahlt.
Dass das die Unternehmen im Ausland nicht sehen, liegt wohl einfach daran, dass sie noch keinerlei Erfahrungen mit dem System haben und zuerst mal nur die theoretischen Kosten sehen.
"Habe noch keinen Azubi gesehen der nicht mindestens das letzte Jahr voll produktiv arbeitete."
Wieviele Auszubildende haben Sie denn schon in Spanien, Frankreich oder Portugal arbeiten sehen? Um den Mittelstand im Ausland ging es nämlich, nicht zum den deutschen Mittelstand. Einfach mal den Text gründlich lesen und zu verstehen versuchen, statt nur mit Parolen auf Reize zu reagieren.
Man findet im Mittelstand die unhumansten Bedingungen für Mitarbeiter. Es ist teilweise richtig grausam, wie gerade der Mittelstand mit Menschen umspringt.
Bei kleinen Betrieben mag es mehr zu tun geben, aber ich zumindest habe den Eindruck, dass man dort fairer behandelt wird.
Das Problem ist also vor allem der Mittelstand.
...steht im Satz ja auch "vermeintlich" hohe Kosten. Weil die Kosten a) gar nicht so hoch sind und b) es ja auch eine Investition ist, die sich hinterher mehrfach auszahlt.
Dass das die Unternehmen im Ausland nicht sehen, liegt wohl einfach daran, dass sie noch keinerlei Erfahrungen mit dem System haben und zuerst mal nur die theoretischen Kosten sehen.
Man beginnt, Deutsch zu verstehen, in Europa.
("Ein bisschen Spaß muss sein" wie schon Robert Weiß (Roberto Blanco) wusste)
Fallen Großbritannien und Frankreich jetzt auch unter die "Krisenländer" des Titels? Ausser Deutschland - alles Krise?
Dass es in den wirklichen Krisenländer wie Griechenland nicht möglich sein wird, gerade jetzt eine qualifiziertes Berufsausbildungssystem mit landfristiger Investition der Firmen in die zukünftigen Mitarbeiter einzuführen, liegt auf der Hand.
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls
...stehen genauso unter Druck, wenn sie schon bestimmte Mindestbedingungen nicht mehr durchsetzen können, sind sie überflüssig.
Das ist das übliche Spiel in einer Rezessionswirtschaft, da geht es ums Überleben und alles ist immer Sachzwang. Aber natürlich müsste das nicht so sein:
http://langweilerblog.wor...
...stehen genauso unter Druck, wenn sie schon bestimmte Mindestbedingungen nicht mehr durchsetzen können, sind sie überflüssig.
Das ist das übliche Spiel in einer Rezessionswirtschaft, da geht es ums Überleben und alles ist immer Sachzwang. Aber natürlich müsste das nicht so sein:
http://langweilerblog.wor...
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