KonvertitenWo bist du, Andy?

Kenias Polizei sucht einen deutschen Islam-Konvertiten – wegen Terrorverdachts. Seine Familie in Deutschland zerbricht daran. von 

Al-Shabaab Milizen in Somalia. Die kenianische Polizei bringt Andy M. mit der Gruppe in Verbindung.

Al-Shabaab Milizen in Somalia. Die kenianische Polizei bringt Andy M. mit der Gruppe in Verbindung.  |  © Feisal Omar / Reuters

Am 12. Mai, dem Samstag der vorletzten Woche, erreicht Michaela M. eine Nachricht, die sie zusammenbrechen lässt. Die Nachricht kommt aus Kenia : Die dortige Polizei sucht den 40 Jahre alten deutschen Staatsbürger Andreas Ahmed M. Er werde verdächtigt, am 29. April an einem Anschlag in der Nähe von Nairobi beteiligt gewesen zu sein, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Er sei außerdem verdächtig, Mitglied der mit Al-Kaida verbündeten Shabaab-Milizen in Somalia zu sein, und kenne womöglich weitere Anschlagspläne. Im Internet wird ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Michaela M. kollabiert, als sie es sieht. Sie ist die Mutter von Andreas Ahmed M., den sie stets Andy nennt, "meinen Andy", niemals aber Ahmed, als seien das zwei verschiedene Menschen.

Der eigene Sohn – ein Terrorverdächtiger: Wie wird man damit fertig? Die Antwort im Haus der Familie M., in einer beschaulichen Kleinstadt im Rheinland , lautet: gar nicht. Man wird nicht damit fertig. Es mag sich am Ende herausstellen, dass Andreas M. niemals mit den Shabaab-Milizen zu tun hatte und auch nichts mit dem Anschlag; zwei Opfer gibt es trotzdem bereits: seine eigenen Eltern, die sprachlos nebeneinandersitzen und einander nicht helfen können. Michaela M. laufen die Tränen über die Wangen, aber ihr Ehemann Hans-Joachim tröstet sie nicht. Nimmt nicht ihre Hand. Findet keine unterstützenden Worte. Dabei wirkt er überhaupt nicht kalt, nur erschöpft: "Ich kann sie gar nicht trösten", sagt der ehemalige Berufsoffizier. "Wir gehen unterschiedlich damit um. Wir sind grundverschieden." Hans-Joachim M. sagt: "Es ist Andys Entscheidung. Ich versuche, rational zu sein und negative Gedanken von mir fernzuhalten, mein Leben zu leben. Das ist meine Art, mich zu schützen." Michaela M. kann das nicht verstehen: dass ihr Mann Tennis spielen geht. Abends einfach so einschläft. "Natürlich werfe ich Andreas vor, dass unsere Ehe leidet", sagt Hans-Joachim M. Die Eheleute reden kaum noch miteinander. "Ich vegetiere nur noch vor mich hin", sagt Michaela M. "Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte."

Anzeige

Familie M. ist kein Einzelfall: Dutzende Islamisten aus Deutschland sind in den letzten Jahren ausgewandert , meistens ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet, manchmal zum Kämpfen, manchmal um sich zu Terroristen ausbilden zu lassen. Und manche vielleicht nur, um "gottgefällig" zu leben, so wie Andreas M. es stets für sich in Anspruch genommen hat. In all diesen Familien aber hat der Dschihadismus eine Schneise der Verwüstung durch die Wohnzimmer gezogen – ganz gleich, ob diese Wohnzimmer mit alten Möbeln aus der Provence eingerichtet sind wie bei Familie M. oder ob dort auf Flachbildschirmen türkisches oder arabisches Programm läuft wie bei anderen Betroffenen. Eines ist stets gleich: Die Eltern und Geschwister bleiben allein mit ihren Zweifeln und Ängsten.

Sie suchen Fehler bei sich, dem Ehepartner, den Eltern. Sie surfen wie besessen den letzten Nachrichten hinterher, die sie oft nicht verstehen oder einordnen können. Sie rufen täglich bei den Sicherheitsbehörden an, bei denen sie nie sicher sein können, ob sie den richtigen Ansprechpartner gefunden haben, ob man ihnen etwas vorenthält, ob etwas getan wird, um den Sohn oder die Tochter zurückzuholen. Monatelang geht das so, mitunter jahrelang. Und die Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern: Sind sie überhaupt noch die, die sie einmal waren? Was wäre, wenn sie morgen zurückkämen? Und was, wenn sie stürben?

Michaela M. führt Tagebuch. Ihr Journal für das Jahr 2012 ist ein schwarzer DIN-A5-Kalender, je eine Seite pro Tag. Seit dem 12. Mai, dem Tag der Schreckensnachricht, sind die Einträge kleiner geschrieben, länger geworden: Die Ereignisse überschlagen sich. Seit Monaten weiß sie, dass Andy in Afrika ist. Nun plötzlich diese Suche der kenianischen Polizei – was heißt das? Fieberhaft wühlt sie sich auf der Suche nach Hinweisen durchs Internet. Was ihr wichtig erscheint, notiert sie. Ein Deutscher soll in Kenia festgenommen worden sein, erfährt sie. Ist es Andy? Niemand kann es ihr sagen. Die ersten Zeitungen stellen Zusammenhänge her, und Michaela M. sitzt zwischen gelben und weißen Tulpen in ihrem Esszimmer und weiß nicht einmal, was sie sich wünschen soll: dass sie ihn gefasst haben? Dass sie ihn nicht gefasst haben? Wieder eine schlaflose Nacht, wieder schwere Beruhigungsmittel, dann ein neuer Tag, eine neue Meldung: Er war es doch nicht. Aber wo ist Andy? Und wo ist seine Tochter, ihre Enkelin? "Leer, leer, leer", steht in ihrem Tagebuch.

Es gibt da diese Vision, in die sie sich manchmal flüchtet, und in dieser Vision steigt sie in ein Flugzeug. Es bringt sie nach Somalia. Im Landeanflug zieht Michaela M., eine sehr gepflegte, stets dezent geschminkte Endfünfzigerin, sich eine Burka über. Niemand soll sie erkennen. Nach der Landung beginnt sie ihre Suche – nach Andy und seiner fünf Jahre alten Tochter, nach der sie sich genauso sehnt wie nach ihm. Sie weiß, dass es eine Verzweiflungstat wäre. Dass sie trotz Burka sofort auffiele, die beiden gar nicht finden würde in den somalischen Bürgerkriegswirren. "Aber ich will doch die Kleine noch einmal sehen!"

Hans-Joachim und Michaela M. sind sich sicher, dass Andy kein Terrorist ist. Sie stellen nicht in Abrede, dass er ein radikaler Islamist ist. Aber sie glauben seinen Beteuerungen, dass er nach einem wahrhaft islamischen Leben strebt für sich, seine aus Eritrea stammende Ehefrau und die Tochter. "Der Andy will leben!" Tatsächlich haben sich die Verdächtigungen der kenianischen Polizei bisher nicht erhärten lassen. Es gibt jede Menge Gerüchte, etliche Falschinformationen und überhaupt keine Belege. Die deutschen Behörden lassen durchblicken, dass sie ebenfalls nichts wissen. "Auch Unschuldige kommen ins Gefängnis", hat Andy seinen Eltern kurz nach seiner Auswanderung nach Afrika gemailt. Sie sollten auf keinen Fall mit den Behörden oder der Presse reden.

Diese Bitte haben sie respektiert. Aber jetzt haben sie Angst um ihren Sohn, und sie ist größer als die Angst vor seiner Wut. Deshalb sprechen sie nun mit der ZEIT, um einen Appell an ihn zu richten: "Andy, bitte melde dich öffentlich und sage, dass du nicht in Kenia bist und mit dem Anschlag nichts zu tun hast. Wir haben deinen Wunsch bisher befolgt, aber jetzt glauben wir, dass diese neue Situation so gefährlich für dich ist, dass genau das nötig ist, damit unser Aufruf dich erreicht!" Es gibt noch einen Grund, warum die Eltern überzeugt sind, dass die kenianische Polizei falschliegt: Am 5. und am 7. Mai hat er sich bei ihnen gemeldet – und zwar aus Somalia, nicht aus Kenia. Zuerst telefonisch, um ihnen mitzuteilen, dass er nicht wieder zurückkehren wird. Dann in einer langen und liebevollen E-Mail, in der er unter anderem mitteilt, dies sei "kein Abschiedsbrief" und er werde versuchen, sich künftig öfter zu melden. "Das schreibt er doch nicht, wenn er in Kenia Anschläge plant!"

Man merkt es am Appell seiner Eltern, an Andys Korrespondenz mit ihnen und an vielen anderen Details: Ein Teil der Tragödie der Familie M. ist es, dass Andy und seine Eltern nie miteinander gebrochen haben. Es wäre vermutlich einfacher für sie alle drei, sie hätten es getan. Aber Familie M. war einmal eine sehr starke Familie, und diese Bande sind spürbar. Selbst jetzt noch.

Als Andreas 1998 erklärte, dass er Muslim sei, war das für seine Eltern zwar befremdlich, aber kein Grund zur Panik. Es ist ein bürgerliches Haus, man redet über die Dinge und diskutiert. Anfangs muss es geradezu rührend gewesen sein: "Darfst du dann noch erben?", fragte Hans-Joachim M. den Sohn. "Ich muss den Imam fragen", antwortete Andy.

Doch Andy radikalisierte sich, wurde kompromissloser, sprach plötzlich abfällig über Christen und den dekadenten Westen. Er heiratete eine gemäßigt fromme Muslimin aus Eritrea, ohne sie vorher gesehen zu haben. Und er begann vom Auswandern zu reden – in ein Land, wo er gottgefällig leben könne. Das Ehepaar versuchte es in Bosnien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten , wo Andy Hühner züchtete und Lkw vermietete, aber es gab Visa-Probleme und andere Schwierigkeiten, beide Male wurden sie ausgewiesen.

Als 2006 die Enkeltochter geboren wurde, hoffte Michaela M., dass Andys Leben sich beruhigen würde. Aber die Idee einer Auswanderung hatte sich eingenistet in Andys Kopf. Und als er es 2009 wieder versuchte, sagte er vorher nicht Bescheid: Er verschwand, nachdem er ein unverfängliches Reiseziel vorgetäuscht hatte. Es folgte die erste große Krise der Familie M., denn Andy, seine Frau und seine Tochter wurden bei der illegalen Einreise nach Pakistan verhaftet. Acht Monate lang saßen sie in einem Geheimdienstgefängnis, Andys Eltern erfuhren es erst nach einem halben Jahr. Die Behörden glaubten, er wollte sich einer Terrorgruppe anschließen, aber es gab keinen Beleg dafür.

"Das Gefängnis hat mich in meinem Glauben nur stärker gemacht", sagte er seinen Eltern nach der Rückkehr. Er siedelte sich in ihrer Nähe an. Immer häufiger gab es nun intensive Diskussionen, auch weil Andy nicht über Pakistan reden wollte, aber sonntags kam er doch immer wieder zum traditionellen Frühstück in sein Elternhaus. Michaela M. machte gute Miene zum bösen Spiel: Sie wollte die Enkelin sehen, sooft es ging, aber sie litt, wenn die Kleine sagte: "Oma, du musst Muslimin werden, bevor ich dich umarmen kann." Hans-Joachim M. machte eine Radtour mit Andy – wie früher. Nur dass es keinen Spaß mehr machte, nach dem Radeln ein Bier zu trinken, während Andy sich ostentativ ekelte.

Über zwei Jahre ging das so, lauter zermürbende Versuche, einander nicht zu verlieren, und in einem Winkel ihres Kopfes vermutete Michaela M. stets, dass Andy erneut versuchen würde wegzugehen. Im Sommer 2011 fuhr das Ehepaar wie jedes Jahr in die Provence. Andy kam mit seiner Familie für eine Woche – noch so eine Tradition. Aber sie schweißte schon nicht mehr zusammen, sie vergrößerte nur die Entfremdung. Der Rosé zum Sonnenuntergang auf der Terrasse: verboten.

Michaela und Hans-Joachim M. ahnten indes nicht, dass Andys Visite ein Abschiedsbesuch war: Als sie zurückkamen ins Rheinland, war er bereits fort. Er meldete sich aus Kenia: Er werde sich Arbeit suchen, seine Familie werde in Afrika leben. Den September über rief er regelmäßig an, manche Telefonate dauerten Stunden, doch dann plötzlich: Funkstille. Und bei Hans-Joachim und Michaela M. kam die Angst zurück. Sie wuchs, als sie im Januar 2012 eine englische SMS erhielten, angeblich von Andy: Es gehe allen dreien gut. Die Nummer hatte eine somalische Vorwahl. Das nächste Lebenszeichen war der Anruf vom 5. Mai dieses Jahres. "Wo bist du?", fragte Michaela M. mehrmals. "Du siehst es doch an der Nummer", antwortete Andy. "Ich bin glücklich hier. Bitte grüß meinen Vater!" Wieder +252: Somalia.

Kann man sich für seinen Sohn freuen, wenn er sagt, er sei in Somalia glücklich, wo er mutmaßlich unter radikalen Islamisten lebt? Soll man die Kraft aufbringen, jeden Tag aufs Neue zu hoffen, der Sohn möge sich nicht so sehr von sich selbst entfernt haben, dass er zum Krieger geworden ist? Es sind Fragen, wie sie sich vor Jahrzehnten in ähnlicher Weise die Eltern von späteren RAF-Kadern gestellt haben, sicher auch Angehörige von Mitgliedern militanter Neonazi-Kreise. Nun gibt es eine neue Gruppe Betroffener, deren Existenz ausgefüllt ist mit der krank machenden, verzweifelten Sorge um ihre Kinder.

Wenn ihr Sohn Andreas heute in Frankfurt landen würde, hätte er nichts zu befürchten. Niemand ermittelt gegen ihn in Deutschland. Manchmal malen seine Eltern sich das aus, jeder für sich: Andy kehrt mit Frau und Kind heim und findet einen neuen, sanften Weg, religiös zu sein. Aber sie reden nicht darüber. Aus Angst, dass daraus eine Hoffnung wird.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

    17 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk

    "Wieso dulden wir diese destruktive Ideologie in unserem Lande?"

    Wir leben in einem Rechtsstaat, hier kann man denken was man will, sei es noch so abwegig . Stellen sie sich doch lieber die Frage, wie man solchen Ideologien, überhaupt Extremisten jeder Coloueur, den Nährboden entziehen kann. Was schlagen sie denn vor ?

    Es ist einfach gegen etwas zu sein, wenn es aber um Alternativen und Lösungen geht sind die Meisten, die vorher noch laut waren, schnell wieder ruhig.

    Wie wäre es denn, sich zum Beispiel aus Kriegen herauszuhalten ?

    Oder Menschen besser zu integrieren ?

    Sicherlich gibt es auch Nachholbedarf bei Teilen der Muslime, aber die Hauptschuld in dieser Frage trägt doch der Staat, der es jahrzehntelang versäumt hat diese Menschen richtig zu integrieren.

    Glauben sie ernsthaft, man wird als böser Dschihadist geboren ? Ich hoffe doch nicht.

    Diese Ideologie ist viel gefährlicher als Scientology, warum wird sie von der Politik, Grünen, Sozis, Christdemokraten, Freidemokraten, Linken, etc. noch hofiert
    ? Sind diese Politiker dem Volke nicht verbunden und gar
    verpflichtet, um von ihm Schaden fern zu halten ?
    Wo bleibt die Verfassung ?

  2. Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • brazzy
    • 24. Mai 2012 12:58 Uhr

    Eine Gesellschaft, in der Menschen wegen dem was sie (oder andere die ihnen ähnlich sehen, das ist ja das ekelhafte Ziel der Sarrazn-Jünger) denken und sagen (statt dem was sie tun) verurteilt und ausgegrenzt werden, ist kein gutes Zuhause für irgendjemanden.

  3. Der Artikel bringt den Leser dazu, sich in liberale, säkulare, westliche Eltern hineinzufühlen, deren Sohn das Gegenteil von ihnen geworden ist: Islamist. Übergelaufen zu den Feinden des Westens. Und der Autor vermutet, dass Eltern von Kindern, die zur RAF gingen oder zu Neo-Nazis, sich ähnlich verzweifelt, ratlos, vor den Kopf gestoßen fühlten - weil das eigene Fleisch und Blut sich empörte.

    Als Andys Motiv erfahren wir: Er ist abgestoßen vom "dekadenten Westen". Ist das neu? Nein, das hat in Deutschland und Westeuropa eine lange Tradition, diese Parteiergreifung für die Antagonisten des dekadenten Westens, dem Konsum wichtiger ist als Werte und Moral. Die 68er, zu denen die RAF gehört, ergriffen die Partei der Vietnamesen, denen man den american way of life aufzwingen wollte. Auch Karl Mays Old Shatterhand ergriff angewidert von westlicher Verkommenheit und Habgier die Partei Winnetous, und Tacitus sympathisierte mit germanischen und keltischen Feinden des dekadenten Rom. Das sind alles keine Spinner, so rätselhaft sie uns auch vorkommen mögen - sie und ihre Motive gehören zu uns.

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wunderbar geschrieben. Da kann man fast Lust haben, in Ihr "der Westen ist dekadet und deshalb selber Schuld" Liedchen einstimmen. Es sind Spinner, und das in einem hohen Grade. Diese Spinner kritisieren nicht nur den "dekadenten" Westen, nein, diese Spinner fühlen sich berufen, mit dieser "Dekadenz" aufzuräumen. Es mag so sein, dass es geschichtlich dieses "Phänomen" immer schon gab. Aber geschichtlich gesehen, hat man sich gegen solche Spinner gewehrt. Sie dagegen versuchen diese Idioten zu verstehen und ein kleinwenig Werbung für deren Weltanschauung zu machen. Das mag momentan bestimmten Kreisen beklatsch werden - langfristig ist das Selbstmord.

    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mk

    ist kein Weg. Wenn jeder vor ihn gestellte Probleme wegrennt oder eine andere Meinung mit gwalt versucht wegzudrücken, wird zu dem was ihn angeblich so abstöszt.

    Zitat
    "Er ist abgestoßen vom "dekadenten Westen"."

    Was für eine Heuchelei.
    Seltsamerweise leben solche Menschen, ganz egal ob Islamist oder Überbleibsel der 68er generation in hohem Mass von den Segnungen jenes Staates, den sie ach so verachten.
    Und wie viele Revolutionäre, die den "Schweinestaat" vernichten wollte, arbeiten heute im ÖD, um wenigstens noch eine brauchbare Altersversorgung zu bekommen?

    • tecnyc
    • 24. Mai 2012 14:37 Uhr

    "Die 68er, zu denen die RAF gehört, ergriffen die Partei der Vietnamesen, denen man den american way of life aufzwingen wollte."
    Sie meinen z. B. Anreas Baader, dessen liebstes Fortbewegungsmittel der Porsche war.
    Oder Gudrun Ensslin, die sich bei ihrer Verhaftung in einer Hamburger Edelboutique befand.

    Schon klasse, wie diese edlen Widerstandskämpfer den Westen von der Dekadenz befreien wollen.

  4. Wunderbar geschrieben. Da kann man fast Lust haben, in Ihr "der Westen ist dekadet und deshalb selber Schuld" Liedchen einstimmen. Es sind Spinner, und das in einem hohen Grade. Diese Spinner kritisieren nicht nur den "dekadenten" Westen, nein, diese Spinner fühlen sich berufen, mit dieser "Dekadenz" aufzuräumen. Es mag so sein, dass es geschichtlich dieses "Phänomen" immer schon gab. Aber geschichtlich gesehen, hat man sich gegen solche Spinner gewehrt. Sie dagegen versuchen diese Idioten zu verstehen und ein kleinwenig Werbung für deren Weltanschauung zu machen. Das mag momentan bestimmten Kreisen beklatsch werden - langfristig ist das Selbstmord.

    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mk

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    formhalber schreibt: "Sie dagegen versuchen diese Idioten zu verstehen und ein kleinwenig Werbung für deren Weltanschauung zu machen. Das mag momentan bestimmten Kreisen beklatsch werden - langfristig ist das Selbstmord."

    Ja, ich versuche zu verstehen, statt diejenigen, die ich nicht verstehen will oder kann, als Idioten abzutun. Und da stehe ich in der Tradition zum Beispiel von Tacitus, der seinen Werken "Germania" und "Agricola" die Barbaren, die von Roms Dekadenz abgestoßen waren, verstand - was zugleich römische Selbstkritk war. Wer aber unfähig zur Selbstkritik ist, kann einen selbstmörderischen Kurs fahren, wie die Römer, die untergingen, weil sie ihre Dekadenz nicht überwanden.

    Und ich sagte das Gleiche in Beitrag Nr. 1, nur in einem einzigen Satz. Von 17 Foristen gab es Zustimmung, dann wurde er gelöscht...wg. Diskriminierung.

    Mir scheint eher, der Muslim diskriminiert, der des Vaters Bier angewidert anstarrt und seiner Tochter verbietet, die Oma zu umarmen, solange die nicht Muslima wird.

  5. "Wieso dulden wir diese destruktive Ideologie in unserem Lande?"

    Wir leben in einem Rechtsstaat, hier kann man denken was man will, sei es noch so abwegig . Stellen sie sich doch lieber die Frage, wie man solchen Ideologien, überhaupt Extremisten jeder Coloueur, den Nährboden entziehen kann. Was schlagen sie denn vor ?

    Es ist einfach gegen etwas zu sein, wenn es aber um Alternativen und Lösungen geht sind die Meisten, die vorher noch laut waren, schnell wieder ruhig.

    Wie wäre es denn, sich zum Beispiel aus Kriegen herauszuhalten ?

    Oder Menschen besser zu integrieren ?

    Sicherlich gibt es auch Nachholbedarf bei Teilen der Muslime, aber die Hauptschuld in dieser Frage trägt doch der Staat, der es jahrzehntelang versäumt hat diese Menschen richtig zu integrieren.

    Glauben sie ernsthaft, man wird als böser Dschihadist geboren ? Ich hoffe doch nicht.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Für seine Taten ist jeder Mensch selbst verantwortlich.

    Nicht der Staat muss dafür sorgen, dass der einzelne Mensch integriert wird, sondern der einzelne Mensch muss sich selbst integrieren.

    der mehr in Einwanderer investiert und weniger dafür bekommt. Aber halt! Das gilt ja nicht für alle, es sind doch nur die Muslime, die sich nicht integrieren.

    Warum? Erklären Sie es mir.

  6. Für seine Taten ist jeder Mensch selbst verantwortlich.

    Nicht der Staat muss dafür sorgen, dass der einzelne Mensch integriert wird, sondern der einzelne Mensch muss sich selbst integrieren.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • brazzy
    • 24. Mai 2012 13:08 Uhr

    Der einzelne Mensch kann es aber leicht haben, sich zu integrieren, ihm kann dabei geholfen werden wo es nicht so leicht ist, oder es kann ihm schwer oder unmöglich gemacht werden.

    Von Eigenverantwortung zu reden ist einfach, wenn man nicht in der Situation ist, dass einem einfach aufgrund der Herkunft, des Namens, des Aussehens niemand eine Wohnung vermieten oder Arbeit geben will, und einem allerorten Misstrauen oder offene Feindschaft entgegenschlägt.

    • Varto
    • 24. Mai 2012 16:04 Uhr

    ihr machts euch echt leicht. die begriffswahl und die kommunikation in der gesellschaft ist sowas von dekadent und uneinheitlich. wie soll man sich denn da noch zurecht finden? die begriffe fluktuieren in einer weiße, wie ich es noch nie gesehen habe. es ist wirklich sehr schwer heutzutage.

    • brazzy
    • 24. Mai 2012 12:58 Uhr

    Eine Gesellschaft, in der Menschen wegen dem was sie (oder andere die ihnen ähnlich sehen, das ist ja das ekelhafte Ziel der Sarrazn-Jünger) denken und sagen (statt dem was sie tun) verurteilt und ausgegrenzt werden, ist kein gutes Zuhause für irgendjemanden.

    Antwort auf "[...] "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

  7. und der Artikel liest sich ersteinmal wie ein Kitschroman.
    Viele Mütter wünschen sich ihren Sohn anders,
    und manchen gelingt es auch ihn dahin zu trimmen, wo sie ihn haben wollen.
    Wenn er mit 40 dann doch was anderes will, rasten diese Mütter dann aus.
    Da gebe ich dem Vater ganz recht, wenn der Sohn meint, er will gegen die hiesigen Zustände was tun, dann sollte er das auch. Ob er den richtigen Weg gewählt hat,
    wird er auch irgendwann merken.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Panic
    • 24. Mai 2012 14:47 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mk

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf mehreren Seiten lesen
  • Schlagworte Kenia | Auswanderung | Eltern | Enkel | Familie | Polizei
Service