Jugendarbeitslosigkeit: In Europa, verdammt!
Fast ein Viertel aller Jugendlichen in der EU ist arbeitslos. Das ist nicht einfach ein Problem, es ist Wahnsinn.
- Datum: 07.06.2012 - 17:53 Uhr
© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Studenten bei einer Demonstration in Rom (Archivbild)
Vielleicht gehört es zum Unglück der Jungen, dass der Sinn für Größenordnungen inzwischen verloren gegangen ist. Die Empfindlichkeit für Zahlen und für das, was sie bedeuten, hat offensichtlich gelitten durch all die Milliarden, die in den vergangenen Jahren über die europäische Ladentheke geschoben wurden. Anders lässt sich nicht erklären, warum diese eine Zahl bislang behandelt wurde, als handele es sich lediglich um eine Fußnote. Um Kleingedrucktes der Krise.
Fünfeinhalb Millionen junge Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren waren in diesem März in der Europäischen Union arbeitslos, ganz genau: 5,516 Millionen. Das entspricht einer Quote von 22,6 Prozent. Jugendliche sind damit doppelt so hart von Arbeitslosigkeit betroffen wie Ältere (die Quote aller Altersklassen liegt bei 10,2 Prozent, ebenfalls ein Rekordwert). Es sind junge Menschen wie der Schulabbrecher Yassine aus der Pariser Banlieue, die Slowakin Nikoletta, die voller Hoffnung Kulturwissenschaften studiert hat, oder Jessica aus Rom, die noch immer bei den Eltern wohnt. Jeder von ihnen hat seine Hoffnungen und Handicaps. Alle haben sie den Wunsch, endlich anfangen zu können. Endlich ihr eigenes Leben zu beginnen.
Doch die enorme Zahl steht nicht nur für die Summe vieler persönlicher Geschichten. Die 5,516 Millionen verweisen auf eine fundamentale Ungerechtigkeit. Denn die Jungen, die heute keine Arbeit finden, zahlen doppelt und dreifach. Sie sind die Leidtragenden einer Krise, die sie nicht verschuldet haben; sie werden später, wenn sie Arbeit finden, für Schulden bezahlen, mit denen andere ihre Sorgen verdrängt haben; und sie werden immer weniger sein als die Alten, die immer älter werden. Jugendarbeitslosigkeit in einer alternden Gesellschaft ist nicht irgendein politisches Problem. Sie ist ein Wahnsinn.
In Deutschland ist dieser Wahnsinn nicht so spürbar wie im übrigen Europa. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,9 Prozent die niedrigste aller EU-Länder. Um eine Vorstellung von dem Irrwitz um uns herum zu bekommen, muss man sich deshalb ein paar Zahlen genauer ansehen.

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Mit den 5,516 Millionen sind nur jene Jugendlichen erfasst, die tatsächlich nach Arbeit suchen. Zieht man eine andere Größe heran, die sogenannten NEETs, wird das Bild noch dramatischer. Die Abkürzung steht für »not in employment, education or training« und bezeichnet alle 15- bis 24-Jährigen, die weder Arbeit haben noch einen Studien- oder Ausbildungsplatz. Diese Zahl ist schwieriger zu erfassen und wird nur einmal im Jahr erhoben. Der letzte Wert stammt von 2010. Bereits damals gab es 7,5 Millionen NEETs.
Junge Arbeitnehmer oder Arbeitssuchende haben es besonders schwer, weil Unternehmen in Krisenzeiten keine neuen Mitarbeiter einstellen und meist diejenigen zuerst entlassen, die erst kurz dabei sind: »Last in, first out.« Hart getroffen sind daher einmal mehr die Krisenstaaten; in Griechenland und Spanien bleibt jeder zweite unter 25, der Arbeit sucht, ohne Job. Das Muster jedoch zieht sich quer über den Kontinent. Selbst in so unterschiedlichen Ländern wie Schweden, Rumänien oder Luxemburg ist die Jugendarbeitslosigkeit mehr als drei Mal so hoch wie die allgemeine Arbeitslosigkeit. Es gibt nicht viele politische Felder, bei denen die EU ein so einheitliches Bild abgibt wie hier: bei den Vereinigten Arbeitslosen von Europa. Für eine ganze Generation steht plötzlich infrage, was lange selbstverständlich war: dass Europa seinen Bürgern persönliche Freiheit und Wohlstand garantiert.
Ohne Frage hat die Krise auf die Jugendarbeitslosigkeit wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. In Irland etwa ist die Quote innerhalb der vergangenen fünf Jahre von unter zehn auf heute über 30 Prozent explodiert. Doch Jugendarbeitslosigkeit ist ein Phänomen, mit dem viele Länder seit vielen Jahren leben. Es ist eben nicht nur krisengemacht.
In Italiens Mezzogiorno zum Beispiel, also in Kampanien, Kalabrien und Sizilien, ist seit Jahrzehnten jeder zweite Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos. Gleichzeitig sind die Schulabbrecherquoten mit fast 30 Prozent an weiterführenden Schulen in Kampanien extrem hoch. Jugendarbeitslosigkeit ist hier ein strukturelles Problem. Ähnliches gilt für andere Länder, für Finnland oder Frankreich, in denen die Zahlen seit Jahren viel zu hoch liegen. Die Staatsschuldenkrise offenbart jetzt gnadenlos die Missstände, die vielerorts seit Langem herrschen. Dazu zählen geschlossene Arbeitsmärkte, ein Kündigungsschutz, der den Älteren nützt, aber den Jungen den Einstieg schwer macht, mangelhafte Ausbildung und hohe Schulabbrecherquoten (im EU-Durchschnitt 14 Prozent). Bereits vor dem Ausbruch der Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) in einer Studie auf die Folgen der Jugendarbeitslosigkeit für die Länder der Euro-Zone aufmerksam gemacht. Jugendarbeitslosigkeit, schrieben die Autoren im Juni 2008, »ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern für die Volkswirtschaften als Ganzes«. Weniger junge Arbeitnehmer bedeuten weniger Innovation, weniger Einnahmen, weniger Wachstum.
Die europäische Politik hat dennoch lange gebraucht, bevor sie angefangen hat, sich um die Jungen zu sorgen. Vor einem halben Jahr, im Dezember 2011, hat die EU-Kommission eine Initiative »Chancen für junge Menschen« vorgelegt. »Besteht das Risiko einer verlorenen Generation?«, lautete die Frage. Sie kann nur rhetorisch gemeint gewesen sein. Im Januar dieses Jahres haben sich dann erstmals seit dem Beginn der Krise auch die Regierungschefs der 27 Länder über Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit unterhalten. Aber gibt es für dieses Problem überhaupt eine europäische Lösung? Und wie könnte sie aussehen?
Der Weg zu Johannes Kopf führt durch eine Seitenstraße unweit des Donaukanals, mit dem Aufzug hinauf, in ein unscheinbares Bürogebäude. Hier, in der Wiener Leopoldstadt, hat der Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) seine Zentrale. Die Einrichtung ist vergleichbar mit der deutschen Bundesagentur für Arbeit. Johannes Kopf, selbst noch recht jung, ist Chef des AMS und derzeit ein viel gefragter Mann. Delegationen aus ganz Europa pilgern hierher, sogar der Präsident der EU-Kommission war unlängst in Wien, um sich zu informieren. Denn Österreich gilt derzeit neben Deutschland und den Niederlanden als gelobtes Arbeitsland; 8,6 Prozent Jugendarbeitslosigkeit reichen für einen europäischen Spitzenplatz.
Was Johannes Kopf seinen Besuchern mit Leidenschaft erklärt, ist ein Modell, von dem viele hoffen, dass es als Vorbild für andere Länder taugen könnte: die österreichische Ausbildungsgarantie. Demnach wird jedem Schulabgänger innerhalb von sechs Monaten eine Lehrstelle angeboten. Findet er diese nicht in einem ordentlichen Betrieb, landet er in einem Lehrbetrieb, den der AMS betreibt. »Unsere Lehrlinge« nennt Kopf die 10.000 Jugendlichen, die, für die Dauer von drei Lehrjahren, quasi vom Staat ausgebildet werden. Hundert Millionen Euro kostet das pro Jahr, eine überschaubare Investition. Die Durchlässigkeit zum ersten Arbeitsmarkt ist hoch, das Lehrgeld geringer als in richtigen Betrieben. Die Folge: Etwa die Hälfte der Lehrlinge wechselt nach einem Jahr auf eine ordentliche Lehrstelle.
Ein hübscher Erfolg, nur lässt er sich übertragen? Im Januar hat der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann auf einem EU-Gipfel die österreichische Ausbildungsgarantie vorgestellt. Die anderen 26 Regierungschefs haben aufmerksam zugehört. Die Partei der Europäischen Sozialisten (PES) fordert genauso wie die SPD in Berlin die europaweite Einführung einer Ausbildungsgarantie. Tatsächlich hat die Regierung in Finnland gerade eine vergleichbare Regelung beschlossen. AMS-Chef Kopf ist dennoch skeptisch: »Sie brauchen die Voraussetzungen dafür. Dazu gehört die duale Berufsausbildung.«
Das System, das Berufsschule und betriebliche Lehre kombiniert, ist in der EU aber noch immer die Ausnahme. Ein Ausbildungsplatz in Österreich ist etwas anderes als in Italien. Dort schauen Azubis beim Friseur oder Tischler noch immer so lange zu, bis dieser sie auch mal die Schere oder den Hobel halten lässt. Der Erfolg einer Ausbildungsgarantie, sagt auch Margherita Bussi vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut (ETUI), hänge ganz von der Qualität der Ausbildung ab: »Wenn die nicht stimmt, was hilft dann eine Garantie?«
Unterschiedliche Ausbildungssysteme und Arbeitsgesetze, Missstände, die tief in den Strukturen der einzelnen Länder wurzeln: Die europäische Politik stößt bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zwangsläufig an Grenzen. Kann sie überhaupt etwas tun?
Ende Januar hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an die Regierungschefs jener acht Länder, in denen die Jugendarbeitslosigkeit am höchsten ist, einen Brief geschrieben und Hilfe angeboten. Daraufhin sind Experten der EU-Kommission nach Dublin, Bratislava, Madrid und Vilnius geflogen, um mit den nationalen Fachleuten zu beraten. Das vorläufige Ergebnis hat Barroso in der vergangenen Woche den 27 Regierungschefs bei ihrem Abendessen in Brüssel präsentiert. 7,3 Milliarden Euro, die den betroffenen Ländern ohnehin aus EU-Fördermitteln zustehen, werden »umgewidmet«. Sie sollen nun ausschließlich der Förderung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen dienen.
Was nützen da Reisefreiheit und Erasmus-Programme?
So wird die öffentliche Arbeitsvermittlung in Spanien zusätzlich mit 135 Millionen Euro unterstützt. Auf Sizilien wird ein Plan zur »Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit« finanziert, der rund 50.000 jungen Menschen helfen soll. In Lettland werden die beruflichen Schulen für 44 Millionen Euro modernisiert. Kleine Schritte sind das. Sofortmaßnahmen, die nach Angaben der Kommission insgesamt 460. 000 Jugendlichen zugutekommen sollen. Die Zahl ist eine Schätzung. Anderes, was auf europäischer Ebene geregelt werden muss, dauert länger: die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen, die Förderung der Mobilität, der Aufbau einer europäischen Arbeitsvermittlung. Noch existiert ein europäischer Arbeitsmarkt erst in Ansätzen, trotz der Freizügigkeit.
Am Ende liegt der Schlüssel bei den nationalen Regierungen. Sie müssen ihre Ausbildungssysteme verbessern, das Arbeitsrecht reformieren, die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Jungen zum Zuge kommen. Vieles davon wird dauern. Und solange die Wirtschaft insgesamt nicht wieder wächst, sieht es auch für Yassine, Nikoletta und Jessica schlecht aus.
Dennoch zeigt die Diskussion über die Jugendarbeitslosigkeit, wie sich die europäische Politik unter dem Druck der Krise allmählich verändert. Die Regierungschefs, die nun fast monatlich in Brüssel zusammenkommen, kennen mittlerweile die Stärken und Schwächen ihrer Nachbarn. Sie vergleichen sich – und lassen sich vergleichen. Im besten Fall lernen sie voneinander. Ein Vortrag wie der des Österreichers Fayman wäre noch vor Kurzem von den Kollegen als Anmaßung empfunden worden. Nun hatte ihn der EU-Ratspräsident ausdrücklich darum gebeten. Im April mussten alle 27 Mitgliedsstaaten in Brüssel nationale Reformpläne vorlegen. Die Kommission hat sie geprüft und, mit Anmerkungen versehen, in dieser Woche zurückgegeben. Ausdrücklich hatte sie auch um einen »Jobplan« gebeten. Zwingen kann die Brüsseler Behörde die Regierungen allerdings kaum.
Die Betroffenen können ohnehin nicht warten. Manche packen ihre Sachen und gehen einfach. Sie wandern aus, wie ihre Ur- oder Ururgroßeltern.
5,516 Millionen junge Frauen und Männer ohne Arbeit. Mehr als 7,5 Millionen Menschen, die weder eine Arbeit noch einen Ausbildungsplatz haben. Die Zahlen sind ein Menetekel. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wächst eine Generation heran, die Europa trotz Reisefreiheit und Erasmus-Programmen nicht als Versprechen empfindet, sondern als Bedrohung, nicht als Erweiterung, sondern als Einschränkung ihrer Entfaltungsmöglichkeiten. Gelingt es nicht, diese Zahlen deutlich zu reduzieren, verspielt Europa nicht nur seinen Ruf, sondern möglicherweise auch seine Zukunft. Wer kommt dann für die Schulden auf?
Mitarbeit: Birgit Schönau









Wenn man sich zusätzlich noch die am Kopf gestellte Alterspyramide ansieht, so ist es eigentlich glasklar, dass es in einem Desaster endet. Die gewaltige Vermögensblase wird platzen, und auch aus dem "Betongold" wird viel Luft heraus müssen. Wenn der Mark erst einmal Merkt, dass dem Überangebot an Immobilien nicht genug Menschen von der "verlorenen Generation" als Mieter und Käufer gegenüberstehen...dann...
Der Markt sieht das schon, will es aber nicht wissen. Wie sonst könnten die Verantwortlichen noch so viel verdienen. Wie ist das?Augen zu und immer voran......
Sie glauben also, dass von den 5 Millionen einer an diese Angebote kommt? Und nur Umverteilung ist Ihr Rezept. Klar, die Zersiedelung der Landschaften, die Überbevölkerung und die Alternative als böser Unternemer zu enden, lässt das Erwirtschaften von etwas Neuem einfach nicht zu.
Der Markt sieht das schon, will es aber nicht wissen. Wie sonst könnten die Verantwortlichen noch so viel verdienen. Wie ist das?Augen zu und immer voran......
Sie glauben also, dass von den 5 Millionen einer an diese Angebote kommt? Und nur Umverteilung ist Ihr Rezept. Klar, die Zersiedelung der Landschaften, die Überbevölkerung und die Alternative als böser Unternemer zu enden, lässt das Erwirtschaften von etwas Neuem einfach nicht zu.
"Wer kommt dann für die Schulden auf?"
Ihr letzter Satz ist bezeichnend. Belegt er doch, in welcher Denke sie gefangen sind.
Erst wenn wir die neoliberalen Glaubenssätze über Bord geworfen haben, besteht Hoffnung auf Besserung.
Dumm, wenn bis dahin die Jungen in Europa von Führern verführt wurden.
Oder auch Zynismus sind Worte, die Sie wirklich mal nachschlagen sollten. Das lohnt sich!
Nun, da erinnert man sich in weiten Teilen Europas an die Methode, die in Deutschland im 20. Jahrhundert mehrfach angewendet wurde: an künstliche Hyperinflation, Währungsreformen und den Schuldenschnitt, den die Siegermächte des II. Weltkrieg mit dem vereinigten Deutschland im 2+4-Vertrag fest schrieben. Außer der Wiedergutmachung an Israel und den fragwürdigen Reparationsleistungen an die UdSSR brauchte Deutschland nach dem Ende des II. Weltkrieges nichts zu zahlen. Die Länder, die von Hitler-Deutschland überfallen, besetzt und gegen Ende des Krieges auch mit tatkräftiger Mithilfe von Roter Armee, Briten und USA zerstört und danach von anderen wieder besetzt wurden, gingen leer aus. In Osteuropa war die Situation teilweise noch schlimmer, denn da wurde 1945 der eine Besatzer mit seinem tyrannischen Despotensystem durch einen anderen ersetzt.
In Deutschland und den ehemaligen Siegermächten ist allerdings dieser "Schuldenschnitt" überhaupt nicht wahr genommen worden. Man will nichts davon wissen. Und so hofft man politischerseits vielerorts heute noch darauf, dass sich die Zeiten ändern und man mit irgendwelchen Tricks zu Lasten Anderer aus der Angelegenheit heraus kommt.
Oder auch Zynismus sind Worte, die Sie wirklich mal nachschlagen sollten. Das lohnt sich!
Nun, da erinnert man sich in weiten Teilen Europas an die Methode, die in Deutschland im 20. Jahrhundert mehrfach angewendet wurde: an künstliche Hyperinflation, Währungsreformen und den Schuldenschnitt, den die Siegermächte des II. Weltkrieg mit dem vereinigten Deutschland im 2+4-Vertrag fest schrieben. Außer der Wiedergutmachung an Israel und den fragwürdigen Reparationsleistungen an die UdSSR brauchte Deutschland nach dem Ende des II. Weltkrieges nichts zu zahlen. Die Länder, die von Hitler-Deutschland überfallen, besetzt und gegen Ende des Krieges auch mit tatkräftiger Mithilfe von Roter Armee, Briten und USA zerstört und danach von anderen wieder besetzt wurden, gingen leer aus. In Osteuropa war die Situation teilweise noch schlimmer, denn da wurde 1945 der eine Besatzer mit seinem tyrannischen Despotensystem durch einen anderen ersetzt.
In Deutschland und den ehemaligen Siegermächten ist allerdings dieser "Schuldenschnitt" überhaupt nicht wahr genommen worden. Man will nichts davon wissen. Und so hofft man politischerseits vielerorts heute noch darauf, dass sich die Zeiten ändern und man mit irgendwelchen Tricks zu Lasten Anderer aus der Angelegenheit heraus kommt.
Im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Aber er ist alternativlos, ja nicht mal diskutabel, was?
sondern durch sozialistische Regulierung des Arbeitsmarkts.
Den grundsätzlich sind Junge Leute für einen Unternehmer interessanter, da billiger, weniger krank, neue Ideen, der Elan der Jugend.
In einer wirklich freien Marktwirtschaft ist daher Jugendarb
eitslosigkeit kein Thema.
Die Jugendarbeitslosigkeit entsteht erst dann, wenn es nicht mehr Möglich ist jemanden zu entlassen, wenn es die Lage erfordern würde. Das trifft dann die, die noch keine feste Stelle haben, und das ist die Jugend.
sondern durch sozialistische Regulierung des Arbeitsmarkts.
Den grundsätzlich sind Junge Leute für einen Unternehmer interessanter, da billiger, weniger krank, neue Ideen, der Elan der Jugend.
In einer wirklich freien Marktwirtschaft ist daher Jugendarb
eitslosigkeit kein Thema.
Die Jugendarbeitslosigkeit entsteht erst dann, wenn es nicht mehr Möglich ist jemanden zu entlassen, wenn es die Lage erfordern würde. Das trifft dann die, die noch keine feste Stelle haben, und das ist die Jugend.
Vor 3 oder 4 Jahren war man in Spanien sehr stolz darauf, dass das Land unter den jungen Leuten prozentual die meisten Universitätsabsolventen hat. Doch wovon sollen Menschen mit einem Abschluss in Fächern wie "Internationale Beziehungen", "Journalismus", "spanische Literatur" oder "Soziologie" leben, wenn die industrielle Basis fehlt, die das Geld in ein Land bringt ?
Nur von EU Subventionen alleine kann ein Land nicht finanziert werden. Leider wurden viele jüngere Menschen nicht auf den Bedarf und die Realitäten in der Arbeitswelt vorbereitet und man gab ihnen die Illusion, dass allein ein Diplom ein lebenslang hohes Einkommen und einen vom Staat garantierten Job verspreche. Nun werden diese Hoffnungen nicht erfüllt und man ist empört.
Hinzu kommt ein Arbeitsmarkt, der ältere Arbeitnehmer mit Privilegien ausstattet und jüngeren Menschen die Chancen verweigert.
Ich denke, dass in Spanien teilweise falsche Vorstellungen über den Preis für den deutschen "Boom" herrschen. In Spanien werden Leute, die weniger als 1000 EUR netto im Monat verdienen als "mileuristas" bemitleidet (oder verspottet). Dabei wird vergessen, dass viele Leiharbeiter oder junge Arbeitnehmer in D auch nicht viel mehr verdienen als 1000 EUR netto. Hinzu kommt, dass die Eigenheimquote in D Deutlich niedriger ist und viele Junge Leute hier anders als in Spanien von den Eltern keine Wohnung geschenkt bekommen und Miete zahlen müssen...
Einfach herrlich, wie manche sich die Welt zurechtbiegen. Vor ein paar Jahren noch war Spanien ein formidables Beispiel an erfolgreicher Wirtschaftspolitik. Und jetzt in der Krise wird den jungen Leuten zum Vorwurf gemacht, daß sie die falschen Fächer studiert hätten.
Diese besserwisserische deutsche Arroganz mancher Mitbürger wird denselben demnächst auf die eigenen Füße fallen. Dann darf man fragen, wieso denn alle BWL oder Ingenieurwissenschaften studiert haben, wohlwissend, daß es nicht nur Häuptlinge sondern auch Indianer braucht.
Wie auch immer, Hochmut kommt jedenfalls immer noch vor dem Fall.
bei den hohen wOhnungspreisen in Spanien ist es nicht verwundelich dass man als "mileurista" in spanien verspottet wird. Alles ist teurer (ausser dem Benzin als im Rest Europas. Meiner Tochter (ich lebe in Spanien habe ich vorgeschlagen einen Job in Südamerika als Ökonomistin zu suchen. Hierin Europa ist sowieso Sense Hier gibt es keine zukunft in Südamerika schon und man weiss wie der HAse läuft wenn man ähnliches sieht.
"Hinzu kommt ein Arbeitsmarkt, der ältere Arbeitnehmer mit Privilegien ausstattet und jüngeren Menschen die Chancen verweigert."
Heißt also, die Alten entlassen damit die Jüngeren an Arbeit kommen? Hätten Sie geschrieben: Die Alten (zwangsweise) in die Rente zu entlassen, wobei die Rente ein Lebenswertes Leben ermöglicht, dann befänden Sie sich auf dem Lösungsweg.
Es gibt keine Arbeit mehr, für Alle, Beschäftigungsfähigen Menschen! Damit ist Arbeitslosigkeit, wie fast alles andere, ein Verteilungsproblem!
Dies Verteilungsproblem ist nur Lösbar, wenn Ältere früher in Rente gehen, oder wirtschaftliches Wachstum generiert wird.
Wirtschaftliches Wachstum über Export macht es Importländern unmöglich, wirtschaftliches Wachstum zu generieren!
Bleibt nur die Möglichkeit, den Menschen zusätzliche Kaufkraft zukommen zu lassen. Die Reichen verkonsumieren nicht mehr, wenn Sie Reicher werden, die Armen schon.
Also höhere Steuern für die Reichen? Oder der Staat schöpft, neben den Banken das Geld, und verteilt es unter allen Menschen? Die Armen sorgen für Nachfrage und steigern das Wachstum! Mit allen weiteren Vorteilen für die Volkswirtschaft.
Damit Belasse ich es mal.
Einfach herrlich, wie manche sich die Welt zurechtbiegen. Vor ein paar Jahren noch war Spanien ein formidables Beispiel an erfolgreicher Wirtschaftspolitik. Und jetzt in der Krise wird den jungen Leuten zum Vorwurf gemacht, daß sie die falschen Fächer studiert hätten.
Diese besserwisserische deutsche Arroganz mancher Mitbürger wird denselben demnächst auf die eigenen Füße fallen. Dann darf man fragen, wieso denn alle BWL oder Ingenieurwissenschaften studiert haben, wohlwissend, daß es nicht nur Häuptlinge sondern auch Indianer braucht.
Wie auch immer, Hochmut kommt jedenfalls immer noch vor dem Fall.
bei den hohen wOhnungspreisen in Spanien ist es nicht verwundelich dass man als "mileurista" in spanien verspottet wird. Alles ist teurer (ausser dem Benzin als im Rest Europas. Meiner Tochter (ich lebe in Spanien habe ich vorgeschlagen einen Job in Südamerika als Ökonomistin zu suchen. Hierin Europa ist sowieso Sense Hier gibt es keine zukunft in Südamerika schon und man weiss wie der HAse läuft wenn man ähnliches sieht.
"Hinzu kommt ein Arbeitsmarkt, der ältere Arbeitnehmer mit Privilegien ausstattet und jüngeren Menschen die Chancen verweigert."
Heißt also, die Alten entlassen damit die Jüngeren an Arbeit kommen? Hätten Sie geschrieben: Die Alten (zwangsweise) in die Rente zu entlassen, wobei die Rente ein Lebenswertes Leben ermöglicht, dann befänden Sie sich auf dem Lösungsweg.
Es gibt keine Arbeit mehr, für Alle, Beschäftigungsfähigen Menschen! Damit ist Arbeitslosigkeit, wie fast alles andere, ein Verteilungsproblem!
Dies Verteilungsproblem ist nur Lösbar, wenn Ältere früher in Rente gehen, oder wirtschaftliches Wachstum generiert wird.
Wirtschaftliches Wachstum über Export macht es Importländern unmöglich, wirtschaftliches Wachstum zu generieren!
Bleibt nur die Möglichkeit, den Menschen zusätzliche Kaufkraft zukommen zu lassen. Die Reichen verkonsumieren nicht mehr, wenn Sie Reicher werden, die Armen schon.
Also höhere Steuern für die Reichen? Oder der Staat schöpft, neben den Banken das Geld, und verteilt es unter allen Menschen? Die Armen sorgen für Nachfrage und steigern das Wachstum! Mit allen weiteren Vorteilen für die Volkswirtschaft.
Damit Belasse ich es mal.
Während die Familienideologen hier zu Lande durch die Gegend laufen und ständig von der angeblich zu niedrigen Geburtenrate faseln, um nur mehr Subventionen für die Familien zu ergaunern, sind 25 Prozent der Jugend in Europa arbeitslos. So what! Die Familienpolitik hier zu Lande kommt vor wie eine Feuerwehr, die nicht Wasser oder Schaum zum Löschen benutzt, sondern Benzin. Übrigens schaut es mit der Altersarbeitslosigkeit (besonders ab 55) auch nicht besser aus. Nur wird da weniger Wind herum gemacht. Aber wenn 55+ keine Arbeitsplätze bekommt, dann sind mir die Jungen auch egal.
gibt es noch über 1000 wohl unatraktive Ausbildungsstellen, da noch nicht besetzt und in Brandeburg gibt es bereits Anstrengungen aus dem Nachbarland Polen duetschsprachige junge Leute als Azubis zu gewinnen.
Kann es sein das die Realität da immer wieder ein Stück weit verdrängt wird?
"Jugendarbeitslosigkeit in einer alternden Gesellschaft ist nicht irgendein politisches Problem. Sie ist ein Wahnsinn."
Es ist die Realität in einer überbevölkerten Welt.
"Realität in einer überbevölkerten Welt". Es ist der gewöhnliche Kapitalismus! Der Mensch zählt nichts, absolut nichts!
"Realität in einer überbevölkerten Welt". Es ist der gewöhnliche Kapitalismus! Der Mensch zählt nichts, absolut nichts!
Hier die Antwort auf die etwas naive Frage von Herrn Krupa: "Wer kommt dann für die Schulden auf?" Natürlich niemand. Wenn es nicht mehr weiter geht, wird die Reset-Taste gedrückt. Das war schon immer so. Denn wo eine Schuld existiert, existiert auf der Gegenseite die Forderung. Und die wird dan ausgebucht.
Was der eine als sein Vermögen betrachtet, ist die Schuld des Anderen. Offensichtlich ist das bei (Staats-)Anleihen, bei "normalem" Buchgeld wird diese Tatsache in den Bilanzen des Bankensystem versteckt.
Dementsprechend ist die Staatsverschuldung nichts anderes als das Vermögen der Bürger und wie das verteilt ist, dürfte mittlerweile bekannt sein.
Das Perverse an der Sache ist, dass ein nicht geringer Teil dieses Luftballonvermögens von den Älteren als private Alters"vorsorge" betrachtet wird, sprich als Anrecht auf die Leistungen, die eben diese Generation erbringen soll, um den Wohlstand der alten Sä..e zu sichern.
Wie oft wurde schon von VWL-Profs und auch der ZEIT heruntergebetet, dass Staatsschulden wichtig sind, damit Pensionsfonds eine sichere Anlage für ihre Kunden haben.
Man muss beim Fachkräftemangel scharf unterscheiden zwischen dem, was uns heute aufgetischt wird, und was uns ab ca. 2020-2025 erwarten wird, wenn man sich die Alterspyramiden in allen Ländern anschaut. Bedenkt man die niedrigeren Renteneintrittsalter in anderen europäischen Ländern, vielleicht auch schon etwas früher.
Wie aber die Realwirtschaft das in 15 Jahren leisten soll, wenn die junge Generation dann nicht die nötige Berufserfahrung mitbringt, weil man die im Verteilungskampf der Älteren aufs Abstellgleis gesetzt hat, ist mir ein Rätsel. "Man weiß ja nicht, obs noch was gibt in 10 Jahren".
Scheint eine selbsterfüllende Prophezeiung zu werden...
Faktisch sitzen die Jungen dann aber am längeren Hebel. Eine Gerontokratie werden wir uns nicht gefallen lassen!
... heißt leider Krieg. Aber Sie haben trotzdem Recht.
Genau so wird es sein - man darf es ruhig aussprechen - die Schulden werden nicht mehr bezahlt - sie werden ausgebucht!
Fertig!!
josefine
Was der eine als sein Vermögen betrachtet, ist die Schuld des Anderen. Offensichtlich ist das bei (Staats-)Anleihen, bei "normalem" Buchgeld wird diese Tatsache in den Bilanzen des Bankensystem versteckt.
Dementsprechend ist die Staatsverschuldung nichts anderes als das Vermögen der Bürger und wie das verteilt ist, dürfte mittlerweile bekannt sein.
Das Perverse an der Sache ist, dass ein nicht geringer Teil dieses Luftballonvermögens von den Älteren als private Alters"vorsorge" betrachtet wird, sprich als Anrecht auf die Leistungen, die eben diese Generation erbringen soll, um den Wohlstand der alten Sä..e zu sichern.
Wie oft wurde schon von VWL-Profs und auch der ZEIT heruntergebetet, dass Staatsschulden wichtig sind, damit Pensionsfonds eine sichere Anlage für ihre Kunden haben.
Man muss beim Fachkräftemangel scharf unterscheiden zwischen dem, was uns heute aufgetischt wird, und was uns ab ca. 2020-2025 erwarten wird, wenn man sich die Alterspyramiden in allen Ländern anschaut. Bedenkt man die niedrigeren Renteneintrittsalter in anderen europäischen Ländern, vielleicht auch schon etwas früher.
Wie aber die Realwirtschaft das in 15 Jahren leisten soll, wenn die junge Generation dann nicht die nötige Berufserfahrung mitbringt, weil man die im Verteilungskampf der Älteren aufs Abstellgleis gesetzt hat, ist mir ein Rätsel. "Man weiß ja nicht, obs noch was gibt in 10 Jahren".
Scheint eine selbsterfüllende Prophezeiung zu werden...
Faktisch sitzen die Jungen dann aber am längeren Hebel. Eine Gerontokratie werden wir uns nicht gefallen lassen!
... heißt leider Krieg. Aber Sie haben trotzdem Recht.
Genau so wird es sein - man darf es ruhig aussprechen - die Schulden werden nicht mehr bezahlt - sie werden ausgebucht!
Fertig!!
josefine
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