JugendarbeitslosigkeitIn Europa, verdammt!

Fast ein Viertel aller Jugendlichen in der EU ist arbeitslos. Das ist nicht einfach ein Problem, es ist Wahnsinn.

Studenten bei einer Demonstration in Rom (Archivbild)

Studenten bei einer Demonstration in Rom (Archivbild)

Vielleicht gehört es zum Unglück der Jungen, dass der Sinn für Größenordnungen inzwischen verloren gegangen ist. Die Empfindlichkeit für Zahlen und für das, was sie bedeuten, hat offensichtlich gelitten durch all die Milliarden, die in den vergangenen Jahren über die europäische Ladentheke geschoben wurden. Anders lässt sich nicht erklären, warum diese eine Zahl bislang behandelt wurde, als handele es sich lediglich um eine Fußnote. Um Kleingedrucktes der Krise.

Fünfeinhalb Millionen junge Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren waren in diesem März in der Europäischen Union arbeitslos, ganz genau: 5,516 Millionen. Das entspricht einer Quote von 22,6 Prozent. Jugendliche sind damit doppelt so hart von Arbeitslosigkeit betroffen wie Ältere (die Quote aller Altersklassen liegt bei 10,2 Prozent, ebenfalls ein Rekordwert). Es sind junge Menschen wie der Schulabbrecher Yassine aus der Pariser Banlieue, die Slowakin Nikoletta, die voller Hoffnung Kulturwissenschaften studiert hat, oder Jessica aus Rom, die noch immer bei den Eltern wohnt. Jeder von ihnen hat seine Hoffnungen und Handicaps. Alle haben sie den Wunsch, endlich anfangen zu können. Endlich ihr eigenes Leben zu beginnen.

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Doch die enorme Zahl steht nicht nur für die Summe vieler persönlicher Geschichten. Die 5,516 Millionen verweisen auf eine fundamentale Ungerechtigkeit. Denn die Jungen, die heute keine Arbeit finden, zahlen doppelt und dreifach. Sie sind die Leidtragenden einer Krise, die sie nicht verschuldet haben; sie werden später, wenn sie Arbeit finden, für Schulden bezahlen, mit denen andere ihre Sorgen verdrängt haben; und sie werden immer weniger sein als die Alten, die immer älter werden. Jugendarbeitslosigkeit in einer alternden Gesellschaft ist nicht irgendein politisches Problem. Sie ist ein Wahnsinn.

In Deutschland ist dieser Wahnsinn nicht so spürbar wie im übrigen Europa. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,9 Prozent die niedrigste aller EU-Länder. Um eine Vorstellung von dem Irrwitz um uns herum zu bekommen, muss man sich deshalb ein paar Zahlen genauer ansehen.

Jugendarbeitslosigkeit
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Mit den 5,516 Millionen sind nur jene Jugendlichen erfasst, die tatsächlich nach Arbeit suchen. Zieht man eine andere Größe heran, die sogenannten NEETs, wird das Bild noch dramatischer. Die Abkürzung steht für »not in employment, education or training« und bezeichnet alle 15- bis 24-Jährigen, die weder Arbeit haben noch einen Studien- oder Ausbildungsplatz. Diese Zahl ist schwieriger zu erfassen und wird nur einmal im Jahr erhoben. Der letzte Wert stammt von 2010. Bereits damals gab es 7,5 Millionen NEETs.

Junge Arbeitnehmer oder Arbeitssuchende haben es besonders schwer, weil Unternehmen in Krisenzeiten keine neuen Mitarbeiter einstellen und meist diejenigen zuerst entlassen, die erst kurz dabei sind: »Last in, first out.« Hart getroffen sind daher einmal mehr die Krisenstaaten; in Griechenland und Spanien bleibt jeder zweite unter 25, der Arbeit sucht, ohne Job. Das Muster jedoch zieht sich quer über den Kontinent. Selbst in so unterschiedlichen Ländern wie Schweden, Rumänien oder Luxemburg ist die Jugendarbeitslosigkeit mehr als drei Mal so hoch wie die allgemeine Arbeitslosigkeit. Es gibt nicht viele politische Felder, bei denen die EU ein so einheitliches Bild abgibt wie hier: bei den Vereinigten Arbeitslosen von Europa. Für eine ganze Generation steht plötzlich infrage, was lange selbstverständlich war: dass Europa seinen Bürgern persönliche Freiheit und Wohlstand garantiert.

Leser-Kommentare
  1. Dieser Schilderung der grauenhaften Situation für junge Menschen in der EU fehlt m.E.ein ganz wesentlicher Punkt: nämlich die Frage "Wo bleibt z.B. In Deutschland das Engagement für die Mitgliedsländer???"
    Bei uns und wahrscheinlich auch anderswo, gibt es unzaehlige Organisationen, wie
    Industrie-und Handelskammern, Unternehmer-Verbände für fast jede Branche, Hand-
    werkskammern und Städte-Partnerschaften (wenn man die egoistischen Gewerkschaft-
    en einmal aus und vor lassen will)...........
    .......Diese zahllosen, total buerokratisierten Organisationen kümmern sich
    offensichtlich nur um ihren kleinen Organisations-Horizont und wenn es irgendwo fehlt, z.B. an qualifizierten Arbeitskräften, gibt es Zeder und Mordio und es wird nach der "Politik" geschrieen......
    Angeblich sind wir eine "Europäische Union", wann also wird hier europäisch gedacht
    und gehandelt ??? Wenn man diesen europäischen Gedanken Ernst nehmen will,
    muss man doch dort anfangen, wo man etwas bewegen kann.....grass roots policy
    kann man das auf Neu-Hochdeutsch nennen......nur keiner handelt danach.
    Ich halte das für dumm oder , mit Verlaub, pervers.

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    Die ganze Organisationen und Verbände - von denen hört man überhaupt nichts. Immer muss es die Bevölkerung in den jeweiligen Ländern ausbaden und unsere Versager-Medien, die ja angeblich alles so toll kontrollieren haken da auch überhaupt nicht nach. Jedes mal, wenn z.B. Herr Keitel vom BDI hier sein Geblöke verzapft wird sowas überhaupt nicht thematisiert. Anscheinend geht es immer nur um die eigenen Interessen die Menschen möglichst ausbeuten zu können und im Elend vergammeln zu lassen ohne mal ein bisschen Verantwortung zu übernehmen. Die Politik namentlich UvdL unsere geliebte Arbeitsministerin oder auch Angela Merkel - Kauder wen Sie wollen lassen sich dann komischerweise gern sofort bereitwillig einspannen für solche perversen Vorschläge wie z.B. Spanier gegen den Fachkräftemangel, europäischer Arbeitsmark oder Osteuropäer fürs Gesundheitswesen und was wir wollen wird nie gefragt. Ich denke wir leben in einer Demokratie oder was und dann wird unser Land derart umgewälzt ohne das auch nur einmal gefragt wird was wir denn eigentlich wollen. Hier wird erzählt wie toll Europa ist. Europa ist der grösste Scheiss der uns je passiert ist. Die Krise wurde in Kauf genommen, um uns jetzt zu erzählen was gerade passiert wäre ja so Alternativlos und wir hätten ja gar keine Wahlmöglichkeiten mehr. Und die Piraten sind dann z.B. die Demokratiefeinde, die aber eigentlich fast schon der letzte Versuch sind die Penner noch irgendwie aufzuhalten.

    Die ganze Organisationen und Verbände - von denen hört man überhaupt nichts. Immer muss es die Bevölkerung in den jeweiligen Ländern ausbaden und unsere Versager-Medien, die ja angeblich alles so toll kontrollieren haken da auch überhaupt nicht nach. Jedes mal, wenn z.B. Herr Keitel vom BDI hier sein Geblöke verzapft wird sowas überhaupt nicht thematisiert. Anscheinend geht es immer nur um die eigenen Interessen die Menschen möglichst ausbeuten zu können und im Elend vergammeln zu lassen ohne mal ein bisschen Verantwortung zu übernehmen. Die Politik namentlich UvdL unsere geliebte Arbeitsministerin oder auch Angela Merkel - Kauder wen Sie wollen lassen sich dann komischerweise gern sofort bereitwillig einspannen für solche perversen Vorschläge wie z.B. Spanier gegen den Fachkräftemangel, europäischer Arbeitsmark oder Osteuropäer fürs Gesundheitswesen und was wir wollen wird nie gefragt. Ich denke wir leben in einer Demokratie oder was und dann wird unser Land derart umgewälzt ohne das auch nur einmal gefragt wird was wir denn eigentlich wollen. Hier wird erzählt wie toll Europa ist. Europa ist der grösste Scheiss der uns je passiert ist. Die Krise wurde in Kauf genommen, um uns jetzt zu erzählen was gerade passiert wäre ja so Alternativlos und wir hätten ja gar keine Wahlmöglichkeiten mehr. Und die Piraten sind dann z.B. die Demokratiefeinde, die aber eigentlich fast schon der letzte Versuch sind die Penner noch irgendwie aufzuhalten.

  2. die Verfechter der freien Marktwirtschaft gehen von einem theoretischen Modell aus, das real gar nicht die Voraussetzungen erfüllt, um funktionieren zu können.

    Wer soll denn bitte noch gegen multinationale Unternehmen und deren Geldmacht konkurieren können? Das funktioniert ja noch nicht einmal mehr im Einzelhandel, da mieten die Multinationalen in den Einkaufsgegenden zu irre überhöhten Mieten alles, was sie in die Finger kriegen können, um Konkurrenz zu verdrängen. Sie können doch niemandem erzählen, das 4 mal Douglas oder 3 mal H&M im Umkreis von 1 Kilometer zu mehr Umsatz führt. Es geht lediglich darum, erst überhaupt niemanden mehr hochkommen zu lassen.

    Eine freie Marktwirtschaft könnte höchstens funktionieren, wenn alle Marktteilnehmer überhaupt erst einmal die gleichen Startbedingungen hätten. Haben sie aber nicht.

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  3. Die ganze Organisationen und Verbände - von denen hört man überhaupt nichts. Immer muss es die Bevölkerung in den jeweiligen Ländern ausbaden und unsere Versager-Medien, die ja angeblich alles so toll kontrollieren haken da auch überhaupt nicht nach. Jedes mal, wenn z.B. Herr Keitel vom BDI hier sein Geblöke verzapft wird sowas überhaupt nicht thematisiert. Anscheinend geht es immer nur um die eigenen Interessen die Menschen möglichst ausbeuten zu können und im Elend vergammeln zu lassen ohne mal ein bisschen Verantwortung zu übernehmen. Die Politik namentlich UvdL unsere geliebte Arbeitsministerin oder auch Angela Merkel - Kauder wen Sie wollen lassen sich dann komischerweise gern sofort bereitwillig einspannen für solche perversen Vorschläge wie z.B. Spanier gegen den Fachkräftemangel, europäischer Arbeitsmark oder Osteuropäer fürs Gesundheitswesen und was wir wollen wird nie gefragt. Ich denke wir leben in einer Demokratie oder was und dann wird unser Land derart umgewälzt ohne das auch nur einmal gefragt wird was wir denn eigentlich wollen. Hier wird erzählt wie toll Europa ist. Europa ist der grösste Scheiss der uns je passiert ist. Die Krise wurde in Kauf genommen, um uns jetzt zu erzählen was gerade passiert wäre ja so Alternativlos und wir hätten ja gar keine Wahlmöglichkeiten mehr. Und die Piraten sind dann z.B. die Demokratiefeinde, die aber eigentlich fast schon der letzte Versuch sind die Penner noch irgendwie aufzuhalten.

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    Ach so, einfach Grenzen dicht und das ist dann also die Loesung? Ich finde es depremierend, solche Beitraege wie von Ihnen zu lesen, da ich zu denen gehoere, die auch von einem internationalem Arbeitsmarkt profitiert haben, und was ist mit den ganzen Deutschen, die heute in den NL, CH, Oesterreich, USA, Australien und sonstwo arbeiten? Sollen die auch wieder alle dann heim ins geliebte Land. Was ist dann die naechste Forderung? Merkantilismus? Wir exportieren nur noch, aber um Arbeitsplaetze zu schaffen, machen wir die Grenzen gegen Importe dicht? Und warum bitte stehen Sie einem Deutschen naeher als einem Spanier, Letzterer koennte doch im Einzelfall der bessere Mensch sein. Ich zaehle mittlerweile Hindis, Kambodschaner, Russen, Australier, Chinesen und Koreaner zu meinen besten Freunden und denen goenne ich eher einen Arbeitsplatz als einem mir nicht bekannten Bayern. Mich interessiert nicht welche Hautfarbe, Religion oder Nationalitaet jemand hat, mich interessiert der Mensch dahinter und ein gemeinsames Europa ist ein grossartiges Projekt, dessen Benefit man in Geld nicht ausdruecken kann. Seit mehr als 60 Jahren kein Krieg mehr im westlichen Europa, die laengste Friedenszeit die es in der Geschichte Europas gab. Ich bin froh das ich nirgendwo auf der Welt so behandelt wurde wie Sie sich das Behandeln von auslaendischen Bewerbern offensichtlich wuenschen. Ich schaeme mich als Deutscher und als Beamter im koreanischen Staatsdienst, fuer solche Mitbuerger wie Sie.

    Ach so, einfach Grenzen dicht und das ist dann also die Loesung? Ich finde es depremierend, solche Beitraege wie von Ihnen zu lesen, da ich zu denen gehoere, die auch von einem internationalem Arbeitsmarkt profitiert haben, und was ist mit den ganzen Deutschen, die heute in den NL, CH, Oesterreich, USA, Australien und sonstwo arbeiten? Sollen die auch wieder alle dann heim ins geliebte Land. Was ist dann die naechste Forderung? Merkantilismus? Wir exportieren nur noch, aber um Arbeitsplaetze zu schaffen, machen wir die Grenzen gegen Importe dicht? Und warum bitte stehen Sie einem Deutschen naeher als einem Spanier, Letzterer koennte doch im Einzelfall der bessere Mensch sein. Ich zaehle mittlerweile Hindis, Kambodschaner, Russen, Australier, Chinesen und Koreaner zu meinen besten Freunden und denen goenne ich eher einen Arbeitsplatz als einem mir nicht bekannten Bayern. Mich interessiert nicht welche Hautfarbe, Religion oder Nationalitaet jemand hat, mich interessiert der Mensch dahinter und ein gemeinsames Europa ist ein grossartiges Projekt, dessen Benefit man in Geld nicht ausdruecken kann. Seit mehr als 60 Jahren kein Krieg mehr im westlichen Europa, die laengste Friedenszeit die es in der Geschichte Europas gab. Ich bin froh das ich nirgendwo auf der Welt so behandelt wurde wie Sie sich das Behandeln von auslaendischen Bewerbern offensichtlich wuenschen. Ich schaeme mich als Deutscher und als Beamter im koreanischen Staatsdienst, fuer solche Mitbuerger wie Sie.

  4. Ich mache mir ueber das Problem der Jugendarbeitslosigkeit schon laenger Gedanken und man muss konstatieren, es gibt in der Oekonomie keine irgendwie geartete Tendenz zur Vollbeschaeftigung, ausser man schliesst wie neoklassische Oekonomen einfach aus, dass der Lohn zum Leben nicht reichen koennte. Dann kann man argumentieren, der Lohn muss nur gering genug sein und man erreicht Vollbeschaeftigung. Bildung hat nach meinem Dafuerhalten zwei Aspekte, einmal aus Sicht des Individuums ist ein hoher Bildungsgrad ein Vorteil, sind aber alle Individuen gut gebildet, dann verschwindet dieser Vorteil, zwar sind dann alle produktiver, aber die Frage ist, wer erhaelt diesen Gewinn? Aufgrund der Konkurrenzsituation offensichtlich nicht der hoeher Gebildete. Ich arbeite in Korea, 90% der Jugendlichen studieren und trotzdem ist die Jugendarbeitslosigkeit doppelt so hoch wie die der Gesamtgesellschaft, auch wenn beide Zahlen im Vergleich zu Europa laecherlich gering sind. Hier sieht man das auch als Problem. In den Niederlanden gab es mal das beruehmte Abkommen von Waasenaar, Arbeitgeber verpflichten sich bei Arbeitszeitverkuerzung mehr Menschen einzustellen und dafuer sollten die Loehne immer nur moderat steigen. Seitdem gibt es relativ wesentlich weniger Arbeitslose als in DE. Dies ist der einzige Weg aus der Misere Arbeitszeitverkuerzung, die leider mal die Vermoegenden und Bestverdienenden finanzieren muessen. Die Alternative koennte sonst eine Gewaltsame sein.

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    • konne
    • 08.06.2012 um 3:13 Uhr

    bei den hohen wOhnungspreisen in Spanien ist es nicht verwundelich dass man als "mileurista" in spanien verspottet wird. Alles ist teurer (ausser dem Benzin als im Rest Europas. Meiner Tochter (ich lebe in Spanien habe ich vorgeschlagen einen Job in Südamerika als Ökonomistin zu suchen. Hierin Europa ist sowieso Sense Hier gibt es keine zukunft in Südamerika schon und man weiss wie der HAse läuft wenn man ähnliches sieht.

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    Ich kenne Spanien auch und dort sind meiner Einschätzung nach die Lebenshaltungskosten nicht deutlich höher als in D oder Frankreich. Denken Sie in Deutschland kann man von 1000 EUR netto gut leben ? Ich glaube nicht...

    Ich kenne auch Südamerika und ich bin mir nicht sicher, dass man dort ausgerechnet auf Ökonomisten in Europa wartet...

    Ich kenne Spanien auch und dort sind meiner Einschätzung nach die Lebenshaltungskosten nicht deutlich höher als in D oder Frankreich. Denken Sie in Deutschland kann man von 1000 EUR netto gut leben ? Ich glaube nicht...

    Ich kenne auch Südamerika und ich bin mir nicht sicher, dass man dort ausgerechnet auf Ökonomisten in Europa wartet...

  5. Ach so, einfach Grenzen dicht und das ist dann also die Loesung? Ich finde es depremierend, solche Beitraege wie von Ihnen zu lesen, da ich zu denen gehoere, die auch von einem internationalem Arbeitsmarkt profitiert haben, und was ist mit den ganzen Deutschen, die heute in den NL, CH, Oesterreich, USA, Australien und sonstwo arbeiten? Sollen die auch wieder alle dann heim ins geliebte Land. Was ist dann die naechste Forderung? Merkantilismus? Wir exportieren nur noch, aber um Arbeitsplaetze zu schaffen, machen wir die Grenzen gegen Importe dicht? Und warum bitte stehen Sie einem Deutschen naeher als einem Spanier, Letzterer koennte doch im Einzelfall der bessere Mensch sein. Ich zaehle mittlerweile Hindis, Kambodschaner, Russen, Australier, Chinesen und Koreaner zu meinen besten Freunden und denen goenne ich eher einen Arbeitsplatz als einem mir nicht bekannten Bayern. Mich interessiert nicht welche Hautfarbe, Religion oder Nationalitaet jemand hat, mich interessiert der Mensch dahinter und ein gemeinsames Europa ist ein grossartiges Projekt, dessen Benefit man in Geld nicht ausdruecken kann. Seit mehr als 60 Jahren kein Krieg mehr im westlichen Europa, die laengste Friedenszeit die es in der Geschichte Europas gab. Ich bin froh das ich nirgendwo auf der Welt so behandelt wurde wie Sie sich das Behandeln von auslaendischen Bewerbern offensichtlich wuenschen. Ich schaeme mich als Deutscher und als Beamter im koreanischen Staatsdienst, fuer solche Mitbuerger wie Sie.

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    Davon war gar nicht die Rede. Das Problem ist, dass Europa ständig als Ausrede dafür herhält seinen Job nicht machen zu müssen. Politiker sagen nationale Lösungen bringen ja nichts also muss das jetzt so gemacht gemacht werden und übergehen die eigene Bevölkerung und tun so als ob sie alles abnicken müssten ohne noch selbst Einfluss darauf zu haben dabei haben sie Europa ja selbst erst so gestrickt, dass es so ist wie es ist. Unternehmen flennen dauernd bei der Politik rum, dass man ihnen doch bittet Fachkräfte sonstwoher besorgen soll oder setzen ihre Fabriken etc. gleich dahin wo die Menschen am schlechtesten behandelt werden statt sich mal selbst darum zu kümmern die Situation zu verbessern. Europa ist zum Selbstbedienungsladen für alle möglichen feuchten Träume unserer ELiten verkommen. Das dann eine antieuropäische Grundstimmung aufkommt hat überhaupt nichts damit zu tun, dass irgendjemand auf irgendjemanden herabblickt oder so. Und natürlich sind es die weniger previligierten Menschen - nicht weil sie nicht gebildet wären sondern, weil sie sich schlechter wehren können und eben nicht einfach so in Ausland gehen können. So wird ein Schuh draus. Ich hoffe ich hab das jetzt mal allgemeingültig erklärt ohne, dass mir wieder irgendwelche Anfeindungen unterstellt werden. Und von Australien oder Amerika ist auch nur in sofern die Rede als das dann auf europäischer Ebene z.B. Datenaustauschprogramme durchzudrücken, die man aus guten Gründen national nie durchbekommen hätte.

    Davon war gar nicht die Rede. Das Problem ist, dass Europa ständig als Ausrede dafür herhält seinen Job nicht machen zu müssen. Politiker sagen nationale Lösungen bringen ja nichts also muss das jetzt so gemacht gemacht werden und übergehen die eigene Bevölkerung und tun so als ob sie alles abnicken müssten ohne noch selbst Einfluss darauf zu haben dabei haben sie Europa ja selbst erst so gestrickt, dass es so ist wie es ist. Unternehmen flennen dauernd bei der Politik rum, dass man ihnen doch bittet Fachkräfte sonstwoher besorgen soll oder setzen ihre Fabriken etc. gleich dahin wo die Menschen am schlechtesten behandelt werden statt sich mal selbst darum zu kümmern die Situation zu verbessern. Europa ist zum Selbstbedienungsladen für alle möglichen feuchten Träume unserer ELiten verkommen. Das dann eine antieuropäische Grundstimmung aufkommt hat überhaupt nichts damit zu tun, dass irgendjemand auf irgendjemanden herabblickt oder so. Und natürlich sind es die weniger previligierten Menschen - nicht weil sie nicht gebildet wären sondern, weil sie sich schlechter wehren können und eben nicht einfach so in Ausland gehen können. So wird ein Schuh draus. Ich hoffe ich hab das jetzt mal allgemeingültig erklärt ohne, dass mir wieder irgendwelche Anfeindungen unterstellt werden. Und von Australien oder Amerika ist auch nur in sofern die Rede als das dann auf europäischer Ebene z.B. Datenaustauschprogramme durchzudrücken, die man aus guten Gründen national nie durchbekommen hätte.

  6. Der reinen Markrtlogik folgend haben Sie sicherlich zum Teil recht, wenn es moeglich waere jemanden der sich 30 Jahre lang fuer sein Unternehmen aufgerieben hat und jetzt mit Altersbeschwerden kaempft einfach und kostenlos zu entlassen, ja dann wuerde man das Problem Jugendarbeitslosigkeit verringern koennen. Aber gleichzeitig haben wir dann ein anderes Problem, das nicht weniger dramatisch ist, eben Altenarbeitslosigkeit in gleichem Ausmass. Und da ist doch das Paradoxe auch in der Politik, ich habe vor ca 20 Jahren in DE gearbeitet, damals 38h die Woche, heute sollen es 40h bzw. bei Beamten 42 h sein, dann hat man das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhoeht. Ob das so zielfuehrend ist? Gleichzeitig hat seit den 80zigern eine massive Einkommens- und Vermoegensumverteilung stattgefunden, sowohl bei funktionalen als auch der personellen Einkommensverteilung, jeweils zu Gunsten der Bestverdienenden und Kapitaleigner. Das sage nicht ich sondern die OECD (siehe "Divided we stand", OECD), koennte das ein Grund sein und Arbeitslosigkeit ist die Waffe der Besitzenden, dass sage nicht ich, sondern der ehemalige Wirtschaftsberater von M. Thatcher. Wenn dieser Trend nicht gestoppt wird und es der Mainstream Presse nicht mehr gelingt, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufzubringen (man siehe nur ALG II-Bezieher Bashing, Muslim-Bashing, Griechen-Bashing usw), die eigentlich die gleichen Ziele haben, dann wird es boese enden.

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  7. "Geld kann (muss aber nicht) reale nachhaltige Werte schaffen."

    Daran ist aber auch der Verbraucher schuld. Er kann die ihm zur Verfügung stehenden Mittel für ganz kurzlebige Güter oder Dienstleistungen ausgeben oder er kann langlebige Güter kaufen, die auch langfristig noch einen Wert darstellen.

    Ein Beispiel wäre der Konsum von Discountkleidung, die nur wenige Male getragen und dann nicht mehr verwendet wird. Die breite Masse in den industrialisierten Ländern beutet damit die Textilarbeiter in den Entwicklungsländern extrem aus und hat gleichzeitig die hiesige früher mal vorhandene Textilindustrie in Grund und Boden auskonkurriert.

    Heute abend kommt auf 3Sat um 21:00 Uhr ein Beitrag über Äthiopien und seine aufstrebende Schuhindustrie. Dort läuft es ähnlich wie im Textilbereich. 10 Cent pro Arbeitsstunde! Dafür werden dann beispielsweise in Portugal Fabriken dicht gemacht, weil die natürlich nicht für 10 Cent pro stunde arbeiten können. Außerdem sind die Chinesen in ganz großen Maßstab eingestiegen, weil die Äthiopier mittlerweile viel billiger als die chinesischen Arbeiter sind!

    Der Verbraucher hat es in der Hand, ob er solche Produktion unterstützen will oder nicht. Oft wird er weder eine Ahnung haben, noch wird es ihn interessieren. Bis dann halt die betreffende Industrie und damit die Arbeitsplätze abgewandert sind.

    Für die Unternehmen, die dieses Geschäftsmodell betreiben ist es natürlich ein Bombengeschäft, wenn die Arbeitskosten nahezu gegen Null gehen! Fast schon wie im Drogenhandel.

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    "Dritten Welt" aus!

    Als Kunde kann ich gar nicht Wissen, zu welchen Konditionen ein Produkt hergestellt wird! Auch Teure Markenklamotten werden in Billiglohnländern Hergestellt!

    Die Ausbeutung von Mitarbeitern, geschieht immer vor Ort, von den Arbeitgebern, in der ganzen Welt!

    Natürlich kann ich als Verbraucher, indirekt Einfluss über die Produktionsweise und Bezahlung von Arbeitnehmern in der "Dritten Welt" nehmen, sofern ich selbst genug Einkommen generieren kann, um mir das Leisten zu können! Dazu müsste ich aber Einblick in die "Wertschöpfungsketten" haben, und die habe ich Nicht!

    Bei Fair Trade gehandelten Waren unterstütze ich im wesentlichen die Erzeuger. Ob diese Erzeuger ihre Abhängig Beschäftigten besser Bezahlen, keine Ahnung?

    Es ist Aufgabe der Politiker vor Ort die Arbeitsbedingungen ihrer Mitbürger zu Verbessern. Was ich zugeben muss, eine Unmögliche Aufgabe ist, so lange andere Staaten der Meinung sind, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Staaten zu erschaffen!

    Die Lösung dafür kann nur Lauten: Keine Ungleichgewichte im Internationale Handel mehr zulassen, dafür ausgleichende Arbeitsteilung!

    Probleme im eigenen Land sind nicht Dauerhaft, durch Exportüberschüsse Lösbar. Ansonsten sind die Importländer bald Pleite.

    "Dritten Welt" aus!

    Als Kunde kann ich gar nicht Wissen, zu welchen Konditionen ein Produkt hergestellt wird! Auch Teure Markenklamotten werden in Billiglohnländern Hergestellt!

    Die Ausbeutung von Mitarbeitern, geschieht immer vor Ort, von den Arbeitgebern, in der ganzen Welt!

    Natürlich kann ich als Verbraucher, indirekt Einfluss über die Produktionsweise und Bezahlung von Arbeitnehmern in der "Dritten Welt" nehmen, sofern ich selbst genug Einkommen generieren kann, um mir das Leisten zu können! Dazu müsste ich aber Einblick in die "Wertschöpfungsketten" haben, und die habe ich Nicht!

    Bei Fair Trade gehandelten Waren unterstütze ich im wesentlichen die Erzeuger. Ob diese Erzeuger ihre Abhängig Beschäftigten besser Bezahlen, keine Ahnung?

    Es ist Aufgabe der Politiker vor Ort die Arbeitsbedingungen ihrer Mitbürger zu Verbessern. Was ich zugeben muss, eine Unmögliche Aufgabe ist, so lange andere Staaten der Meinung sind, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Staaten zu erschaffen!

    Die Lösung dafür kann nur Lauten: Keine Ungleichgewichte im Internationale Handel mehr zulassen, dafür ausgleichende Arbeitsteilung!

    Probleme im eigenen Land sind nicht Dauerhaft, durch Exportüberschüsse Lösbar. Ansonsten sind die Importländer bald Pleite.

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