DiskriminierungRabea sucht einen Job

Welchen Klischees gläubige Muslime bei der Bewerbung begegnen von Hadija Haruna

Als sie das letzte Mal auf Stellensuche war, trug sie noch kein Kopftuch. Vier Jahre lang arbeitete Rabea Said* in einer Praxis in der Nähe von Freiburg, dann wurde ihre Tochter geboren. Jetzt ist sie wieder auf Stellensuche, doch diesmal ist alles anders. Sie merkte es ausgerechnet, nachdem ihr früherer Chef ihr angeboten hatte, wieder bei ihm in der Praxis anzufangen. Sie habe sofort zugesagt und im Gespräch ihr Kopftuch erwähnt, das sie seit einer Weile trägt. »Da sagte er, dass er mich immer sehr geschätzt habe, aber dass das nicht seiner politischen Einstellung entspreche«, sagt Said.

Seit sechs Jahren ist die Konvertitin inzwischen mit ihrem algerischen Mann verheiratet, in ihren Glauben ist sie hineingewachsen – ohne Druck. Die Physiotherapeutin versteht ihn als Privatangelegenheit. Sie ist eine gebildete Frau, die Zeitung und Bücher liest und arbeiten will – entgegen allen Klischees mit der vollen Unterstützung ihres Mannes. Genau darum trafen sie die Worte ihres Ex-Chefs wie ein Schlag ins Gesicht: »Wir kannten uns lange.«

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Wirklich reagiert hat die Physiotherapeutin dennoch nicht auf die Absage. Sie hat keine Lust, immer wieder Grundsatzdiskussionen über ihren Glauben zu führen. »Ich bin gut in meinem Fach und möchte nicht auf mein Kopftuch reduziert werden«, sagt die Konvertitin. Sie spricht mit starker Stimme, wirkt bestimmt – auch wenn ihr die Enttäuschung darüber anzumerken ist. Doch die Muslimin glaubt an das Gute. Kürzlich habe ihr ein Bekannter den Link zur Onlinejobbörse Muslimjobs.de zugemailt. Dort hat sie dann ihr Stellengesuch eingestellt.

Arabischlehrer, Grafikdesigner oder Lagerhelfer: Die Gesuche und Angebote in der Onlinejobbörse sind in den Rubriken von A wie Architektur bis V wie Verwaltung aufgeschlüsselt. Zum Beispiel das Gesuch der Bankkauffrau Sultan D., die gerne im Islamic Banking arbeiten würde. Oder das von Doktor Abdel Haq, der eine passende Stelle im Erziehungsbereich sucht. Die NGO Islamic Relief Deutschland hat Stellenangebote für Servicemitarbeiter und Bilanzbuchhalter in Köln geschaltet. Der muslimische Onlineshop Duanda sucht Models. Viele Nutzer der Website sind Konvertiten. »Salam aleikum« lautet in den meisten Inseraten die begrüßende Anrede. Einige der Texte sind kurz, fast stichpunktartig – andere gleichen langen Abhandlungen. Viele von ihnen stammen von Frauen, die ähnliche Probleme wie Said formulieren.

Arbeitgeber wehren ab

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2010 zeigt, dass in vielen Unternehmen immer noch implizite Regelungen die Einstellung von Menschen mit islamischem Glauben behindern. So darf zwar gemäß dem Grund- und Antidiskriminierungsgesetz kein Bewerber wegen seines Glaubens abgelehnt werden. Doch liegt die Beweispflicht einer Diskriminierung beim Bewerber und ist kaum nachzuweisen, da die Arbeitgeber meist andere Gründe für eine Absage mitteilen. »Gedacht wird zum Beispiel, dass man den Kunden ein Kopftuch nicht zumuten könne, weil sie abgeschreckt würden – gesagt wird etwas anderes«, sagt Said. Auch die Studie der Antidiskriminierungsstelle gibt Hinweise darauf, dass Arbeitgeber negative Kundenreaktionen und innerbetriebliche Konflikte befürchten. Zu groß scheinen immer noch die Vorurteile in der breiten Bevölkerung zu sein. Mit dem Ergebnis, dass selbst wenn die Unternehmen diese Vorurteile nicht teilen, gerade in Berufen mit regem Kundenkontakt kaum Frauen mit Kopftuch eingestellt werden.

In Deutschland gebe es ein geringes Bewusstsein für den Einfluss von Religion auf die Arbeitswelt, sagt der Unternehmensberater und Diversity-Experte Michael Stuber. »Hinzu kommt, dass man wenig über den Islam weiß und der Irrglaube herrscht, dass bei ›denen‹ alles ganz anders wäre.« Inoffiziell steckt hinter vielen Absagen eine diffuse Angst, die auf einem negativen Islambild von Rückständigkeit und allgemeiner Inkompatibilität mit westlichen Werten fußt.

Diese Grundhaltung löst bei Arbeitgebern abwehrende Reflexe aus, wenn sie beispielsweise mit Bewerbern mit muslimisch klingenden Namen konfrontiert werden. »Es ist zum einen der religiöse Hintergrund, der hinter dem Namen vermutet wird. Vor allem aber sind es die Bilder, die auf eine Aishe, Leila oder Nasrin projiziert werden, und viele Arbeitgeber sind nicht in der Lage, diese zu differenzieren«, sagt Lamya Kaddor, Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes (lib).

Leserkommentare
  1. ... hätte ich ebenfalls ein Problem mit ihrem Kopftuch. Übrigens auch dann, wenn sie im Patientenkontakt irgendein anderes Zeichen irgendeiner anderen Religion tragen würde und sich weigerte, es abzulegen. Entspräche eben nicht meiner "Firmenphilosophie". Wo ist das Problem?
    greetz, BG

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    • brazzy
    • 09. Juni 2012 19:49 Uhr

    Irgendwie fällt es mir schwer, zu glaube dass sie eine christliche Mitarbeiterin bitten würden, eine Kette mit Kreuzanhänger abzunehmen und sie feuern wenn sie es nicht tut.

    glaube ich auch nicht. Sehr unglaubwürdig.

    "Als sie das letzte Mal auf Stellensuche war, trug sie noch kein Kopftuch."

    Ich warte auf den Artikel über dem irgendwann auch Diskriminierung steht und der erste Satz lautet:

    Als sie das letzte Mal auf Stellensuche war, trug sie noch keine BURKA ^^

    In Heathrow herscht strenge Uniforpflicht. Dennoch traf ich hier zum ersten Mal auf einen Sikh.

    Kein Abteilungsleiter in Heathrow würde auf die Idee kommen einen Sikh, wenn er die erforderten Qualifikationen aufweist wegen seines Turbans und des traditionellen Barts nicht ein zu stellen.

    Und? Der Laden läuft noch! Obwohl dort Leute in der Öffentlichkeit arbeiten die religös motiviert bestimmte Kopfbedeckungen tragen.

    Uns bräche kein Zacken aus der Krone wenn wir unsere Toleranzschwelle anhebten und Kopftücher einfach "sein lassen" würden. Es geht garnicht um die Kopftücher. Es geht um eine kathegorische Ablehnung des Islams - und wir verdammen alles was wir damit verbinden. Und verletzen dabei auch jene (die größte Mehrheit der Muslime!) die sich absolut korrekt (verfassungsgemäß) verhalten.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

    Gibt es in Ihrer Firma einen Aushang mit verbotenen religiösen Symbolen, die während der Arbeit nicht zu tragen sind?

    Nein.

    Darf eine Christin ein Kopftuch tragen, wenn Sie das möchte?

    Ja.

    Insofern wäre Ihre Firmenphilosophie religiöse Diskriminierung.

    Warum beschäftigt sich Ihre Firmenphilophie überhaupt mit den religiösen Gewohnheiten Ihrer Mitarbeiter, statt mit Ihrer Dienstleistung?

    Wenn man Rabea jetzt lediglich wegen des Kopftuches den Job verweigert, dann wird sie (statistisch gesehen) Sozialhilfe beziehen, dem Staat zur Last fallen und sich außerdem frustriert zurückziehen und ihre Kinder womöglich gegen die deutsche Gesellschaft aufheizen, die dann zu wundervollen GG-Verachtende aufblühen könnten.

    Stattdessen sollten wir die gleichen Maßstäbe der Aufklärung an uns selbst legen, die wir von Rabea verlangen, nämlich Toleranz, Weltoffenheit und den kritischen Willen zu hinterfragen, "warum" Rabea dieses Stück Stoff trägt.

    Das kann man doch ganz einfach im Interview machen: "Rabea, warum trägst Du Kopftuch?" Diese Diskussion muss gestattet sein, dann aber wenn Rabea sich der Frage stellt und vernünftig & aufgeklärt antwortet, sollten wir die kultivierte Hoheit behalten und nicht gegen sie diskriminieren - denn dann machen wir uns ja gerade zu den Intoleranten, die wir ja gerade kritisieren!

    Diese neu aufkeimende Stringent gegen das Kopftuch, die manche Radikal-Säkularen hier an den Tag legen, wird uns künftig noch zu schaffen machen, und zwar in jeder Hinsicht.

    Wenn die Dame qualifiziert ist und sich ansonsten aufgeklärt zeigt: lass sie arbeiten und Steuer in die Staatskasse einzahlen.

    "Rabea, Glückwunsch, Du hast den Job!"

    • vonDü
    • 11. Juni 2012 7:37 Uhr

    "Als Rabeas Arbeitgeber.... hätte ich ebenfalls ein Problem mit ihrem Kopftuch"

    Wobei aber klar sein müsste, dass nicht Kopftuch, oder Rabea das Problem darstellen, sondern Ihr Bild und Ihre Bewertung von Kopftuch und Trägerin. Es kommt jedoch nur darauf an, was unter dem dem Kopftuch steckt.

    Unter den wenigsten Kopftüchern steckt ein religiöser/politischer Anspruch. Für die meisten ist es nur ein äußeres Zeichen einer privaten inneren Einstellung, ohne einen Anspruch an andere. Und es gibt natürlich auch die, für die Kopftuch einfach nur Kopftuch ist.

    Rabea hat Recht mit ihrer Beschwerde, da es weder fair noch rational ist, wenn sie zum Opfer unserer falschen Vorstellungen und Verallgemeinerungen wird.
    Ich treffe Kopftuchträgerinnen u.a. beim Zahnarzt, in der Apotheke und einigen Geschäften und habe weder dort noch anderswo feststellen können, dass die Qualität der Arbeit von Religion, Aussehen und Kleidung abhängt.

    Als Arbeitgeber sollte man sich auch nicht immer mit den Vorurteilen von Kunden und Mitarbeitern raus reden. Das größere Problem sind die Klischeevorstellungen und Ängste der Arbeitgeber selbst. Mehr Mut auf dieser Seite, würde zu mehr Begegnung und damit zum Abbau der Vorurteile beitragen.

  2. 2. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

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    • PigDog
    • 09. Juni 2012 22:14 Uhr

    Sie sagen es!

    bei allem Respekt und dem Recht von allen Muslimen, nicht wegen ihrer Religion diskriminiert zu werden - den wievieltausendsten Artikel über benachteiligte Kopftuchträgerinen muss ich eigentlich noch lesen, bevor ich mal einen lese, in dem sich Journalisten darüber beklagen, daß der Punk wegen seinem giftgrünen Iro den Job am Bankschalter nicht bekommen hat...

  3. Jeder Arbeitgeber kann selbst entscheiden, wen er einstellen will. Und das ist gut so!

    Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn Arbeitnehmer religiöse Symbole - gleich welcher Art - am Arbeitsplatz tragen wollen.

    Wer darauf besteht, ein Kopftuch zu tragen, ist intolerant, da er sich anderen Menschen damit aufdrängt und deren Freiheiten nicht respektiert.

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    • paul12
    • 09. Juni 2012 17:52 Uhr

    "Jeder Arbeitgeber kann selbst entscheiden, wen er einstellen will. Und das ist gut so!"

    Das hätten Sie wohl gerne. Anscheinend sind Ihnen Menschenrechte ziemlich egal, andernfalls kann ich Ihren Statement überhaupt nicht nachvollziehen und hat nichts mit dem 21.Jahrhundert zu tun.

    MFG

    Entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

    "Wer darauf besteht, ein Kopftuch zu tragen, ist intolerant, da er sich anderen Menschen damit aufdrängt und deren Freiheiten nicht respektiert."

    Hier wird der Toleranzbegriff einfach umgedreht. Nicht mehr die uniforme, oder zumindest sich ählich verhaltende Mehrheit soll offener werden - nein Toleranz ist hier wenn sich die Minderheit in ihrem persönlchen Ausdruck, ihrem Kleidungsverhalten der Mehrheit anpassen muss.

    Die Aussage "Intolerant ist, wer ein Kleidungsstück trägt welches auf allgemeine Ablehnung stößt" kann ohne weiteres gleich gesetzt werden mit "Wer sich nicht nach den Vorstellungen und Maßstäben der indogenen Gesellschaft verhält (freilich im Rahmen des Gesetzes) stört den nationalen Frieden"

    [...]

    Gekürzt. Bitte äußern Sie Kritik angemessen. Danke, die Redaktion/mk

    dafür ist er Arbeitgeber, sorgt für Aufträge und zahlt Löhne und muss schauen, was dem Unternehmen nützt oder schadet und entsprechend seine Entscheidungen treffen.

    Ich bin erstaunt und zugleich sprachlos über soviele Leser-Empfehlungen.
    Mit so einem Argument kann man alle Minderheiten (Juden, Muslime, Schwule, ethnien usw. ) diskriminieren. Nach der Devise: "Wer die Mehrheit nicht folgt ist intolerant".

    Liebe Redaktion, Zeit zu handeln!

    "Wer darauf besteht, ein Kopftuch zu tragen, ist intolerant, da er sich anderen Menschen damit aufdrängt und deren Freiheiten nicht respektiert."
    Das gleicht der Forderung, dass sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit nicht küssen sollen.
    Das Frauen keine Röcke tragen sollen, weil Sie aufreizend sind.
    Willkommen im Mittelalter

  4. bzw. das kopftuchgejammer.
    - wenn die religion deine privatsache, ist, dränge sie nicht jedem auf. andere fangen im bewerbungsgespräch auch nicht damit an, dass sie nur schwarz tragen weil sie z.b. quäker sind.
    - uniformen laden zum reduzieren ein. ich bin mir sicher, wenn ich mit abgeschorenem kopf, bomberjacke und springerstiefel am arbeitsplatz erscheine, hat das ebenfalls konsequenzen. selbiges gilt für schlabberpullies, turbschuhe und babbische haare oder Iro mit sicherheitsnadel in der backe oder tätowierungen auf der komplettes körperoberfläche.

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    da sind Sie noch nicht mal die Türe reingekommen und müssen schon zum Chef, um sich dort zu erklären, was vollkommen natürlich ist.

    • paul12
    • 09. Juni 2012 17:52 Uhr

    "Jeder Arbeitgeber kann selbst entscheiden, wen er einstellen will. Und das ist gut so!"

    Das hätten Sie wohl gerne. Anscheinend sind Ihnen Menschenrechte ziemlich egal, andernfalls kann ich Ihren Statement überhaupt nicht nachvollziehen und hat nichts mit dem 21.Jahrhundert zu tun.

    MFG

    Antwort auf "mit Recht ..."
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    Natürlich kann der Arbeitgeber nicht mehr selbst entscheiden, wen er einstellt. Dank AGG usw. fummelt der Staat ja jetzt auch dort herum. Aber es gibt immer noch ein paar Tricks, mit denen sich Kopftücher und/oder Zauselbärte verhindern lassen.

    Und bevor Sie jetzt wieder herum schreien: Mir isses wurscht, ob jemand Moslem, Christ oder Berggläubiger ist. Aber bitte ohne Kopftuch und ohne Anspruch auf Sonderregelungen. Wenn ich dem Einen nämlich gestatten würde, seinen Gebetsauszeiten bezahlt zu nehmen, dann müsste ich dem anderen gestatten, seine Zigarettenpausen auf meine Kosten zu machen. No way!

    • rvn
    • 09. Juni 2012 18:00 Uhr

    Gibt es ein Menschenrecht auf einen bestimmten Job bei einer bestimmten Firma? Gibt es überhaupt ein Menschenrecht auf einen Job?

    Ich kann mich nicht bei Porsche bewerben und dann bei einer Absage sagen, hey, wie ist es mit den Menschenrechten? So einfach kann es ja wohl nicht sein. Arbeitgeber müssen entscheiden dürfen, wen sie einstellen.

    • zabyn
    • 10. Juni 2012 9:07 Uhr

    In eineme Getränkemarkt arbeitet ein Muslim, der plötzlich keinen Alkohol mehr einsortieren will (gab tatsächlich eine Klage eines Angestellten). Ich glaube der Arbeitgeber hat in diesem (in diesem !!!) Fall Recht bekommen.

    In unserem politisch korrekten Land muss ich als Arbeitgeber doch auch noch damit rechnen wegen Diskriminierung angezeigt zu werden, wenn ich einen muslimischen Arbeitnehmer entlasse, weil z.B. das Einhalten seiner religiösen Pflichten und Vorschriften nicht mit meiner Firma zusammenpasst.

    Religion ist Privatsache, die Arbeitsstelle ist es aber nicht. Ein Arbeitgeber hat, zum Schutze des Unternehmens, jegliche Geschäftsschädigung zu verhindern, das wäre z.B. der Fall, wenn Kunden aufgrund Gründen, die ein Arbeitnehmer zu verantworten hat, ausbleiben würden.

    Wenn man einen solchen Kommentar liest, scheint es als wäre der Anspruch an die eigene Ausbildung/ Leistungen heute vollkommen nebensächlich. Notfalls klagt man sich auf dem Rücken des AGG nach einer Ablehnung in das Unternehmen ein.
    Das nenne ich einfach nur krank!

    Nein es gibt kein Anrecht auf einen guten Job. Man kann mit einer guten Ausbildung und Referenzen, Dinge für die man selbst hart gearbeitet hat, einen potenziellen Arbeitgeber imponieren und überzeugen, ihn einzustellen!

    Dass sich jeder Marktteilnehmer aussuchen kann, mit wem er Verträge schließt, war bis vor Kurzem ein eherner Grundsatz unseres marktwirtschaftlichen Systems. Schließlich trägt der Unternehmer auch die vollen wirtschaftlichen Konsequenzen seiner Personal- und sonstigen Entscheidungen - bis hin zur Insolvenz. Man nannte das Privatautonomie. Seit einigen Jahren wird diese freilich unter dem Einfluss des politisch-korrekten Gutmenschentums ausgehöhlt (AGG; Frauenförderung etc.). Und das finde ich sehr bedauerlich; diese Entwicklung bringt uns in die Nähe staatlich gelenkter Planwirtschaft; dass diese in der Vergangenheit nicht sonderlich erfolgreich waren, sollte bekannt sein.

    Adressat der Menschenrechte ist übrigens der Staat selbst, nicht Privatpersonen.

    Menschenrechte: Ja. Privilegien: Nein.

    Ein Personaler etc. kann zu 100% selbst entscheiden, wen er einstellt.

  5. schomma einer seinem künftigen arbeitgeber erklärt, er sei nudist und könne deshalb aus überzeugung keine kleidung tragen?
    ;-)

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    aber "schomma einer seinem künftigen arbeitgeber erklärt, er sei nudist und könne deshalb aus überzeugung keine kleidung tragen? ;-)"
    Bin tatsächlich in Cambridge (England) im Sommer regelmäßig einem Mitarbeiter der Schlumberger Labs begegnet, der splitternackt per Fahrrad zur Arbeit fuhr. Ob er dort Kleidung anlegte, weiß ich nicht, aber manchmal schob er sein Fahrrad und begleitete - splitternackt - einen Kollegen. Der Anblick war absurd (und peinlich), nichts im Vergleich zu einem Kopftuch. Nicht, dass man sich gleich ein Bsp an den Briten nehmen sollte ... aber Leute, relaxt!

    • rvn
    • 09. Juni 2012 17:56 Uhr

    tut mir ja leid für die Physiotherapeutin, aber ich würde das so erwarten. Ich finde sie etwas naiv, dass sie glaubt, sie bekäme keine Absagen, wenn sie mit Kopftuch aufkreuzt.

    Ich finde es auch nicht gut, wenn Mitarbeiter mit einem T-shirt aufkreuzen, auf dem steht: "Ich bin katholisch und das ist gut so!".

    Ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, dort wird gearbeitet (oh Wunder), da hat das Privatleben nur wenig bis gar nichts zu suchen. Klingt hart, aber so sollte es sein. Jeder darf machen, was er will, aber nicht dort, wo andere es nicht wollen.

    Der Arbeitsplatz muss ein Ort sein, wo alle möglichen Leute verschiedenster Ansicht gemeinsam zusammenkommen um zu arbeiten, das geht nur, wenn jeder so neutral wie möglich dort hingeht. Alles andere macht nur Probleme. Dort soll die Leistung zählen, nicht das Private.

  6. Natürlich kann der Arbeitgeber nicht mehr selbst entscheiden, wen er einstellt. Dank AGG usw. fummelt der Staat ja jetzt auch dort herum. Aber es gibt immer noch ein paar Tricks, mit denen sich Kopftücher und/oder Zauselbärte verhindern lassen.

    Und bevor Sie jetzt wieder herum schreien: Mir isses wurscht, ob jemand Moslem, Christ oder Berggläubiger ist. Aber bitte ohne Kopftuch und ohne Anspruch auf Sonderregelungen. Wenn ich dem Einen nämlich gestatten würde, seinen Gebetsauszeiten bezahlt zu nehmen, dann müsste ich dem anderen gestatten, seine Zigarettenpausen auf meine Kosten zu machen. No way!

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    "Aber es gibt immer noch ein paar Tricks, mit denen sich Kopftücher und/oder Zauselbärte verhindern lassen."

    Hier wird dazu aufgerufen, sich als Arbeitgeber darin zu verständigen wie man bestimmte Minderheiten aufgrund ihres Äußeren aus der Belegschaft fern hält.

    Ich dachte eigentlich diese Zeiten seien vorbei?

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