Diskriminierung : Rabea sucht einen Job

Welchen Klischees gläubige Muslime bei der Bewerbung begegnen

Als sie das letzte Mal auf Stellensuche war, trug sie noch kein Kopftuch. Vier Jahre lang arbeitete Rabea Said* in einer Praxis in der Nähe von Freiburg, dann wurde ihre Tochter geboren. Jetzt ist sie wieder auf Stellensuche, doch diesmal ist alles anders. Sie merkte es ausgerechnet, nachdem ihr früherer Chef ihr angeboten hatte, wieder bei ihm in der Praxis anzufangen. Sie habe sofort zugesagt und im Gespräch ihr Kopftuch erwähnt, das sie seit einer Weile trägt. »Da sagte er, dass er mich immer sehr geschätzt habe, aber dass das nicht seiner politischen Einstellung entspreche«, sagt Said.

Seit sechs Jahren ist die Konvertitin inzwischen mit ihrem algerischen Mann verheiratet, in ihren Glauben ist sie hineingewachsen – ohne Druck. Die Physiotherapeutin versteht ihn als Privatangelegenheit. Sie ist eine gebildete Frau, die Zeitung und Bücher liest und arbeiten will – entgegen allen Klischees mit der vollen Unterstützung ihres Mannes. Genau darum trafen sie die Worte ihres Ex-Chefs wie ein Schlag ins Gesicht: »Wir kannten uns lange.«

Wirklich reagiert hat die Physiotherapeutin dennoch nicht auf die Absage. Sie hat keine Lust, immer wieder Grundsatzdiskussionen über ihren Glauben zu führen. »Ich bin gut in meinem Fach und möchte nicht auf mein Kopftuch reduziert werden«, sagt die Konvertitin. Sie spricht mit starker Stimme, wirkt bestimmt – auch wenn ihr die Enttäuschung darüber anzumerken ist. Doch die Muslimin glaubt an das Gute. Kürzlich habe ihr ein Bekannter den Link zur Onlinejobbörse Muslimjobs.de zugemailt. Dort hat sie dann ihr Stellengesuch eingestellt.

Arabischlehrer, Grafikdesigner oder Lagerhelfer: Die Gesuche und Angebote in der Onlinejobbörse sind in den Rubriken von A wie Architektur bis V wie Verwaltung aufgeschlüsselt. Zum Beispiel das Gesuch der Bankkauffrau Sultan D., die gerne im Islamic Banking arbeiten würde. Oder das von Doktor Abdel Haq, der eine passende Stelle im Erziehungsbereich sucht. Die NGO Islamic Relief Deutschland hat Stellenangebote für Servicemitarbeiter und Bilanzbuchhalter in Köln geschaltet. Der muslimische Onlineshop Duanda sucht Models. Viele Nutzer der Website sind Konvertiten. »Salam aleikum« lautet in den meisten Inseraten die begrüßende Anrede. Einige der Texte sind kurz, fast stichpunktartig – andere gleichen langen Abhandlungen. Viele von ihnen stammen von Frauen, die ähnliche Probleme wie Said formulieren.

Arbeitgeber wehren ab

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2010 zeigt, dass in vielen Unternehmen immer noch implizite Regelungen die Einstellung von Menschen mit islamischem Glauben behindern. So darf zwar gemäß dem Grund- und Antidiskriminierungsgesetz kein Bewerber wegen seines Glaubens abgelehnt werden. Doch liegt die Beweispflicht einer Diskriminierung beim Bewerber und ist kaum nachzuweisen, da die Arbeitgeber meist andere Gründe für eine Absage mitteilen. »Gedacht wird zum Beispiel, dass man den Kunden ein Kopftuch nicht zumuten könne, weil sie abgeschreckt würden – gesagt wird etwas anderes«, sagt Said. Auch die Studie der Antidiskriminierungsstelle gibt Hinweise darauf, dass Arbeitgeber negative Kundenreaktionen und innerbetriebliche Konflikte befürchten. Zu groß scheinen immer noch die Vorurteile in der breiten Bevölkerung zu sein. Mit dem Ergebnis, dass selbst wenn die Unternehmen diese Vorurteile nicht teilen, gerade in Berufen mit regem Kundenkontakt kaum Frauen mit Kopftuch eingestellt werden.

In Deutschland gebe es ein geringes Bewusstsein für den Einfluss von Religion auf die Arbeitswelt, sagt der Unternehmensberater und Diversity-Experte Michael Stuber. »Hinzu kommt, dass man wenig über den Islam weiß und der Irrglaube herrscht, dass bei ›denen‹ alles ganz anders wäre.« Inoffiziell steckt hinter vielen Absagen eine diffuse Angst, die auf einem negativen Islambild von Rückständigkeit und allgemeiner Inkompatibilität mit westlichen Werten fußt.

Diese Grundhaltung löst bei Arbeitgebern abwehrende Reflexe aus, wenn sie beispielsweise mit Bewerbern mit muslimisch klingenden Namen konfrontiert werden. »Es ist zum einen der religiöse Hintergrund, der hinter dem Namen vermutet wird. Vor allem aber sind es die Bilder, die auf eine Aishe, Leila oder Nasrin projiziert werden, und viele Arbeitgeber sind nicht in der Lage, diese zu differenzieren«, sagt Lamya Kaddor, Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes (lib).

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Kommentare

935 Kommentare Seite 1 von 80
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Als Rabeas Arbeitgeber...

... hätte ich ebenfalls ein Problem mit ihrem Kopftuch. Übrigens auch dann, wenn sie im Patientenkontakt irgendein anderes Zeichen irgendeiner anderen Religion tragen würde und sich weigerte, es abzulegen. Entspräche eben nicht meiner "Firmenphilosophie". Wo ist das Problem?
greetz, BG

Das glaube ich auch nicht.

Allerdings hinkt Ihr Vergleich: Ich hätte nichts gegen ein Kopftuch, wenn es ähnlich züchtig wie die Kette mit Kreuzanhänger unter der Oberbekleidung verborgen wäre. In diesem Fall ist das Glaubenssymbol jedoch markantes und Jedermann sichtbares Zeichen des äußeren Erscheinungsbildes. Mithin geht es bei einem adäquaten Vergleich nicht um Kettchen mit Anhänger, sondern etwa um ein 50 cm großes Holzkreuz, das z. B. im Gürtel der Mitarbeiterin sichtbar getragen würde.

Würden sie einem Sikh den Bart und den Turban verbieten?

In Heathrow herscht strenge Uniforpflicht. Dennoch traf ich hier zum ersten Mal auf einen Sikh.

Kein Abteilungsleiter in Heathrow würde auf die Idee kommen einen Sikh, wenn er die erforderten Qualifikationen aufweist wegen seines Turbans und des traditionellen Barts nicht ein zu stellen.

Und? Der Laden läuft noch! Obwohl dort Leute in der Öffentlichkeit arbeiten die religös motiviert bestimmte Kopfbedeckungen tragen.

Uns bräche kein Zacken aus der Krone wenn wir unsere Toleranzschwelle anhebten und Kopftücher einfach "sein lassen" würden. Es geht garnicht um die Kopftücher. Es geht um eine kathegorische Ablehnung des Islams - und wir verdammen alles was wir damit verbinden. Und verletzen dabei auch jene (die größte Mehrheit der Muslime!) die sich absolut korrekt (verfassungsgemäß) verhalten.

Sehr unglaubwürdig

Gibt es in Ihrer Firma einen Aushang mit verbotenen religiösen Symbolen, die während der Arbeit nicht zu tragen sind?

Nein.

Darf eine Christin ein Kopftuch tragen, wenn Sie das möchte?

Ja.

Insofern wäre Ihre Firmenphilosophie religiöse Diskriminierung.

Warum beschäftigt sich Ihre Firmenphilophie überhaupt mit den religiösen Gewohnheiten Ihrer Mitarbeiter, statt mit Ihrer Dienstleistung?

Jeder darf ein Kopftuch tragen, wenn es ihm Spaß macht

dass kann er in seiner Privatsphäre halten, wie und wann er will. Ein Arbeitgeber stellt einen Arbeitnehmer nicht zu dem Zweck ein, damit dieser seine privaten oder religiösen Gepflogenheiten ausleben kann, sondern um die Ziele des Unternehmens, wie Geld erwirtschaften, zu erreichen. Nur wenn dieses Ziel erreicht wird, kann er wiederum Arbeitnehmer einstellen und bezahlen. Wer sich langfristig auf dem Markt halten und Umsatz und damit auch Löhne erwirtschaften kann, weiß, dass neben Professionalität und Vertrauen auch die Außenwirkung und die Wiedererkennung wichtig ist, dazu gehört es i.d.R. auch, als geschlossenes Team in einheitlicher Berufs- oder Geschäftskleidung gegenüber dem Kunden aufzutreten. Insofern obliegt es dem Arbeitgeber, schon aus Firmeninteresse, zu entscheiden, ob und was man als Kleidung oder auf dem Kopf trägt oder ob es egal ist und äußerlich sichtbare religiöse Zeichen getragen werden können. Wer das wirtschaftliche und finanzielle Risiko trägt, trifft natürlich auch solche Entscheidungen, die keine Diskriminierung, sondern Geschäftsinteresse darstellen. Allerdings steht es jedem frei, sich ebenfalls selbstständig zu machen. Dann trägt er das wirtschaftliche und finanzielle Risiko und kann dann natürlich auch auf dem selbst geschaffenen Arbeitsplatz seine privaten oder religiösen Gepflogenheiten ausleben wie und wann er will.

ACHTUNG: Diese Dame WILL arbeiten.

Wenn man Rabea jetzt lediglich wegen des Kopftuches den Job verweigert, dann wird sie (statistisch gesehen) Sozialhilfe beziehen, dem Staat zur Last fallen und sich außerdem frustriert zurückziehen und ihre Kinder womöglich gegen die deutsche Gesellschaft aufheizen, die dann zu wundervollen GG-Verachtende aufblühen könnten.

Stattdessen sollten wir die gleichen Maßstäbe der Aufklärung an uns selbst legen, die wir von Rabea verlangen, nämlich Toleranz, Weltoffenheit und den kritischen Willen zu hinterfragen, "warum" Rabea dieses Stück Stoff trägt.

Das kann man doch ganz einfach im Interview machen: "Rabea, warum trägst Du Kopftuch?" Diese Diskussion muss gestattet sein, dann aber wenn Rabea sich der Frage stellt und vernünftig & aufgeklärt antwortet, sollten wir die kultivierte Hoheit behalten und nicht gegen sie diskriminieren - denn dann machen wir uns ja gerade zu den Intoleranten, die wir ja gerade kritisieren!

Diese neu aufkeimende Stringent gegen das Kopftuch, die manche Radikal-Säkularen hier an den Tag legen, wird uns künftig noch zu schaffen machen, und zwar in jeder Hinsicht.

Wenn die Dame qualifiziert ist und sich ansonsten aufgeklärt zeigt: lass sie arbeiten und Steuer in die Staatskasse einzahlen.

"Rabea, Glückwunsch, Du hast den Job!"

Problem mit dem Kopftuch

"Als Rabeas Arbeitgeber.... hätte ich ebenfalls ein Problem mit ihrem Kopftuch"

Wobei aber klar sein müsste, dass nicht Kopftuch, oder Rabea das Problem darstellen, sondern Ihr Bild und Ihre Bewertung von Kopftuch und Trägerin. Es kommt jedoch nur darauf an, was unter dem dem Kopftuch steckt.

Unter den wenigsten Kopftüchern steckt ein religiöser/politischer Anspruch. Für die meisten ist es nur ein äußeres Zeichen einer privaten inneren Einstellung, ohne einen Anspruch an andere. Und es gibt natürlich auch die, für die Kopftuch einfach nur Kopftuch ist.

Rabea hat Recht mit ihrer Beschwerde, da es weder fair noch rational ist, wenn sie zum Opfer unserer falschen Vorstellungen und Verallgemeinerungen wird.
Ich treffe Kopftuchträgerinnen u.a. beim Zahnarzt, in der Apotheke und einigen Geschäften und habe weder dort noch anderswo feststellen können, dass die Qualität der Arbeit von Religion, Aussehen und Kleidung abhängt.

Als Arbeitgeber sollte man sich auch nicht immer mit den Vorurteilen von Kunden und Mitarbeitern raus reden. Das größere Problem sind die Klischeevorstellungen und Ängste der Arbeitgeber selbst. Mehr Mut auf dieser Seite, würde zu mehr Begegnung und damit zum Abbau der Vorurteile beitragen.

So what?

Sie sagen es!

bei allem Respekt und dem Recht von allen Muslimen, nicht wegen ihrer Religion diskriminiert zu werden - den wievieltausendsten Artikel über benachteiligte Kopftuchträgerinen muss ich eigentlich noch lesen, bevor ich mal einen lese, in dem sich Journalisten darüber beklagen, daß der Punk wegen seinem giftgrünen Iro den Job am Bankschalter nicht bekommen hat...

mit Recht ...

Jeder Arbeitgeber kann selbst entscheiden, wen er einstellen will. Und das ist gut so!

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn Arbeitnehmer religiöse Symbole - gleich welcher Art - am Arbeitsplatz tragen wollen.

Wer darauf besteht, ein Kopftuch zu tragen, ist intolerant, da er sich anderen Menschen damit aufdrängt und deren Freiheiten nicht respektiert.

@paul12 - Sie haben recht.

Natürlich kann der Arbeitgeber nicht mehr selbst entscheiden, wen er einstellt. Dank AGG usw. fummelt der Staat ja jetzt auch dort herum. Aber es gibt immer noch ein paar Tricks, mit denen sich Kopftücher und/oder Zauselbärte verhindern lassen.

Und bevor Sie jetzt wieder herum schreien: Mir isses wurscht, ob jemand Moslem, Christ oder Berggläubiger ist. Aber bitte ohne Kopftuch und ohne Anspruch auf Sonderregelungen. Wenn ich dem Einen nämlich gestatten würde, seinen Gebetsauszeiten bezahlt zu nehmen, dann müsste ich dem anderen gestatten, seine Zigarettenpausen auf meine Kosten zu machen. No way!

Menschenrecht auf Job bei Porsche?

Gibt es ein Menschenrecht auf einen bestimmten Job bei einer bestimmten Firma? Gibt es überhaupt ein Menschenrecht auf einen Job?

Ich kann mich nicht bei Porsche bewerben und dann bei einer Absage sagen, hey, wie ist es mit den Menschenrechten? So einfach kann es ja wohl nicht sein. Arbeitgeber müssen entscheiden dürfen, wen sie einstellen.

Sehr geherter Hansmaulwurf,

so pauschal ist das Unfug. Es wird, oder sollte zumindest, nach Qualifikation ausgewählt werden.

Dazu gehört auch das äußere Erscheinungsbild! Bei mir im Labor würde die Dame sicher keine Anstellung finden und ich habe persönlich auch keine Probleme ein solches Ansinnen abzulehnen.

Kopfbedeckungen, außer für Schutzmaßnahmen, sind hier nämlich nicht drin. Das gesamte Arbeitsschutzkonzept verhindert glücklicherweise solche Befindlichkeiten!

[...]

"Strafbar" wird man sich allenfalls machen, eine Person mit so unklarem Hintergrund einzustellen, zumindest aus meiner Perspektive.

MfG KM

Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

Auf den zweiten Blick..

"Wer darauf besteht, ein Kopftuch zu tragen, ist intolerant, da er sich anderen Menschen damit aufdrängt und deren Freiheiten nicht respektiert."

Hier wird der Toleranzbegriff einfach umgedreht. Nicht mehr die uniforme, oder zumindest sich ählich verhaltende Mehrheit soll offener werden - nein Toleranz ist hier wenn sich die Minderheit in ihrem persönlchen Ausdruck, ihrem Kleidungsverhalten der Mehrheit anpassen muss.

Die Aussage "Intolerant ist, wer ein Kleidungsstück trägt welches auf allgemeine Ablehnung stößt" kann ohne weiteres gleich gesetzt werden mit "Wer sich nicht nach den Vorstellungen und Maßstäben der indogenen Gesellschaft verhält (freilich im Rahmen des Gesetzes) stört den nationalen Frieden"

[...]

Gekürzt. Bitte äußern Sie Kritik angemessen. Danke, die Redaktion/mk

luziztd

"Ich unterstelle hier, zu Recht, braunes Gedankengut, was sich in einem niedlichen, eloquenten Satz verbirgt und sich gegen eine bestimmte Minderheiten richtet."

an die nazzikeule:
ist dir bewusst, dass gerade die nazis menschen verpflichtet haben, sich und ihre religion äußerlich zu kennzeichnen?
ob die vorschrift, ein kopftuch zu tragen von intern oder von extern kommt, ist egal, es ist aufgrung der symbolstärke eine beeinträchtigung der freiheit.

Sehr geehrte Redaktion,

Ihre hilflose Unfähigkeit mit der Realität umzugehen ist manchmal bemerkenswert.

Es ist tatsächlich immer statthaft darauf zu verweisen welche Schwierigkeiten sich ergeben können wenn es um Beschäftigunsverhältnisse in sicherheitsrelevanten Bereichen geht.

Ein positiver S-Bescheid ist keine Selbstverständlichkeit!

In diesem konkreten Fall hätte ich eben begründete Zweifel!

MfG KM

Hat das was mit dem 21.Jhr. zu tun ?

In eineme Getränkemarkt arbeitet ein Muslim, der plötzlich keinen Alkohol mehr einsortieren will (gab tatsächlich eine Klage eines Angestellten). Ich glaube der Arbeitgeber hat in diesem (in diesem !!!) Fall Recht bekommen.

In unserem politisch korrekten Land muss ich als Arbeitgeber doch auch noch damit rechnen wegen Diskriminierung angezeigt zu werden, wenn ich einen muslimischen Arbeitnehmer entlasse, weil z.B. das Einhalten seiner religiösen Pflichten und Vorschriften nicht mit meiner Firma zusammenpasst.

Vergessen Sie es..

Der Redaktion sind derartige Aussagen gerade egal. Wer das Kind beim Namen nennt fliegt raus. Hier kommt eben ganz heimlich still und leise unsere eigene "Herkunft" zum Vorschein. Vllt haben wir doch zu schnell vergessen. Doch zu schnell, pünktlich zur WM06 den Nationalstolz wieder aus dem Keller geholt. Jetzt ertragen wir nicht mal mehr ein fremdes Stück Stoff. Behaften dies mit allerlei Vorurteilen "Unterdrückung, kontrolle der Sexualität, Gewalt - sogar Intoleranz gegenüber der Masse"
Und gehen dabei wehement gegen die von uns ernannten Opfer vor! (nicht die vermeindlichen Täter)
Und wer etwas dagegen sagt wird hier gelöscht.

Wir haben schon gelesen und zugestimmt

also kommt Ihre Aufforderung zur Löschung zu spät.

Wir wollen, dass wir uns untereinander eben als Menschen sehen, begegnen, zusammen arbeiten und dafür haben wir hier in Deutschland unsere Regeln aufgestellt: wir wollen uns nicht sehen als Gläubiger-Ungläubiger, Schwul-Hetero,CDU Wähler-Piratenpartei-Wähler. Wir können nämlich glauben und leben, was wir wollen. Das wir im privaten Bereich unsere Freundschaften nach gleichen Interessen suchen, das liegt in der Natur der Sache. Wenn ich z.B. nach einer gewissen Zeit feststelle, dass meine Freundin der Umweltschutz scheißegal ist, beende ich diese Freundschaft wohl.

Niemand fragt bei einem Bewerb.gespräch: Bist du Jude, bist du schwul... Weil das eben eine private Angelegenheit ist. Aber mit dem Einzug der Religion in unser öffentliches Leben wird das wieder wichtig. Und das wollen wir nicht.

Wenn ich das nächste Mal bei einer Bewerbung gefragt werden:

Gläubig oder Ungläubig. Dann ist es zu spät. ICH will das nicht.

Krank!

Wenn man einen solchen Kommentar liest, scheint es als wäre der Anspruch an die eigene Ausbildung/ Leistungen heute vollkommen nebensächlich. Notfalls klagt man sich auf dem Rücken des AGG nach einer Ablehnung in das Unternehmen ein.
Das nenne ich einfach nur krank!

Nein es gibt kein Anrecht auf einen guten Job. Man kann mit einer guten Ausbildung und Referenzen, Dinge für die man selbst hart gearbeitet hat, einen potenziellen Arbeitgeber imponieren und überzeugen, ihn einzustellen!

Genau das widerspricht....

Genau das widerspricht unsere Werte auf Meinungs-und Religionsfreiheit. Eine Arbeitssstelle sollte einen Menschen nicht dazu zwingen, sich nach seiner Pfeife zu formen bzw. sich zu verstellen, solange das nicht hinderlich für die Arbeit ist. Das macht einen Menschen krank.

Menschen die aufgrund ihre Arbeit zwanghaft Lächeln müssen, obwohl ihnen nicht Lächeln zumute ist, werden auf Dauer krank.
Warum muss sich ein Mensch überhaupt verstellen?

Es muss sich niemand verstellen...

wir können alles nachlesen. Z.B. von der Internetseite des Zentralrates der Muslime unter dem Thema Muslime in Deutschland:

...Freistellung von Schülern von der Teilnahme am Freitagsgebet?
Folgende Punkte dürften zur Beantwortung der Frage beitragen:
In Deutschland gibt es die Schulpflicht, die es mit sich bringt, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter zur Teilnahme am Schulunterricht verpflichtet sind.
Muslime, die in einem Rechtsstaat leben, müssen sich an seine Rechtsnormen halten, solange diese nicht im Widerspruch zum Islam stehen....

Meine Schlussfolgerung lautet: Es wird schon noch so lange an der dtsch. Rechtsordnung gebogen und Ausnahmetatbestände geschaffen werden bis die dtsch. Rechtsnormen nicht mehr im Widerspruch zum Islam stehen. So gibt es ja m.E. auch bereits in einigen Bundesländern die Möglichkeit des Unterrichtens mit dem islamischen Kopftuch.

Vielleicht werde ich mich als Arbeitgeber eines Tages verstellen müssen, wenn ich mir meine Angestellten auch unter Berücksichtigung Ihrer religiösen Symbole aussuchen oder ablehnen möchte.

Es ging aber hier nicht um

angewachsene Kleidungsstücke, die es natürlich nicht gibt, sondern um die Darstellung, eine Frau müsse sich verstellen, wenn sie ihr Kopftuch nicht tragen dürfe. Ich wollte mit meinem Kommentar ein bisschen scherzhaft darauf hinweisen, daß das Kopftuchtragen selbst doch schon eine Verkleidung, also eine unötige Verstellung, Verhüllung des Hauptes eines Menschen darstellt. Ich sehe jedenfalls immer noch einen deutlichen Unterschied zwischen einem enthüllten Geschlechtsteil und einem unverhüllten Haupthaar!

Privatautonomie

Dass sich jeder Marktteilnehmer aussuchen kann, mit wem er Verträge schließt, war bis vor Kurzem ein eherner Grundsatz unseres marktwirtschaftlichen Systems. Schließlich trägt der Unternehmer auch die vollen wirtschaftlichen Konsequenzen seiner Personal- und sonstigen Entscheidungen - bis hin zur Insolvenz. Man nannte das Privatautonomie. Seit einigen Jahren wird diese freilich unter dem Einfluss des politisch-korrekten Gutmenschentums ausgehöhlt (AGG; Frauenförderung etc.). Und das finde ich sehr bedauerlich; diese Entwicklung bringt uns in die Nähe staatlich gelenkter Planwirtschaft; dass diese in der Vergangenheit nicht sonderlich erfolgreich waren, sollte bekannt sein.

Adressat der Menschenrechte ist übrigens der Staat selbst, nicht Privatpersonen.

Na also, dann ist doch alles in Butter

Wenn Sie, als Arbeitgeber mit der Einstellung "Von mir aus, kann sie auch einen künstlichen Bart tragen, wenn das ihre Überzeugung ist, solange sie ihre Arbeit gut macht." sie dann einstellen, ist doch alles in Butter.
Ich kam, sah und bekam, klappte vielleicht bei Cäsar ganz gut, in Arbeitnehmerkreisen ist das eher nicht der Fall, sondern da ist Suchen angesagt.
Es gibt Arbeitsplätze, die man bekommen kann und andere, die man, auch wenn man sie noch so gerne hätte, nicht bekommen kann. Dann muss die Dame eben nur weitersuchen, genau wie alle anderen auch, die nicht den Arbeitsplatz bekommen, den sie gerne hätten. Aus welchen Gründen auch immer. Wozu also die Aufregung ?

Sehr aufschlussreich

die Ex-Mitarbeiterin darf ihre Meinung ändern, der Arbeitgeber aber nicht ?
Die Ex-Mitarbeiterin darf über die Inhalte des Arbeitsvertrages bestimmen, der Arbeitgeber aber nicht ?
Der Arbeitgeber soll nicht das Recht haben, über Personalfragen zu entscheiden, soll er aber im Gegenzug seine Pflichten, wie Lohnzahlung, erfüllen ?
Die Ex-Mitarbeiterin hat das Recht auf Selbstbestimmung, der Arbeitgeber aber nicht ?
Die Ex-Mitarbeiterin hat einen Anspruch auf Toleranz, der Arbeitgeber aber nicht ?
Ein ganz hübsche Portion Einseitigkeit, nicht wahr ?

und täglich grüßt das murmeltier

bzw. das kopftuchgejammer.
- wenn die religion deine privatsache, ist, dränge sie nicht jedem auf. andere fangen im bewerbungsgespräch auch nicht damit an, dass sie nur schwarz tragen weil sie z.b. quäker sind.
- uniformen laden zum reduzieren ein. ich bin mir sicher, wenn ich mit abgeschorenem kopf, bomberjacke und springerstiefel am arbeitsplatz erscheine, hat das ebenfalls konsequenzen. selbiges gilt für schlabberpullies, turbschuhe und babbische haare oder Iro mit sicherheitsnadel in der backe oder tätowierungen auf der komplettes körperoberfläche.

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