Glaube: Gottes Jahrhundert ist angebrochen
Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Monica Toft prophezeit uns eine machtvolle Rückkehr der Religion in die Weltpolitik.
© Joe Raedle/Getty Images

Gläubige in Missouri, USA
DIE ZEIT : Frau Toft, Sie müssen mir helfen.
Monica Duffy Toft: Wobei denn?
ZEIT: Ihr neues Buch heißt God’s Century, Sie sagen darin, dass Gottes Jahrhundert angebrochen sei. Ich habe versucht, hier in Harvard, wo Sie unterrichten, einen Beleg dafür zu finden – im Studentengottesdienst in der Memorial Church waren 15 Leute, im Buchladen am Harvard Square steht fast ein ganzes Regal mit Büchern des Atheisten Richard Dawkins, und außerhalb der Theologischen Fakultät steht Gott kaum auf dem Lehrplan. Wo, bitte, erleben Sie hier »Gottes Jahrhundert«?
Toft: Sie haben recht: Harvard tut sich schwer mit Religion. Ganz Academia ist stark säkularisiert und findet, dass Religion und Rationalität nicht zusammengehen. Viele dieser Wissenschaftler wollen nicht sehen, dass ein Mensch rational denken und trotzdem gläubig sein kann.
ZEIT: Was verändert sich momentan?
lehrt Politik in Harvard und Oxford und ist Direktorin der Initiative Religion in International Affairs. Zuletzt erschien von ihr God’s Century. Resurgent Religion and Global Politics (Gottes Jahrhundert. Wiederkehr der Religion und globale Politik)
Toft: Seit ich das Forschungsprojekt »Initiative on Religion in International Affairs« gegründet habe, werde ich überschüttet mit E-Mails von Studenten und Kollegen, die mitmachen möchten. Es gibt ein großes Verlangen, mehr zu lernen über Religion. Die Stimmung wandelt sich. Ich unterrichte einen Kurs über Religion und internationale Beziehungen gemeinsam mit einem katholischen Priester, der immer schwarzen Anzug und Priesterkragen trägt. Noch vor drei Jahren fragte mich völlig im Ernst ein Student: Warum trägt der immer die gleichen Klamotten? Heute käme eine solche Frage nicht mehr vor.
ZEIT: Das sind vielleicht Stimmungen, aber es ist noch nicht »Gottes Jahrhundert«.
Toft: Neue Studien zeigen, dass Agnostiker und Atheisten weniger werden, während die Zahl der Gläubigen wächst. Religion boomt in Afrika, Lateinamerika, Asien. In Staaten wie Nigeria und Indien finden Menschen, dass ein Politiker gläubig sein sollte. In den USA hieß es früher, dass ein Katholik niemals Präsident werden könne. Heute kann ein Atheist niemals Präsident werden.
ZEIT: In Westeuropa ist das anders – dort sind die Kirchen leer, und Religion gilt weithin als Privatsache.
Toft: In der Tat: Viele Menschen in Westeuropa praktizieren ihre Religion nicht. Trotzdem glauben 60 Prozent der Bürger aus OECD-Ländern an Gott. Sie glauben, ohne zu praktizieren. Religion war auch in Europa niemals ganz verschwunden, die etablierten Kirchen existieren weiterhin, der Staat zieht Kirchensteuern ein. Die Europäer neigen nicht mehr so stark zum Kult und zum Gemeindeleben, aber immer noch zum Glauben. Mag sein, dass Religion in Europa aufs Privatleben beschränkt ist, aber auch dort kehrt sie jetzt als politisches Thema zurück – denken Sie an die Debatten über Minarette in der Schweiz oder Burkas in Frankreich. Der von Muslimen ausgehende Druck, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu praktizieren, wird dazu führen, dass auch die Europäer ihren Glauben wieder neu bewerten.
ZEIT: Der große amerikanische Theologe Harvey Cox hat die Säkularisierungstheorie vor einigen Jahren schon als »den Mythos des 20. Jahrhunderts« bezeichnet.
Toft: Cox hat recht. Die Menschen wenden sich nicht von der Religion ab, bloß weil ihre Grundbedürfnisse befriedigt sind. Im Gegenteil. Wer ein bestimmtes Level von sozialer Sicherheit erreicht hat, kann sich für das interessieren, was größer ist als er selbst.





... die falschen Schlüsse.
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des religiösen Fanatismus weltweit sollten die Leute nicht zur Religion "zurückfinden", sondern die Errungenschaften der Aufklärung umso mehr schätzen.
Der Weg der Menschheit bzw. deren Entwicklung kann nicht in der Rückkehr in eine mittelalterliche, vom Glauben bestimmte Welt sein.
ich bin christ, aber das ist meine privatsache. in der politik will ich sowenig wie möglich religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar. religion macht da einen sinn, wo sie im alltag z.b. als moral und lebenseinstellung vom einzelnen gelebt. wird. dass es 1900 keine penstecostal bewegung gegeben hat, darf man als segen betrachten überall wo diese bewegung sich etabliert, geschieht dies mit einer unglaublichen aggresivität und intoleranz; das habe ich persönlich in ostafrika und südamerika erlebt. wenn denn "gottes jahrhundert" kommt, so wird es nicht unbedingt positives für die menschheit bringen, ich befürchte genau das gegenteil!
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des religiösen Fanatismus weltweit sollten die Leute nicht zur Religion "zurückfinden", sondern die Errungenschaften der Aufklärung umso mehr schätzen.
Wer die Aufklärung als Abwendung von Religion versteht hat sie nicht verstanden. Denn laut Kant ist die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Es geht also darum das sich jeder Menschen ein eigenes mündiges Bild der Welt bildet und eben nicht einfach irgendwelche Autoritäten nachläuft. Dabei kann sich jeder selbst entscheiden, was ihn überzeugt und was nicht. Aus der Religionskritik der Aufklärung zu Schlussfolgern das religiöser Glaube sich nicht mit Aufklärung verträgt ist grundfalsch, denn der Mensch kann nur mündig sein, wenn er selbst entscheiden kann, was ihn überzeugt und er nicht von vorne herein Vorgaben gemacht bekommt, die er auf jeden Fall akzeptieren soll.
Der religiöse Fanatismus weltweit ist nur die andere Seite ein und derselben Medaille. Er spiegelt die Haltlosigkeit einer Welt, die sich versucht rein säkular zu definieren und herzuleiten. Und er zeigt diese Haltlosigkeit indem er gewaltsam versucht sich an seinem eigenen Dogma festzuhalten und andere zu missionieren. Außerdem ist er Ausdruck für den Missbrauch der Religion. Und er ist eine Reaktion auf die Dominanz und Machtpolitik der christlichen, speziell der katholischen Kirche. Ansonsten hat das mit Glauben, der befreit und den Horizont nicht eng macht wenig zu tun.
Die Errungenschaften der Aufklärung haben bislang noch nicht dazu geführt, dass sich eine Ethik entwickelt hat, die wirklich in der Lage wäre, den Nihilismus, die Gier und die sozialen Kälte den der erweiterte Horizont der Menschen weltweit produziert effektiv auszugleichen. Die reine Vernunft versagt an dem Punkt. Gerade die aufgeklärten gut bürgerlich etablierten Schichten entscheiden sich im Zweifelsfall immer wieder für den eigenen Vorteil, für die Steuerflucht, für den nächsten guten Deal, die normative Kraft des faktischen. Es gibt ja auch kaum einen Grund, sich anders zu verhalten, wenn die Welt da aufhört, wo wir nicht mehr in der Lage sind, sie mit dem Verstand zu begreifen und uns untertan zu machen.
Ich glaube und hoffe, wie die Autorin, dass dieses Defizit dazu führt, dass sich die nächste große kulturelle Veränderung im Bereich des Glaubens oder der Spiritualität ereignet.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit inhaltlichen Beiträgen. Danke, die Redaktion/jz
Aber ich sehe keine Dichotomie. Beides ist möglich, Aufklärung und Religion.
Zudem möchte ich betonen, dass Aufklärung in anderen Bereichen auch Sinn macht und längst überfällig ist. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den ethischen Fortschritt an den wissenschaftlichen anzugleichen, was übrigens das erste Ziel fast aller großen Philosophen der Aufklärung war, inklusive Kant. Denn hier liegt sehr viel im Argen.
Desweiteren, wenn es darum geht, zu entlarven wie wir uns als Menschen bzw. die Meisten von uns und auch viele derjenigen, die glauben frei von Manipulation zu sein, medial von Interessengruppen manipulieren lassen und eben nicht aufgeklärt und mündig handeln und letztlich auch nicht derart leben.
Ein weiterer Punkt an dem mehr Aufklärung Not täte ist eine Analyse der Imperative der Wissenschaft und hier insbesondere der Biologie. Es wäre wünschenswert, wenn die Evolutionstheorie bspw. klarer verstanden würde und einer klareren Kritik unterzogen würde, denn Sie dient auch als Instrument der Verdummung und wird so unklar gebraucht, dass Sie vermeintlich (sogar) auf alle und jede gesellschaftliche Frage Antworten gibt und zuedem ein reduktionistisches Menschenbild preist, das sehr viele schon im Verständnis Ihrer Identität manipuliert hat, obwohl die "Evidenz" und die Schlüsse, die oft an Hand dieser Theorie gezogen werden, unglaublich falsch und flach sind.
Zuletzt auch in der Ökonomie.
Hier täte Aufklärung Not, um die Mündigkeit der Bürger zu verbessern.
" Tja, da zeihen halt Menschen...
... die falschen Schlüsse."
Ich hoffe, Sie schließen sich damit ein? Denn was Sie für Rückkehr ins Mittelalter halten orientiert sich an einer oft politisch instrumentalisierten Art und Weise, welchen in säkularisierten Gesellschaften bzgl. auf Glauben eher der Nährboden fehlt. Da tut Bildung oft not.Allein deswegen halte ich eine Trennung von Kirche(Glaube) und Staat in einem Land für erforderlich.
Aufklärung, so wie Sie es nennen, steht einer religiösen Lebensweise bzw. einem Glauben an einem Schöpfer nicht im Weg, denn wie sonst wäre es zu erklären, das viele Wissenschaftler an einen Schöpfer glauben. Auch viele derjenigen, die in Wissenschaften Großes hervorgebracht haben, angefangen bei z.B. Newton oder Einstein, die oft genug das Fundament unserer Gesellschaft mit beeinflussten, waren religiöse Menschen. Die Wahrnehmung des Glaubens in der Öffentlichkeit ist ein Trug- und Zerrbild dessen, was uns im alltäglichen Leben begegnet und wie wir dies bewerten. Außerdem müssten Sie mal konkret erläutern, was Aufklärung bedeuten soll.
Ich kenne Menschen die trotz Glaube, dennoch oft besser in der Lage sind, sich mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen sich auseinanderzusetzen, als solche, die angeblich keinem Glauben angehören. Das muss nicht so sein, aber schließt es eben auch nicht aus. Denn wo fängt Glaube an und hört er auf. Wenn Menschen nicht mal wissen, wie Dinge, die sie tagtäglich benutzen funktionieren, aber dennoch keiner Religion angehören und somit an keinen Schöpfer glauben, was macht sie anders im Gegensatz zu denjenigen, die dies für möglich halten. Sie glauben ja auch. Also müssen Sie erklären, was Sie für Aufklärung halten.
ich bin christ, aber das ist meine privatsache. in der politik will ich sowenig wie möglich religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar. religion macht da einen sinn, wo sie im alltag z.b. als moral und lebenseinstellung vom einzelnen gelebt. wird. dass es 1900 keine penstecostal bewegung gegeben hat, darf man als segen betrachten überall wo diese bewegung sich etabliert, geschieht dies mit einer unglaublichen aggresivität und intoleranz; das habe ich persönlich in ostafrika und südamerika erlebt. wenn denn "gottes jahrhundert" kommt, so wird es nicht unbedingt positives für die menschheit bringen, ich befürchte genau das gegenteil!
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des religiösen Fanatismus weltweit sollten die Leute nicht zur Religion "zurückfinden", sondern die Errungenschaften der Aufklärung umso mehr schätzen.
Wer die Aufklärung als Abwendung von Religion versteht hat sie nicht verstanden. Denn laut Kant ist die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Es geht also darum das sich jeder Menschen ein eigenes mündiges Bild der Welt bildet und eben nicht einfach irgendwelche Autoritäten nachläuft. Dabei kann sich jeder selbst entscheiden, was ihn überzeugt und was nicht. Aus der Religionskritik der Aufklärung zu Schlussfolgern das religiöser Glaube sich nicht mit Aufklärung verträgt ist grundfalsch, denn der Mensch kann nur mündig sein, wenn er selbst entscheiden kann, was ihn überzeugt und er nicht von vorne herein Vorgaben gemacht bekommt, die er auf jeden Fall akzeptieren soll.
Der religiöse Fanatismus weltweit ist nur die andere Seite ein und derselben Medaille. Er spiegelt die Haltlosigkeit einer Welt, die sich versucht rein säkular zu definieren und herzuleiten. Und er zeigt diese Haltlosigkeit indem er gewaltsam versucht sich an seinem eigenen Dogma festzuhalten und andere zu missionieren. Außerdem ist er Ausdruck für den Missbrauch der Religion. Und er ist eine Reaktion auf die Dominanz und Machtpolitik der christlichen, speziell der katholischen Kirche. Ansonsten hat das mit Glauben, der befreit und den Horizont nicht eng macht wenig zu tun.
Die Errungenschaften der Aufklärung haben bislang noch nicht dazu geführt, dass sich eine Ethik entwickelt hat, die wirklich in der Lage wäre, den Nihilismus, die Gier und die sozialen Kälte den der erweiterte Horizont der Menschen weltweit produziert effektiv auszugleichen. Die reine Vernunft versagt an dem Punkt. Gerade die aufgeklärten gut bürgerlich etablierten Schichten entscheiden sich im Zweifelsfall immer wieder für den eigenen Vorteil, für die Steuerflucht, für den nächsten guten Deal, die normative Kraft des faktischen. Es gibt ja auch kaum einen Grund, sich anders zu verhalten, wenn die Welt da aufhört, wo wir nicht mehr in der Lage sind, sie mit dem Verstand zu begreifen und uns untertan zu machen.
Ich glaube und hoffe, wie die Autorin, dass dieses Defizit dazu führt, dass sich die nächste große kulturelle Veränderung im Bereich des Glaubens oder der Spiritualität ereignet.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit inhaltlichen Beiträgen. Danke, die Redaktion/jz
Aber ich sehe keine Dichotomie. Beides ist möglich, Aufklärung und Religion.
Zudem möchte ich betonen, dass Aufklärung in anderen Bereichen auch Sinn macht und längst überfällig ist. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den ethischen Fortschritt an den wissenschaftlichen anzugleichen, was übrigens das erste Ziel fast aller großen Philosophen der Aufklärung war, inklusive Kant. Denn hier liegt sehr viel im Argen.
Desweiteren, wenn es darum geht, zu entlarven wie wir uns als Menschen bzw. die Meisten von uns und auch viele derjenigen, die glauben frei von Manipulation zu sein, medial von Interessengruppen manipulieren lassen und eben nicht aufgeklärt und mündig handeln und letztlich auch nicht derart leben.
Ein weiterer Punkt an dem mehr Aufklärung Not täte ist eine Analyse der Imperative der Wissenschaft und hier insbesondere der Biologie. Es wäre wünschenswert, wenn die Evolutionstheorie bspw. klarer verstanden würde und einer klareren Kritik unterzogen würde, denn Sie dient auch als Instrument der Verdummung und wird so unklar gebraucht, dass Sie vermeintlich (sogar) auf alle und jede gesellschaftliche Frage Antworten gibt und zuedem ein reduktionistisches Menschenbild preist, das sehr viele schon im Verständnis Ihrer Identität manipuliert hat, obwohl die "Evidenz" und die Schlüsse, die oft an Hand dieser Theorie gezogen werden, unglaublich falsch und flach sind.
Zuletzt auch in der Ökonomie.
Hier täte Aufklärung Not, um die Mündigkeit der Bürger zu verbessern.
" Tja, da zeihen halt Menschen...
... die falschen Schlüsse."
Ich hoffe, Sie schließen sich damit ein? Denn was Sie für Rückkehr ins Mittelalter halten orientiert sich an einer oft politisch instrumentalisierten Art und Weise, welchen in säkularisierten Gesellschaften bzgl. auf Glauben eher der Nährboden fehlt. Da tut Bildung oft not.Allein deswegen halte ich eine Trennung von Kirche(Glaube) und Staat in einem Land für erforderlich.
Aufklärung, so wie Sie es nennen, steht einer religiösen Lebensweise bzw. einem Glauben an einem Schöpfer nicht im Weg, denn wie sonst wäre es zu erklären, das viele Wissenschaftler an einen Schöpfer glauben. Auch viele derjenigen, die in Wissenschaften Großes hervorgebracht haben, angefangen bei z.B. Newton oder Einstein, die oft genug das Fundament unserer Gesellschaft mit beeinflussten, waren religiöse Menschen. Die Wahrnehmung des Glaubens in der Öffentlichkeit ist ein Trug- und Zerrbild dessen, was uns im alltäglichen Leben begegnet und wie wir dies bewerten. Außerdem müssten Sie mal konkret erläutern, was Aufklärung bedeuten soll.
Ich kenne Menschen die trotz Glaube, dennoch oft besser in der Lage sind, sich mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen sich auseinanderzusetzen, als solche, die angeblich keinem Glauben angehören. Das muss nicht so sein, aber schließt es eben auch nicht aus. Denn wo fängt Glaube an und hört er auf. Wenn Menschen nicht mal wissen, wie Dinge, die sie tagtäglich benutzen funktionieren, aber dennoch keiner Religion angehören und somit an keinen Schöpfer glauben, was macht sie anders im Gegensatz zu denjenigen, die dies für möglich halten. Sie glauben ja auch. Also müssen Sie erklären, was Sie für Aufklärung halten.
ich bin christ, aber das ist meine privatsache. in der politik will ich sowenig wie möglich religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar. religion macht da einen sinn, wo sie im alltag z.b. als moral und lebenseinstellung vom einzelnen gelebt. wird. dass es 1900 keine penstecostal bewegung gegeben hat, darf man als segen betrachten überall wo diese bewegung sich etabliert, geschieht dies mit einer unglaublichen aggresivität und intoleranz; das habe ich persönlich in ostafrika und südamerika erlebt. wenn denn "gottes jahrhundert" kommt, so wird es nicht unbedingt positives für die menschheit bringen, ich befürchte genau das gegenteil!
... der Haupterrungenschaften der Aufklärung, die eben nicht in der "Beseitigung" von Religion(en) bestand, sondern in deren Zurückdrängung ins Private, dem Verdrängen aus dem politischen Leben. Was der Einzelne als Privatperson macht - das bleibt ja jedem selbst überlassen.
Religion für die, die religiös sind - ja. Freiheit von Religion für alle anderen.
"religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar"
Sie übersehen die positiven Beispiele für Religion in der Politik. Das Beispiel von Papst Johannes Paul II und der Solidarność aus dem Artikel ist selbstverständlich auch Religion in der Politik. Und wenn sie aufgrund ihrer christlich geprägten Moral- und Lebenseinstellungen eine Wahlentscheidung treffen, dann ist das selbstverständlich auch Religion in der Politik. Ich denke das negative Bild was sie haben kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass es in den negativen Fällen oft viel Energie darauf verschwendet wird, die Rolle der Religion hervorzuheben, während es in den positiven Fällen in erster Linie um die Sache geht.
dass religiöse Gruppen in Zukunft Intoleranz verbreiten könnten, darunter auch christliche Gruppen, die mit ihren Einstellungen weit hinter das römisch-katholische zweite Vatikanum, ja sogar hinter die Reformationzeit zurückgehen. Wenn man aber sieht wo z.B. die christliche Religion maßgeblich den Wandel vom Totalitarimus mit herbeigeführt hat, ich erinnere mich an die Montagsdemonstrationen, die zahlreichen geistlichen die politisch Verfolgten Asyl boten, Solidarnosch, die Sem-Terra-Bewegung oder die positive Wirkung einer christlichen Ethik auf die unterste Kaste in Indien. Nicht zu vergessen sind Martin Luther King oder andere vor ihm die im Namen Gottes gegen die Sklaverei kämpften und sich von Gott unterstützt fühlten. Immer wieder werden Menschen in Notlagen kommen und wenn sie ihrer Zukunft nicht mehr gewiss sind, dann benötigen sie geistige wie materielle Hilfe und natürlich kommen da auch gefährliche Missionare und nutzen dies aus um eine Hassreligion zu predigen wie die Pfingstler und Adventisten. Man darf nicht vergessen, dass Religion eine gesellschaftliche Bewegung ist die es möglich macht kollektive Meinungs- und Bewegungsbollwerke gegen unterdrückende Machtkonzentrationen zu schaffen. Immer wieder wird insbesondere der katholischen Kirche vorgeworfen sie wäre selbst ein authoritäres Regime gewesen, aber welche Macht der Menschheitsgeschichte, ob religiöser Natur oder nicht hat ihre Ordnung nicht auf Authorität aufgebaut und hat überlebt?
... der Haupterrungenschaften der Aufklärung, die eben nicht in der "Beseitigung" von Religion(en) bestand, sondern in deren Zurückdrängung ins Private, dem Verdrängen aus dem politischen Leben. Was der Einzelne als Privatperson macht - das bleibt ja jedem selbst überlassen.
Religion für die, die religiös sind - ja. Freiheit von Religion für alle anderen.
"religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar"
Sie übersehen die positiven Beispiele für Religion in der Politik. Das Beispiel von Papst Johannes Paul II und der Solidarność aus dem Artikel ist selbstverständlich auch Religion in der Politik. Und wenn sie aufgrund ihrer christlich geprägten Moral- und Lebenseinstellungen eine Wahlentscheidung treffen, dann ist das selbstverständlich auch Religion in der Politik. Ich denke das negative Bild was sie haben kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass es in den negativen Fällen oft viel Energie darauf verschwendet wird, die Rolle der Religion hervorzuheben, während es in den positiven Fällen in erster Linie um die Sache geht.
dass religiöse Gruppen in Zukunft Intoleranz verbreiten könnten, darunter auch christliche Gruppen, die mit ihren Einstellungen weit hinter das römisch-katholische zweite Vatikanum, ja sogar hinter die Reformationzeit zurückgehen. Wenn man aber sieht wo z.B. die christliche Religion maßgeblich den Wandel vom Totalitarimus mit herbeigeführt hat, ich erinnere mich an die Montagsdemonstrationen, die zahlreichen geistlichen die politisch Verfolgten Asyl boten, Solidarnosch, die Sem-Terra-Bewegung oder die positive Wirkung einer christlichen Ethik auf die unterste Kaste in Indien. Nicht zu vergessen sind Martin Luther King oder andere vor ihm die im Namen Gottes gegen die Sklaverei kämpften und sich von Gott unterstützt fühlten. Immer wieder werden Menschen in Notlagen kommen und wenn sie ihrer Zukunft nicht mehr gewiss sind, dann benötigen sie geistige wie materielle Hilfe und natürlich kommen da auch gefährliche Missionare und nutzen dies aus um eine Hassreligion zu predigen wie die Pfingstler und Adventisten. Man darf nicht vergessen, dass Religion eine gesellschaftliche Bewegung ist die es möglich macht kollektive Meinungs- und Bewegungsbollwerke gegen unterdrückende Machtkonzentrationen zu schaffen. Immer wieder wird insbesondere der katholischen Kirche vorgeworfen sie wäre selbst ein authoritäres Regime gewesen, aber welche Macht der Menschheitsgeschichte, ob religiöser Natur oder nicht hat ihre Ordnung nicht auf Authorität aufgebaut und hat überlebt?
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des religiösen Fanatismus weltweit sollten die Leute nicht zur Religion "zurückfinden", sondern die Errungenschaften der Aufklärung umso mehr schätzen.
Wer die Aufklärung als Abwendung von Religion versteht hat sie nicht verstanden. Denn laut Kant ist die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Es geht also darum das sich jeder Menschen ein eigenes mündiges Bild der Welt bildet und eben nicht einfach irgendwelche Autoritäten nachläuft. Dabei kann sich jeder selbst entscheiden, was ihn überzeugt und was nicht. Aus der Religionskritik der Aufklärung zu Schlussfolgern das religiöser Glaube sich nicht mit Aufklärung verträgt ist grundfalsch, denn der Mensch kann nur mündig sein, wenn er selbst entscheiden kann, was ihn überzeugt und er nicht von vorne herein Vorgaben gemacht bekommt, die er auf jeden Fall akzeptieren soll.
Aber die wenigsten haben Kant gelesen, noch weniger ihn verstanden.
Vom Ergebnis der Aufklärung her betrachtet, also von dem, was sich daraus entwickelte, ist ihr Hauptergebnis nicht der "Mensch, der sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigekeit befreit" um aus Überzeugung religiös zu werden, sondern die Etablierung bestimmter Werte, welche die Religion z.B. aus der Politik und auch aus der Lebenswelt der Menschen - mit ihren Ver- und Geboten - verdrängte.
Der aufgeklärte Mensch kann religiös sein. Aber er wird Religion und Politik nicht mehr vermischen wollen, die Religion als etwas privates verstehen.
"...denn der Mensch kann nur mündig sein, wenn er selbst entscheiden kann, was ihn überzeugt und er nicht von vorne herein Vorgaben gemacht bekommt, die er auf jeden Fall akzeptieren soll."
Damit habe Sie sehr treffend die kirchlichen Dogmen beschrieben.
Sie schrieben:
"Wer die Aufklärung als Abwendung von Religion versteht hat sie nicht verstanden. Denn laut Kant ist die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Es geht also darum das sich jeder Menschen ein eigenes mündiges Bild der Welt bildet und eben nicht einfach irgendwelche Autoritäten nachläuft."
Danke für diesen Beitrag. Genau so sehe ich es auch. Ich bin gläubig und gehe auch gerne in die Kirche, aber wichtige Entscheidungen über mein Leben treffe ich selbst. Ich würde vielleicht ein Gespräch mit einem Priester führen, aber dann doch tun, was ich selbst für richtig hielte, auch wenn das seinen Aussagen zuwiderliefe!
Niemals würde ich bei einer wichtigen Lebensentscheidung einen Kleriker fragen, ob meine Entscheidung zum Handeln "schriftkonform" sei, wie es andere Gläubige tun. Das würde ich als eine zu große Bevormundung und Autoritätshörigkeit empfinden.
zitieren Sie Kant mal zuende: "Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.". Wer sich bewusst dafür entscheidet, sich der ultimativen Autorität namens "Gott" zu unterwerfen, der ist alles andere als mündig. Das schließt den Immanuel selbst ironischerweise m.E. ein.
Aber die wenigsten haben Kant gelesen, noch weniger ihn verstanden.
Vom Ergebnis der Aufklärung her betrachtet, also von dem, was sich daraus entwickelte, ist ihr Hauptergebnis nicht der "Mensch, der sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigekeit befreit" um aus Überzeugung religiös zu werden, sondern die Etablierung bestimmter Werte, welche die Religion z.B. aus der Politik und auch aus der Lebenswelt der Menschen - mit ihren Ver- und Geboten - verdrängte.
Der aufgeklärte Mensch kann religiös sein. Aber er wird Religion und Politik nicht mehr vermischen wollen, die Religion als etwas privates verstehen.
"...denn der Mensch kann nur mündig sein, wenn er selbst entscheiden kann, was ihn überzeugt und er nicht von vorne herein Vorgaben gemacht bekommt, die er auf jeden Fall akzeptieren soll."
Damit habe Sie sehr treffend die kirchlichen Dogmen beschrieben.
Sie schrieben:
"Wer die Aufklärung als Abwendung von Religion versteht hat sie nicht verstanden. Denn laut Kant ist die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Es geht also darum das sich jeder Menschen ein eigenes mündiges Bild der Welt bildet und eben nicht einfach irgendwelche Autoritäten nachläuft."
Danke für diesen Beitrag. Genau so sehe ich es auch. Ich bin gläubig und gehe auch gerne in die Kirche, aber wichtige Entscheidungen über mein Leben treffe ich selbst. Ich würde vielleicht ein Gespräch mit einem Priester führen, aber dann doch tun, was ich selbst für richtig hielte, auch wenn das seinen Aussagen zuwiderliefe!
Niemals würde ich bei einer wichtigen Lebensentscheidung einen Kleriker fragen, ob meine Entscheidung zum Handeln "schriftkonform" sei, wie es andere Gläubige tun. Das würde ich als eine zu große Bevormundung und Autoritätshörigkeit empfinden.
zitieren Sie Kant mal zuende: "Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.". Wer sich bewusst dafür entscheidet, sich der ultimativen Autorität namens "Gott" zu unterwerfen, der ist alles andere als mündig. Das schließt den Immanuel selbst ironischerweise m.E. ein.
... der Haupterrungenschaften der Aufklärung, die eben nicht in der "Beseitigung" von Religion(en) bestand, sondern in deren Zurückdrängung ins Private, dem Verdrängen aus dem politischen Leben. Was der Einzelne als Privatperson macht - das bleibt ja jedem selbst überlassen.
Religion für die, die religiös sind - ja. Freiheit von Religion für alle anderen.
Wir können ja nicht bei der Aufklärung halt machen. Dass man in der Aufklörung nicht einfach vollkommen weg von religiösem Denken kam ist wenig überraschend.
Doch wir können hier nicht verharren. Denn anders als Frau Toft uns glauben machen will, stehen Religion und Rationalität durchaus in Konkurrenz.
Religion ist schließlich eine Form von Apophenia, also dem "grundlose[n] Sehen von Verbindungen, begleitet von der besonderen Empfindung einer abnormen Bedeutsamkeit". Gott ist also das Produkt einer grandios gescheiterten Kausalattribution.
Jedoch genau hier liegt die Gefahr: Wer Gott als Grund annimmt, der ist blind für die wahren Mechanismen und somit auch für wirksame Lösungen. So sterben Kinder, da ihre Eltern lieber beten, statt zum Arzt zu gehen. Oder sterben an Aids, da Kondome von der Kirche vertäufelt werden.
Jedoch sehe ich auch die reale Möglichkeit, dass sich Religiösität wieder weiter ausbreitet. Gottesglauben entsteht aus underer Irrationalität und ist deshalb ungemein verlockend für unsere imperfekten Hirne. Je komplexer also die Welt wird, desto mehr Menschen könnten rückfällig werden.
http://de.wikipedia.org/w...
Wir können ja nicht bei der Aufklärung halt machen. Dass man in der Aufklörung nicht einfach vollkommen weg von religiösem Denken kam ist wenig überraschend.
Doch wir können hier nicht verharren. Denn anders als Frau Toft uns glauben machen will, stehen Religion und Rationalität durchaus in Konkurrenz.
Religion ist schließlich eine Form von Apophenia, also dem "grundlose[n] Sehen von Verbindungen, begleitet von der besonderen Empfindung einer abnormen Bedeutsamkeit". Gott ist also das Produkt einer grandios gescheiterten Kausalattribution.
Jedoch genau hier liegt die Gefahr: Wer Gott als Grund annimmt, der ist blind für die wahren Mechanismen und somit auch für wirksame Lösungen. So sterben Kinder, da ihre Eltern lieber beten, statt zum Arzt zu gehen. Oder sterben an Aids, da Kondome von der Kirche vertäufelt werden.
Jedoch sehe ich auch die reale Möglichkeit, dass sich Religiösität wieder weiter ausbreitet. Gottesglauben entsteht aus underer Irrationalität und ist deshalb ungemein verlockend für unsere imperfekten Hirne. Je komplexer also die Welt wird, desto mehr Menschen könnten rückfällig werden.
http://de.wikipedia.org/w...
Das letzte "Jahrhundert der Religon" hatten wir im Mittelalter und so was aehliches erleben wir in einigen islamischen Staaten.
Das Religion Frieden stiftet muss meines Erachtens noch bewiesen werden.
Cheers
Stefan
Falsch und naiv ist die Behauptung, dass Religionen eine Gesellschaft ins "finstere Mittelalter" zurückwerfen. Die Araber, die Gottes Wort, die Lehre Mohammends verbreitet haben, haben ein ungeahntes Aufblühen erfahren und sind vom heutigen Irak bis nach Spanien expandiert. Kulturelle wissenschaftliche Blüten sind herniedergeregnet auf diese Zivilisation. Das aber war an Massenmorde an Minderheiten und deren Unterwerfung gekoppelt.
Bleiben wir realistisch: geben wir doch zu, dass seit der Aufklärung, die als der vermeintliche Befreiungsschlag des Menschen dargestellt wird, die wüstesten Kriege und Massenmorde seit der Geschichte der Menschheit stattgefunden haben: Napoleon-Kriege, Osmanen-Kriege, 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg ... Wer das als den Befreiungsschlag sehen möchte, soll das tun, aber bitte auch seine Augen öffnen und seine ideologische Trunkenheit ausnüchtern.
Religionen können, müssen aber nicht zu einem "finsteren Mittelalter" führen. Lieber Leser, öffne deine Augen und erkenne, dass es das politische Prestige ist, das mordet, nicht die Religion, denn Homo sapiens sapiens ist in seinen machiavellistischen Denken gefangen und jedes Mittel ist ihm Recht, um die Ansprüche seiner Gruppe über die einer anderen zu behaupten. Religion und Theokratie können hierfür missbraucht werden, aber auch die Demokratie ist nicht frei von dieser Nutznieserei.
Gott legitimiert das Morden nicht in seinem Namen, deshalb sollte Religion erst verstanden werden ehe sie abgelehnt wird.
"aehliches erleben wir in einigen islamischen Staaten"
und im bible-belt in den USA..
Falsch und naiv ist die Behauptung, dass Religionen eine Gesellschaft ins "finstere Mittelalter" zurückwerfen. Die Araber, die Gottes Wort, die Lehre Mohammends verbreitet haben, haben ein ungeahntes Aufblühen erfahren und sind vom heutigen Irak bis nach Spanien expandiert. Kulturelle wissenschaftliche Blüten sind herniedergeregnet auf diese Zivilisation. Das aber war an Massenmorde an Minderheiten und deren Unterwerfung gekoppelt.
Bleiben wir realistisch: geben wir doch zu, dass seit der Aufklärung, die als der vermeintliche Befreiungsschlag des Menschen dargestellt wird, die wüstesten Kriege und Massenmorde seit der Geschichte der Menschheit stattgefunden haben: Napoleon-Kriege, Osmanen-Kriege, 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg ... Wer das als den Befreiungsschlag sehen möchte, soll das tun, aber bitte auch seine Augen öffnen und seine ideologische Trunkenheit ausnüchtern.
Religionen können, müssen aber nicht zu einem "finsteren Mittelalter" führen. Lieber Leser, öffne deine Augen und erkenne, dass es das politische Prestige ist, das mordet, nicht die Religion, denn Homo sapiens sapiens ist in seinen machiavellistischen Denken gefangen und jedes Mittel ist ihm Recht, um die Ansprüche seiner Gruppe über die einer anderen zu behaupten. Religion und Theokratie können hierfür missbraucht werden, aber auch die Demokratie ist nicht frei von dieser Nutznieserei.
Gott legitimiert das Morden nicht in seinem Namen, deshalb sollte Religion erst verstanden werden ehe sie abgelehnt wird.
"aehliches erleben wir in einigen islamischen Staaten"
und im bible-belt in den USA..
Aber die wenigsten haben Kant gelesen, noch weniger ihn verstanden.
Vom Ergebnis der Aufklärung her betrachtet, also von dem, was sich daraus entwickelte, ist ihr Hauptergebnis nicht der "Mensch, der sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigekeit befreit" um aus Überzeugung religiös zu werden, sondern die Etablierung bestimmter Werte, welche die Religion z.B. aus der Politik und auch aus der Lebenswelt der Menschen - mit ihren Ver- und Geboten - verdrängte.
Der aufgeklärte Mensch kann religiös sein. Aber er wird Religion und Politik nicht mehr vermischen wollen, die Religion als etwas privates verstehen.
Auch das verfehlt die Wirkung der Aufklärung. Die Aufklärung hat die Religionsfreiheit und die Individualisierung der persönlichen Weltanschauung gebracht. Manche religiös motivierte Politik wurde daher als nicht zulässig erkannt und durch die Individualisierung der Weltanschauungen haben Argumentationen, die nur die Anhänger einer Religion überzeugen zunehmend an Überzeugungskraft verloren.
Aber daraus das die Entscheidung über die persönliche Weltanschauung Privatsache geworden ist, kann man nicht schlussfolgern, das Religionen nicht mehr in der Politik auftauchen. Denn in einer Demokratie bringen die Bürger ihre persönlichen Wertvorstellungen über ihr passives und aktives Wahlrecht in die Politik ein. Auch wer weil er die Schöpfung erhalten will für Umweltschutz einsetzt oder sich aus christlicher Nächstenliebe für Sozialpolitik einbringt, bringt selbstverständlich Religion mit in die Politik.
Nein kann er nicht.
Ein aufgeklärter Mensch würde sich niemals einer fiktiven und unbeweißbaren Irrlehre unterordnen..
Der Grund für die zunehmende Religiösität kommt im Artikel etwas zu kurz. Da wird etwas von mehr Zeit der Menschen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken, fantasiert. Dabei ist es genau anders herum. Die Menschen der westlichen Welt haben immer weniger Zeit, da die Arbeits- und Lebensverhältnisse immer prekärer werden.
Schon Karl Marx wusste, dass die Religiösität mit dem Elend zunimmt - was dann auch die eigentliche Begründung ist..
Auch das verfehlt die Wirkung der Aufklärung. Die Aufklärung hat die Religionsfreiheit und die Individualisierung der persönlichen Weltanschauung gebracht. Manche religiös motivierte Politik wurde daher als nicht zulässig erkannt und durch die Individualisierung der Weltanschauungen haben Argumentationen, die nur die Anhänger einer Religion überzeugen zunehmend an Überzeugungskraft verloren.
Aber daraus das die Entscheidung über die persönliche Weltanschauung Privatsache geworden ist, kann man nicht schlussfolgern, das Religionen nicht mehr in der Politik auftauchen. Denn in einer Demokratie bringen die Bürger ihre persönlichen Wertvorstellungen über ihr passives und aktives Wahlrecht in die Politik ein. Auch wer weil er die Schöpfung erhalten will für Umweltschutz einsetzt oder sich aus christlicher Nächstenliebe für Sozialpolitik einbringt, bringt selbstverständlich Religion mit in die Politik.
Nein kann er nicht.
Ein aufgeklärter Mensch würde sich niemals einer fiktiven und unbeweißbaren Irrlehre unterordnen..
Der Grund für die zunehmende Religiösität kommt im Artikel etwas zu kurz. Da wird etwas von mehr Zeit der Menschen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken, fantasiert. Dabei ist es genau anders herum. Die Menschen der westlichen Welt haben immer weniger Zeit, da die Arbeits- und Lebensverhältnisse immer prekärer werden.
Schon Karl Marx wusste, dass die Religiösität mit dem Elend zunimmt - was dann auch die eigentliche Begründung ist..
"religion sehen. da wo religion in der politik auftaucht, ist das einfach nur furchtbar"
Sie übersehen die positiven Beispiele für Religion in der Politik. Das Beispiel von Papst Johannes Paul II und der Solidarność aus dem Artikel ist selbstverständlich auch Religion in der Politik. Und wenn sie aufgrund ihrer christlich geprägten Moral- und Lebenseinstellungen eine Wahlentscheidung treffen, dann ist das selbstverständlich auch Religion in der Politik. Ich denke das negative Bild was sie haben kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass es in den negativen Fällen oft viel Energie darauf verschwendet wird, die Rolle der Religion hervorzuheben, während es in den positiven Fällen in erster Linie um die Sache geht.
... aber, ob positiver oder negativer Einfluß, beides ist ein überflüssiger Einfluß. Denn wenn er negativ oder positiv sein kann, also nicht immer als dezidiert und gegeben positiv gewertet werden kann, ist man zu einer Bewertung genötigt.
Die Religion und Gott kann man aus politischen Entscheidungen getrost heraushalten, denn die Regeln, die sich der Mensch als Mensch für menschliches Handeln, z.B. seinem Handeln als zoon politikon, gibt, sind vollkommen ausreichend. Eine übernatürliche Macht, die Schriften der übernatürlichen Macht, die Auslegung der Schriften der übernatürlichen Macht; das Ganze noch im Plural, denn es gibt viele Religionen, die sich immer uneins sind - wer braucht das? Vor allem: wer braucht das in der Politik, bzw. außerhalb der Privatsphäre des Individuums?
... aber, ob positiver oder negativer Einfluß, beides ist ein überflüssiger Einfluß. Denn wenn er negativ oder positiv sein kann, also nicht immer als dezidiert und gegeben positiv gewertet werden kann, ist man zu einer Bewertung genötigt.
Die Religion und Gott kann man aus politischen Entscheidungen getrost heraushalten, denn die Regeln, die sich der Mensch als Mensch für menschliches Handeln, z.B. seinem Handeln als zoon politikon, gibt, sind vollkommen ausreichend. Eine übernatürliche Macht, die Schriften der übernatürlichen Macht, die Auslegung der Schriften der übernatürlichen Macht; das Ganze noch im Plural, denn es gibt viele Religionen, die sich immer uneins sind - wer braucht das? Vor allem: wer braucht das in der Politik, bzw. außerhalb der Privatsphäre des Individuums?
den Anhängern einiger Religionenen erfundenen Pseudo-Unterschied zwischen "Religion" und "Nicht-Religion" ohnehin nicht. Es gibt Weltanschauungen. Die können (wie in meinem Fall) getragen sein vom skeptischen Bewusstsein der Begrenztheit unserer Wissensmöglichkeiten, die können wie im Falle überzeugter -isten (Monotheisten, Atheisten etc.) getragen sein vom Wahn der Gewissheit, mit dem sie ihre Wertvorstellungen der Welt aufzuzwingen versuchen. Der rhetorische Trick, die positive oder die negative Gewissheit hervorzuheben (ich glaube vs. ich glaube nicht wie der oder die) ändert daran nichts.
Ich würde NICHT unterscheiden zwischen Glaube oder Nicht-Glaube, sondern nach dem Grad der Gewissheit, mit dem man seine Überzeugung für die einzige richtige hält. Je größer dieser ist, desto größer der Fanatismus.
UNTER dieser Voraussetzung aber hat es wohl nie Zeiten gegeben, in denen nicht irgendein Fanatismus sich haarsträubendster Verbrechen schudig machte - Fanatismus strebt IMMER nach Macht, weil er seine Wahrheit siegen sehen MUSS, indem er sie mit ALLEN Mitteln durchsetzt - alles, was ihr widerspricht, widerspricht ja seinem Willen zur Gewissheit und erscheint ihm deshalb als GEFÄHRLICH. Deshalb bringen -isten aller Couleur sich gegenseitig auch so gerne um.
Als friedfertiger Skeptiker ist man spätestens dann an Leib und Seele bedroht, wenn sich ein -ismus durchgesetzt hat.
NICHTS NEUES also...
"Deshalb bringen -isten aller Couleur sich gegenseitig auch so gerne um."
Ich greife diesen einen Satz mal als Beispiel aus Ihrem Beitrag, in dem sie Atheismus mit allen Fundamentalismen gleichsetzten, heraus. Was genau macht Ihrer Ansicht nach ein überzeugter Atheist denn so? Bringt er Gläubige um? Wäre mir jetzt neu. Spenden militante Atheisten Millionen an die Politik, um ihre Agenda durchzudrücken? Welche Agenda wäre das doch gleich? Stampfen fundamentalistische Atheisten streng sekularistische Schulen aus dem Boden, in denen die Abwesenheit vom Gottesdienst jeden Tag Pflicht ist? Klingt auch komisch. Fordern Atheisten, dass Schulbücher umgeschrieben werden, um religiöse Themen zu streichen, die nicht zum atheistischen Weltbild passen? Nee, richtig, das waren die Kreationisten...
Der Punkt ist der: militanter Atheismus, wie militant die Abwesenheit eines Glaubens an Götter auch immer sein kein, ist vollkommen harmlos. Die meisten Atheisten sind friedfertige Skeptiker, wie Sie sie in Ihrem Beitrag beschreiben. Es gibt nur ein großes Problem: Wenn die große Masse der friedfertigen Skeptiker und Feiertagschristen schweigt, dann hört man nur die fundamentalistischen Schreihälse, die ihr intolerantes Dogma mit aller Gewalt durchsetzen wollen. Deshalb braucht man als Gegenpol Atheisten, die ihre Meinung sagen und Bücher schreiben (das einzige Merkmal eines militanten Atheisten).
Ihren Beitrag unterschreibe ich wörtlich.
@Dr. Neunmüller: Sie haben die wissenschaftliche Methode nicht verstanden, wenn Sie sagen, Atheisten würden sich durch 100%ige Gewissheit der nicht-Existenz eines Gottes oder mehrerer Götter auszeichnen. Grundsätzlich ist "Ich glaube nicht x" die Default-Position, bis ein Beweis für die Existenz von x dargelegt wurde. Die Beweisschuld liegt bei demjenigen, der eine Behauptung aufstellt, also bei demjenigen, der behauptet, dass Gott existiere. Das ist kein "rhetorischer Trick", das ist Logik. Atheismus bedeutet, dass ein Glaube an Gott fehlt. Nicht, dass man "weiß", dass es keinen Gott gibt - denn ein Negativum lässt sich nicht beweisen. Beweisen Sie mir mal, dass ich kein unsichtbares und durch keinerlei wissenschaftliche Methoden erfassbares, da sehr geschicktes rosa Einhorn in meiner Garage versteckt halte - es spricht nur zu mir ;)!
"Deshalb bringen -isten aller Couleur sich gegenseitig auch so gerne um."
Ich greife diesen einen Satz mal als Beispiel aus Ihrem Beitrag, in dem sie Atheismus mit allen Fundamentalismen gleichsetzten, heraus. Was genau macht Ihrer Ansicht nach ein überzeugter Atheist denn so? Bringt er Gläubige um? Wäre mir jetzt neu. Spenden militante Atheisten Millionen an die Politik, um ihre Agenda durchzudrücken? Welche Agenda wäre das doch gleich? Stampfen fundamentalistische Atheisten streng sekularistische Schulen aus dem Boden, in denen die Abwesenheit vom Gottesdienst jeden Tag Pflicht ist? Klingt auch komisch. Fordern Atheisten, dass Schulbücher umgeschrieben werden, um religiöse Themen zu streichen, die nicht zum atheistischen Weltbild passen? Nee, richtig, das waren die Kreationisten...
Der Punkt ist der: militanter Atheismus, wie militant die Abwesenheit eines Glaubens an Götter auch immer sein kein, ist vollkommen harmlos. Die meisten Atheisten sind friedfertige Skeptiker, wie Sie sie in Ihrem Beitrag beschreiben. Es gibt nur ein großes Problem: Wenn die große Masse der friedfertigen Skeptiker und Feiertagschristen schweigt, dann hört man nur die fundamentalistischen Schreihälse, die ihr intolerantes Dogma mit aller Gewalt durchsetzen wollen. Deshalb braucht man als Gegenpol Atheisten, die ihre Meinung sagen und Bücher schreiben (das einzige Merkmal eines militanten Atheisten).
Ihren Beitrag unterschreibe ich wörtlich.
@Dr. Neunmüller: Sie haben die wissenschaftliche Methode nicht verstanden, wenn Sie sagen, Atheisten würden sich durch 100%ige Gewissheit der nicht-Existenz eines Gottes oder mehrerer Götter auszeichnen. Grundsätzlich ist "Ich glaube nicht x" die Default-Position, bis ein Beweis für die Existenz von x dargelegt wurde. Die Beweisschuld liegt bei demjenigen, der eine Behauptung aufstellt, also bei demjenigen, der behauptet, dass Gott existiere. Das ist kein "rhetorischer Trick", das ist Logik. Atheismus bedeutet, dass ein Glaube an Gott fehlt. Nicht, dass man "weiß", dass es keinen Gott gibt - denn ein Negativum lässt sich nicht beweisen. Beweisen Sie mir mal, dass ich kein unsichtbares und durch keinerlei wissenschaftliche Methoden erfassbares, da sehr geschicktes rosa Einhorn in meiner Garage versteckt halte - es spricht nur zu mir ;)!
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